Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Berliner Verhältnisse: 20.000 Passdokumente abhanden gekommen

Hadmut
26.6.2019 20:47

Da fragt man sich: Schlamperei oder Absicht?

Der Tagesspiegel berichtet, dass sie am Osterwochenende in die Berliner Ausländerbehörde eingebrochen sind und Ausweisdokumente gestohlen haben:

Nach Sicherheitslücken in der Berliner Ausländerbehörde hat die Bundespolizei einen bundesweiten Warnhinweis herausgegeben. Weil Einbrecher am Osterwochenende Blankodokumente und Dienstsiegel aus der Ausländerbehörde erbeuten konnten, sollen nun vermehrt gefälschte Aufenthaltserlaubnisse und „gewaschene“ Pässe im Umlauf sein.

Die Bundespolizei fordert daher laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ (BamS) zu besonderer Vorsicht auf, weil sich ausreisepflichtige Ausländer nun „scheinlegalisiert“ Aufenthaltserlaubnisse besorgen. Es wird um „bundesweite Sensibilisierung gebeten“. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte vor einem neu entstandenen Risiko für die innere Sicherheit in der Bundesrepublik. […]

In einem für Einreisen von Ausländern zuständigen Sachbereich brachen die Täter einen Tresorschrank und Kassetten auf. Es handelte sich um einen sogenannten Passschrank. Daraus wurden zahlreiche Dokumente und Siegel entwendet. Offenbar um Spuren zu verwischen, sind in mehreren Büroräumen Feuerlöscher entleert worden. […]

Die Bundespolizei erklärt in ihrem Warnhinweis, es seien 20.000 Dokumente abhanden gekommen. Es handelt sich um Papiere für Niederlassungs- und Aufenthaltserlaubnis, aber auch um Blanko-Reisepässe und Kinderreisepässe. In dem Schreiben ist von einer „besonderen Lage“ die Rede und von Erkenntnissen, dass vermehrt Ausländer auffallen, die sich etwa „unerlaubt im Bundesgebiet aufhalten“ und „im Besitz deutscher Aufenthaltstitel sind, welche aus Einbruchsdiebstählen in Ausländerbehörden/Bürgerämtern, vornehmlich aus Berlin, stammen“.

Die gestohlenen Blanko-Aufenthaltstitel würden durch die unbekannten Täter „unautorisiert ausgestellt sowie gewinnbringend verkauft“. Zugleich wird vor einem „fortlaufenden unentdeckten Nutzen dieser fälschlich ausgestellten Aufenthaltstitel“ gewarnt. Auch haben die Ermittler offenbar eine neue Masche aufdeckt: Die gefälschten Niederlassungserlaubnisse können sich Ausländer von den Bürgerämtern offenbar auch in Pässen eintragen lassen.

Geht’s da nur um Hehlerei von gefälschten Ausweisen? Oder geht es da um die Einreise von IS-Terroristen im großen Maßstab?

Sind die wirklich so dämlich, die Formulare so schwach gesichert rumliegen zu lassen, dass man da einfach so einbrechen und die klauen kann? Nachtwächter? Alarmanlage? Ordentlicher Tresor? Warum überhaupt 20.000 auf einem Haufen?

Denn immerhin war es nicht der erste Einbruch, und sie kamen durch’s Klo:

Ein Polizeisprecher konnte am Dienstag zunächst nur den Einbruch bestätigen. Es seien Türen aufgebrochen und Dokumente gestohlen worden, sagte er auf Anfrage. Nähere Angaben, welche Dokumente gestohlen wurden, wie die Täter vorgegangen sind und welche Abteilung der Ausländerbehörde von dem Diebstahl betroffen war, konnte der Polizeisprecher nicht machen.

Ein Sicherheitsmitarbeiter habe den Einbruch am Ostersonntag um 11 Uhr bemerkt und die Polizei alarmiert. Die Ermittlungen zum Diebesgut und den bislang unbekannten Tätern habe die Kriminalpolizei der Direktion 3 übernommen. Die Senatsinnenverwaltung erklärte auf Anfrage:” Die Bestandsaufnahme, Meldung sowie Fahnungsausschreibung der entwendeten Gegenstände erfolgte in enger Abstimmung mit dem Landeskriminalamt.”

Der Fall erinnert an einen Einbruch in die Ausländerbehörde am 9. Oktober 2017. Damals waren in einer für Asylanträge aus Armenien, Georgien, Moldau und der Russischen Föderation zuständigen Abteilung Blankodokumente, Stempel und durchnummerierte Siegel gestohlen worden. Damit konnten Duldungspapiere verlängert und gefälscht werden. Zudem sind die Täter nach dem gleichen Muster vorgegangen. Auch damals hatten die Täter mit Pulverfeuerlöschern die Räume verwüstet, um den Ermittlern und der Spurensicherung der Polizei die Arbeit schwer zu machen.

Wenn man sich anschaut, wie da Seenot fingiert und sonst Migration angeleitet und angeführt wird, und wenn man sonst noch diverse Ungereimtheiten kennt (dazu demnächst mehr in diesem Blog, dauert noch etwas), auch die politische Lage, dann drängt sich der Gedanke geradezu auf, dass es da beteiligte Insider oder eine Duldung gab.

Mir als Informatiker ist da beispielsweise völlig unklar, wie man mit solchen Papieren überhaupt durchkommen kann. Es sollte doch leicht sein, keines dieser Papier auch nur irgendwo anzuerkennen, ohne sie zugleich online gegen eine zentrale Datenbank zu prüfen, und wenn sie da als gestohlen eingetragen sind, die Papiere zu sperren.