Ansichten eines Informatikers

Ein Elektroauto, gefangen im Körper eines Diesels

Hadmut
18.12.2018 22:46

Es wird höchste Zeit für die gesellschaftliche Anerkennung von Trans-Autos.

Geht es Euch auch so?

Jetzt, wo sie alle die Diesel verbieten wollen. Habt Ihr schon mal Eurem Auto zugehört? Das so tief in sich drin schon immer der Meinung war, im falschen Körper geboren zu und eigentlich gar kein Diesel, sondern ein Elektroauto zu sein?

Das sich darüber beklagte, dass ihm von Tankwart und Zulassungsbehörde ein Fahrzeuggeschlecht zugewiesen wurde? Dass es gezwungen ist, immer an die ihm gesellschaftlich zugewiesene Zapfsäule zu fahren?

Abhilfe ist nah.

Gab es bisher an der Tankstelle nur zwei Sorten an der Säule, Benzin und Diesel, baut man gerade die Tankstellen für alle die, die sich keinem der beiden Motorgeschlechter zugehörig fühlen, die Elektroladestation.

Neueste geisteswissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass die Einteilung in Diesel-Benzin-Elektro nur ein soziales Konstrukt ist, das dringend dekonstruiert werden muss. Schon die Einteilung ist zutiefst technistisch, und wir müssen zuerst die Sprache ändern. Niemand darf mehr ein Fahrzeug Diesel nennen.

Und so steht es in den Lehrplänen der Grundschulen und den Erziehungskonzepten der Kindergärten, dass jedes Auto tanken und laden kann, was es will. Ob es einen Auspuff hat und ob es knattert ist kein Kriterium mehr für das Motorgeschlecht. Alle Fahrzeuge, auch Elektrofahrzeuge, können Öl verlieren, so lernen wir jetzt, und deshalb werden auch an Stromladesäulen ab sofort Ölabscheider installiert. Niemand darf einem Auto verwehren, sich als Elektrofahrzeug zu fühlen, nur weil es tief drunten unter dem Blech noch einen Verbrennungsmotor und einen Auspuff hat. Alles nur soziale Konstrukte, und eigentlich gibt es ja auch 4096 Motortypen. Und seien wir ehrlich: Wer hatte nicht schon mal ein Benzinauto, an dem trotzdem die Batterie leer war? Schließlich haben sie doch alle Autoradios, die mit Strom funktionieren, und keiner hat ein Dieselradio. Und spätestens seit wir von Karbidlampen auf elektrische Beleuchtung umgestellt haben, ist das Motorgeschlecht ja schon lange nicht mehr eindeutig. Haben wir nicht alle einen elektrischen Anlasser? Na also, jeder ist trans, keiner ist mehr eindeutig. Man muss Fahrzeuge einfach zu mehr ermutigen, damit der Anlasser aus der dem Motor untergeordneten herkömmlichen Rolle heraustreten kann.

Wenn die Politik also nun die Elektroquoten durchsetzt, Förderprogramme für Elektrofahrzeuge auflegt, um sie von ihrer bisherigen gläsernen Decke zu befreien und den Gender Drive Gap abzubauen, und Dieselfahrzeuge ausgrenzt und diskriminiert werden (Mitglieder des AvD sprachen schon von Benachteiligung derer, die seit Jahrzehnten hier die Arbeit machen, während die Neuankömmlinge, die noch gar nichts geleistet haben, gehätschelt und bevorzugt werden, wofür Regierung und Schrottpresse sie mit Blick auf die geplanten Geschindigkeitsbegrenzungen als ewiggestrige Rasisten bezeichnete) und die mittelspurfahrende Öffentlichkeit sich uneinig ist, ob man die Gesellschaftsverhältnisse auf den drei Autobahnspuren als Terror von links oder von rechts bezeichnen sollte, fühlen sich viele auch ohne Anhängerkupplung als abgehängt.

Aber Politik und Verfassungsgericht geben neue Hoffnung, denn jedes Auto kann sein Motorgeschlecht wechseln und sich das im KFZ-Schein eintragen lassen, als was es sich fühlt. Das Bundesverfassungsgericht hat den Weg frei gemacht, dass es jedem Fahrzeug nun freisteht, sich im KFZ-Schein als Elektroauto eintragen zu lassen, wenn man sich als Elektroauto fühlt. Alternativ auch als Fahrrad.

Damit ist der Ausweg aus der Diskriminierung und der kommenden Ausgrenzung der Dieselfahrzeuge gegeben. Ihr müsst einfach erklären, dass sich Euer Auto als Elektroauto fühlt. Schon dürft Ihr wieder in die Innenstädte, die man von den alten Verbrennerclubs befreit.

Nachtrag: Politisch korrekt: Der Ford Transit.