Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

GoPro Max oder Insta360?

Hadmut
9.11.2019 13:57

Eine Menge Leute haben mir geschrieben, und gefragt, warum ich als 360°-Kamera eine GoPro Max und nicht die Insta 360 One X gekauft habe.

Das hatte eigentlich drei Gründe.

Der erste ist, dass ich schon GoPros habe und mit denen bisher sehr zufrieden war, auch wenn ich weiß, dass es Leute gibt, die das anders sehen und über die GoPros heftig fluchen, weil sie instabil seien und abstürzten. Will ich nicht bestreiten, ist mir aber bisher noch nicht passiert.

Der zweite ist, dass ich schon eine Xiaomi Mijia habe und es heißt, dass die Insta nicht allzuviele Vorteile gegenüber der Mijia bringt.

Der dritte ist, dass ich die GoPro gekauft habe, weil sie eben nicht nur 360°-Kamera ist, sondern auch als normale ActionKamera einzusetzen ist und einen Bildschirm hat, außerdem bessere Mikrofone. Damit kann man auch irgendwelche Selfie-Videos machen.

Ich will aber auch gerne zugeben, dass es eine Menge Unterschiede und Eigenschaften gibt, die ich vorher nicht wusste und nicht beachtet habe. Ich hatte die Insta360 nämlich erst gar nicht näher in Betracht gezogen.

Es gibt auf Youtube inzwischen diverse Videos von Leuten, die beide Kameras vergleichen. Beispielsweise das. Oder das. Oder das. Oder das. Mal zugunsten der einen, mal zugunsten der anderen. Viele sprechen sich für die Insta aus, weil die App (und das hatte ich ja an der GoPro schon bemängelt) bei der Insta besser sei, mehr könne und vor allem die Software einfach verfügbar sei.

Die beste Bewertung ist aber wohl diese, in der sie schlicht und einfach sagen, dass es keinen klaren Gewinner gibt, sondern es einfach darauf ankommt, was man damit machen will. Als erste Kamera wäre die Insta besser, weil sie einfacher zu bedienen und billiger ist, denn erfahrungsgemäß würde man seine erste 360°-Kamera ohnehin schrotten. Die GoPro sei aber komplexer, habe besser Mikrofone und tauge für VLogging, wenn man also das wolle, brauche man eben die GoPro. Außerdem ist die GoPro selbst schon ein paar Meter wasserdicht.

Es gibt in der Tat ein paar Argumente, die für die Insta sprechen, wenn man den Umstand außer Acht lässt, dass die Insta eben „nur” eine 360°-Kamera ohne Bildschirm ist. Es gibt aber auch Berichte, wonach die Insta auch im ausgeschalteten Zustand den Akku leersaugt, und sowas ist übel. Man muss ihn rausnehmen. Oder ständig ihre Einstellungen verliert, wenn man sie ausschaltet oder den Akku rausnimmt. Was nicht so ausgereift klingt. Dafür ist die GoPro dank des Touchscreens ohne Handy viel besser zu bedienen und hat außerdem Voice Control.

Was ich allerdings gar nicht beachtet hatte: Die Insta ist schmaler, deutlich höher, und erheblich leichter. Und sie bieten für einige DJI-Drohnen Montagesätze an, um sie unter Drohnen zu befestigen. Und das ist ein Brüller. Daran habe ich nicht gedacht. Ob es meine Entscheidung geändert hätte, ist eine andere Frage.

Denn letztlich laufen alle die Tests darauf hinaus, dass die Insta manchmal (etwa bei Nachtaufnahmen) eine geringfügig bessere Bildqualität liefert, und die bessere App hat, ansonsten im Handling aber die GoPro gewinnt und mehr kann, bessere Mikrofone hat, wenn sie nur die App mal richtig zum laufen bringen, und auch ansonsten in vielen Einzelheiten besser gemacht ist. Insofern hätte ich mich auch in Kenntnis all dieser Umstände für die GoPro entschieden, weil sie nämlich das kann, was ich gerade gesucht habe, und die Insta nicht.

Die Leser, denen aber die Insta vom Stil hier besser gefällt, will ich aber mal auf eine andere Idee bringen.

Die ist zwar noch nicht raus und erst demnächst überhaupt zu haben, zur Qualität kann man noch nicht viel sagen und die Marke kannte ich gar nicht, aber es gibt auch eine Kandao QooCam 8K (siehe hier und hier) die im Prinzip wie die Insta gebaut ist, aber eine deutlich höhere Auflösung hat und auch sonst einige Vorteile hat. Leider schreiben sie Gewicht und Größe nicht in die Specs, aber wenn man sich die Bilder anschaut, auf denen jemand sie in der Hand hat, scheint sie schon ein Brocken zu sein. Da lobe ich mir dann die Vorteile meiner wirklich kleinen, dünnen, zierlichen Xiaomi Mijia.

Die Qoocam scheint aber besser als beide zu sein und hat auch einen Bildschirm. Es gibt schon einige Produktvideos auf Youtube, und die behaupten, von der gäbe es dann auch eine Pro-Version mit GPS und 5G-Internetanbindung, die dann also direkt Google Street View und sowas kann. Auch ein Stück mehr kostet, aber immer noch unter „affordable” läuft und im mittleren dreistelligen Bereich bleiben soll. In einem Video sieht man sie neben der Max, und die Qoocam ist schon ziemlich groß. Und schwer. Die Insta360 One X wiegt laut Specs mit Batterie 115 Gramm. Zur GoPro sagen sie es nicht, aber meine Waage hier sagt 185 Gramm mit Adapterfuß. Bei der Qoocam steht auch nichts, aber sie haben mir gerade innerhalb von Minuten auf meine Anfrage von vorhin geantwortet:

Dimension: 57*23*145mm(L*W*H)
Weight:245 g with battery and it can be mounted with Mavic Pro.

245 Gramm ist schon heavy, wenn eine Drohne das schleppen soll.

Und Drohnenvideos gibt es auch schon:

Am besten hat mir das hier gefallen, obwohl nur „Qoocam” dabei steht und nicht welches Modell, wahrscheinlich ein älteres, aber es zeigt sehr schön, was man mit 360°-Kameras an Drohnen so machen kann (am besten bei Youtube in größerer Auflösung gucken):

Die Qoocam sollte man sich also definitiv zumindest mal anschauen, wenn sie denn auf dem Markt ist.