Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ist Feminismus eine unterbewusste Abwehrreaktion gegen die Emanzipation der Frau?

Hadmut
9.12.2018 15:40

Mir geht so ein bizarrer Gedanke durch den Kopf. Nun wären wohl Psychologen, -analytiker, -iater, -therapeuten gefragt, die passende Analyse dazu zu betreiben.

Ich hatte doch gestern dieses groteske Juso-Veranstaltungsvideo verlinkt, in dem sie die freie Abtreibung über die volle Zeit der Schwangerschaft fordern.

Mir ging als erstes durch den Kopf, dass es wieder mal um das typische feministische Grundschema geht, niemals und unter keinen Umständen Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und die Konsequenzen des eigenen Handelns zu tragen. Denn es geht ja nicht etwa nur um Vergewaltigung, auch nicht um medizinische Indikation, sondern um die bedingungslose Abtreibung. Also auch um „einvernehmlichen Sex”.

Beim Sex haben wir ja schon lange den Effekt, dass im Zeitalter des Feminismus viele Frauen glauben, dass sie es sich auch Monate nach dem Sex noch rückwirkend anders überlegen können und ihr Einvernehmen quasi rückwirkend zurücknehmen und den Sex nachträglich zur Vergewaltigung umdefinieren können. Sich also geistig-moralisch aus ihrer eigenen Entscheidung zurückziehen und die Schuld für die Fehlentscheidung anderen aufladen können.

Ähnlich wirkt das hier auf mich. Bei einer Schwangerschaft als Betriebsunfall braucht man ja eigentlich keine 6 Monate, um sich zu überlegen, ob man das Kind will oder nicht. Sie erwähnen hier auch mit keinem Wort, warum die bisherige Frist zum Schwangerschaftsabbruch nicht reichen soll. Wofür nicht reichen? Bisher ist das bis zur 12. Wochen nach Befruchtung bzw. 14. Schwangerschaftswoche straffrei. Das sind rund 3 Monate. Und spätestens da sollte man es ja auch gemerkt haben (Ausnahmen gibt’s immer, aber alle mir bekannten Schwangeren wussten das bis dahin.) Wenn man fordert, dass die Abtreibungsfrist auf das zwei- bis dreifache angehoben wird, oder eigentlich egal, was auch immer man fordert, dann stellt sich doch die kanonische Frage: Warum und wozu?

Man muss sich doch bei jeder Rechtsänderung die Frage stellen, welche typischen Fälle von der Änderung überhaupt erfasst werden. Wer würde ein Kind abtreiben wollen, dem das in den ersten 3 Monaten noch nicht eingefallen ist? Doch von seltenen Randfällen abgesehen nur jemand, der es sich nach mehr als drei Monaten anders überlegt hat. Im Prinzip das gleiche Phänomen wie bei denen, die es sich nach drei Monaten anders überlegen und dann doch vergewaltigt worden zu sein, um quasi die eigene Entscheidung wieder abstreifen zu können.

Das Phänomen, das Paradoxon, dass Feministinnen zwar ständig behaupten und beanspruchen, emanzipiert und selbständig zu sein, Männer zu brauchen wie ein Fisch ein Fahrrad, sich darüber aufregen, dass Frauen früher kein Wahlrecht hatten und in allen Lebensentscheidungen bis zu Beruf und Kontoführung auf Vater oder Gatten (notfalls Brüder) angewiesen zu sein, gleichzeitig aber jegliche Eigenverantwortung ablehnen und pausenlos damit beschäftigt sind, jegliche Schuld, jegliche Eigenverantwortung selbst bei noch so kleinen Kleinigkeiten abzulehnen und dem nächst greifbaren Mann – auch völlig fremden, unbeteiligten, nur zufällig anwesenden Männern – aufzubürden, habe ich oft beschrieben. Man lehnt es einerseits ab, vom Gatten abhängig zu sein, stellt sich aber gleichzeitig unter die permanente Vormundschaft und die Aufsichts- und Unterhaltspflicht der gesamten Männerschaft, abstrahiert vom Individuum.

