Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von der Unfähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen

Hadmut
12.6.2021 16:26

Zum Gehirn und dessen Unzulänglichkeiten. [Update! Was man per Twitter alles über sich selbst verrät. :-D]

Ich hatte doch neulich mal was geschrieben, dass ich immer wieder den Eindruck habe, dass es Leute gibt, denen im Hirn funktional oder organisch was fehlt, und dazu auch die Fähigkeit, sich in einen anderen hineinzuversetzen und sich überlegen zu können, wie ein Sachverhalt aus dessen Sicht aussehen muss.

Ich habe irgendwann vor langer Zeit mal einen Film darüber gesehen, dass irgendwelche Vögel – ich glaube, es waren Krähen oder andere Rabenvögel, bin mir aber nicht mehr sicher – ein Verhalten zeigen, das darauf schließen lässt, dass sie dazu in der Lage sind. Denn sie vergruben Futter für schlechte Zeiten. Wenn sie dabei aber bemerkten, dass andere Vögel sie dabei beobachteten, machten sie erst mal weiter und flogen weg, kamen dann aber später wieder und gruben es wieder aus, um es dann woanders zu verstecken. Weil sie offenbar begriffen hatten, dass der andere ihr Versteck kennt und ihnen das Futter damit klauen könnte.

  1. Woher sollten Ryanair/Austrian Airlines wissen können, dass sie nicht einfach nur nicht da und nicht erschienen, sondern in der Kategorie Kinder-auf-dem-Klo von „nicht da“ sind? Sollen die hellsehen, Gedanken lesen oder Überwachungskameras mit Gesichtserkennung auf den Klos installieren?
  2. Selbst wenn sie es wüssten: Was hätten sie tun sollen? Flugzeuge müssen sich bei Abflug und sogar schon vor Abflug für die Landung einen Slot reservieren lassen, und dürfen im modernen Flugverkehr gar nicht erst starten, wenn sie nicht einen mit der Flugstrecke und dem Flugzeugtyp zu erreichenden Lande-Slot am Zielflughafen haben. Wenn die ihren Slot versäumen, müssen die teilweise sehr lange warten. Stunde habe ich mal erlebt, ich glaube, auch mal fast zwei, kann auch länger dauern. Und weil der Flieger ja gerade auf Kurzstrecken noch für weitere Flüge gebraucht wird, damit dann andere Leute ihren Anschluss bekommen, ist das ziemlich dringend, dass die ihre Zeit einhalten. Weil das sonst auch ziemlich teuer wird, weil die ja dann Entschädigungen und sowas zahlen müssen. Oder andere Piloten einsetzen, wenn die ihre maximale Flugzeit überschritten haben. Oder mit dem Nachtflugverbot kollidieren. Die Verspätung eines Fluges kann sich ja über den Tag für die Folgeflüge ziemlich hochschaukeln. Zumal ja manchmal auch Anschlussflüge dann wieder auf Passagiere warten müssen oder jemand gar seinen Fernstreckenflug verpasst und einen ganzen Tag oder zwei warten muss.

Aber irgendwie denken manche Leute, alles, die ganze Welt müsste sich um sie drehen, weil sie mit ihren Kindern noch auf dem Klo waren. Und das so lange, dass sie das Boarding verpasst haben. Der ganze Flugplan müsse umgeworfen werden, weil Klein-Luise ausgerechnet jetzt Pipi machen muss.

Im nachfolgenden Tweet fragt jemand, wie das sein kann, weil sie ja aus Sicherheitsgründen von nicht erschienenen Passagieren das Gepäck wieder ausladen müssen. Selbst das hatten sie getan, und das dauert. Scheint eine längere Sitzung gewesen zu sein.

Man muss sich die Perspektive klarmachen. Sie sieht das nur aus ihrer Sicht, die Dreijährige muss aufs Klo.

Was aber nicht erwähnt wird: Wie soll sich die Fluglinie verhalten? Wie lange soll die nach der Zeit, die auf dem Ticket steht, noch auf Fluggäste warten, die nicht erschienen sind? Wie lange sollen/müssen sie warten und wie lange haben sie denn tatsächlich gewartet? Immerhin haben sie ja das Gepäck wieder ausgeladen. Soviel Pipi oder was sonst passt doch in eine Dreijährige gar nicht rein.

Was ist zum Beispiel mit anderen Eltern, die auch kleine Kinder haben und dann wegen der Verzögerung ihren Anschlussflug verpassen würden?

Update:

Ha!

Die waren vorher noch im Cafe

haben die Kinder mit Kakao gefüllt und Rätsel getwittert

Und einer hat herausgefunden, dass der einzige Flug, auf den die Beschreibung passt, ein Flug nach Porto war, der dann eine halbe Stunde Verspätung hatte:

Und überdies zu der Zeit, als eigentlich Boarding war, gewittert hat, statt sich ins Flugzeug zu begeben oder mit Kindern aufs Klo zu gehen.

und ausgerechnet die Tante, derentwegen nun ein Flugzeug mit 4 leeren Plätzen flog und sie dann nochmal vier Plätze brauchten (oder zuhause blieben) macht als Journalistin einen auf Klimarettung