Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Ausbreitung des neuen Aberglaubens

Hadmut
15.12.2020 15:45

Ein Denkmuster hinter Medien, Feminismus, Soziologie.

Auch weil ein Leser gerade auf Magisches Denken hinwies, wozu die allwissende Müllhalde weiß:

Magisches Denken bezeichnet in der Psychologie eine Erscheinungsform der kindlichen Entwicklung, bei der eine Person annimmt, dass ihre Gedanken, Worte oder Handlungen Einfluss auf ursächlich nicht verbundene Ereignisse nehmen, solche hervorrufen oder verhindern können. Herkömmliche Regeln von Ursache und Wirkung werden ignoriert.

In der Anthropologie steht magisches Denken für magische Vorstellungen, die sich mit übernatürlichen Mächten beschäftigen und sich in Ritualen äußern, die dem Wohl der Gemeinschaft dienen sollen.

Der Gedanke, dass das Theater der Medien, der Soziologen, der Feministen sehr genau klassischem Aberglauben ähnlich – oder eben damit identisch – ist kam mir schon öfters, hatte ich ja auch irgendwo vor längerer Zeit schon mal beschrieben.

Der ganze Gender-Feminismus und das Denkmuster der Soziologen, dass wir alle neutral (blank slate) geboren und dann erst in Geschlechter, Rassen und Berufe zwangssozialisiert werden, ist ja im Prinzip auch nichts anderes als der Glaube an Hexerei: Frauen wurde Geschlecht angehext. So, wie man früher dachte, dass man Leute verhext und die deshalb klein, schwach, hässlich, krank werden, ihnen nichts mehr gelingt und so weiter.

Auch das jetzige Gebashe, welche Wähler an Corona Schuld trügen, erinnert ja daran, dass man damals Leuten den bösen Blick und sowas nachsagte und sie für die Pest und ähnliches verantwortlich machte.

Auch dieser ganze Sprachschrott erinnert ja sehr stark daran, als ob man böse Magie und den Teufel durch bestimmte magische Handlungen austreiben wollte. Poststrukturalismus ist ja auch nichts anderes als der an Universitäten betriebene Aberglaube, dass das Böse vom Gebrauch böser Worte käme.

Sowas ähnliches wie Hexenverbrennungen betreiben sie ja auch, und diese Umerziehungslager und diese Entweißungstrainings haben ja auch was von Teufelsaustreibung und Exorzismus.

Ich habe schon öfters überlegt, ob das, was man da als Geisteswissenschaften und besonders als Soziologie/Gender Studies beobachtet, eher dem Aberglauben oder eher dem – wie öfters im Blog beschrieben – archaisch-evolutionären Rudelverhalten zuzuordnen ist.

Mittlerweile neige ich aber dazu, Aberglaube und Rudelverhalten für dasselbe Ding, genauer gesagt ersteres als Symptom des letzteren zu halten.

Ich hatte ja schon öfters erwähnt, dass mir Religion, vor allem die drei Buchreligionen, sehr stark wie eine Art Selbsthilfegruppe vorkommen, um den inneren Drang nach einem urzeitlichen Rudelverhalten in Einklang damit zu bringen, dass die sich entwickelnde Zivilisation, die durch neuere Hirnareal möglich wurde, dieses Verhalten nicht mehr erforderlich macht und sogar dessen Befriedigung vereitelt. Als ob da zwei Hirnbereiche inkompatibel miteinander wären und widersprüchliche Forderungen stellten. Gott, Gebote, religiöses Verhalten erscheinen mir wie ein Rudelverhalten einschließlich einer Erkennungs- und Verhaltenskonformität, einem fiktiven, virtualisierenden Leittier, das man praktischerweise immer mit sich herumtragen kann, um einem das Gefühl zu geben, dass man sich in einer Herde, in einem Rudel bewegt und rudelkonform verhält.

Als ob Religion quasi eine Meditationsübung wäre, um dem Belohnungszentrum im Hirn, das uns – schon so oft im Blog beschrieben, Stichworte Amygdala und Drogen – für soziales Wohlverhalten = Rudelkonformität belohnt, die Belohung = Wohlfühlen abzuringen, obwohl es kein Rudel um sich herum gibt. Religion als die Übung, sich ein Rudel um sich herum und das Wohlverhalten darin so intensiv vorzustellen, dass das Hirn ein Rudel fühlt, wo keines ist, und die entsprechende Belohnung für Wohlverhalten ausschüttet.

Die Madaille hat wieder mal zwei Seiten.

Denn Rudelverhalten/Amygdala-Sausen geht auch damit einher, ein ständiges Bedrohungsgefühl durch andere Rudel zu haben und sich anderen gegenüber feindlich zu verhalten, um im Wettbewerb zu siegen. Darin dürfte wohl der Grund liegen, warum Religiöse häufig so feindselig gegenüber Ungläubigen sind: Die medidativ-manipulativ gesteigerte Rudel-Aktivität intensiviert nicht nur das Zugehörigkeitsverhalten zum eigenen Rudel, sondern auch die Feindseligkeit gegenüber allem und jedem, was eben nicht dazu gehört.

