Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Warum es niemals Gratis-Tampons geben kann und wird

Hadmut
29.12.2020 3:08

Wieder mal Zeit für zünftiges Mansplaining.

Es kocht gerade wieder mal die Diskussion hoch, dass Frauen ihre Tampons gratis bekommen sollen.

Es gibt keine Gratis-Tampons.

So wenig, wie es ein Perpetuum Mobile gibt, dass Energie aus dem Nichts zaubert, gibt es eine Maschine, die Tampons aus dem Nichts herstellt. Oder anders gesagt: Auch der Ansatz „Bei uns kommen die Tampons aus der Steckdose” funktioniert nicht.

Irgendwer muss sie immer bezahlen. Vielleicht die allgemeine Kundschaft. Im Zweifelsfall der Steuerzahler.

Nun werden zwar – klar – die meisten Steuern von Männern gezahlt und jede Umlage von Steuern benachteiligt Männer (soviel zum Gendersingsang), aber neulich kam schon heraus, dass es in den neuen Bundesländern keine Pay Gap zum Nachteil, sondern einen zum Vorteil der Frauen gibt, und die Tarif- und Sonstwas-Löhne sind längst angeglichen.

Gratis-Tampons heißt, dass Frauen höchstens die Hälfte ihrer Ausgaben sparen können, weil sie etwa die Hälfte der Kosten als Steuerzahler doch wieder zahlen.

Nun sind zwar erstaunlich viele Feministinnen auf Hartz IV, also keine Steuerzahlerinnen, und selbst die, die formal einen Beruf ausüben, sind nahezu alle Nettoempfängerinnen, arbeiten also auch nichts für die Öffentlichkeit, sondern lassen sich alimentieren, aber auch da schlägt ja eine Steuererhöhung durch.

Selbst bei gleichmäßiger Verteilung können Frauen durch Gratis-Tampons höchstens die Hälfte der 3 Euro im Monat sparen.

Berücksichtigt man nun aber

  • das Gratis-Angebote erfahrungsgemäß immer vergeudet werden (in Kapstadt gibt es in öffentlichen Gebäuden Gratis-Kondomspender, aber ich habe keinen einzigen gesehen, in dem noch was drin war), also insogesamt viel mehr von den Dingern genommen als tatsächlich gebraucht und verwendet werden, weil jeder Blödsinn damit treibt,
  • es zu einem Tampon-Notstand führen kann, weil die Läden das dann aus dem Angebot nehmen müssen, weil man es ja nicht mehr kaufen muss, dann aber Leute die Dinger horten wie Klopapier in Corona-Zeiten,
  • und dann natürlich besonders die zugreifen, die bisher schon auf Hartz IV oder Asylleistungen oder sowas waren, also eh keine Steuern zahlen,
  • die Verteilung und Nachfüllung von Gratis-Tampons sicherlich weit personalaufwendiger ist als der Verkauf über die Discounter, die wissen, wie man sowas rationell und preisgünstig macht und die Logistik dafür sowieso haben (denen ist das logistisch egal, ob da noch so eine kleine Schachtel steht), Gratis-Tampons also viel mehr Kosten verursachen als normal im Laden verkaufte, vor allem, wenn sie dann noch überall ausliegen sollen, auch noch auf den Herrentoiletten,
  • und auch noch Müll entsteht, weil jede Menge Hirnis die Dinger dann für allen Blödsinn verwenden,

dürfte (Männern) ziemlich klar sein, dass das effektiv viel teurer wird als die bisherige Praxis. Und die meisten Feministinnen, so sie denn ein Gehalt beziehen (von verdienen will ich nicht reden), im Endeffekt dafür mehr zahlen als bisher.

Oder anders gesagt: Der Verkauf über Supermärkte dürfte, alles in allem, bereits der billigste Verteilungsweg sein. Effizienter dürfte es kaum möglich sein, weil die am besten wissen, wie man sowas effizient macht. Weil die sowieso tausende Sachen verkaufen, da kommt’s da auch nicht mehr drauf an. Eigene Verteilwege aufzubauen, nur um speziell Tampons zu verschenken, dürfte zweifellos drastisch teurer sein.

Nur: Versucht mal, das einer Feministin klarzumachen.

Kapieren die nicht. Denn sie sehen, dass sie bisher an der Kasse Geld zahlen müssen, während auf dem Steuerbescheid kein „Tamponzuschlag” ausgewiesen würde.

Ich muss mir echt mal so ein Superheldenkostüm aus Glanzsatin nähen lassen, so eines, das aussieht, als trüge man die Unterhose obendrüber wie bei Superman und Batman, mit Maske und Cape, und dann als „Mansplainman” auftreten. Und dann den Feministinen Zeugs wie Gratis-Tampons erklären. Hatte nicht der Dicke in „Auf dem Highway ist die Hölle los” auch so ein Kostüm, das er in schrägen Momenten plötzlich anhatte?