Ich hatte das 2012 schon beobachtet und im Buch damals beschrieben, dass mir die Frauenförderung an den Universitäten und in der Industrie erscheint, als gälte es, eine Art Gattenprothese zu bauen: Eine sichere Umgebung, in der man voll versorgt und ausgehalten wird. An die Stelle der Ehe, die nicht geschieden werden kann, trat die Beamtenstelle, die nicht gekündigt werden kann. Der Eindruck verstärkte sich später, als ich mal inkognito feministische Bibliotheken und Institute besichtigt und deren Gespräche untereinander mitbekommen habe. Mit Forschung und Wissenschaft hat es nichts zu tun, aber vieles wirkt wie eine Wohnungsprothese. Wie eine Wohnhöhle. Sitzecken, man trifft sich nicht zu Symposien, sondern zum Kaffeetrinken, und alles dreht sich rund um Sexualität und Privatangelegenheiten. Sie wohnen nicht mehr zuhause und arbeiten an der Uni, sie wohnen an der Uni und gehen nur zum Schlafen nach hause. Deren Sexualität findet in großem Umfang an den Universitäten statt, und dass die dort ständig von Masturbation, Menstruation, Urinieren und all so’n Kram reden, liegt daran, dass die Uni für sie nicht Arbeitsplatz ist, sondern die Stelle der Wohnung einnimmt.

Je mehr ich mir diesen Feminismus anschaue, desto stärker habe ich den Eindruck, dass es ein psychopathologisches Phänomen ist, das wesentlich darauf beruht, sich das, dessen entledigt zu haben man sich feiert, wieder zurückzuholen. Eine Art sorgenloser Geborgenheit („Safe Space”), die Vollversorgung (Beamtenstellen, Pay Gap-Krieg), Hausfrauensozialumfeld (Frauenquote, Vorbilder usw.), nichts arbeiten zu müssen (keine Anforderungen, Quote) und vom Manne versorgt zu werden (immer und an allem sind Männer schuld). Es ist so grotesk, dass letztlich sogar die Frage und Verantwortung der Fortpflanzung vollständig auf Männer übertragen wird, wie in einem Löwen- oder Affenrudel. Wenn’s nicht passt, war der Mann schuld. Dann ist der Mann ein Vergewaltiger und die Frau muss abtreiben können. Der Gedankengang „Du bist erwachsen, Du hast dich entschieden, mit dem Typen zu vögeln, Du hast nicht verhütet, und in den ersten 3 Monaten ist Dir auch nicht eingefallen, abzutreiben, nun leb eben mit Deiner Entscheidung” scheint es für diese Frauen da nicht zu geben. Sie sind nicht in der Lage, für sich selbst Entscheidungen zu treffen und damit letztlich der Prototyp des Weibchens, das zuhause in der warmen Küche sitzt und für nichts Entscheidungen trifft, in allem auf den Mann angewiesen ist.

Wie kommt so etwas zustande?

Ich habe schon oft geschrieben, dass ich den ganzen Feminismus für einen kompletten Schwindel halte. Für Betrug, aber auch Selbstbetrug. Eine Korrelation, die man als Kausalität ausgab.

Man tut seit den 60er, besonders den 70er Jahren so, als hätte der Feminismus, als hätten Leute wie Alice Schwarzer und die ganzen § 218-Aktivistinnen die Frau befreit. Das ist glatt gelogen und falsch.

Ich habe schon öfters beschrieben und dabei auch Museen in Australien erwähnt, dass Hausarbeit bis in die 50er, frühen 60er Jahre eine Knochenarbeit war, und die „Hausfrau” damit nicht nur Vollzeit, sondern auch körperlich stark belastet war. Sie haben in einem der australischen Museen eine alte Kücheneinrichtung beschrieben und in einem Video zeigt eine Köchin, wieviel Arbeit es war, eine Jelly nach altem Schema zu kochen, womit sie zwei Tage beschäftigt war, weil da irgendwelche Knochen und Schädel ausgekocht werden mussten, durch ein Handtuch gepresst, und so weiter und so fort. Im Vergleich dazu die heutige Zeit der Arbeitsteilung, in der man das Zeug einfach im Supermarkt fertig kauft.

