Ansichten eines Informatikers

Die Eier des Nawalny

Hadmut
21.12.2020 19:16

Soviel steht fest: Wenn dieses Video kein inzenierter Fake ist, dann hat er welche. Ziemlich.

Im doppelten Sinne sogar.

Geht gerade rum: Alexej Nawalny, das ist der russische Oppositionspolitiker, der neulich per Nowitschok am Jenseits vorbeigeflogen sein soll, hat einfach mal beim russischen Geheimdienst FSB angerufen, sich als hohes Tier ausgegeben und sie rund gemacht, warum der Mord an Nawalny schief gegangen ist, das zu klären, damit das nie wieder vorkommt, und kam – laut Video – tatsächlich an einen (klassisches social engineering), der sich so beeindrucken und zusammenscheißen lässt, dass der das am Telefon ausplappert, was da passiert ist, und zwischendurch sogar darum bittet, ob man nicht auf eine operative Kommunikationsverbindung (wohl verschlüsselt) umsteigen könne.

Es wäre halt dumm gelaufen. Eigentlich hätte die berechnete Dosis, für die man sogar eine Sicherheitsmarge eingerechnet hatte, für den langen Flug ausreichen müssen, um Nawalny umzulegen. Aber man habe nicht damit gerechnet, dass

  • der Pilot eine Notlandung unternehmen werde, und das noch so schnell auf einem Flughafen, der eigentlich gesperrt war,
  • sofort Sanitäter da waren,
  • die sofort das richtige Gegenmittel spritzten, indem sie sich genau an die Vorschriften hielten.

Könnte natürlich sein, dass das Video gestellt ist und der am anderen Ende der Fake ist und nicht Nawalnys Rolle. Aber wenn es stimmt, dann ist erwiesen, dass Nawalny richtig Eier hat. Weil dazu erstens natürlich allerhand Geschick, Wissen und Dreistigkeit erforderlich ist. Und zweitens, weil herauskam, dass sie ihn vergiftet haben, indem sie die Säume auf der Innenseite der Unterhose damit bestrichen haben.

Wenn’s echt ist: Respekt.

Wenn das ein Fake ist: Dann auch.

Nachtrag: Ich bin mal gespannt, wie lange der am anderen Ende des Telefons noch lebt. Könnte ja sein, dass sie jetzt nochmal die richtige Dosierung üben.