Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Vom Tod eines Mädchens, das von der Straßenbahn zerquetscht wurde

Hadmut
5.10.2020 18:05

Über einen Gerichtsprozess.

2018 war es in Berlin zu einem Unfall gekommen. Ein Mädchen hatte unachtsam einen Überweg über Straßenbahnschienen überschritten, war von einer Straßenbahn erfasst und unter der Straßenbahn eingeklemmt worden, wohl am Bein überfahren worden.

Die Feuerwehr kam, das Mädchen lebte noch und war noch ansprechbar. Aber eingeklemmt. Zwei Feuerwehrleute krochen unter die Straßenbahn und versuchten, sie mit den Mitteln der Feuerwehr anzuheben. Das ging aber schief, die Straßenbahn rutschte ab, klemmte alle drei wieder ein.

Das Mädchen hat es nicht überlebt.

Deshalb läuft gerade ein Prozess in Berlin. Die Feuerwehrleute, die helfen wollten und ihr eigenes Leben riskiert haben, stehen dafür nun auch noch wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Auch eine Art, seine Feuerwehrleute loszuwerden. Es kann in unkontrollierten Sondersituationen, in denen improvisiert werden muss, nicht immer alles gut gehen.

Eben kam im Ersten in Brisant ein Bericht über den Prozess.

Während die Presse bisher immer von Schlamperei der Feuerwehr sprach (die beteiligten Eltern hatten gesagt, dass sie keinen Groll gegen die Feuerwehr hegen, nur erreichen wollen, das so etwas nicht wieder passiert), sieht es nun eher nach Schlamperei bei der BVG, den Berliner Verkehrsbetrieben, aus.

Denn die BVG habe nur einen einzigen Kran, der für solche Fälle eingesetzt werden und der eine Straßenbahn anheben kann. Den habe man zwar angefordert, der sei aber nicht rechtzeitig gekommen. Genau hatten sie es nicht gesagt, hörte sich aber nach im Verkehr steckengelieben an.

Weil das Gespräch mit dem Mädchen aber immer wieder abbrach und die in lebensbedrohlicher Lage war, hatte sich die Feuerwehr entschlossen, nicht länger auf den Kran zu warten, sondern es mit eigenen Mitteln zu versuchen, baute da aus Holz, Wagenhebern und irgendwelchem Krempel eine Behelfshebeeinrichtung, die aber nicht tauglich war. Ein Sachverständiger hatte sie als untauglich beschrieben. Was hätten sie auch machen sollen?

Inzwischen habe sich aber herausgestellt, dass die Feuerwehr da nicht etwa gebastelt hatte, sondern diese Vorgehensweise vorher mit der BVG abgesprochen war, die BVG habe das so empfohlen. Die Feuerwehr hatte deshalb mehrmals darum gebeten, das mal zu üben, um zu sehen, ob es überhaupt funktioniert, und die BVG hatte das nicht mitgemacht.

Zudem habe sich herausgestellt, dass am Tag des Einsatzes bei der BVG irgendein (sie haben es nicht so beschrieben, dass man das genau greifen könnte) irgendein Desorganisationsdurcheinander gegeben. Irgendein Zuständiger, den man vernommen habe, habe das alles an sich herabperlen lassen.

Es zeichnet sich ab, dass die Feuerwehr unschuldig und chancenlos war, vorher sogar versucht hatte, das Vorgehen zu testen und zu üben.

Dass hier ein Totalversagen der BVG vorliegt.

Was man sagt: Dass ein Mädchen gestorben ist. Damit das noch schlimmer klingt.

Was man nicht sagt: Dass von 2010 bis 2019 die BVG von der Quotenfrau Sigrid Nikutta geleitet wurde, und man sich bei der BVG um Frauenquoten und verbilligte Frauentickets kümmerte, offenbar aber nicht um die Rettungsabläufe bei einem Unfall. Was machen die eigentlich, wenn der Kranwagen gerade kaputt, in der Werkstatt oder irgendwo im Einsatz ist, wenn die nur einen einzigen haben?

Qualifikation: Nikutta hat Psychologie studiert. Bei Frauen reicht das, um Karriere als Leiterin von Verkehrsbetrieben oder bei der Bahn zu machen.

Was man auch nicht sagte:

Dass das nächste Quotenmonstrum, Monika Herrmann von den Grünen, die Feuerwehr verhöhnte, als die warnte, dass die Einrichtung von Radwegen und breiten Parkstreifen um Straßen künstlich auf eine Fahrbahn zu verengen und Autos zu vergraulen die Rettungswege und die Möglichkeit einer Rettungsgasse zwischen den Autos im Verkehr behindert und die Rettungswege der Feuerwehr nicht mehr gewährleistet sind.

Mal sehen, was noch dazu rauskommt, warum der Kran nicht rechtzeitig da war.

Aber das hatten wir ja im Sozialismus schon öfters gesehen, dass tote Mädchen die nicht so interessieren.