Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Was kommt nach Frauen, Schwulen, Transen, Farbigen und Migranten?

Hadmut
21.1.2019 23:14

Die nächste Eskalationsstufe im Tribalismus-Krieg steht bevor.

Neulich habe ich über Kommunismus 6.0 geschrieben, den ich als die nächste Stufe nach den gescheiterten Versionen Klassenkampf gegen Kapitalismus, Sexismus, Homophobismus, Transphobismus, Rassismus prognostiziere: Der Kampf gegen die als schlecht erachteten Gene, wenn die Gentechnik noch etwas weiter fortgeschritten ist. Dann sind wir im Film Gattaca, weil die Regierung Genquoten vorgibt und die Parteien sagen, welche Gene politisch gut sind und gefördert werden, und welche abgelehnt werden. Mit welchen Genen man dann nirgends mehr reinkommt. Nazi-Gene, toxische Y-Chromosome und sowas. Inklusion von Behinderten war gestern, das gilt nur für die politisch korrekt Behinderten, nicht für die Genkrüppel. So, wie man heute auf alles Männliche einhackt und Männer für alles verantwortlich macht, wird man das auf bestimmte Gene verdichten und die Utopie der genetisch sauberen weil politisch korrekten Gesellschaft erschaffen. Man wird Menschen so bauen, dass sie gut in die Utopie passen. Kleine, ängstliche, passive Zuchtmänner. Wenn überhaupt.

Die Soziologen von heute behaupten, es gäbe keine Biologie, das wäre alles nur ansozialisiert. Die Soziologen von morgen verstehen sich als Gen-Moraliker, die der Politik benennen, welche Gene gut und förderwürdig und welche schlecht und zu bremsen oder zu sterilisieren sind. Die zwingende Konsequenz des böse-weiße-Männer-Geredes von heute. Ich sage ja immer, dass es zwischen den Linken und den Dritte-Reich-Nazis eigentlich keine Unterschiede gibt. Der wesentliche Unterschied dürfte wohl 100 Jahre sein. 2039 dürfte dann lustig werden. Soziologen halten sich ja heute schon für Gesellschaftsingenieure, und glauben, es wäre ihre Aufgabe (woher auch immer), die Gesellschaft umzubauen und auf Kommunismus zu bügeln. Die Gesellschaft als Planwirtschaft. Das Ministerium für „Gute Gesellschaft” (hieß früher Frauenministerium) gibt jeweils zum Jahresende die Gen-Pläne für das kommende Jahr an die Fortpflanzungskliniken. (Leser schrieben mir, ich müsste mal Huxleys „Schöne neue Welt” lesen, da stünde sowas auch drin, ich bin aber noch nicht dazu gekommen.)

Das wird wohl so sein, aber an einem Punkt habe ich da was übersehen, ausgerechnet ich als Informatiker. Ich muss da zwischen 5.0 und 6.0 noch was einschieben.

Ich hole dazu noch etwas aus.

Wie ich schon so oft schrieb, halte ich für einen zentralen Grund, warum diese ganze linke Durchmischungsideologie scheitert, die Struktur und Funktion des Gehirns (jedenfalls heute noch, das werden sie sofort entfernen und wegzüchten, sobald die Genetiker das Gen entdeckt haben.) Nämlich den Tribalismus, gleich an der Amygdala. Ohne Frage wird man uns den wegzüchten, denn die Amygdalektomie hat sich als feminismuskonform erwiesen. Die Soziologen werden es damit rechtfertigen, dass Kolonialisierung auf der Amygdala beruhe. Früher hat man Straßen umbenannt, später wird man Gehirne genetisch umkonstruieren.

Bis dahin haben wir aber noch das Problem, dass diese ganzen Tribalfunktionen aktiv sind und die Anwesenheit von Fremden, gar die Konfrontation damit, Stress verursacht und Abwehrreaktionen bis hin zum Kampf auslöst. (Wird man wegzüchten oder gentechnisch eliminieren.)

Nachdem man nun politisch alles ausprobiert hat, was als Konfrontation wirken und den erhofften Klassenkampf anzetteln könnte, was man hatte, aus der ganzen Welt hat man alles rangeholt, was zu finden war, dachte ich eigentlich, da kommt nichts mehr bis zur gentechnischen Umgestaltung, es sei denn, Außerirdische kämen noch vorbei. Eine Runde Independence Day.

Eins habe ich dabei übersehen:

Den Terminator.

(Kein) Spässle g’macht.

Überall versuchen sie, Roboter möglichst menschenähnlich und omnipräsent zu machen, aber anscheinend hat keiner daran gedacht, dass auch Roboter als „Fremder”, „Angreifer” oder „Konkurrent vom anderen Stamm” aufgefasst werden und diese Funktion im Gehirn auslösen könnten.

