Ansichten eines Informatikers

Regenbogen ist das neue Hakenkreuz

Hadmut
24.6.2021 12:49

Zur Methodik des Totalitarismus.

Ich hatte schon einige Male geschrieben,

  • dass ich die ganzen Nazi- und Holocaust-Ausstellung, die Museen und den Schulunterricht für verfehlt halte, weil sie immer nur die konkrete Symbolik der Nazis betrachten, aber nicht das Prinzip. Es geht immer um „braun“ und „Hakenkreuz“ und Hitlerbärtchen, obwohl es letztlich doch völlig egal ist, ob die nun braun, blau oder grün waren und ob sie ein Hakenkreuz oder zwei Kreuze wie bei Chaplins Diktator oder zwei Dreiecke oder was auch immer hatten. Es geht um das Prinzip, die Methodik der Uniformierung, des Tribe-Symbols, der Zugehörigkeits- und Nichtzugehörigkeitskulte. Oder in Hirnsprech: Das massive Einwirken auf die Amygdala durch optische, akustische verbale Reize und Textinformationen, um ein Rudelsystem samt Zugehörigkeits- und Nichtzugehörigkeitsschema anzutrainieren.
  • dass der Gebrauch der LBQGTYXQ@?- Regenbogenflagge verblüffend stark dem Gebrauch der Hakenkreuzflagge ähnelt und exakt deren Funktion einnimmt.
  • dass links-rot-grün in vielerlei Hinsicht die exakte Fortführung des Nationalsozialismus ist, nur bereinigt um die zwei Streitpunkte Abschaffung/Beibehaltung der Grenzen und Kommunismus/Antikommunismus.

Ansonsten sind wir eigentlich in vielerlei Hinsicht wieder bei 1933, nur dass ein paar Rollen vertauscht sind. Man könnte über postmortale Parallelen Lübcke-Liebknecht sinnieren.

Ich könnte Euch jetzt 20, 50, 100 Tweets vorlegen, wer alles gerade auf Regenbogen macht, aber es bringt ja auch nichts, hier jetzt zig Tweets zu rezitieren. Jede Menge Parteien, Politiker, Medien, Ämter und Behörden, Veranstaltungsorte, Personen, reihenweise machen sie einen auf Regenbogen:

Und so weiter und so fort. Könnte noch endlos weitermachen. Ein Leser schreibt mir

Hallo Herr Danisch,

bin soeben an einem katholischen Gemeindehaus vorbeigelaufen, an dem die Regenbogenfahne hin. Das erinnerte mich irgendwie an vielfliegende Umweltschützer.

Na gut, dass die katholische Kirche sich für Schwule einsetzt, ist ja deren Eigeninteresse.

Aber merkt denn keiner, dass hier genau dieselben Mechanismen ablaufen wie damals 1933 beim Aufkommen der Hakenkreuzflaggen?

  • Beide sind ein Symbol der Rudelzugehörigkeit, eines Zusammengehörigkeits- und Gleichschaltungsschemas, und beide sollen eine Gesellschaftsform samt ihrer Ideologie symbolisieren.
  • Beide stärken ihr Zusammengehörigkeitsgefühl durch eine gemeinsam attackierte Feindgruppe.
  • Beide werden als Armbinden getragen – siehe Manuel Neuer.
  • Beide hängen in langen wehenden Fahnen von Gebäuden – siehe oben.
  • Bei beiden spielen Sportstadien – besonders das Olympiastadion Berlin – und große Gebäude eine zentrale Rolle.
  • Medien, Politik, Firmen, alle machen mit, denn wer nicht mitmacht, der wird platt gemacht.
  • Alles wird damit zugepflastert.
  • Überall wird es verwendet, um sein Bekenntnis, seine Zugehörigkeit zu einem ideologischen System zu demonstrieren und bekennen.
  • Es steht für ein Gesellschaftsmodell, in das die gesamte Gesellschaft transformiert werden soll.
  • Aufmärsche unter der Flagge und mit Quasi-Uniformierung in den Straßen.

Hätte man die Aufklärung über Nationalsozialismus und dessen Methoden richtig gemacht und nicht nicht die Methoden komplett ausgespart und sich nur auf deren konkrete Symbole beschränkt, würde es den Regenbogenterror heute nicht geben.

Eigentlich hätte man davor warnen müssen, wie man diese archaischen Mechanismen im Hirn, dieses Rudelprinzip, durch Rhetorik, Training, optische und akustische Reize trainiert, abrichtet, ausnutzt. Stattdessen hat man im Prinzip mit jeder Holocaust-Ausstellung genau das Gegenteil dessen Benötigten, nämlich genau dasselbe des bereits begangenen getan. Der gesamte „Kampf gegen Rechts“, all die Nazi-Ausstellungen sind im Prinzip nichts anderes als eine Neuauflage des Nazitums in Form von Feindmarkierungen. Den Leuten wird eingetrichtert, was die Freund- und was die Feindmerkmale sind, und dann werden sie aufgehetzt, den Feind zu bekämpfen und niederzumachen.

Statt „Kampf gegen Rechts“ wäre ein „Kampf gegen Psychomethoden und Rudeldynamik“ angebracht gewesen, aber genau die setzt man ja selbst ein. Denn strukturell sind die Leitfiguren sozialistisch/kommunistisch, und damit mit den Nazis fast deckungsgleich, inbesondere methodengleich. Und man würde ja nicht vor sich selbst warnen.

Und auch den Effekt, dass die Leute inzwischen Angst haben, noch etwas dagegen zu sagen, haben wir heute wieder. Selbst die BILD schreibt:

Jeder zweite Deutsche traut sich nicht mehr, offen seine Meinung zu sagen. Das zeigt eine aktuelle Allensbach-Umfrage.

Um es klar zu sagen: Wir reden hier nicht davon, dass Sprache und Politik mit der Zeit gehen und die sich wandelnde Lebensrealität einer Gesellschaft abbilden müssen. Dass homophobe, frauen- oder ausländerfeindliche Sprüche heute nicht mehr geduldet werden, ist ein Segen.

Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass bei den großen, gesellschaftsrelevanten Themen des 21. Jahrhunderts die Hälfte aller Deutschen nicht mehr frei sprechen will. Aus Angst vor der Moralkeule – oder Schlimmerem. Gesellschaftliche Ächtung, Jobverlust.

So empfindet das keine kleine Minderheit ewig Gestriger. Sondern die Mitte der Gesellschaft.

Sag etwas dagegen, und Du bist raus. Kriegst aufs Maul. Bekommst die Hauswand beschmiert und Hetzschriften in die Briefkästen der Nachbarn.

Ich hatte mich neulich mit einer Frau über die Lage unterhalten, und trotz unterschiedlichem Hintergrund kamen wir unabhängig von einander zu der Auffassung, dass sich hier eine Stimmung, eine Lage wie 1933 zusammenbrodelt und man dringend weg von hier muss. Die Frage ist nur, wohin, denn diesmal agieren sie weltweit.

Das Vierte Reich zieht gerade herauf.

Und sagt nachher nicht, nicht wenigstens ich hätte Euch gewarnt.