Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Immobilisierung der Bevölkerung

Hadmut
31.3.2019 12:42

Mauer 2.0? Digitalisierung des Stacheldrahts? [Nachtrag]

Mir geht da schon seit einer Zeit etwas durch den Kopf.

Alle sollen wir jetzt Elektroauto fahren, obwohl es in meinem Fall ziemlich widersinnig wäre. Ich hatte mich beim letzten Autokauf (Sommer 2008) eigentlich auf viele berufliche Autofahren eingestellt, es kam aber ganz anders, deshalb habe ich mein Auto in den letzten 10 Jahren kaum benutzt, insbesondere nichts regelmäßiges mehr. Während ich früher so zwischen 10 und 25 Tausend Kilometer im Jahr gefahren bin, habe ich jetzt nach 10 Jahren gerade mal 50 Tausend auf dem Kilometerzähler. (Dazu kommen allerdings noch ungefähr 15 Tausend mit anderen Fahrzeugen auf Reisen im Ausland.) Es gibt Leute, die fahren in einem Jahr mehr als ich in zehn.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich eine Veränderung des Fahrstils wahrnehme, der Verkehr wird aggressiver und rücksichtsloser, und ich ehrlich gesagt auch keinen Bock mehr auf deutsche Autobahn habe. Und das sind ja so die Strecken, die sich auf dem Kilometerzähler niederschlagen.

Objektiv betrachtet wäre ein Elektroauto für mich das falsche Fahrzeug. Denn ich komme gar nicht erst in den Streckenbereich, in dem sich ein Elektroauto ökologisch amortisiert, die Einsparungen also die Belastung durch die Akku-Herstellung aufwiegen. Abgesehen davon, dass ich ein Elektroauto auch bei Nichtbenutzung erhaltungsladen müsste und hier weit und breit keine Ladestation habe. Ich werde dieses Fahrzeug innerhalb seiner Lebensdauer vermutlich nie in den Fahrstreckenbereich bekommen, ab dem ein Elektroauto ökologisch günstiger ist.

Warum also wollen die unbedingt, dass ich Elektroauto fahre?

Einen ersten Hinweis gaben die Pressemeldungen, was die EU uns bis 2022 bei Neuwagen aufzwingen will: Automatisches Tempolimit, Fahrzeuge, die nicht schneller fahren, als gerade erlaubt. Begründet damit, dass Rasen mit Macho, Männern, Testosteron zu tun hat. Droht die Feminisierung des Autofahrens? Dafür spricht, dass auch irgendwo stand, dass Rückfahrkameras verpflichtend werden sollen. Das ist zwar eigentlich eine sehr gute Idee, weil das bei der heutigen Technik und bei der eh schon bestehenden Computer- und Bildschirmausstattung der Fahrzeuge keine 20 Euro zusätzlich kostet, aber es passt nicht zu der Begründung, dass man Verkehrstote reduzieren will. Wieviele Leute werden beim Rückwärts-Einparken tödlich verletzt? Standen da eher feministische einparkstereotypische Interessen im Vordergrund?

Ein Leser bringt mich auf einen anderen Gedanken.

Er meint, es gehe um die Immobilisierung der Gesellschaft durch reduzierte und zentral steuerbare Beweglichkeit.

Fliegen sollen und dürfen wir bald nicht mehr. Uns werden Autos verordnet, die eine Reichweite von 100 bis 200 Kilometer haben und dann schrecklich lange laden müssen (irgendeiner hat ja mal neulich ausgerechnet, dass die Tankstellen und Autobahnraststätten gar nicht den Platz haben, um so viele Autos zum Laden anzunehmen, wie man es bräuchte, man muss einfach mal den Tankstellenplatzbedarf in der schönen Einheit Quadratmeter-Minuten pro Fahrkilometer berechnen, was sich auf Meterminuten runterkürzt), man also deutlich reichweitenbeschränkt wird. Ich bin früher mal ungefähr einmal im Monat übers Wochenende Dresden-Karlsruhe gependelt, dann auch mal kurz München-Karlsruhe, und beim Umzug ein paarmal München-Berlin gefahren. Nicht schön, aber geht. Mit Verbrennermotor. Geht nicht mit Elektroauto. Schon gar nicht im Winter bei Schnee und Matsch, oder im Stau.