Nun habe ich in neuseeländischen Museen ähnliche Hinweise gefunden. Sie betreiben dort auch in kleineren Käffern mit großem Vergnügen so kleine Heimatkundemuseen, die mit viel Liebe und wenig Systematik zusammengestellt werden. Die Geschichte Neuseelands ist, naja, übersichtlich. Von den Maori – die es da auch noch gar nicht so lange gibt – wird geschichtlich und vor allem technisch nicht so viel geliefert, und die Europäer sind noch nicht so lange da. Deshalb finden sich zu vielen Aspekten der knappen neuseeländischen Geschichte oftmals noch Originalhäuser oder -gegenstände, nicht selten noch in Scheunen oder alten Häusern, denn die Neuseeländer neigen dazu, Sachen aufzuheben. Und so gibt dann jeder im Städtchen was dazu, was er so noch findet oder geerbt hat. Auch die Polizei lässt sich da nicht lumpen, und gibt beispielsweise mal alte Handschellen oder einen verrosteten frühen alten Polizeirevolver, den man bei Renovierungsarbeiten unter dem Doppelboden gefunden hat.

Und dort sieht man nicht nur alte Küchengeräte, sondern vor allem auch alte Waschmaschinen. Alte Haushaltsgeräte. Ich dachte, sowas habe ich ja noch nie gesehen: Einen Staubsauger, bei dem man mit der Hand pumpen musste. Natürlich Nähmaschinen, die man mit den Füßen angetrieben hat. Und so weiter und so fort. Und dort beschreiben sie auch (u.a. für die jungen verwöhnten Damen), was für eine Monsterarbeit es früher war, Wäsche zu waschen. Damals hatte man ja auch nicht so feine Stoffe, da musste man den ganzen Kram erst mal einen ganzen Tag einweichen, um das überhaupt bearbeiten zu können. Dann mühsam schrubben, am Fluss, auf Steinen, oder in heißen Zubern von Hand im heißen Wasser, spülen, und hinterher durch Pressen und Mangeln drehen. Die Wäsche zu waschen war ein größeres Projekt, und es war verdammt anstrengende, harte Arbeit.

Und da gehe ich als Camper und Urlauber, angezogen mit pflegeleichter synthetischer leichter Kleidung, stecke alles in einen Beutel, gehe auf dem nächsten Campingplatz an die Münzwaschmaschine, schmeiße da einfach alles rein, um es eine halbe Stunde später in den Wäschetrockner umzuladen und wieder eine Stunde später fertig abzuholen. Nicht mal bügeln oder sowas. 6 neue Unterhosen für 6$ (unter 4 Euro) gekauft, T-Shirts ab ca. 3,50 Euro, Pulli für 6 Euro, Jogginghose für 5 Euro und so weiter. Socken im Sparpack für ebenfalls irgendeinen Kleinbetrag im Sammelpack, nimm zwei und spare nochmal. Das Thema, Wäsche zu waschen oder gar zu flicken, zu reparieren, ist aus meinem Alltag weitgehend oder sogar völlig eliminiert. Wer von Euch besitzt ein Stopfei, um damit seine Wollsocken zu flicken? Wer von Euch trägt noch geflickte Socken? Wer von Euch trägt noch einen gewendeten Mantel oder weiß wenigstens, wovon ich da rede?

Eben. Ähnlich mit dem Kochen. Ich bin kein großer Koch und habe in den 3 Wochen Wohnmobil die Küche, obwohl gut ausgestattet und vollständig, fast nicht benutzt. Ich habe mir meinen Tee gekocht, bei Takeaway was geholt und mich gerne zum Essen in meine Bude gesetzt, aber groß gekocht habe ich da gar nicht. Will sagen: Ich habe drei Wochen ohne Hausfrau gelebt, weil ich alle Tätigkeiten einer Hausfrau an Maschinen und Dienstleister auslagern konnte. Arbeitsteilung des 20. und 21. Jahrhunderts. Dafür arbeite ich etwas anderes und verdiene das Geld, mit dem ich dann andere dafür bezahle, mir etwas zu essen zu machen oder meine Wäsche zu waschen. Weil damit eine enorme Effizienzsteigerung einhergeht.

