Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Frau und Hirn

Hadmut
30.12.2021 17:12

Neues aus der Wissenschaft.

Ich musste gerade an ein Kunstprojekt denken. Irgendwer hatte vor Jahren mal so eine Serie veröffentlicht, in der man junge Frauen an einen Tisch setzte, und sie dabei filmte, wie sie aus ihrem Lieblingsbuch ein Stück Text vorlesen sollten. Einfach nur aus einem Buch neutral irgendeinen Text vorlesen. Fast. Denn unter dem Tisch saß jemand, der sie mit dem Vibrator bearbeitete, und ihre Aufgabe war, so lange wie möglich zu versuchen, sich dem Orgasmus zu erwehren und so verständlich wie möglich den Text weiterzulesen. Das Amusement lag darin, sie beim Kontrollverlust und dem Verlust (und Wiedererlangen) der Fähigkeit, einen Text flüssig zu lesen, zu beobachten.

Die Berliner Zeitung berichtet nun von aktuellen wissenschaftlichen Südpolprobebohrungen der Berliner Charité: Charité-Studie: Frauen, die oft Sex haben, haben mehr im Kopf

Wissenschaftler der Berliner Charité haben offenbar herausgefunden, dass je mehr Sex Frauen haben, desto mehr Hirnmasse vorhanden ist. Im Abstract der Studie heißt es: „Wir zeigen, dass die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs innerhalb von zwölf Monaten mit der strukturellen Dicke des individuell kartierten linken Genitalfeldes korreliert.“ Die Autoren machten die genaue Lage der Hirnregion aus, in der die sexuelle Erregung der Frau stattfindet. Das weibliche Genitalrepräsentationsfeld liegt demnach im sogenannten somatosensorischen Kortex des Gehirns.

Die Forscher machten einen Zusammenhang zwischen Berührung und der weiblichen Gehirnentwicklung aus. Dazu wurde jeweils die Klitoris der 20 Studienteilnehmerinnen im Alter von 18 bis 45 Jahren mit Hilfe eines vibrierenden, runden Objektes stimuliert – achtmal, jeweils 10 Sekunden lang, unterbrochen von zehn Sekunden Ruhezeit. Währenddessen seien die Gehirne der Frauen mittels einer funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) gescannt worden.

Sobald das Gerät vibrierte, sei auch die somatosensorische Kortexregion aktiviert worden. Wie die New York Post berichtet, verfügten die weiblichen Freiwilligen, die den meisten Sex innerhalb eines Jahres hatten, über die robusteste Dicke dieses Hirnarreals. Dr. Christine Heim, Professorin für Medizinische Psychologie an der Charité, fasst die Ergebnisse der Studie, die kürzlich im Journal of Neuroscience erschienen ist, wie folgt zusammen: „Wir fanden einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und der Dicke des individuell abgebildeten Genitalfeldes.“

Und:

Die Forscherin räumt jedoch ein, dass weitere Studien erforderlich seien.

Hehehehe. Das glaube ich denen sofort. 😀

Nun ist aber bekanntlich eine Korrelation noch keine Kausalität. Das sollte man keinesfalls verwechseln. Und was mir daran jetzt besonders gefällt: Das wissen sie.

Die Studienautoren treffen offenbar keine Aussagen darüber, ob Frauen, deren somatosensorischer Kortex ausgeprägter ist, mehr Sex haben – oder ob umgekehrt mehr Sex diesen Teil der Großhirnrinde erweitert.

Oh, ist das schöööön! Wissenschaft! Verstand ist noch besser als Vibrator.

Vermutet wird jedoch, dass häufiger Geschlechtsverkehr zu einer stärkeren Ausprägung führt, heißt es in der New York Post.

Wieder was über Frauen gelernt. Bums korreliert mit Hirnmasse. Hätte man ja eher andersrum erwartet. Über Männer heißt es ja „Dumm fickt gut“.