Würde man sich elektromobilisieren, oder wie gefordert, auf Car-Sharing reduzieren, und dann noch das Fliegen weglassen (übrigens: Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu bauen, schon gar nicht in Berlin…)

Sehr geehrter Herr Danisch

Je länger ich mich mit dem Thema CO2 und Mobilität in der Zukunft beschäftige, desto mehr fange ich an zu verstehen worum es wirklich geht.

Es ist ganz einfach. Es geht um die Kontrolle der Bewegungsmöglichkeiten der Menschen. Das kann man aktuell nur mit so Leuten wie Gretchen und einem schlechten Gewissen begrenzen. Die Geisteskranken die diese Welt regieren zeigen aber schon wo es hingeht.

Elektroautos sind noch Zukunftsmusik- E Scooter sind ab jetzt Realität. Und der Grund warum die so gepuscht werden ist klar. Man kann nur mit App und Smartphone fahren. In Holland gibt es Leihscooter in Electro die sich in manchen Straßen einfach nur langsamer fahren lassen und in manchen Bereichen sich nicht parken lassen.
Das ist … komplette Kontrolle der Bewegung der Bevölkerung und Eingriff.

Mit freundlichen Grüßen,

Ja, darauf läuft es dann wohl hinaus. Autos, die einem sagen, wie schnell man noch fahren darf, oder wohin, oder wo man parken darf.

Die nächste Stufe wird sein, dass man – analog zu den geforderten Flugbegrenzungen – jedem Bürger nur noch eine bestimmte Fahrwegstrecke pro Jahr zubilligt, und man dann nicht mehr fahren kann, wenn man sein Kontingent erreicht hat. Die EU fordert ja gerade für die Fahrzeuge ab 2022 einen Alkoholchecker, damit das Fahrzeug nicht mehr startet, wenn ein besoffener Fahrer einsteigt. Von da bis zur politischen Sperrung ist es nicht mehr weit. Zentral vernetzt sind nicht nur die Miet- und Carsharing-Fahrzeuge, sondern bald alle. Die Elektroautos schreien eh danach, und es müssen ja auch schon längst in alle Fahrzeuge Notrufmobilfunkgeräte eingebaut sein, also haben wir im Prinzip schon die totale Vernetzung.

Es ist eine Frage der Zeit, wann der Staat bestimmt, ob, wann, wohin, wieviel man fahren darf, und wer überhaupt.

Dann kommt dann irgendwann die Frauenquote auf Kilometer, bei der Männer erst losfahren dürfen, wenn Frauen 50% der gefahrenen Tageskilometer erreicht haben. Geschlechtergerechte Verkehrsampeln. Durchsetzung von Frauenparkplätzen. Islamische Parkplätze. Parkplätze nach Hautfarben.

Vielleicht kann man dann auch nur noch dann in die Innenstadt, wenn man eine Parkplatzbuchung eines Parkplatzinhabers nachweisen kann. Man bucht vorher im Internet einen Parkplatz im Parkhaus X, und dann kann man genau dort und nirgends anders parken. Oder man hat einen Arzttermin bei Arzt Y, der fünf Parkplätze für Privatpatienten gekauft hat und einem dann einen zuweist. Oder der Elektronikmarkt Z bewirbt, dass wenn man mindestens 200 Euro bei ihm ausgibt, man bei ihm einen Parkplatz für zwei Stunden bekommt. Und mit diesem Parkticket dann überhaupt erst in die Innenstadt fahren kann. Es sei denn natürlich, man ist in der Partei und hat sein Fahrzeug als Bonzenschaukel registriert, dann geht alles. Oder wenigstens als nur mit Frauen besetztes Fahrzeug.