Und dazu gehört eben auch, sich fiktive Feinde zu bauen, was zudem dazu passt, dass das Gehirn ja evolutionär daraufhin ausgelegt ist, Bedrohungen und Feinde zu erkennen und etwas zu sehr auf Übererkennung ausgelegt ist. Könnt Ihr Euch noch an diese psychedelischen Bilder erinnern, die vor ein paar Jahren als Computerträume berüht wurden? Das waren KI-Mustererkenner, deren Empfindlichkeit man zu hoch eingestellt hatte, und die dann in allen möglichen Mustern das, worauf man sie trainiert hatte, erkannten und interpretierten, obwohl es nicht da war. Die dann in einem Wald-Foto überall Löwenköpfe entdeckten und sowas mehr. Genau dasselbe passiert im Gehirn. Wenn sich irgendwo das Gras bewegt, ist es besser, einmal zuviel den Säbelzahntiger zu wittern und davonzulaufen, als einmal zu wenig. Die Kosten einer Überempfindlichkeit sind realitiv gering gegenüber denen einer unerkannten Gefahr, weshalb es einfach sinnvoll ist, „überängstlich” zu sein.

Dementsprechend neigt man dazu, Gespenster, Geister, Klabautermänner, Heinzelmännchen, Kobolde und Nazis zu sehen. Böse Zauber und dergleichen als Feindeswirkung.

Strickt man den Gedanken weiter, dann muss man auch (wie schon oft im Blog erwähnt) Linke und Rechte als von diesem Syndrom Betroffene betrachten, die unter den Auswirkungen mehr oder weniger stark leiden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Wirkung sowohl der Kommunisten und Sozialisten, als auch der Nationalsozialisten (die ich bekanntlich als ohnehin funktionsgleich ansehe) genau auf diesen Wirkungen beruhte. Oder sogar generell Demagogie darauf beruht, diese Hirnfunktionen anzusprechen und zu aktivieren. Wie schon so oft erwähnt, habe ich weltweit unzählige Holocaust-Museen und -Ausstellungen besucht und halte sich deshalb alle für fehlerhaft und verfehlt, weil sie sich auf Symbolik und Äußerlichkeiten der Nazis stürzen, Hakenkreuze, Uniformen und so weiter, und damit dem Funktionsprinzip eher selbst erliegen, als es darzustellen und zu erklären. Wer eine Holocaust-Ausstellung mit Hakenkreuzen zupflastert, der verhält sich eher selbst wie ein Nazi-Anhänger als wie ein Aufklärer, weil bei ihm das optische Erkennungszeichen und die Freund-Feind-Erkennung im Hirn die Kontrolle übernommen haben. Ob die jetzt grün, braun oder rot waren, und ob die ein Hakenkreuz, einen Kringel oder zwei Dreiecke hatten, ist eigentlich völlig egal. Der springende Punkt ist, mit solchen Uniformen, Abzeichen, Rudelzugehörigkeitssymbolen diese Hirnareale zu stimulieren, um das Rudelverhalten auszunutzen. Selbiges machen aber auch Kommunisten, FDJ, Antifa, Feministen, Ku-Klux-Klan. Alles dasselbe Strickmuster.

Nicht nur der gesamte Marxismus, sondern eben auch der ganze Genderismus beruhen meiner Beobachtung und Einschätzung nach auf diesen immer wiederkehrenden Prinzipien.

Würde ich eine Ausstellung oder ein Museum zum Thema Holocaust, Faschismus, Ideologie gestalten, dann würde ich darin die Ähnlichkeiten und das immer wiederkehrende Prinzip darstellen. Für mich käme das nicht aus ohne die Wiederholungen des Prinzips etwa bei FDJ, Antifa, Gender, Fridays-for-Future zu zeigen. Dass man den Leuten jahrelang „Antifa” einhämmern kann und ihnen trotzdem nichts besseres einfällt, als bei jedem Gender- und Klimaschwachsinn, der nach demselben Schema läuft, sofort mitzumachen.

Eine Besonderheit ist, dass die Medien, besonders Ton und Fernsehen/Video, aber eben auch großindustriell hergestellte Flaggen, Uniformen, Plakate über die Sinnesorgane Auge und Ohr als hochgefährliche Verstärker und Transporteure dieser Mechanismen dazukommen. Dass diese Medien aber vor 80 bis 100 Jahren in den Massenbetrieb kamen, dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass das da so hochgekocht ist.

Und darin liegt ein Grund, warum ich Geisteswissenschaften im Allgemeinen und Soziologen im Besonderen für so dumm halte: Die verennen sich ja nicht nur in eine völlig andere Richtung, sondern schließen das geradezu aus, indem sie Schnapsideen entwickeln, die ihrem Freund-Feind-Schema dienen. Dem, was sie leugnen, sind sie selbst erlegen.