Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

„NSU-2.0”-Drohmails

Hadmut
19.7.2020 16:57

Ein Stirnrunzeln.

[Vorbemerkung: Ich hatte diesen Blog-Artikel vorgestern geschrieben, ihn aber nicht veröffentlich, sondern auf ‘Draft’ gelassen, weil ich mir da irgendwie noch nicht sicher bin, wie ich das alles einschätzen soll. Mir fehlt da auch der Kontext und das Hintergrundwissen, und vor allem die Kenntnis über den Inhalt der Mails, um bewerten zu können, ob und wie glaubwürdig die überhaupt sind. Nachdem mir aber gerade ein Leser etwas dazu schrieb, habe ich mich doch entschieden, den Artikel rauszugeben. ]

Gerade geht es in den Nachrichten wieder um diese „NSU-2.0”-Mails, von denen es wieder neue gegeben haben soll. Immer plakativer mit Nazi-Jargon aufgepumpt, immer prolliger auf Nazi getrimmt.

Aber obwohl sie sagen, dass sie überhaupt nicht wissen, wer dahintersteckt, sind sie sich ganz sicher, dass es „Rechte” sein müssen.

Es kommt niemand auf die Idee auch nur mal zu überlegen oder zu fragen, ob das nicht vielleicht eine Kampagne, eine False-Flag-Aktion sein könnte.

Ich habe das schon so oft geschrieben, dass mir das immer wieder auffällt, dass die berlinerische feministische Opferbranche immer wieder ihr Geld damit verdient, dass sie angebliche Hassmails bekommt und dann Vorträge darüber hält oder Bücher schreibt, von denen kein Mensch nachprüfen kann, und auch keiner nachgeprüft hat, ob sie sich diese nicht vielleicht selbst geschrieben haben oder linke Provokateure – auch ohne Wissen der Empfänger – dahinterstecken. Das ist eine bekannte Masche, Standardtechnik der Stasi, auch sonst immer wieder zu beobachten, dass man in die Reihen des Gegners Leute einschleust, die sich dann danebenbenehmen um zu agitieren.

Es gab ja bei irgendeiner Demo mal den Typen mit dem Hitlergruß, der sich als Linker herausstellte. Bei dem Angriff auf das jüdische Restaurant führte dann eine Spur in eine Gegend, die Linken-Hochburg ist. In den USA hat mal einer an die Wände geschmierte Hakenkreuze untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass so 80-90% (genaue Zahl habe ich nicht mehr im Kopf aber so in der Gegend) von Linken gemalt werden.

Man sollte immer daran denken, dass es hier eine ganze Industrie gibt, die vom „Kampf gegen Rechts” lebt und dafür finanziert wird.

Manchmal erinnert mich das alles auch an das Phänomen der Feuerwehrleute, die selbst Brände legen, um sich dann als mutigen Kämpfer und Retter darzustellen.

Man sieht ja in den Nachrichten nicht so genau und vollständig was in diesen Drohschreiben steht. Aber sie erscheinen schon ziemlich dick aufgetragen. Als wollte jemand, dass die unbedingt und hundert Meilen gegen Wind nach Nazi stinken.

Ich finde das schon erstaunlich, dass man bereitwillig die Polizei verdächtigt, ich aber noch nie irgendwo die Frage gesehen oder gehört habe, ob die überhaupt echt sind und was dafür und dagegen spricht.

Außerdem fällt mir auf, dass man schon seit einiger Zeit Todesdrohungen bekommen haben muss um wichtig zu sein und dazu zu gehören. Damit wird man dann gleich zum mutigen Kämpfer gegen das Böse und unterstreicht die eigene Wichtigkeit und Wirksamkeit. So glaubwürdig wie ein Doktorgrad in Geisteswissenschaften. Da sind ja auch viele Texte vom Ghostwriter auf Bestellung geschrieben.

Und es passt inhaltlich und zeitlich so exakt in das Propagandadauerfeuer.

Davon abgesehen ist ja auch bekannt, dass es da ganze Medienagenturen und ganz viele Spezialisten für anonyme Webseiten und anonyme Kommunikation gibt, die den gesamten linken Bereich tarnen und schwer rückverfolgbar machen.

Was mir vor allem aufgefallen ist: Obwohl man nicht weiß, wer es war, kam vorhin in den Nachrichten so ein Idiot, ich glaube, Politologe, der ganz genau erklärt, warum der Täter das getan hat und was er dabei denkt. Weil nur Frauen die Mails bekommen hätten, sei klar, dass es Rechte sein müssten, weil aktive Frauen nicht in deren Weltbild passten. Was ich nicht nur für quatsch, sondern für unlogisch halte. Warum sollten Rechte Drohbriefe solchen Inhaltes nur an Frauen schicken? Warum sollte die das nicht genauso stören, wenn Männer gegen Rechts agitieren? Unlogisch.

Und warum schickt man sowas an unbekannte oder unwichtige Dritte-Garnitur-Politikerinnen und D-Promis? Warum an solche, die gerne wichtig und bekannt sein wollen, und nicht die, die es sind?

