Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Logik, Dialektik und die Reichweite des Denkens

Hadmut
18.10.2021 14:27

Manche weiter, manche weniger weit.

Oder als Sicherheitsscreenshot mit weiteren Erläuterungen:

Was aber käme dabei heraus, würde man dazu auch denken, und nicht nur die Genderansuren rezitieren? Sondern beispielsweise so ein bisschen Mathematik, Korrelation, Chi-Quadrat-Test und so Zeugs kennt.

Dann würde man merken, dass es genau andersherum ist.

Wäre nämlich die Kompetenz über alle Gruppen gleich verteilt, gäbe es innnerhalb jeder zu betrachtenden Gruppe eine jeweils gleiche Kompetenzverteilung, dann müssten Sibel Schick und alle ihre Kampfgenossen darüber jubeln, wenn einer zuerst nach fachlicher Kompetenz auswählt. Denn dann würde eine Auswahl von Bewerbern nach fachlicher Kompetenz zwangsläufig und automatisch dazu führen, dass sich die Quoten analog oder proportional zur Bevölkerungszusammensetzung einstellen. Jemand, der davon überzeugt ist, dass alle Bevölkerungsgruppen gleich befähigt, gleich kompetent, gleich intelligent sind, der müsste konsequenterweise dafür eintreten, dass allein nach Kompetenz und sonst gar nichts eingestellt wird, weil das dann ein perfekt gruppenneutrales, nicht-diskriminierendes Auswahlkriterium ist, das unweigerlich dazu führen würde, dass die gewünschten Quoten erfüllt werden. Und noch den Vorteil hätte, dass man sich nicht darüber beschweren würde.

Wenn man aber wie sie sagt, dass es rassistisch, misogyn und behindertenfeindlich sei und diese Gruppen diskriminieren würde, wenn man zuerst nach fachlicher Kompetenz auswählt, dann sagt man damit selbst, dass alle anderen weniger kompetent seien als das prototypische Hassobjekt des weißen, nichtbehinderten Mannes. Denn nur dann könnte ja eine Unterrepräsentanz durch Kompetenzbevorzugung entstehen.

Anders gesagt:

Eine Korrelation ist noch keine Kausalität.

Der Vorwurf einer Diskriminierung wäre aber der Vorwurf einer Kausalität.

Man braucht hier zur weiteren Betrachtung aber keine Kausalität.

Wenn man wie Sibel Schick sagt, dass eine Auswahl rein/zuerst nach Kompetenz dazu führt, dass die ausgewählten Bewerber eine andere Zusammensetzung haben als die Bevölkerung – dann hat man sowieso gar nichts verstanden.

Wenn man dagegen sagte, dass die ausgewählten Bewerber eine andere Zusammensetzung haben als die Gesamtheit der Bewerber, denn nur darauf kann sich eine Untersuchung beziehen, ob die Auswahl diskriminierend ist, also in einem Zusammenhang mit der Gruppenzugehörigkeit steht. Man kann niemandem vorwerfen, Indianer zu benachteiligen, solange sich kein Indianer beworben hat.

Wenn man nun aber, wie Schick, behauptet, dass eine Auswahl rein nach Kompetenz zu einem anderen Gruppenverhältnis der Ausgewählten als der Bewerber führt, dann ist man selbst derjenige, der behauptet, dass Kompetenz mit Gruppenzugehörigkeit korreliert, es also einen signifikanten Zusammenhang gibt. Und über die Kausalität muss man sich hier nicht streiten oder den Kopf zerbrechen, weil bereits die Korrelation ausreicht.

Also hält nicht der die anderen Gruppen für unter- oder inkompetent, der Kompetenz vor Quote stellen will, sondern wer wie Sibel Schick davon weg will.

Und wenn man die anderen Tweets (siehe Screenshot) liest, merkt man auch, dass es hier überhaupt nicht um Kompetenz geht, sondern im Gegenteil darum, „Macht“ an die Bevölkerungsgruppen zu verteilen, und zwar ohne jede Beachtung der Kompetenz. Jemand, der alle Gruppen für gleich kompetent hält, würde das nicht fordern, auch wenn er diese Absicht, dieses Ziel verfolgt. Selbst wenn es nur um Macht ginge, würde jemand, der selbst daran glaubt, dass alle Gruppen gleich kompetent sind und für 15 Cent denken kann, das Gegenteil von dem fordern, nämlich genau dass es nur nach Kompetenz gehe. Weil sich dann das gewünschte Ziel von selbst und zwangsläufig einstellen würde.

Uns wäre gesellschaftlich schon viel geholfen, wenn Leute im Journalismus und der Meinungspanscherei wenigstens ein Mindestmaß an Bildung und Denkfähigkeit aufbrächten. Das ist eigentlich Schulstoff.

Laut Wikipedia studiert sie Soziologie. Meine Meinung über Soziologen ist bekannt. Aber gerade von Soziologen, die ja ständig mit irgendwelchen Statistiken und Korrelationen herumfuchteln, sollte man wenigstens ein Mindestmaß an Verständnis erwarten können.

Mal ganz abgesehen von dem generellen Soziologenzentralfehler, dass man Gruppen und nicht Individuen betrachtet und sie stets die Individualrechte negieren. Die denken nur in Kollektiven, in Rudeln, während Grundrechte und die Behandlung bei Bewerbungen eine Indivdualsache sind. Schon deshalb scheitern sie intellektuell.

Typischer Fall von Amygdala-Zombie.