Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ich hab den Beruf verfehlt…

Hadmut
25.11.2019 19:40

Juwelendieb hätt ich werden sollen. Ich hätt’ mir damals in Dresden einfach mal eine Milliarde abholen können.

Jo, also da kann man in Dresden einfach mal so in die Schatzkammer spazieren und die Klunkern abholen, während der Wachschutz auf den Monitoren zuschaut.

Ich kann mich erinnern, dass ich das Grüne Gewölbe mal besucht und mir das angesehen hatte, als ich in Dresden gewohnt habe, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was ich da gesehen habe. Als ich das jetzt aber in der Sondersendung im Fernsehen gesehen habe, hatte ich das Ah-ja-da-war-ich-schon-mal-Gefühl.

Nun haben sie heute also den Staatsschatz von Dresden abgeräumt. Scheiß-Sicherheit. Der Wachschutz hat zugesehen und konnte nichts machen, weil er nicht bewaffnet ist. Wenn sie hier die Bargeldeinnahmen aus dem Supermarkt abholen, dann haben die Waffen.

Eigentlich ist das ja ein Security-Steckenpferd von mir, zu fragen, wie es nach einer Angriffserkennung weitergehen soll. Das wird nämlich oft nicht bedacht. Wie eine Brandmeldeanlage, die schrillt, aber nicht löscht. Das nutzt nichts.

Ich hatte es schon erzählt: Ich habe mal an irgendeiner Supermarktkasse mit Scheckkarte bezahlt, sollte unterschreiben, fühlte mich an dem Tag aber so gar nicht wohl, dann wackelte das Brett noch, und irgendwer redete noch auf mich ein, jedenfalls sah mein Gekrakel wirklich nicht wie die Unterschrift auf meiner Scheckkarte aus.

Es war das einzige Mal, dass da wirklich jemand aufgepasst und das bemängelt hat. An der Tankstelle erklärte mir mal eine, er wäre ja blöd, wenn er das prüfte. Wenn er das nämlich rügt, dann hat er den Schaden, kein Geld und das Benzin ist im Tank, nicht mehr zu gebrauchen. Sagt er aber hinterher, die Unterschrift habe passend ausgesehen, kann ihm das keiner widerlegen und er bekommt sein Geld von der Bank, egal wie faul die Unterschrift ist.

Naja, also sie sagte, sie könne die Unterschrift nicht akzeptieren, ich sei offenbar nicht der Karteninhaber.

Ich weiß nicht, was sie von mir erwartete, aber ich hatte gerade gar keine Lust, mich mit ihr zu streiten. Ich habe einfach nur gefragt „Und jetzt…?”

Sie wusste nicht weiter.

Man hatte ihr nämlich gesagt, dass sie die Unterschriften prüfen solle, aber nie hatte man ihr gesagt, was sie dann tun solle, wenn die Unterschrift nicht stimmt.

Ich bot ihr dann an, den Wagen einfach stehen zu lassen, sie könnte das dann alles wieder einräumen, wenn sichergestellt wäre, dass sie auch die Zahlung storniere. Denn wenn sie der Meinung sei, dass ich nicht der Inhaber der Karte sei, dann dürfe sie die Zahlung ja auch nicht abbuchen, und sie könne ja auch nicht Ware und Geld behalten.

Sie gab auf. Sie sagte, die Sache sei erledigt, ich solle die Ware einfach mitnehmen und meiner Wege gehen.

In Dresdne hatte man einen Wachschutz und auf den Monitoren beobachtet, wie der Einbruch ablief, aber es war offenbar nicht geplant, was eigentlich passieren soll, wenn die Wachleute einen Einbruch beobachten. Die haben mangels Waffen einfach gar nichts gemacht, außer die Polizei zu rufen, die dann 6 Minuten brauchte. Und man sagte, das war richtig, sie hätten nichts anderes tun können.

Nachdem hier in Berlin die Clans ja ständig Überfälle auf Geldtransporter, Juweliere, Banken verüben und hier alles geraubt wird, was selbst niet- und nagelfest ist, hätte man ja eigentlich auf die Idee kommen können, dass Alarm alleine nicht reicht.

Vor allem dann nicht, wenn es – wie auch gerade in der Sondersendung gesagt – auf Alarm und Polizei beruht, die Polizei aber auch nicht immer da ist. Das spart man ja auch und je nach Vorfällen sind die auch woanders.

Kennt Ihr den dritten Teil von „Stirb Langsam”? Wo die die Polizei in New York mit falschen Bombendrohungen beschäftigen und ablenken, um die Goldschätze aus dem Keller zu rauben?

Mir geht auch das Argument auf den Wecker, das ich heute und früher schon oft gehört habe: Auf dem Kunstmarkt nicht zu verkaufen, weil heiß. Das hat ihnen bei der Münze hier nichts genutzt, die wurde eingeschmolzen. Und es gibt garantiert genug kriminelle Milliardäre, die sich sowas kaufen. Da hat sich dann vielleicht einer das grüne Gewölbe zuhause nachgebaut und brauchte noch die Originalklunkern, zur Eifelturm-Replik.

Die Ausplünderung wieder ein Stück weiter.