Ansichten eines Informatikers

Neukalifornien

Hadmut
11.12.2020 23:43

Leser fragen – Danisch weiß es auch nicht.

Leser fragen, was ich von Neukalifornien halte. Nein, nicht Neukaledonien. -ifornien.

Es tauchten Hinweise im Netz auf, wonach da einige abtrünnig werden wollen, irgendein altes Gründungsgesetz von anno dunnemals ausgebuddelt haben und sich nun von Kalifornien abtrennen und einen neuen US-Bundesstaat namens New California gründen wollen.

Siehe hier und hier.

Was davon zu halten wäre.

Weiß ich nicht.

Es hört sich bekloppt an, was in den heutigen Zeiten deutlich mehr dafür spricht, dass es wahr als dass es fake ist. Heute ist nur noch Beklopptes wahr und fast alles Bekloppte wahr. Nur ist es vielleicht dann doch nicht bekloppt genug, um wahr zu sein.

Immerhin hatte ich ja mal von diesem Fürstentum in Australien erzählt. Da hatte auch ein Bauer die Nase voll von der Politik, und der Regierung mit einer Mistgabel und einer Schrotflinte förmlich den Krieg erklärt. Die haben ihn ausgelacht und nicht weiter ernst genommen. Drei Tage später ist ihnen das Lachen vergangen, weil er dann irgendein uraltes Gesetz aus der Gründungszeit, das sie längst vergessen hatten, hervorgezogen, wonach man unabhängig ist, wenn man einen bewaffneten Konflikt durchgestanden hat oder so ähnlich. Daraufhin hat der seinen Bauernhof zum Fürstentum, sich selbst zum Fürsten und die Bäuerin zur Fürstin erklärt.

Formalrechtlich hätten sie ihm wohl erklären können, die Kriegserklärung anzunehmen, die Armee hinzuschicken und ihn als Kriegsgefangenen einzubuchten, aber sie dachten sich wohl eher, lass ihn, das bringt Touristen.

Seither gibt es dort dieses Fürstentum Hutt River aus einem Bauernhof, und wenn man hinfährt, um es zu besuchen, kann man sich einen Einreisestempel in den Reisepass drücken lassen, und wenn man ihnen Geld spenden will, kauft man Briefmarken mit dem Antlitz der Bäuerin, die zu wirklich gar nichts gut sind. Sie haben nämlich keine Post. Aber nicht unbegehrt bei Sammlern. Neulich kam ein Film darüber, wonach der Fürst inzwischen ziemlich alt und gebrechlich ist, sein Sohn sich aber schon damit befasst, wie man da richtig Geschäft draus machen kann.

Ich glaube nicht, dass die Amerikaner in ihrer derzeitigen Verfassung auch nur entfernt solchen Humor aufbringen würden,

Dass eine Bruchkante durch die USA geht, ist aber wohl kaum zu leugnen, und die Vermutung, dass die wieder in den Zustand vor ihrem Bürgerkrieg und die Trennung in Nord- und Südstaaten (nur jetzt anders verteilt) zurückfallen, drängte sich auf.

Und sie begründen das wohl damit, dass Kalifornien längst in die Unregierbarkeit kaputtregiert ist.

So richtig verstanden habe ich es nicht, solange ich die Gesetze nicht im Original und vollständig gelesen habe (wozu ich aber auch gerade weder Zeit noch Lust habe). Anscheinend hat es damit zu tun, dass es ein altes Recht und eine alte Pflicht gibt, tyrannische oder destruktive Regierungen loszuwerden.

Schaun wir mal. Mal abwarten.

Wie würde das dann eigentlich bei New York heißen? New New York? Latest York? The even newer York?

Und soll ich jetzt anfangen, an Neu Berlin zu basteln?