Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Auf einen Besuch im Berghain

Hadmut
13.10.2020 20:59

Oh je, oh je.

Ich habe gerade – nach Kamelreiten in der Wüste vor 20 Jahren – wieder etwas von der Sorte getan, was man so einmal im Leben macht, und was dann völlig reicht.

Ich war im Berghain.

Das Berghain, muss man wissen, ist ein Ort, an – besser: in – den mich normalerweise keine 50 Pferde bringen würden, und das beruht zweifellos auf Gegenseitigkeit, denn deren berüchtigter Türsteher würde mich wohl auch kaum reinlassen, gesetzt den ausgeschlossenen Fall, ich wollte da rein.

Das Berghain, muss man wissen, gilt als angesagter, bekannter Club, und viele sagen, es sei der bekannteste und angesagteste Club der Welt. Manche sagen, er sei es gewesen, aber Berlin wäre gerade so abgesagt.

Das Berghain, muss man wissen, ist eine drogenfreundliche Techno-Schwulen-Bumsarena gigantischen Ausmaßes.

So weit zu den Gründen, warum ich da nie und nimmer reingehen würde, und ebenso für die Gegenseitigkeit dieser Auffassung.

Das Berghain (der Name eine Kontraktion aus den Stadtteilen Friedrichshain und Kreuzberg), muss man weiter wissen, ist ein seltsamer, großer würfelförmiger Klotz irgendwo zwischen Bürogebäude und fensterreichem Luftschutzbunker. Ich war mir früher wegen der hohen Fensterlinien nicht ganz sicher, ob das noch unter Nazi-Baustil oder sogar 20er Jahre fällt, obwohl es nach Bauhaus und sowas nun auch nicht aussieht, aber es ist ein zwischen 1953 und 1954 gebautes ehemaliges Heizkraftwerk, das früher die Gebäude der Karl-Marx-Allee mit Fernwärme versorgte, deren Zentralheizung sozusagen. Baustil „Sozialistischer Klassizismus”, monumental geschmacklos der Sorte Stalin, der aber genau eben jener Stil ist, der mit dem Kommunismus aufkam. Im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen gab es mal eine Ausstellung über Kommunismus und Stalin, in der gezeigt wurde, wie die Nazis ihren Baustil davon plagiiert und das nachgeahmt haben. Viele denken immer, das sei typisch für die gewesen, aber – wie schon so oft beschrieben – war an den Nazis gar nichts echt oder genuin, sondern das alles ein zusammenplagiierter Zeitgeistmodeschrott wie die Dissertation eines Politikers. Dieser kommunistisch-stalinistisch-wuchtige Baustil hat sich auch bis in die 50er und 60er Jahre gehalten.

Nun steht der Klotz halt da, und man kriegt ihn auch nicht weg, weil a) unter Denkmalschutz und b) innerlich schon mit der Robustheit eines Luftschutzbunkers gebaut. Wenn sie versuchen, das Ding zu sprengen, fällt der BER gleich wieder zusammen. Also hat man einen Schwulen-Techno-Bumsclub draus gemacht, weil das Ding robust genug ist, Beats und Stöße auszuhalten. Nur unweit davon steht übrigens das Kraftwerk Berlin, im Prinzip das gleiche, auch ein altes Heizkraftwerk, aber für Events wie Fotomessen und Konferenzen genutzt.

Das Berghain, muss man wissen, macht ein großes Geheimnis darum, wie es drinnen aussieht. Insbesondere wärend seiner Veranstaltungen gilt, dafür ist es weithin bekannt, das Motto, dass alles, was geschehe, auch im Berghain bleibe, und deshalb Fotografieren und Filmen strengstens verboten sei, und auch sonst ist es äußerst schwierig, mal eine Darstellung zu finden, was da drin eigentlich ist und wie es aussieht. Was damit harmoniert, dass man das ja auch eigentlich gar nicht wissen will.

Nun aber, muss man wissen, haben wir hier in Berlin eine Corona-Krise. Die auch das Berghain erfasst hat. An AIDS und sowas stört man sich in solchen Kreisen für gewöhnlich nicht so sehr, aber Corona hat den Laden zum Stehen gebracht. Und weil sie nun, so hieß es irgendwo in der Presse, damit auch in finanzielle Nöte gerieten, musste man sich nach alternativen Geschäftsmodell umschauen, um nicht Pleite zu gehen.

