Ansichten eines Informatikers

Digitalien: von 128 auf 56

Hadmut
17.11.2019 20:55

Zum Stand der Republik:

Golem meldet gerade mit Bezug auf Anke Domscheit-Berg, dass man sich auch im Digitalen bitte an sozialistische Mangelwirtschaft gewöhnen möge, weil nach Ansicht der Bundesnetzagentur ein Internetanschluss mit 56kBit „funktional” wäre und es deshalb reiche, wenn die Telekom mit Kündigung und Abschaffung der ISDN-Anschlüsse stattdessen 56kBit-Internet anbiete.

Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, aber mir war so, dass bei ISDN nicht 64kBit, sondern exakt 64000 Bit übertragen wurden, während nunmehr 56KBit = 56*1024=57344 Bit pro Sekunde übertragen werden sollen, wobei es bei Golem nicht kBit sondern KBit heißt und es da richtige Meinungskriege gibt, wann was 1000 und wann was 1024 meint. Da gab’s auch mal irgendeine Festlegung, an die sich aber auch kaum jemand hält, aber eigentlich ist das hier egal, ob’s nun ein paar mehr oder weniger sind. Der Punkt ist: ISDN ist eine Technik aus den 90er Jahren, also schon 20-30 Jahre alt und hatte schon an einem einfachen Heimzugang zwei Kanäle die man auf 128kBit bündeln konnte. Also bekommen die Leute jetzt weniger als die Hälfte von vor 20 Jahren. Toll. Ich habe eine Freundin, bei der jedesmal die Telefonverbindung abbricht, wenn sie währenddessen eine E-Mail bekommt.

Die letzte Generation von Telefonleitungsmodems von Ende der Neunziger Jahre waren 56k-Modems.

Ich habe doch immer wieder geschrieben, dass diese Bundesregierung, vor allem unter Trulla Merkel, die letzten 20 Jahren komplett verschlafen hat. Da kann man es direkt sehen. Schlechter als vor 20 Jahren. Ich weiß nicht mehr, ob in Australien oder Neuseeland, irgendwer hat mir da mal erzählt, dass sie Glasfaseranschlüsse mit Gigabit bekommen.

Naja. DDR 4.0. Internet ist gerade aus. Willkommen in Neutrabbiland.

Wisst Ihr, was da echt Spaß macht?

Videostreaming.

Reicht für eine langsam bewegte Briefmarke. Das Herunterladen eines regulären Kinofilms oder einer ausgiebigeren Fernsehsendung käme leicht auf eine Woche.

Für ein Land in dem man gut und gerne lebt. Merkel.