Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Linke und die Wohnungsnot

Hadmut
11.11.2019 23:26

Aktuelle Betrachtung:

Bei Flugreisen hat man neulich noch geschimpft, dass der Markt und Wettbewerb zu lächerlich niedrigen Flugpreisen führen würde.

Und jetzt zündet man Baufirmen die Kräne an und verprügelt deren Prokuristinnen, verjagt die Baufirmen mit Mietendeckeln und beschwert sich dann, dass es nicht genug Wohnungen gibt, das läge am Markt und an den Kapitalisten.

Was genau ist eigentlich „sozialer Wohnungsbau”?

Also so ohne Investoren könnte ich mir noch etwas darunter vorstellen. So eine Art Plattenbau-Sprengung, nur rückwärts. Auferstanden aus Ruinen. Aber ohne Baufirmen?

So wie BER, nur nicht so wichtig?

Wenn in Deutschland rund 678.000 Menschen wohnungslos sind, dann wäre eine hochinteressante Frage, wieviele Wohnungen für Migration weggegangen sind. Ich zitiere mal für 2018:

Berlin wächst, aber nicht mehr so schnell wie in den vergangenen Jahren. Die Hauptstadt verbuchte 2018 noch ein Bevölkerungsplus von 31.300 Menschen, in den letzten fünf Jahren hatte sich die Einwohnerzahl um durchschnittlich 47.700 pro Jahr erhöht. Die Zahl der Berliner mit deutschem Pass ging 2018 sogar um 6.000 zurück, während die ausländische Bevölkerung um über 37.000 Menschen zunahm. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Statistische Amt Berlin-Brandenburg am Montag veröffentlichte.

Ohne die starke Zuwanderung und den Geburtenüberschuss der Ausländer wäre Berlin also eine schrumpfende Stadt. Der Anteil der Bevölkerung mit fremdem Pass stieg Ende 2018 auf 18,5 Prozent. Bei den deutschen Berlinern setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Es sterben mehr Menschen als geboren werden und es ziehen mehr Hauptstädter weg als zuziehen. Wie man das auch immer bewerten mag: Die Metropole Berlin wird immer internationaler, nicht nur wegen der Touristen aus aller Welt, sondern weil die Einwohner aus 193 Nationen kommen.

und für 2019:

Der Anteil von Berlinerinnen und Berlinern mit ausländischen Wurzeln ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Nach Angaben des Berliner Statistik-Amtes liegt der Migrationsanteil inzwischen bei 34,5 Prozent. Vor zehn Jahren gab es noch 25,5 Prozent Einwohner mit ausländischen Wurzeln. Seit Ende 2009 kam jedes Jahr ungefähr ein Prozentpunkt hinzu.

Von den 1,3 Millionen Berlinern mit Migrationshintergrund kommen 410.000 aus EU-Ländern, davon die meisten aus Polen mit 114.000 Menschen. 181.000 Menschen haben türkische, 150.000 Menschen arabische Wurzeln. 142.000 Menschen haben Vorfahren aus Ländern der früheren Sowjetunion.
Starker Zuzug aus beruflichen Gründen

Den größten Anteil an Menschen mit ausländischen Vorfahren machen jüngere Menschen aus. Insgesamt sind von aktuell 3,75 Millionen Berlinern 2,46 Millionen Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Der starke Anstieg der Berliner Einwohnerzahlen in den vergangenen zehn Jahren geht vor allem auf den Zuzug von Ausländern zurück, von denen viele wegen ihrer Jobs nach Berlin zogen. Heute leben rund 300.000 mehr Ausländer in der Stadt als noch vor zehn Jahren.

Obwohl die Deutschen weniger werden, steigt die Wohnungsnot. Allein in Berlin sind in den letzten zehn Jahren halb so viele Leute zugewandert, wie jetzt ohne Wohnung dastehen.

Das hätte man sich vielleicht mal vor dem großen „Refugees welcome” überlegen können. Vielleicht hätte man erst mal mit „Maurer und Klempner welcome” angefangen und erst mal Wohnungen gebaut. Aber man hat ja jeden als Nazi an die Wand gestellt, der was sagte.

Oder vielleicht erst mal durchgezählt, wieviele freie Wohnungen man eigentlich gerade hat, bevor man Leute einlädt.

Man schimpft über über die bösen Kapitalisten, die mit Optionsscheinen und Warentermingeschäften Dinge verkaufen, die sie gar nicht haben.

Warum schimpft man nicht ebenso über Regierungen, die Wohnungen verschenken, die sie nicht haben?

Und warum lastet man die steigende Obdachlosigkeit nicht der Migration an, obwohl es da doch eindeutig einen Verdrängungseffekt gibt? Bevölkerungsaustausch zu sagen ist politisch verboten, aber was ist mit Bewohneraustausch?

Und hieß es nicht, wir bräuchten die Migration wegen des Fachkräftemangels? Bekommen haben wir Bewohner, aber fast keine Fachkräfte.

Und warum fragt man beispielsweise Leute wie Carola Rackete nicht, wo die Leute, die sie da importieren, eigentlich mal hinsollen?

Warum wird das als „Nazi” beschimpft, wenn man einfach nur fragt, ob wir genug Wohnraum für „refugees welcome” haben, wenn dieselben Leute, die „Nazi” schreien, hinterher Wohnungsmangel beklagen und dann sagen, der Markt sei schuld?

Mir sind inzwischen behauptete (noch nicht überprüfte) Fälle bekannt, in denen man mit übelsten Tricks Leute aus ihrem Wohneigentum gedrückt und entmündigt hat, damit die öffentliche Hand ihren Unterbringungspflichten gegenüber Migranten nachkommen kann.

Und das ist der Brüller: Erst erzeugt man selbst eine Nachfrage, die weit über dem Angebot liegt und treibt selbst mit absurd hohen Zahlungen die Preise hoch, und dann beschwert man sich über hohe Mietpreise.

Ohne Griechenlandrettung und ohne Migration wären die die Mietpreise längst am Boden. Noch unter denen von vor 10, 15 Jahren.

Es gibt ja eine Menge Leute, die sagen, dass die nächste Migrationswelle vor der Tür steht, noch deutlich größer als die von 2015, und die Türkei auf Durchzug stellt.

Wo packen wir die dann eigentlich hin?