Ein Schritt zurück, eine größere Perspektive

Ich gehe ja gerne in Museen. Besonders technische Museen. Und da ist man in Neuseeland gut aufgehoben, denn – das ist nicht schön, aber so ist es eben – die Geschichte Neuseelands ist eigentlich keine schöne, sondern die Geschichte motorisierten Raubbaus an der Natur. Die Besiedlung Neuseelands (und das eigentlich auch schon durch die Maori) ist eigentlich nur die Geschichte der Plünderung eines Paradieses, des hemmungslosen Abholzens und industriellen Ausquetschens eines weit entfernten Landstriches, in dem man sonst nicht viel Nutzen sah. Holz und Bodenschätze rausholen, Schafe und Rinder drauf. Und diese Plünderung ist eng verbunden mit der technischen Entwicklung, die man in den neuseeländischen Museen (dazu später noch mehr hier im Blog) sehr gut betrachten kann. Denn die riesigen Holzstämme, Bergbau und dergleichen wären ohne Maschinen nicht zu bewältigen gewesen. Neuseeland ist ein Land, das entlang der technischen Entwicklung besiedelt wurde.

Eben diese technische Entwicklung kann man auch wunderbar in englischen und amerikanischen Museen betrachten, deutlich abgeschwächter in deutschen Museen wie dem Deutschen Museum in München oder dem technischen Museum in Berlin.

Zu Anfang beruhte alles auf Muskelkraft, Mensch und Tier.

Dann waren lange Zeit Wind- und Wasserkraft Stand der Technik, für Mühlen und die Schifffahrt. Segelschiffe sind im Prinzip nur Windkraftanlagen. Auf Land nicht beweglich.

Den großen Durchbruch brachte im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert die Dampfmaschine.

Leider haben die Sozialschwätzer hier so eine Art „Diskurshoheit” erlangt und etwa bei Wikipedia wird die Industrielle Revolution zum kapitalistischen Sozialdrama, und alles verliert sich in Sozio- und Politgefasel. Deshalb ist auch die Darstellung in den Museen bei uns unterentwickelt. Was das aber in technischer Hinsicht bedeutete, was man da entwickelt hat und was für einen enormen Schub die Ingenieurwissenschaften geleistet haben, wird besonders bei uns fast nie betrachtet. Es scheint, als hätten die Geisteswissenschaften es bis heute nicht verkraftet, dass die Ingenieurwissenschaften damals ihren großen Durchbruch hatten und die Geisteswissenschaften dabei bedeutungslos und überflüssig waren. Der ganze Marxismus- und Kapitalismuskram ist vor allem eine beleidigtes Gemaunze und Geschimpfe derer, die sich damals als nutzlos und überflüssig erwiesen und nicht beteiligt wurden, weil sie nutzlos waren und nur störten und im Weg rumstanden. Das Schimpfen auf die Technik und die Industrielle Revolution war schon damals ein Geplärre derer, die von der Entwicklung der Geschichte einfach abgehängt wurden.

Natürlich hat das damals Arbeitsplätze gekostet. Aber es hat, wie jeder technische Schub, bessere und intellektuell anspruchsvollere Arbeitsplätze hervorgebracht.

Man findet in den Museen dieser Welt immer wieder das gleiche Grundprinzip der damaligen Fabrik: Eine stationäre Dampfmaschine, die als Antriebsmotor diente und eine lange Welle antrieb, die durch die Fabrikhalle ging. Werkzeuge standen am Boden und wurden dann per Lederkeilriemen an die Welle angekoppelt. Rutschkupplung. Webstühle, Sägen, Hammerwerke, was auch immer. Und genau damit habe ich als Kind gespielt. Ich hatte eine Dampfmaschine, die eine Welle antrieb, an die man mit Antriebsriemen aus Stahlfedern kleine Spielzeugwerkzeuge ankoppelt konnte. Ich habe erst lange Zeit später in den Museen begriffen, wie realitätsnah mein Spielzeug damals war.

Dazu gehörten auch die beweglichen Dampfmaschinen, etwa die Dampfloks oder die Dampfwalzen und -traktoren. Man sieht in den Museen archaisch und doch brachial anmutende frühe Traktoren, die auf einer Dampfmaschine beruhten.

Damit war ein großer Aufwand verbunden, und die Maschinen waren riesig. Alles war riesig. Man erzählte mir mal, wie mein einer Großvater meinen Vater als Schwiegersohn mal auslachte, weil der so winziges (aus meiner Sicht völlig normales) Werkzeug besaß. Schaut man sich aber die Werkzeuge dieses Mannes an, dann war alles riesig, massiv, schwer, der kannte das nur so. Was wir heute als normales Werkzeug ansehen, sah für die damals wie Puppenspielzeug aus, weil alles bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts groß, schwer, massiv war.