Die Polizei kann Innenstädte per Mausklick sperren. Oder wie in London von der Zahlung von Eintrittsgeld abhängig machen. Oder wie in China das Wohlverhalten vermessen und weitere Kilometer nur bei feministisch-veganem Fahrstil gestatten.

Sicherlich auch von Nutzen wäre, wenn die Polizei bei Terroranschlägen oder Raubüberfällen einfach alle Fahrzeuge im Umkreis von 5 oder 10 oder 50 Kilometern „einfrieren” kann, die also einfach stehen bleiben, wo sie gerade stehen.

Die Feuerwehr würde sich sicherlich über eine „Override-Fernsteuerung” freuen, damit sie Autos, die bei Blaulichtfahrten im Weg stehen, keine Rettungsgasse auf der Autobahn freimachen oder Hydranten zu parken per „Verschwinde!-Signal” dazu bringt, sich zu verziehen. Digitaler Platzverweis, sozusagen. So eine Art digitales Blaulicht-Beacon, vor dem sich alle Autos verkrümeln, ob der Fahrer will oder nicht. Man muss auch nicht mehr nach Fahrzeugen fahnden, man kann sie einfach fragen, wo sie stehen. Oder sie zur Besichtigung in die nächste Polizeidienststelle „vorladen”. Die kommen dann von selbst. Vielleicht sogar samt gesuchtem Insassen. Wäre generell genehm, wenn Autos künftig den Behörden jeden Fahrer und jede Fahrt petzen und sie bedarf auch gleich zum Verhaftungsrendezvous fahren. „Hol schon mal den Harry, Wagen!”

Oder vermessen, ob jemand überhaupt ein Auto braucht. Vielleicht dürfte ich mir dann gar kein Auto mehr kaufen, weil man sagt, der fährt gar nicht mehr so viel, dass ihm ein Car-Sharing-Fahrzeug nicht reichen würde. Bekäme natürlich die Geschwindigkeits- und Parkbeschränkungen für Männer aufgedrückt. Oder dürfte auf der Autobahn nicht nur die Fahrspur für Frauen nicht mehr benutzen, ich könnte es auch nicht mehr, weil das Auto das nicht mehr erlaubt.

Ein Car-Sharing-Auto bekäme ich dann aber sicherlich auch kaum noch. Erstens weil politisch unerwünscht. Zweitens, weil Car-Sharing-Fahrzeuge dann auch bevorzugt an Frauen vergeben würden. Männer bekämen sie nur noch, solange gerade keine Frau bucht oder so. Parken könnte man sie dann auch nur noch da, wo besonders viele Frauen sie benötigen.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass wir vor einer Re-Trabbi-isierung stehen.

Vielleicht bekam der Diesel sein Todesurteil, weil er besonders von Männern gefahren wurde und weil man mit ihm sehr lange Strecken zurücklegen konnte.

Nachtrag: Ach, der war mir von Anfang an als Grundgedanke im Kopf und dann hab ich doch vergessen, es zu erwähnen: In den USA hat Tesla schon mehrmals bei Brandkatastrophen, Tornados und ähnlichen Katastrophen ferngesteuert die Reichweite aller Tesla-Fahrzeuge temporär erhöht, damit die Leute aus den betroffenen Gebieten fliehen können. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, verkaufen die – was ja auch in anderen Branchen üblich ist – dasselbe Fahrzeug zu verschiedenen Preisen, und die Versionen werden nur per Software in verschiedene Leistungsklassen konfiguriert. Bei meinem Auto auch so, das gibt es in mehreren Motorleistungsversionen zu verschiedenen Preisen, die sich aber nur in der Kennlinie in der Firmware unterscheiden. Das heißt, dass es bei Tesla schon so ist, dass zentral gesteuert wird, wie weit und wohin man mit dem Auto fahren kann.