Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ins eigene Knie geschossen – Bedenke, worum Du bittest

Hadmut
17.1.2019 18:57

Hätte man durch Denken vermeiden können.

Die TAZ schreibt („Armes Deutschland”) und die Epochtimes lästert, das „Neue Deutschland”, ursprünglich von der sowjetischen Militärverwaltung lizenziertes Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), stehe kurz vor der Insolvenz. (Geistig wohl schon länger, aber jetzt auch finanziell.) Und zwar über das gewöhnliche Zeitungssterben hinaus:

ET:

Bereits im Jahr 1998 war die verkaufte Auflage auf etwa 65 000 gesunken. Mittlerweile liegt sie bei etwa 22 000 – wobei sich der Großteil immer noch auf Abonnements stützt. Waren zu DDR-Zeiten mehr als 500 für ihre uneingeschränkte Loyalität gut bezahlte Regimegünstlinge für das Blatt tätig, sind es heute nur noch etwa 100 Beschäftigte. Dabei liegt der Haustarif im Kampfblatt gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen etwa 60 Prozent unter dem Flächentarifvertrag für Tageszeitungen.

Beachtlich auch die TAZ:

72 Jahre nach der ersten Ausgabe ist das nd in einer tiefen Krise. Die Auflage sinkt, online nimmt es kaum Geld ein, vor einem Jahr stand die Insolvenz unmittelbar bevor. Die Linkspartei, die Gesellschafterin der Zeitung ist, gab ihr nochmal einen Kredit, angeblich 1 Million Euro. Ein Jahr später stellt sich wieder die Frage: Ist das nd am Ende? Und was macht die Linkspartei? […]

Denn dass die Zeitung bis heute in der Hand der Linkspartei ist, der Nachfolgeorganisation der SED, findet sie wichtig für die Identität des Blatts. […]

Die nd-Belegschaft argumentiert: Die Linkspartei hat Verantwortung für uns.

Behaupten Journalisten nicht immer so gerne, die Presse sei parteipolitisch unabhängig?

Und woher hat die antikapitalistische Linkspartei überhaupt eine Million, dazu noch eine entbehrliche?

Alle Tageszeitungen kennen diese Entwicklung. Nur läuft sie beim nd schneller ab, weil die Leserschaft älter ist und stirbt. Der Großteil der nd-Leser sind alte Ostdeutsche. Manche in der Linkspartei sagen, dass die Zeitung vor allem in Ostberliner Altenheimen stark sei.

Man könnte sagen, sie leiden an Schwund der alten weißen Männer.

Die Frage ist natürlich, warum selbst das linke Blatt schlechthin bei der doch gerade so linken Jugend keine Leser mehr findet. (Vielleicht, weil die nicht deutsch oder gar nicht mehr lesen können?)

Die TAZ liefert die Antwort:

Der Name neues deutschland schrecke viele ab, sagt Chefredakteur Wolfgang Hübner. Die einen denken bei dem Klang noch immer an DDR-Zeiten, und die anderen, junge Linke, vermuten bei dem Wort „Deutschland“ eine Rechtspostille.

Das ist aber echt übel. Fassen wir mal deren Weltbild zusammen:

  • Aus Sicht der Linken gibt es in der Welt nur Linke und Rechte, sonst nichts.
  • Die Linken lesen es nicht, weil sie so doof sind, dass sie die linkeste aller Zeitungen nicht kennen und sie dem Namen nach für rechts halten.
  • Die Rechten lesen es nicht, weil die im Gegensatz zu den Linken wissen, dass es das Blatt der SED/DDR ist.

Bleibt halt nichts übrig.

Man könnte sagen, sei sterben an eben jenen Linken, die sich selbst so gebaut haben: Strohdoof und gehen auf alles los, was nach „Deutschland” heißt.

Übel daran ist, dass es sich damit irgendwie etabliert, dass Parteien sich ihre Verlage durchpäppeln.