Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Rassisten-Newsletter

Hadmut
18.10.2021 20:53

Schon die Spider-Murphy-Gang [Herrje…] Erste Allgemeine Verunsicherung sang, das Böse sei immer und überall.

KI-Expertin Anja Reschke erklärt uns, dass Künstliche Intelligenz rassistisch und sexistisch ist, außerdem männlich.

Würde man die eigenen Maßstäbe des Fernsehens auf sie anwenden, wäre das eine populistische fake-newsige Verschwörungstheorie. Aber deren eigene Maßstäbe auf sie anzuwenden, wäre ja wieder frauenfeindlich.

Man könnte es aber auch als Animismus deuten, überall das Böse sehen zu wollen. Quasi die 21-Jahrhundert-Digital-mit-Handy-Frau-Version dessen, was man früher Kobolden und Klabautermännern zuschrieb. Oder auch der Theorie eines Teufels, der in den Sachen steckt und das Böse will. Wie im oder kurz nach dem Mittelalter, als die Kirche das sagen hatte und überall das Böse und den Teufel sah, Hexen verbrannt hat und Exorzismen betrieb. In jedem noch so kleinen Detail stecke der Teufel drin, der uns schaden wolle, wenn nicht alles läuft wie erhofft.

Früher galt der Teufel als männlich. Heute nennt Reschke die KI männlich, meint damit aber letztlich dasselbe. Vor allem das Prinzip, dass noch nie, insbesondere noch nie seit Erfindung des Feminismus eine Frau an irgendwas selbst schuld war. Immer muss irgendein Vormund her, immer irgendein Schuldiger, ein Treuhänder, ein Garant und Verantwortlicher, der für einen zu sorgen hat, stets männlich. Leithammel. Wann immer eine Feministin in Not gerät, muss der nächstgreifbare Mann dran glauben, der Schuldige zu sein, und dass lässt sich natürlich virtualisieren und überall verbreiten, indem man jetzt überall „KI“ sieht und die mit bösen weißen rassistischen Männern gleichsetzt.

Psychiater würden sowas wohl für einen ausgewachsenen Verfolgungswahn halten. Überall böser männlicher Geist drin, der einen verfolgt.

Als Beweis führt sie an, dass KI weiße Gesichter besser erkenne als schwarze.

Und sie darüber entscheide, ob wir kreditwürdig seien.

Als ob das irgendwie dasselbe wäre, es nur eine KI gäbe, als ob die Kreditwürdigkeit von der Gesichtserkennung abhängt. (Irgendwer wird es bestimmt ausprobieren.)

Die Frage wäre aber durchaus, ob der Umstand, dass KI Weiße besser erkennt als Schwarze

  • Wirklich auf rassistischen Absichten beruht,
  • vielleicht einfach nur daran liegt, dass Forscher die Gesichter zum Trainieren verwenden, die sie selbst besser unterscheiden können, und Schwarze es einfach bisher verschlafen haben, eine Erkennung für sich zu bauen. Ich finde ja immer so absurd, wenn man einerseits auf die Cultural Appropriation schimpft, wenn eine Weiße sich mal Rastas flechtet, oder meint, die schwarze Dichterin Amanda Gorman dürfe nur von Schwarzen übersetzt werden, dann aber verlangt, dass Weiße die KI für schwarze Gesichter bauen. Oder sich aufregt, dass automatische Seifenspender nur auf weiße, aber nicht auf schwarze Haut reagieren, dann also plötzlich doch die Erledigung schwarzer Angelegenheiten von Weißen einfordert, obwohl die Konsequenz aus der Causa Amanda Gorman wie der von George Floyd doch sein müsse, dass Seifenspender und Gesichtserkennungen für Schwarze ausschließlich von Schwarzen entwickelt werden dürfen und Weiße damit komplett aus der Verantwortung sind.
  • vielleicht einfach der mathematische Beweis ist, dass sich die Gesichter Weißer signifikanter unterscheiden und breiter gestreut sind als die von Schwarzen oder Asiaten. Denn Laienfiguren wie Reschke hantieren zwar immer mit solchen Vorwürfen herum, weil ihnen das Ergebnis nicht gefällt, ich könnte mich jetzt aber nicht erinnern, dass irgendwer schon mal belegt hätte, dass solche Effekte auf rassistische Auswahlen bei den Trainingsbildern zurückgeführt hätte. Dabei wäre es doch leicht und naheliegend, eine frische, untrainierte KI herzunehmen und ausschließlich auf Schwarze zu trainieren, also eine KI zu bauen, die noch nie einen Weißen gesehen hat. Die müsste doch dann in der Lage sein, Schwarze ebensogut zu erkennen, wenn man die totale Bevorzugung einsetzt. Das wäre zudem trivial umzusetzen, weil man ja nur die Auswahl der Bilder für das Training verändern müsste.

    Ich hätte aber nicht davon gehört, dass das schon mal jemand gemacht hat. Stattdessen gab es großes Rassismusgeschrei, weil irgendwo irgendeine KI einen Schwarzen auf seinem Foto für einen Gorilla gehalten hat. Sie sahen sich aber nunmal tatsächlich sehr ähnlich, und es wäre eine interessante Frage, ab welchem Alter Kinder dies eindeutig hätten zuordnen können. Oder ein Erwachsener, der noch nie einen Gorilla gesehen hat. War es überhaupt das Trainingsziel, Aufgabe der KI, Menschen von Gorillas zu unterscheiden?

    Warum wird der Vorwurf, dass die KI rassistisch sei, immer gegenüber Weißen erhoben? Warum erhebt man nicht mal gegenüber Schwarzen den Vorwurf, dass sie sich keine KI schreiben und nach ihren Anforderungen trainieren?

    Was ist, wenn es gar nicht an der KI liegt, sondern die Gesichter von Schwarzen tatsächlich weniger unterschiedlich sind als die von Weißen? Und die KI nur Folge dessen ist?

All das würde eine Anja Reschke, Dickverdienerin aus Zwangsbeiträgen, intellektuell sicherlich noch weiter überfordern als der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. (Das eine ist ein südamerikanischer, stark formalisierter Gesellschaftstanz, das andere eine nach einem Gebirge benannte besondere Gesteinsform.) Stellt sich aber hin und erzählt: KI ist rassistisch und sexistisch. Früher sagte man, Papier sei geduldig, aber Fernsehkameras halten heute auch viel aus, seit die keine Röhren mehr haben, die bei sowas platzen würden.

Was heißt das nun? Sollen wir auf KI verzichten? Sie verbieten? Oder einfach nur einen neuen Vorwand für Dauergejammer zu haben?

Egal. Es geht nicht darum, was daraus folgt. Es geht darum, dass Anja Reschke irgendwas in die Kamera pullern kann, und weiße Männer dann dran schuld sind.