Die ZEIT berichtet, dass es zunehmend zu stumpfer Gewalt gegen Roboter und autonome Fahrzeuge komme.

Nicht, dass ich auf das Geschwätz der ZEIT noch was gäbe, aber das könnte schon so sein. Dass Maschinen, Roboter, KI-gesteuerte Systeme vom Gehirn nicht mehr als Maschine wie ein Küchenmixer oder eine Waschmaschine aufgefasst werden, sondern als Individuum mit eigenem Willen – und damit als Angreifer, Konkurrent, Invasor. Oder, in der Vibrator-/Dildo-Variante als Nebenbuhler, der die Eifersucht weckt.

In den USA häufen sich Angriffe auf Roboter und autonome Fahrzeuge. Ein neuer Maschinensturm? Und ist das eine sinnvolle Maßnahme gegen die Algorithmisierung des Lebens?

Mitten in einer Oktobernacht stürmte ein Mann in der US-Wüstenstadt Chandler auf eine Kreuzung. Er schlug mit einem stumpfen Gegenstand auf ein Roboterfahrzeug ein und zerstach einen Reifen des Vehikels. In einem weiteren Fall soll laut Polizeibericht jemand den Nutzer eines selbstfahrenden Autos mit einem Revolver bedroht haben. Immer wieder kommt es zu tätlichen Übergriffen, seit die Google-Schwester Waymo in dem Vorort von Phoenix ihre autonome Fahrzeugflotte im Rahmen eines Testbetriebs ausgerollt hat.

Nicht nur in Arizona, auch in Kalifornien vermelden Polizeibehörden vermehrt Vandalismusvorfälle.

Es wird nicht lange dauern – Leser drängen darauf, dass ich schärfer zwischen maschinenhörigem Kommunismus und maschinenfeindlichem Maoismus unterscheide – und man wird die Ablehnung von Maschinen den Nazis als Fremdenfeindlichkeit aufs Konto schreiben.

In San Francisco stieg im vergangenen Jahr ein Taxifahrer aus seinem Wagen und schlug auf die Windschutzscheibe eines Roboterfahrzeugs ein. Ein Sicherheitsroboter, der in Parkhäusern patrouillierte und Obdachlose vertreiben sollte, wurde von wütenden Bürgern demoliert; Wohnungslose, die gerade eine Zeltstadt errichteten, stülpten eine Plane auf den Roboter, schlugen auf ihn ein und schmierten Barbecuesauce auf seine Sensoren. Hier, wo sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter spreizt, entlädt sich der Zorn gegen die Maschinen.

Man könnte das natürlich auch soziologisch einsetzen: Denn der Mensch neigt dazu, sich immer gegen den größten Feind zu stellen und sich dazu mit nachrangigen Feinden sogar vorrübergehend zu verbünden. Da können sich welche prügeln, kaum kommt die Polizei, greifen sie zusammen die Polizei an.

Man wird es vielleicht sogar nutzen, um vom Migrationsstress abzulenken. Gehen da irgendwo Einheimische, Araber und Juden oder sowas aufeinander los, schickt man einfach genug Robocops, autonome Fahrzeuge und penetrange KI-Roboter-Lehrerinnen hin, und schon sind die alle damit beschäftigt, deren Blech zu verbeulen.

Und so gibt es Ähnlichkeiten mit Migranten:

Etwas hat sich verändert im öffentlichen Ansehen von Automaten. Als der Roboter Hitchbot – eine infantile Konstruktion aus einem solarzellenbewehrten Eimer, Schwimmnudeln, Kindergummistiefeln und einem Tabletcomputer – 2015 auf seiner Reise per Anhalter durch die USA von Vandalen zerstört wurde, brach ein Sturm der Entrüstung los. Blogger fragten: “Wer hat Hitchbot getötet?” Von dieser Empathie ist mancherorts nicht mehr viel übrig geblieben. Immer häufiger liest man in der Lokalzeitung San Francisco Chronicle, dass Menschen auf Lieferroboter eintreten, die auf dem Bürgersteig fahren und Pizzen und anderes Fast Food an die Wohnungstür liefern. Es sind nur Randnotizen. Doch dahinter steckt womöglich mehr.

Klar. Rassismus. Alles Nazis. Intolerant, nicht weltoffen, fremdenfeindlich.

Es wird nicht lange dauern, und man wird politisch verfolgt, angeprangert, gefeuert, wenn man ein schräges Wort gegen Maschinen äußert. Der nächste Klassenkampf kommt.