Ansichten eines Informatikers

Schädelbasisbruch – Lust auf eine Verschwörungstheorie?

Hadmut
12.6.2020 19:05

Gibt’s da Fakes in der Black-Lives-Matter-Polizei-Saga?

Ich bekomme ja einiges an „Verschwörungstheorien” rein. Wäre ja auch verwunderlich, denn zu jedem Ereignis von überregionaler Bedeutung sprießen die Verschwörungstheorien.

Ich habe schon überlegt, ob sowohl das Aufstellen der Verschwörungstheorie, als auch das Ablehnen von Erkentnissen als Verschwörungstheorie ( ist Euch mal aufgefallen, dass das Brandmarken einer Darstellung als Verschwörungstheorie selbst auch eine Art Verschwörungstheorie ist? ) eine evolutionäre Entwicklung des Gehirns sein kann. Ich habe das ja selbst gemerkt, wie die Leute das, was ich hier über die Uni geschrieben habe, als Verschwörungstheorie einstuften. Neulich nach den Berichten über die Crypto AG schrieben mir viele, dass sich mich auch weiterhin für einen Verschwörungstheoretikern hielten, allerdings nun für einen, dessen Theorie bewiesen und richtig sei. Man kommt da auch nicht mehr raus.

Zu der Sache George Floyd liegen mir inzwischen mindestens drei Ansätze vor, die ich noch nicht geprüft habe. Eine lautet, das sei nicht George Floyd, sondern ein Schauspieler gewesen, der echte George Floyd sei bereits vor 3 Jahren gestorben. Er sei bereits früher auf einem politischen Wahlplakat in Zusammenhang mit Obama zu sehen gewesen. Eine andere besagt, dass der Polizist Derek Chauvin nicht echt, sondern nur ein Schauspieler sei – sein Nachbar schwöre Stein und Bein, dass er ihn noch nie in Uniform gesehen habe und der noch nie behauptet habe, bei der Polizei zu sein. Dann müsste schon ein ganzes Polizeirevier flunkern, die würden das ja wohl merken, wenn der Kollege nicht echt wäre. Und ich habe noch einen Verweis auf jemanden, der behauptet, die Videos seien inszenierter Fake, man finde darin typische Regie- und Drehbuchfehler. Das ganze Ding sei nur von Schauspielern gespielt. Außerdem sei zu sehen, dass die Sanitäter ihn nicht wie einen verletzten mit potentieller Nackenverletzung behandeln, sondern relativ grob, wie einen Gesunden, auf die Trage legten. Im Rettungswagen den Schauspieler gegen die Leiche auszutauschen sei einfach.

Naja. Mmh. Wenn ich mal Zeit habe, schaue ich mir die Videos nochmal an und vergleiche sie mit dieser Liste angeblicher Fehler.

Ich halte halte es für ein zentrales K.O.-Kriterium einer Verschwörungstheorie, wenn dazu zu viele, eine unüberschaubar große Menge an Leuten zusammenhalten und dichthalten müsste. Das klappt erfahrungsgemäß nicht, irgendwer verplappert sich immer oder macht das Maul auf, um sich in den Vordergrund zu spielen. Das habe ich schon als Schüler gelernt. Damals gab es in Worms, wo ich in der Schule war, so ein Riesen-Ding. Die Beamten des Hauptpostamtes hatten damals so eine Riesen-Nummer abgezogen, weil sie Seancen abhielten, mit Toten sprachen, dabei allerlei seltsame Dinge passierten, und selbst anwesende Journalisten bezeugten, dass der Tisch ohne jeglichen Kontakt und ohne Tricks, sie hätten ihn vorher und nachher selbst untersucht, keinerlei Fäden und nichts, frei in der Luft geschwebt und sich dort bewegt habe. Ein nennenswerter Teil der Bevölkerung, sogar Leute in meiner Schule, glaubten das, zumal die Presse es in voller Überzeugung bezeugte und bestätigte. Die wären damit echt durchgekommen, aber einer konnte das Maul nicht halten und hat irgendwann verraten, dass es ein Hoax war und wie der ging. (ziemlich simpel, aber das sind die besten Tricks.) Irgendeiner will immer die Publizität, als erster das Ding aufzudecken und mit „Jetzt spricht…” in der Presse zu stehen. Irgendwer ist immer dabei, der nicht widerstehen kann.

