Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Theta-Wellen: Musikstile und Hirnareale

Hadmut
31.10.2021 0:30

Oh, da habe ich wohl richtig gelegen.

Ein Leser hat mich gerade auf einen Podcast-Beitrag in Deutschlandfunk Kultur hingewiesen, in dem es um genau das geht, was ich beschrieben habe, nämlich Techno- und ähnliche Musik mit starkem, monotonem Rhythmus als Hirnschrittmacher.

Die Hirnwellen haben mit bestimmten Bewusstseinszuständen zu tun, weiß Ilka Diester, Professorin für Optophysiologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg.

„Im Prinzip ist es immer möglich, dass alle Frequenzbänder, alle Wellentypen vorhanden sind. Es gibt bestimmte Zustände, in denen manche Frequenzbänder stärker sind. Gerade die niederfrequenten Bereiche, die sind eher für Schlaf, Entspannung, ein bisschen für, ja, so Träumereien zuständig. Wenn wir bei den Delta-Wellen mal anfangen, die sind ja die allerniedrigsten von 1 bis 3 Hertz, die sind im Tiefschlaf z.b. besonders stark“, sagt Diester.

„Dann die Theta-Wellen, eine Stufe höher, bei vier bis sieben Hertz, da ist man eher so ein bisschen müde, wenn die sehr stark sind, vereinfacht gesprochen. Es gibt auch Ausnahmen.“

Theta-Wellen sind auch im Halbschlaf oder in Trance-Zuständen vorhanden. Schamanen in aller Welt trommeln in diesem Rhythmus, um die Kundschaft in einen anderen Bewusstseinszustand zu geleiten.

Es kommt also auf die Frequenz an, welche Wirkung die Rhythmen haben. Im Podcast wird gesagt, dass Parkinson-Patienten eine Erhöhung der Beta-Wellen haben.

Schaut man sich an, wieviele Beats pro Minute die verschiedenen Musikstile haben, hat HipHop 60-110, Hardcore Techno über 160, Black Metal bis 320. Also Beats mit Frequenzen zwischen 1 und 5 Hertz. Also manche bei Delta-Wellen, manche bei Theta-Wellen, wie sie im Halbschlaf oder Trance-Zustand typisch sind.

Da lag ich mit meinem Modell vom „Hirnschrittmacher“ womöglich ziemlich nahe dran, nämlich dass es darum geht, sich in einen Trance-Zustand zu tanzen, indem man das Hirn auf die passenden Frequenzen hin stimuliert und sozusagen in Resonanz bringt.

Ich habe mich oft gewundert, warum die in sozialistischen Parteien so gerne zusammen singen. Vielleicht hat das ja auch irgendeine Ursache in diesem Bereich.