Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das Problem des Gürtels

Hadmut
12.6.2019 15:20

Aktennotiz: Anderen Gürtel kaufen.

Oder: Nach langer Zeit mal wieder eine neue schreckliche Folge des nie enden wollenden Dramas: „Ich und die Flughafensicherheit”.

Ich habe gerade so einen neumodischen billigen Gürtel an, so einen aus Stoff mit einer beliebig verstellbaren Klappschnalle aus Metall. Und auch nur den einen dabei. Ich dachte, das reicht.

Ich habe nämlich zweitens bequeme Hosen an, insbesondere für die Flüge habe ich eine Hose, die eine Nummer zu weit ist, damit es sich bequemer sitzt nur nicht so auf’s Gedärm drückt.

Dass man am Flughafen immer wieder mal seinen Gürtel rausziehen und in das Röntgengerät legen muss, ist bekannt. Aber dieses Mal ist es exzessiv, Security ist hier ein Dauerthema. Bei jeder öffentlichen Sehenswürdigkeit und selbst bei manchen privaten Museen muss hier alles geröngt werden. Ich muss dan nam Flughafen immer die Hosen festhalten, damit sie nicht runterrutschen.

Dabei habe ich einen taktischen Fehler gemacht. Nomalerweise trage ich gewöhnliche Ledergürtel. Die sind glatt und man kann sie einfach so rausziehen und auch schnell wieder einziehen. Der Stoffgürtel dagegen hat am Ende so ein Abschlussblech, dass sich beim ein- und ausziehen ständig an den Gürtelschlaufen verhakt. Jedesmal ein elendes Gefummel.

Dabei habe ich – nicht dran gedacht, eigentlich wollte ich den auch schon wegwerfen, weil er gar zu billig aussieht – einen solchen Gürtel mit einer Plastikschnalle von einem Markenhersteller von Reisegepäck. Kommt mir so langsam, dass die sich dabei was gedacht haben. Nachdem ich in den letzten 3 Tagen etwa ein Dutzend mal den Gürtel raus- und wieder reingefummelt habe und jedesmal den Betrieb damit aufhalte, steht mein Entschluss fest, künftig andere Gürtel zu verwenden.

Am schrägsten war aber das, was mir am Flughafen Tegel beim Abflug passiert ist:

  • Ich komme an die Sicherheitsschleuse und packe meinen Krempel in die Wannen. Weil es bei jedem Flughafen etwas anders ist (wohl Absicht, damit man sich nicht so leicht drauf einstellen kann) frage ich den Polizisten, der da rumsteht, ob ich den Gürtel ausziehen muss. Er winkt ab: „Nur, wenn Sie möchten.”

    Ich wundere mich noch. Wer möchte denn sein Zeug ausziehen um es röntgen zu lassen? Was soll die Frage?

  • Dann zum Mitarbeiter vor dem Röntgengerät. Ob ich noch was in den Taschen hätte, fragt er. Nein. Ich zeige aber auf meine Gürtelschnalle. Er schüttelt den Kopf, nee, meint er, nicht nötig. Kann ich anlassen.
  • Ich gehe durch den Metalldetektorrahmen.

    *Beeeeep*

    „Ziehen Sie den Gürtel aus!”

    Ich ziehe in aus, er packt ihn in eine Wanne und gibt ihn umständlich nach vorne, damit er einzeln geröntgt wird.

    Ich frage etwas angesäuert, warum man mir dann eben zweimal gesagt hat, dass ich ihn anlassen könnte. Ob es nicht schneller und einfacher wäre, das gleich zu sagen und in einem Durchgang durchzukommen.

    Nein, werde ich belehrt. Das habe rechtliche Gründe:

    Vor dem Röntgengerät sei es freiwillig, da müsse man nicht.

    Nach dem Röntgengerät sei es zwingend, da müsse man ihn ausziehen, damit er geröntgt werden kann.

Aha.

Juristen am Werk?