Und so kam man auf die Idee, sich mit irgendwelchen Künstlern zusammenzutun und eine Kunstausstellung zu machen. Mit Masken und Sicherheitsabstand und Ticketbuchungszwang.

Nun, dachte ich mir, das wäre doch mal eine Gelegenheit, sich mal einen Überblick über die Gegebenheiten zu verschaffen und die würfelförmige Wissenslücke zumindest insoweit zu füllen, eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, was hinter diesen Wänden so ist.

Da das Ding aber ruckzuck ausgebucht war und man da nicht einfach rumlaufen kann, sondern eine Führung buchen muss, gab es nur noch ganz wenige freie Karten für englische Führungen. Da mir das dann auch eher wurscht ist, was die da erzählen, hatte ich mir da eine Eintrittskarte gebucht. 20 Euro.

Der Eingang

Irgendwie schaffen die das nicht, den Übergang ins Zivile zu machen.

Obwohl es ja eigentlich ein gebuchter Eintritt in eine Ausstellung war, haben sie da Türkontrolle wie an einem Schwulenbumsclub betrieben.

Da stand so ein junger Schnösel mit unverschämtem Kommandoton. Ich will ihm gerne zugestehen, dass man diesen Ton für die übliche Klientel dieses Etablissements benötigt, aber das waren jetzt eher normale Menschen und es war Tagesslicht. Da könnte man sich normal benehmen. Wenn man könnte.

„Handy!”

Ich so: „…?…”

Er, schon ungehalten „Hast Du ein Handy!?”

Ja. Klar.

„Rausholen!”

Wozu?

Offenbar war ich mit den Gepflogenheiten dort nicht vertraut, allerdings hatte er vorher, als die Leute noch draußen standen, gefragt, wer noch nie im Berghain war, und ich hatte mich (ich glaube, als einziger) gemeldet, also durchaus zu verstehen gegeben, dass ich Grunzen alleine nicht verstünde.

Ich bat, er möge doch in ganzen Sätzen zu mir sprechen, wenn sich’s einrichten ließe und ihm möglich wäre.

Er müsse jetzt mein Handy abkleben.

Da ich sowieso wegen Berliner Verhältnissen nur ein Billig-Handy rumschleppe und ich dann doch wissen wollen, was Leute seines Gemüts mit Handys von Leuten meines Gemüts anstellen, holte ich es raus, hielt es aber sorgsam fest. Er pappte mir kleine, runde, grüne Aufkleber auf das Handy. Drei Stück. Zwei hinten, einen vorne. Auf die Kameras. Weil Fotografieren verboten sei. Inwieweit mich so ein Bepper davon abhalten würde, ihn einfach wieder abzuziehen, habe ich nicht diskutiert. Anscheinend fürchteten sie sogar schon versehentliche Aufnahmen. Selbst dann, wenn alle mit Masken rumlaufen und nur eine Kunstausstellung ist.

Na gut, wenn’s ihn glücklich macht.

Nachdem er sein OK zu meinem Handy gegeben hatte, dachte ich, es wäre erledigt und wollte mich reinbegeben.

Da furzte der mich in Kasernenhofton an, ich hätte stehen zu bleiben, wir hätten jetzt eine Konversation miteinander, wie der Feldwebel zum Gefreiten. Auf den Einwand, dass eine Konversation zumindest in meinen Kreisen die Artikulationsfähigkeit ganzer Sätze voraussetze, habe ich an dieser Stelle verzichtet. Allerdings wäre dass dann auch der Punkt gewesen, an dem ich den Besuch unter Verzicht auf jeglich weiteren Sätze sofort abgebrochen und wortlos einfach gegangen wäre, wenn ich nicht schon vorher die Eintrittskarte gekauft und bezahlt hätte.

Er werde jetzt meine Tasche durchsuchen, verkündete er in rotzigem Ton.

Was mich dann doch wieder zur Artikulation eines ganzen Satzes verursachte, sogar mit Nebensatz, dass derlei Aktionen unzulässig seien, sowas müssten sie alles vorher vereinbaren, bevor sie die Eintrittskarte verkauften. Sätze bereits dieser Komplexität provozierten ihn.