Welcher Idiot schickt denn Drohbriefe an solche Randfiguren? Ausgerechnet an solche Figuren, die durch Tittenauftritte oder Polizei-auf-Müllhalde-Artikel aufgefallen sind? Die ganze Auswahl von Personen, die da als Empfänger ausgewählt wurde, erscheint mir da nach rein feministischen und nicht nach rechtsradikalen Kriterien erfolgt zu sein. Also wollte man Leute „wichtig” machen.

Und überhaupt: „NSU 2.0” – so würde sich doch keiner nennen, das ist doch ein von links gewählter Kampfbegriff. Es heißt ja immer, ich wäre ein „rechter Blogger”, dabei würde ich, zumindest soweit ich das an Reaktionen und Zuschriften abschätzen kann, höchstens 1-2% der Leser als „rechts” einstufen. Ich habe deutlich mehr linke als rechte Leser, die allermeisten (>90%) aus einer bürgerlichen Mitte, die weder rechts noch links ist. Einige der „Rechten” schrieben mir aber (vor diesen Mails), es gäbe keinen „NSU”, jedenfalls nicht als Organisation, nicht oberhalb höchstens der Einbildung von ein paar Spinnern. Unabhängig davon, wieviel Glauben man dem schenken mag, und ich kann auch nicht beurteilen, ob es einen NSU gab oder nicht, lässt sich damit zumindest bezüglich der Außendarstellung festhalten: Die Linken reiten unentwegt auf „NSU” herum, die Rechten bestreiten, dass es den gab. Wohlgemerkt: Mir geht es nicht darum, ob es den tatsächlich gab, sondern darum, wie man sich und den Gegner jeweils darstellt.

Warum sollten sich Rechte „NSU 2.0” nennen und damit ausgerechnet die Position Linker bestätigen, die sie selbst bisher bestreiten? Damit würden sie sich ja selbst als Lügner brandmarken. Mir schrieben auch schon Leute, selbst Journalisten, die sich damit beruflich befassten, dass organisierte Rechte keineswegs mit „Heil Hitler” unterwegs wären, weil denen längst klar sei, dass sie damit nur Minus-Punkte holen.

Handelte es sich aber um eine linke Propagandaktion und PR-Kampgne, um Frauen in den Vordergrund zu spielen und das Feindbild zu düngen, würde das alles genau passen.

Mir kommt das alles sehr komisch und wenig glaubwürdig vor. Vor allem viel zu unlogisch und dick aufgetragen. Und zu genau in die derzeitige politische Streitlage und die Kampagne gegen die Polizei passend.

Ich rate da dringend, „open-minded” zu bleiben und alle Varianten zu betrachten. Und sich mit Festlegungen zurückzuhalten, solange man wirklich gar nichts weiß und nicht mal die Texte öffentlich bekannt sind. Wenn man nichts erfährt außer dem, was man meinen soll, ist das immer verdächtig.

Und ich habe eben noch den Hintergrund, dass ich in Berlin auf einigen feministischen Selbstmitleidsveranstaltungen war, in denen Leute, die sonst wirklich so gar nichts auf der Pfanne haben, strohdoof und eigentlich auf Hartz IV sind, plötzlich die große Zampana machen und von den Ministerien und Verlagen mit Geld bepumpt werden, weil sie behaupten, hate speech zu bekommen. Die sich dann nicht nur hölzern und unglaubwürdig anhört, sondern auch nicht nachprüfbar ist. Mir von der Wortwahl her aber schon so oft so penetrant nach dem erschien, wie sich Feministinnen „Hater” vorstellen.

Auffällig ist auch, wie eilig es alle haben, Diagnosen loszuwerden, die allesamt dem feministischen Kampfstil entsprechen, obwohl man doch noch gar nicht weiß, woher die Mails kommen und ob sie echt sind. Womöglich aber entsprechen die Mails ja gerade deshalb exakt feministischen Feindbildern, weil sie nach feministischen Feindbildern formuliert wurden.

Leserbrief

Nun schrieb mir ein Leser:

NSU 2.0 offensichtlich False Flag

Ist es nicht offensichtlich, dass niemand sich selber als NSU 2.0 bezeichnen würde? Ich habe mir mal die Bekennerschreiben der RAF angeschaut und nirgends bezeichnen sich die Leute als 2. Generation oder 3. Generation. Bezeichnungen sind unterschiedlich, je nachdem ob man von außen auf etwas schaut oder sich selber zugehörig fühlt. Ich wette, dass die Bekennerschreiben von einer jungen Frau kommen, die noch vor kurzem Soziologie oder etwas Ähnliches studiert hat. Bei den Tagesthemen gestern konnte man einen Teil der Mail sehen: Kolleg_innen. Dieser Unterstrich ist der neueste Schrei. Ein echter NSU-Anhänger hätte “Kollegen” geschrieben. Finde ich erstaunlich, dass niemanden das auffällt.

„Kolleg_innen”

Stimmt. Das würden Rechte nicht schreiben.

Die Sache hat nur einen Haken: Zumindest in der Mediathekversion der Tagesthemen von gestern abend gibt es zwar ab 0:09:56 einen Bericht über die Drohmails, aber nichts zu sehen. Im Hintergrund sieht man ein Notebook mit C-Code auf dem Bildschirm.

Die Frage ist also: Ist das eine Falschinformation? Wurden nur Sendung oder Datum verwechselt?

Also: Weiß jemand von irgendeinem Beleg dafür, dass darin „Kolleg_innen” gestanden hat?