Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Jonah, He Lived In A Whale

Hadmut
12.6.2021 17:57

Wahrlich, ich sage Euch, es steht in der Bibel geschrieben:

Jonah 1, 2:1

Die Männer aber ruderten mit aller Kraft, um wieder an Land zu kommen; doch sie richteten nichts aus, denn das Meer stürmte immer heftiger gegen sie an. Da riefen sie zum HERRN: Ach HERR, lass uns nicht untergehen wegen dieses Mannes und rechne uns, was wir jetzt tun, nicht als Vergehen an unschuldigem Blut an! Fürwahr, wie du wolltest, HERR, so hast du gehandelt. Dann nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer und das Meer hörte auf zu toben. Da gerieten die Männer in große Furcht vor dem HERRN und sie schlachteten für den HERRN ein Opfer und machten ihm Gelübde.

Der HERR aber schickte einen großen Fisch, dass er Jona verschlinge. Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches. Da betete Jona zum HERRN, seinem Gott, aus dem Inneren des Fisches heraus: In meiner Not rief ich zum HERRN und er erhörte mich. Aus dem Leib der Unterwelt schrie ich um Hilfe und du hörtest meine Stimme. Du hast mich in die Tiefe geworfen, in das Herz der Meere; mich umschlossen die Fluten, all deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen. Ich sagte: Ich bin verstoßen aus deiner Nähe. Wie kann ich jemals wiedersehen deinen heiligen Tempel? Das Wasser reichte mir bis an die Kehle, die Urflut umschloss mich; Schilfgras umschlang meinen Kopf. Bis zu den Wurzeln der Berge bin ich hinabgestiegen in das Land, dessen Riegel hinter mir geschlossen waren auf ewig. Doch du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf, HERR, mein Gott. Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich des HERRN und mein Gebet drang zu dir, zu deinem heiligen Tempel. Die nichtige Götzen verehren, verlassen den, der ihnen Gutes tut. Ich aber will dir opfern und laut dein Lob verkünden. Was ich gelobt habe, will ich erfüllen. Vom HERRN kommt die Rettung. Da befahl der HERR dem Fisch und dieser spie den Jona an Land.

Wusste ich jetzt so detailliert auch nicht, ich hab’s nicht mit der Bibel. Zwar kannte ich die Story von Jonas im Wal, aber der einzige Bezugspunkt den ich dazu habe, ist das Lied It ain’t neccessarily so von George und Ira Gerswhin aus der Oper/Operette/Musical Porgy and Bess. Anzuhören hier, etwas moderner hier, instrumental. Finde ich in der Urform nicht so den Brüller, aber wenn die Klarinette loslegt – dann schon geil. Klezmer-Richtung.

Ich war mal schwer an diesem Lied erkrankt. 1990, mit der Mutante von Jimmy Sommerville, nahezu unheilbarer Fall von chronischem Ohrwurm im fortgeschrittenen Stadium. War gerade mit Kumpel in Malaysia und Singapur und habe ihn – obwohl der notorischer Gitarrenspieler und Sänger und musikvernarrt war – genervt, weil ich das Lied nicht mehr loswurde. Meine Rosskur: Als der auf dem Rückweg in Singapur im Musikgeschäft eine Gitarre gekauft hat, habe ich mir spontan eine Klarinette gekauft und dann geübt, bis ich das so spielen konnte, dass Leute dachten, die Originalversion läuft im Radio und sich wunderten, warum der Gesang nicht kommt. Da war ich dann geheilt.

Und darin gibt es eine Strophe

Jonah he lived in a whale
Jonah he lived in a whale
He made his home in that fishes abdomen
Jonah he lived in a whale

Das hat vorhin fast zu einem Ohrwurm-Rückfall zu mir geführt, und ich bin nicht mal sicher, ob ich ihn überwunden habe. Deshalb:

In den USA hat ein Mann behauptet, so ganz verifiziert ist die Story noch nicht, er sei beim Tauchen von einem Wal geschluckt und wieder ausgespuckt worden:

„Ich habe nach Hummern getaucht, als ein Buckelwal versucht hat, mich zu fressen“, erklärte Michael Packard aus Provincetown im Bundesstaat Massachusetts am Freitag. Der Meeressäuger habe ihn nach 30 bis 40 Sekunden wieder ausgespuckt, und er sei ohne größere Verletzungen gerettet worden.