Das bräuchten sie nicht, sie hätten hier das Hausrecht.

Abgesehen von dem Detail, dass wir noch gar nicht im Haus waren, umfasst das Hausrecht keinesfalls, Leuten ohne deren Einverständnis die Handys zu bekleben oder die Taschen zu durchsuchen. Vor allem hat man als Vertragspartner einen Vertrag nach Treu und Glauben zu erfüllen (§ 242 BGB), und nicht nach „hier bin ich der Macker”. Es sind aber wohl die falschen Maßstäbe für derartige Lokationen und Persönlichkeiten.

Da ich jetzt aber auch nur eine ganz kleine Tasche hatte, ein Täschchen fein, in dem nur ein Kuli, eine kleine Wasserflasche (0,5 Liter aus dem Supermarkt), ein Fläschchen Handdesinfektionsmittel und noch eine Gesichtsmaske waren, habe ich ihn da reingucken lassen.

Was hygienisch zu beanstanden wäre, weil der jedem in die Tasche griff und sich die Hände nicht wusch oder desinfizierte. So Typen verteilen dann Corona-Viren von Tasche zu Tasche.

Er verkündete, wie gegenüber einem kleinen Kind, dass er mir die Flasche wegnehmen werde. Der Knabe ist es offensichtlich gewöhnt, mit Leuten unter Drogen zu reden, Umgang mit Normalen ist der nicht so gewohnt.

Ich beschloss, wegen der Flasche im Wert von 30 Cent nun keinen Streit anzufangen und damit Zeit und 20 Euro Eintritt zu riskieren. Und sagte einfach gar nichts, den Blick voll grimmiger Regungslosigkeit.

Das irritierte ihn dann doch etwas und erklärte mir, nun in etwas anderem Ton, dass ich die Flasche am Ausgang wiederbekäme. Er klebe extra für mich einen der grünen Aufkleber darauf, damit ich wisse, dass es meine wäre.

Da es aber eine blaue LIDL-Allerweltsflasche war, und der nur grüne Aufkleber hatte, wäre das wohl kaum eindeutig. Und ob ich eine Flasche, die in einem Drogenbunker unbeaufsichtigt rumgestanden hatte oder sogar verwechselt worden sein könnte, erschien mir höchst zweifelhaft. Darüber würde ich erst noch nachdenken wollen.

Die Aussstellung

Ach Du meine Güte.

Also, der Typ, der uns da rumgeführt hatte, hat sich zwar redlich, aber zumindest in Bezug auf meine Wahrnehmung nur bedingt erfolgreich, abgemüht.

Der sprach englisch, aber nicht sehr laut, hatte statt einem Mundschutz nur so eine komische Klarsichthaube über Nase und Mund, um sprechen zu können. Derweil lief im Hintergrund ständig und überall so etwas gemäßigte Techno-Hintergrundmusik. An sich nicht störend, aber eben lauter als er. Was dazu führte, dass die Leute ziemlich nahe bei ihm standen. Ich musste als Nichtmuttersprachler auch näher an ihn ran, um ihn fließend verstehen zu können. Da ich aber das Corona-Kuscheln nicht so mag und ich die Spießer-Gewohnheit habe, mir Kunstwerke auch mal aus der Nähe oder auch mal von hinten anzuschauen, habe ich vieles nicht mitbekommen.

Das meiste Zeug ist typische Berliner Kunst. Das, was bei „wie gewollt und nicht gekonnt” herauskommt, wenn es schon mit dem Wollen klemmt. Berliner Kunst kommt nicht selten aus derselben Geisteshaltung, wie seinen Sperrmüll vors Haus zu stellen und „Zu verschenken” dranzuschreiben.

Was mir noch am positivsten erwähnenswert erschien:

Sie hatten in einem Treppenhaus eine Seetonne (die Dinger, die da zur Navigation rumschwimmen) aus Nord- oder Ostsee an Stahlseilen aufgehängt, die von Motoren bewegt wurden, damit sich die Tonne in der Luft hängend so bewegte, als würde sich bei Seegang schaukeln und sich auf- und abzubewegen. Naja.

