Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Grübeln über das Belanglose

Hadmut
24.11.2019 15:59

Mich bewegt eine völlig unerhebliche, belanglose, wertlose Frage.

Ich habe eine kleine Sammelkiste voller USB-Sticks, etwa aus den letzten ungefähr 15 Jahren. Angefangen bei 256 MByte (ich habe auch noch meine erste Compact-Flash-Speicherkarte mit gewaltigen 2 MByte, knapp über Diskettengröße) bis zu 256GByte ist jede Größe mehrfach vertreten, dazu kommen noch ein paar SSD-Festplatten, die etwas größer (in Gehäusegröße und Inhalt) als die Sticks sind. Was sich halt so ansammelt. Die meisten alt und langsam.

Nun habe ich gerade nochmal einen bestellt, obwohl ich eigentlich mehr als genug habe, weil ich einen schnellen für USB 3.0 brauchte.

Nun sind wir so weit und so billig, dass die USB-3.0 oder 3.1-Sticks mit 64GB schon ab etwa 6 Euro zu haben sind.

Heißt: Nimmt man das als Maßstab, ist mein Bestand zumindest alles unterhalb von 16GB (oder eigentlich auch das) inzwischen faktisch wertlos. Man bekommt außer überteuerten Restposten oder Zehnerpacks eigentlich auch nichts mehr unter 16GB, und die pro Byte billigsten sind 64 und 128GB. Alles andere lohnt sich eigentlich nicht mehr, weil dann die anderen Kosten (Controller, Platine, Gehäuse, Montage, Transport, Handel,…) einfach überwiegen. Es wird unterhalb von 64GB nicht mehr billiger, nicht mal absolut, schon gar nicht pro Byte.

Sie sind faktisch nichts mehr wert im Vergleich zum Angebot.

Aber nicht unbedingt nutzlos.

Oft muss man ja nur mal eine einzelne Datei übertragen, oder vielleicht mal jemandem eine Datei mitbringen, da reichen die kleinen völlig.

Ich habe jahrelang die kleinen Sticks mit 1 GB verwendet, um Betriebssysteme zu installieren, weil da die bisher üblichen CD-Images von 700MB gut draufpassten, inzwischen braucht man eben die mit 2 oder 4 GB. Oder 8. Oder man nimmt gleich einen mit 32 oder 64 und die Zusatzsoftware, um mehrere Images auf einem Stick bootfähig zu machen.

Nun überlege ich, ob das ein Anlass ist, alte USB-Sticks im Elektronikschrott zu entsorgen, weil es sich wertmäßig nicht lohnt, sich mit 10 Jahren alten USB-Sticks abzugeben, und man ja auch mal ausmisten muss, oder ob man sie aufhebt, weil man sie hin und wieder doch mal noch benutzen kann und sie nicht viel Platz wegnehmen.

Alle zusammen, über die ich nachdenke, sind gemessen an heutigen Preisen keine 10 Euro wert und viel zu langsam.

Und doch überlege ich, was man damit macht.

Ich bin mir nicht sicher, ob die alten Speicherchips mit ihren damaligen größeren Zellen nicht vielleicht doch noch irgendeinen Vorteil haben, etwa ihre Daten bei Lagerung länger halten oder zuverlässiger sind.

Ein ähnliches Problem habe ich mit SD- und Compactflash-Karten, große Vorräte. Aber ich habe auch noch Kameras, die mit neueren Karten nicht klarkommen, wobei ich die Kameras eigentlich auch nicht mehr verwende. Auch da grüble ich, ob ich im Rahmen des Ausmistens eben ausmiste.