Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Sprachcodecs

Hadmut
1.6.2021 12:57

Mal zum anhören und vergleichen.

Ein Leser schreibt, auf diese Webseite gäbe es eine schöne Übersicht über den Stand der Audio-Codecs im untersten Bereich der Übertragungskapazität, also das, was mit schlechter Verbindung noch zu machen ist. Vorangetrieben würde das nämlich nicht so sehr von Universitäten oder Zoom, Skype und so weiter, sondern von den Amateurfunkern, die ausloten, was gerade noch so geht.

Unten gibt es da den Abschnitt Audio Examples and Comparison with other Codecs, wo man gut sehen, nein, falsch, hören kann, wie sich Codecs am unteren Ende der Übertragungskapazität (also mit möglichst wenig Bit/s) so anhören.

Wer mal wissen will, wie sich mein Crypto-Telefon von 1994 angehört hatte: Ungefähr so wie die Beispiele mit 700 bis 1600 bps. Was nicht so wahnsinnig überraschend ist, weil die alle mehr oder weniger auf Linear Predictive Coding beruhen, sich deshalb ähnlich anhören. Ich hatte da damals noch so um die 2400 bps für vergleichbare Qualität gebraucht. Das liegt aber nicht nur an Fortschritten beim Algorithmus, sondern auch an der verfügbaren Rechenleistung. Ich hatte damals als die zwei „Telefone“ einen Linux-Notebook mit der neuesten Intel-CPU (weiß nicht mehr, was 1994 gerade frisch war, ich glaube, da war gerade Pentium 586 der Brüller) und eine Sun Workstation mit Sparc Prozessor. Die waren mit Codieren/Decodieren und Verschlüsseln/Entschlüsseln/Signieren/Prüfen schon ziemlich am CPU-Limit. Komplexere Berechnungen wären damals mit normalen CPUs kaum drin gewesen. Im Prinzip hätte ich zwar auf Signalprozessoren wie DSP56001 zugreifen können, aber das wäre dann vom Aufwand wieder absurd gewesen.