Das einzige, was mir da wirklich gefallen hat, war eine Frauenfigur in Lebensgröße auf einer Bartheke, die einen hautengen, aus Lederhandtaschen gemachten Lederanzug anhatte, überall eben die Griffe und Schnallen und so weiter. Der sah wirklich gut aus. Den Namen der Künstlerin habe ich nicht verstanden. Hätte ich ihn verstanden, wüsste ich ihn jetzt aber auch nicht mehr. Und eine Wandleuchte mit irgendeinem alten Stich als Leuchtfläche.

Mein größtes Missfallen fand dagegen ein riesiges Wandfoto (das wohl nicht mal Teil der Ausstellung war, sondern zu deren Standarddekoration für das normale Publikum) eines gespreiztenbeins liegenden Männerhinterns, dem sie mit Blick von hinten auf die Eier direkt ins Arschloch fotografiert hatten. Die Geschmäcker sind schon sehr verschieden.

Milde positiv war mir eine Installation von Standspiegeln aufgefallen, bei der man sich an eine beleuchte Stelle stellen musste, um sich dann selbst im Spiegel zu sehen. Sich selbst mal im Spiegel zu sehen ist ja der Hammer. Aber hier war es so, dass mehrere im Raum stehende Spiegel präzise so aufgestellt und justiert waren, dass man sich nicht direkt, sondern über mehrere Spiegel sehen und deshalb um einen herum gleich mehrere Spiegelrahmen sichtbar waren.

Eine Frau hatte ein halbes Jahr an einem Katzenbild aus Fäden genäht, das wirklich wie ein Foto aussieht. Erst wenn die es einem sagen und man ganz nah herangeht, sieht man, dass es kein Foto ist, sondern eine Stickarbeit. Warum aber fotografiert sie es nicht einfach, wenn man den Unterschied sowieso nicht sieht? Halbes Jahr für nichts verschwendet?

Dann steht eine gewöhnliche Nebelkammer da, wie man sie aus dem Physikunterricht kennt. Standardmodell. Ja. Hübsch. Aber wo ist da die Kunst?

Ein orangefarbenes Pissoir hängt auf Gesichtshöhe an der Wand. Zwar aus Plastik, aber völlig formidentisch mit den üblichen Porzellanurinalen. Die Künstlerin habe sich große Mühe gegeben, ein Original-Urinal möglichst originalgetrau abzugießen. Wäre es nicht einfacher und billiger gewesen, gleich das Original hinzuhängen?

Erklärung zur Gesichtshöhe: Durch das Anheben des Urinals auf Gesichtshöhe werde es unmöglich, da reinzupinkeln, aber der neuen Nutzung zum Reinkotzen zugeführt. Weil aber alle Geschlechter damit gleich reinkotzen könnten, werde es somit „entgendert”.

Wenn’s hilft…

Am zweitekligsten war die Besichtigung eines winzigen Kunstwerks (ich hab’s nicht so genau erkannt), das – ehrlich – dort in die Scheißhauswand gekratzt worden war. Immerhin an der Außenseite. Also mussten wir da alle ins Sanitäre wandeln, während der Guide auf dem Weg zum Kunstwerk erläuterte, dass das die Klokabinen sind, in denen sich die Leute bevorzugt Drogen verpassen. Wunderbar. Weil es dort aber vernehmlich nach alter Pisse roch, fragte ich, ob es denn vorkäme, dass sie da auch mal saubermachten. Ob sie es vielleicht sogar jährlich schafften. Nachdem das Etablissement ja seit März nicht mehr in Betrieb war, hätte man ja schon auf eine 7:12-Chance hoffen können, dass eine Jahresreinigung seither mal stattgefunden hätte. Er räumte ein, dass ich da einen problematischen Punkt angesprochen hätte. Denn sie hätten auf dieser Etage das Wasser abgestellt (was er mir zeigte, die Wasserhähne gingen nicht), was aber manche Leute ebensowenig von der Benutzung abhielte, wie die rot-weißen Sperrbänder über Waschbecken und Toiletten und so. Toll.

Die Steigerung fand es dann in den in der Presse schon oft beschriebenen Fickverrichtungsnischen, manche mit Kunst behängt. Oft mit Rammelbänken und Rammeltischen ausgestattet, selbige einst gepolstert und mit Kunstleder bespannt, das an sich zumindest grobreinigungsfähig wäre, aber schon aufgeplatzt, der Polsterschaumstoff quillt völlig reinigungsunfähig heraus. Schäbig, schmuddelig, dreckig, Igitt. Uääh. Wie kann man so ficken wollen?