Deshalb glaube ich a priori keiner Verschwörungstheorie, bei der zu viele Leute teilnehmen müssten. Das funktioniert nicht. Beispielsweise ist Gender ja die galaktische Verschwörungstheorie, dass die Wissenschaftler sich verschworen hätten, Menschen einfach durch Einstufung als Frau zu unterdrücken. Das müssten aber so viele Wissenschaftler sein, dass es völlig ausgeschlossen ist, dass nicht irgendeiner mal das Maul aufgemacht hätte, um sich in den Vordergrund zu spielen.

Oder die Mondlandung: Überlegt mal, wieviele Leute, sogar gegnerische, da mitgespielt haben müssten, um das zu Faken. Die Russen hätten doch als erste „Betrug!” gerufen. Haben sie aber nicht. Sie haben es bestätigt. Warum sollten sie in einem kalten Krieg die eigene riesige Niederlage einfach so eingestehen? Alles in allem ist es wesentlich einfacher, auf dem Mond zu landen, als die Mondlandung zu faken. Hinfliegen macht man halt einfach so, dazu muss man sich nicht mit anderen absprechen.

Eine gute Verschwörungstheorie setzt voraus, dass die Zahl der Verschwörer so klein ist, dass das überhaupt eine Chance haben kann zu funktionieren.

Eine interessante Verschwörungstheorie trägt mir nun ein Leser vor.

Es gab doch in den Wirren um den Fall George Floyd diesen zweiten, nicht so bekannten Fall, in dem in Buffalo ein alter Mann der Polizei entgegenlief, von Polizisten umgestoßen wurde, und dann auf dem Boden liegen blieb, während die Polizei einfach an ihm vorbei ging (später sollen ihn Polizeisanitäter aufgesammelt haben), dem dann Blut aus dem Ohr lief (was normalerweise ein Zeichen für einen Schädelbruch ist):

Zwei Polizisten stehen unter Anklage.

Trump hatte ja schon behauptet, das sei ein Provokateur der Antifa gewesen, wofür er von der Presse geshitstormt wurde.

Nun behaupten Leute – Vorsicht, diese Bilder könnten auch gefälscht sein – dass das ein Fake war. Der habe sich kontrolliert fallen gelassen und dann über einen Schlauch hinter der Atemmaske Filmblut gepumpt:

Wie gesagt, Vorsicht, auch dieses Video könnte Fake sein.

Ich finde es wirklich komisch, dass der eben noch ziemlich kontrolliert und mit den Händen deutlich abgestürzt relativ langsam nach hinten rollt, und einen Augenblick später, als er wieder in das Blickfeld der Kamera kommt, einfach so da liegt und das Blut schon richtig aus dem Ohr läuft. Hier lesen ja Ärzte mit, vielleicht sind auch Notärzte o.ä. dabei, die sagen können, ob das bei einem Schädelbruch so schnell passiert, dass das Blut rausläuft.

Man sieht zwar auf dem Foto oben auch, dass an der Maske nicht nur die zwei Gummibänder verlaufen, sondern auch etwas Drittes. Aber das kann sowohl Fake, als auch einfach ein Brillenbügel sein.

Die Sache hat einen zentralen Haken:

Zwar sind die Polizisten an ihm vorbeigegangen, aber es waren sofort Sanitäter da. Denen wäre ein Schlauch aufgefallen, zumal man auf den Videos sieht, dass der keine Gelegenheit hatte, den Schlauch verschwinden zu lassen. Ich glaube auch nicht, dass man echte Sanitäter mit falschem Blut täuschen kann.

Außerdem kommt man mit dem Verdacht auf einem Schädelbruch und solcher Menge Blut aus dem Ohr mit ziemlicher Sicherheit in ein Krankenhaus. Jede Wette Untersuchung mit CRT oder MRT. Und garantiert ein Blick ins Ohr, wo das Blut eigentlich herkommt. Und denen kann man nicht vorgaukeln, einen Schädelbruch zu haben.

Kann ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.

Ich würde ja noch mitgehen, wenn man sagt, der (Martin Gugino) ist ja als Aktivist bekannt, hat provoziert und sich absichtlich fallen gelassen.

Aber Blut aus einem Schlauch und ein in einem Krankenhaus samt Behandlung vorgetäuschert Schädelbruch, noch dazu in einer Sache, die garantiert vor Gericht geht, weil ja Polizisten angeklagt sind, das halte ich für nicht plausibel. Da müssten zu viele Leute an der Verschwörung teilnehmen. Irgendwoher müssten dann ja auch gefälschte Röntgenbilder, Vernarbungen und so weiter herkommen.