„Ich habe überall blaue Flecken, aber keine gebrochenen Knochen“, erklärte Packard weiter. Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt sei er wieder entlassen worden.

Nun gab es so einen Fall aber kürzlich schon einmal, und der war fotografiert worden.

Abwegig ist es also nicht.

Nun gab es ja schon einiges Stories, vor allem die vieler Märchen (Grimms und so weiter), die auf einen wahren Kern zurückgehen und keineswegs erfunden sind, sondern oft historisch sogar richtig sind, nur durch Phantasie und Unwissen aufgepimpt wurden. Zwerge sind eigentlich Bergleute, Riesen eigentlich die Köhler im Wald, Schneewittchen scheint es wirklich gegeben zu haben, eine Adlige, und so weiter und so fort. Man findet zu sehr vielen Erzählungen historisch zutreffende Hintergründe, und nur selten sind die völlig frei erfunden.

Kennt Ihr das Buch „Die Spinne in der Yucca-Palme“, in der man sich über Urban Legends lustig macht? Irgendwo sind mal welche den Stories nachgegangen und haben herausgefunden, dass die meisten einen wahren Kern haben, nur durch Weitererzählung so verzerrt wurden, dass viele sie für Fake News halten. Auch heute erweisen sich ja immer wieder Fake News als wahr.

Auch zur Bibel habe ich von sowas schon gehört, und dass erstaunlich viele Details aus der Bibel als historisch korrekt gelten können, wenn man sie richtig liest und Übersetzungsfehler und erzählungstypische Übertreibungen abträgt. Jesus lässt sich ziemlich plausibel darstellen, wenn man hinzufügt, dass der wohl einige Zeit in Indien war und dort von all den Yogis und Schlangenbeschwörern gelernt haben könnte, wie man sein Publikum durch Zaubertricks verblüfft und für sich einnimmt. Es liegt nahe, dass der so eine Art politischer Aktivist, vermutlich Antikapitalist, Zauberkünstler/Illusionist und Motivationstrainer der Kategorie „Tschakka!“ war, und die Leute halt erzählt haben, was sie da gesehen hatten. Bühnenshow halt, wie später dann Houdini, David Copperfield, und so weiter. Die Bibel ist ja voll von solchen Zauberkunststückchen.

Erstaunlich übrigens, dass anscheinend noch nie jemand die Frage gestellt hat, ob jemand, der vorher lauter Zauberkunststückchen vorführt, nicht auch seine Kreuzigung und Wiederauferstehung als Zaubertrick inszeniert und vorgeführt haben könnte, das also seine eigene Show war, um sich zu verdünnisieren ohne noch gesucht zu werden. Die meisten Zauberkünstler wollen ja irgendwann ihren ganz großen Supertrick zum Abgang.

Wenn wir nun aber wissen, dass es aktuell schon zweimal vorgekommen ist, dass Wale Menschen schlucken, dann merken, dass die nicht passen und nicht schmecken, und sie nach einigen Sekunden, die dem Geschluckten fraglos wie eine Ewigkeit vorkommen müssen, unverletzt wieder ausspucken, liegt es dann nicht sehr nahe, dass auch der Prophet Jonah vielleicht genau so, tatsächlich von einem Wal geschluckt und nach solchen vielleicht 30, 40 Sekunden, wie nun beschrieben, in eben solcher Weise wieder ausgespuckt worden war, denn die Szene der Bibel ist ja nun der vor Südafrika sehr ähnlich. Bis auf die Kamera. Bibel eben statt Twitter, was ja fast das gleiche ist.

Und der hat sich das dann eben von 30 Sekunden auf 3 Tage und 3 Nächte hochgebaerbockt und in den Lebenslauf geschrieben, worauf er zwar nicht Bundeskanzler, aber wenigstens doch Prophet wurde.

Könnt’s so gewesen sein?

Nun fängt schon wieder der Ohrwurm an…