Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Defizit-Schlafen und eine Aktennotiz

Hadmut
27.10.2021 22:56

Schlafen wie Ramses in seinem Grab.

Kennt ihr diese spezifische Form von bleierner Müdigkeit nach Schlafdefizit? Mir jedenfalls geht das so. Ich kann ohne größere Problem mal zu wenig schlafen oder eine Nacht durchmachen, aber mein Problem ist nicht der nächste, sondern der übernächste Tag. Da bin ich dann nämlich nachlaufend sehr müde.

Zwei Nächte Schlafdefizit.

Einen habe ich mir durch eine Denkfehler selbst eingehandelt.

Ein Fehler war zu denken, wenn ich nur zur Expo gehe, dann brauche ich ja auch nicht so viel Gepäck, weil ich mir morgens ein kurzes Hemd und eine kurze Hose anziehe und tagsüber gar nicht erst in die Lage kommen kann, frische Klamotten zu brauchen, weil ich ja dort und nicht im Hotel bin. Und sonst habe ich nichts vor.

Das hat sich soweit als richtig erwiesen, aber der Denkfehler war, dass wenn ich nicht so viel Gepäck mitnehme,ich auch keinen so großen Koffer bräuchte, die mittlere Reisetasche reichen müsste. Hatte ich hier vor der Reise in Ruhe und systematisch gepackt, und wenn man frische Klamotten in Ruhe und mit Bedacht sauber zusammenlegt, brauchen die weniger Platz als wenn man sie als gefüllten Schmutzwäschebeutel reinstopft. Ich hatte also die und manchen Krempel, den ich brauchte oder zu brauchen den Verdacht hatte, sorgfältig gepackt – passt.

Vorgestern abend letzte Nacht im Hotel, war aber auch erst so gegen Mitternacht ins Hotel gekommen, der übliche Tageskram mit Korrespondenz und so dauerte, bis zwischen eins und zwei. So lief das jeden Abend, ich habe eine Woche gar kein Fernsehen gesehen und das nicht mal gemerkt. Und dann festgestellt, dass es nicht funktioniert, das Zeug einfach so, wie es ist, in die Tasche zu werfen und zuzumachen. Zumal ich meinen Tagesrucksack so packen musste, dass ich den noch einen Tag lang auf der Expo rumtragen kann, also nicht zu schwer, und ein paar Dinge des Bordgepäcks, die ich nicht einchecke, Notebook und so, temporär auch noch reinpacken muss, um die Tasche in der Gepäckaufbewahrung bis abends abzugeben. Denn der Rückflug ging nachts um 02:05. Also an dem Tag noch bis kurz vor 9 auf der Expo, dann zurück zum Hotel gefahren, so abends um halb elf das Gepäck abgeholt, etwas umgepackt, zum Flughafen und eingecheckt. Bis ich dann aber alles gepackt hatte und mich für fast abreisefertig hielt, war es dann auch ungefähr vier Uhr morgens. Wecker auf acht. Ergebnis: Nur vier Stunden geschlafen.

Es ist insofern ein Fehler, den Koffer passend zum Inhalt zu wählen. Ich hätte irgendwas nehmen sollen, was eine Nummer zu groß ist. Das hat zwar dann auch wieder den Nachteil der instabilität, weil eine Tasche oder ein Koffer, der nicht voll gefüllt ist, zerdrückt wird, wenn andere Gepäckstücke drauf liegen. Ich hatte mal bei einem Rückflug von Berlin nach München am Flughafen Tegel einen Koffer gekauft, der mir gefallen hatte, und den einfach eingecheckt. Ein leerer und deshalb nicht belastbarer Koffer macht denen aber besondere Problem, weshalb man den Koffer auf beiden Seiten rührend mit besonderen Warnhinweisen versehen hatte. (Herrje, ist der auch schon wieder 13 Jahre alt…) Also ist es eigentlich ein Fehler, Koffer oder Tasche zu groß zu wählen. Aber es hätte den Vorteil, dass man für den Rückflug sein Zeug einfach reinwerfen kann. Inzwischen kommt das ja in Mode, dass Koffer und Taschen eine Dehnungsfalte bekommen, man die Gepäckstücke also ein paar Zentimeter vergrößeren kann, indem man einen rundumlaufenden Reißverschluss öffnet, um die Dehnungsfalte freizugeben. Das wäre vielleicht genau das richtige für Rückflüge. Zumal man ja manchmal auch auf der Reise noch was kauft.

Im Flieger bin ich zwar irgendwann mal kurz eingeschlafen, weil mich im ersten Flug die Stewardess zur Landung weckte. Zur Rückfahrt war ich wieder fit, das Bloggen ging noch, das Gepäck habe ich schon wieder voll ausgeräumt.

Vorhin, so kurz nach drei, dachte ich, oh, jetzt werde ich aber müde. Also ganz plötzlich so sehr müde, dass ich sofort umfallen könnte und es Mühe kostet, überhaupt wach zu bleiben. Ich bin ja wieder zuhause und habe keine Termine, da könne ein kleines, feines Mittagsschläfchen wohl nicht schaden, dachte ich. Sieht ja auch keiner. Eben, kurz nach zehn, wieder aufgewacht.

Diese spezielle Sorte Schlaf, so bleiern schwer, wie toter als tot, im Bett zu liegen wie Ramses nach dem ersten Jahrtausend in seinem Grab, die ich nur bei erheblichem Schlafdefizit oder Jetlag kenne. Bei der man sich hinterher auch nicht ausgeschlafen fühlt, sondern als ob der Körper eine Notabschaltung hingelegt und nur die wichtigsten Tanks wieder aufgefüllt hat. Ein Schlaf so schwer, dass man eigentlich einen tiefen Abdruck in der Matratze hinterlassen müsste.

Zumindest bin ich jetzt so weit ausgeschlafen, dass ich mich jetzt normal müde fühle und mich zur Nacht hin nochmal ganz normal ins Bett legen und schlafen kann.