Naja, vielleicht ist das ja gerade der Kick für manche. Und wenn dann noch viel Lärm, viele Drogen, viel Suff und viel Dunkelheit dazukommen…

Das Gebäude

Brachialer Betonbau. Anscheinend haben die Bunkerbauer nach dem zweiten Weltkrieg mangels Nachfrage auf Industriebau umgesattelt.

Abgeranzt. Brüchig. Maroder Stil. Abgesehen von der Kunst nirgends Kunststoff. Alles nur Beton, Patina-Eisen, Kacheln, Fließen, Glas. Man muss aufpassen, nicht zu stolpern, weil er Boden uralt und brüchig ist. Im untersten Bereich findet man aber Gänge und Türen, die auf modernem Stand sind.

Das Gebäude an sich wäre nicht schlecht. Sollte ich einen Batman-Film drehen, bei dem Batman auf irgendeinen fiesen Industrieschuft zum großen Kampf stößt, wäre das die perfekte Kulisse.

Das Gebäude an sich wäre für manches gar nicht schlecht, ist auch durchaus sehr fotogen. Allerdings muss ich sagen, dass mir etwas – zu normalen Zeiten – rentableres als Drogen, Lärm & Ficken da jetzt auch nicht einfällt, denn anders als das Kraftwerk hier um die Ecke vom gleichen Kaliber ist es zu verwinkelt, nicht so offen und geradlinig, um als Konferenz- und Veranstaltungsort dienen zu können. Erst bringt man sich das Hirn mit Drogen zum Stillstand, dann braucht man Techno-Beats als Hirnschrittmacher, damit sich noch was bewegt und man sich auf Rammelzuckungen synchronisiert.

Kurz vor dem Ausgang haben sie eine recht imposant gemacht Toilettenanlage. Die ist gut, da haben sie sich echt Mühe gegeben. An den Pinkelrinnen läuft das Wasser aber ständig durch. Wenn sie das wenigstens einmal am Tag durch die Toiletten auf anderen Etagen leiten würden, wäre geruchlich schon viel gewonnen.

Die Flasche

Ich hatte die Entscheidung aufgeschoben, ob ich meine anonyme und damit verwechselbare Supermarktwasserflasche wiederhaben wollte, nachdem sie zwei Stunden unbeaufsichtigt in einem Laden rumstand, in dem ich darauf achtete, nichts zu berühren und mich schon gar nicht zu setzen.

Die Frage stellte sich nicht mehr.

Am Ausgang standen zwei Tische mit konfiszierten Wasserflaschen, so eine wie meine war aber nicht dabei. Hatte offenbar einer geklaut. Verwechselt konnte nicht sein, sonst hätte ja eine andere Supermarktflasche da stehen müssen, es standen aber nur Flaschen zum Wiederbefüllen da.

Der Türsteherheini hatte mir zwar gesagt, dass er mir einen grünen Punkt auf die Flasche klebt, damit ich weiß, dass es meine ist, aber das hätte er besser den anderen sagen sollen, dass das meine ist. Ich wusste ja auch vorher schon, dass es meine ist.

Zu den vergeudeten 20 Euro noch 37 Cent Schaden (inklusive Pfand) und Durst auf dem Heimweg.

Fazit

Näh.

Nicht, dass es was änderte, sie sind ausverkauft, zumindest für dieses Mal.

Aber das hat es nicht gebracht. Zeit, Geld und Wasser vergeudet.

Das Gebäude an sich, war mal sehenswert, aber auch nur für 30 Minuten, nicht für knapp zwei Stunden. Ähnlich der Kunstkram. Ein echte Superbrüller war nicht dabei, am ehesten ist mir noch der Handtaschenanzug in Erinnerung, aber mehr als 20, 30 Minuten hat mich das auch nicht unterhalten. Der Rest war Langeweile.

Und da ich schon grundsätzlich in Restaurants nicht gehe, bei denen ich Anstehen und warten muss (wie in manchen Ländern üblich), ist ein Türsteher wie dieser für mich schon das Signal, dass ich da drinnen nicht benötigt werde, wenn ich nicht schon gezahlt hätte. Zweimal gehe ich da dann halt nicht hin.