Den nächsten Industrieschritt und die nächste Verkleinerung brachten die Verbrennungsmotoren. Das Auto ist letztlich keine Erfindung, sondern die Evolution der Dampftraktoren, bei denen man die riesige Dampfmaschine durch den moderneren Verbrennungsmotor ersetzt hat. Alles wurde kleiner, leichter, beweglicher, spontaner. Man musste nicht erst lange anfeuern, auf Druck warten, ständig Wasser nachfüllen und Kohlen nachschaufeln.

Während sich der Fortschritt vor allem in den Industriehallen bemerkbar machte, brachte er auch der Bevölkerung direkte Vorteile. In Auckland wird sehr schön beschrieben, wie man durch Pumpen, die von Dampfmaschinen angetrieben wurden, erstmals eine durchgehende und brauchbare Versorgung mit frischem Leitungswasser zustandebrachte. Man musste nicht mehr Grundwasser von Hand pumpen. Auch in Berlin ging man früher mit dem Eimer auf die Straße zur Handpumpe. Einige stehen sogar noch.

Dann gab es eine weltweite Unterbrechung der Entwicklung, der erste und zweite Weltkrieg brachten zwar enorme technische Fortentwicklung durch Kriegstechnik, die aber eben auch nur dem Krieg zugute kamen. Und es wurde immer kleiner. Computer und Mikroelektronik sind Folgen des zweiten und des kalten Weltkrieges.

Dafür gab es nach den Kriegen, ab den vierziger Jahren, durchaus auch als Folge der Kriege, einen weiteren enormen Technologieschub, der vor allem mit einer durchgehenden Elektrifizierung auch der Privathaushalte und der Entwicklung moderner Elektrogeräte einherging. Gleichzeitig gab es große medizinische Fortschritte, mit denen die Säuglingssterblichkeit sank und zusätzlich die Entwicklung der Anti-Baby-Pille.

Und plötzlich war die Frau als Hausfrau weitgehend schlicht überflüssig.

Der Haushalt wurde durch Maschinen und moderne Textilien stark erleichtert, besonders der Anteil körperlicher Arbeit fiel weg, und auch die Zahl der Kinder reduzierte sich drastisch. Meine Großmutter fand es noch selbstverständlich, auch mitten im Krieg und auf der Flucht fünf Kinder großzuziehen, der Krieg war eher der Grund, warum es nur fünf waren.

In den frühen siebziger Jahren war es plötzlich üblich, dass man die Einbauküche mit Spülmaschine und allem Schnickschnack hatte, Mikrowelle kam dazu, Waschmaschine, Wäschetrockner, moderne Waschmittel, und im Prinzip auch alles fertig im Supermarkt kaufen konnte.

Die Frau hat sich nie emanzipiert. Sie wurde nie von Feministinnen vom Schlage einer Schwarzer befreit.

Die Frau wurde schlicht und ergreifend wegrationalisiert. Sie wurde überflüssig. Man brauchte sie nicht mehr.

Deshalb ist es auch kein Wunder, dass gerade da die Ära des Playboy-Magazins begann. Man suchte neue Seiten an und Nutzmöglichkeiten der Frau, und erotisches Betthupferl war ja nicht schlecht.

Letztlich aber muss man das einfach als einen Schritt der techischen Entwicklung sehen. Bei den Dampfmaschinen war das Geschrei groß und die Gewerkschaften entstanden, weil die Maschinen Arbeiter ersetzten und diese überflüssig wurden.

Heute haben wir das gleiche Geschrei, mal wegen der Computer, dann wegen der Roboter, jetzt wegen der Künstlichen Intelligenz. Immer schreien die Gewerkschaften, dass damit Arbeitsplätze verloren gehen und Leute überflüssig würden, kein Einkommen mehr hätten.

Was in dem Geschrei fehlt, ist die technische Entwicklung zwischen etwa dem Ende des zweiten Weltkrieges und den späten 80er Jahren. Als die Entwicklung auf dem Weg zur Schrumpfung von der Dampfmaschine zum Nanometerstrukturen-Mikrochip an der Größe der Spülmaschine vorbeikam und mal nicht die Industrie, sondern die Haushalte revolutionierte – und deren Arbeitskräfte freisetzte.

Deshalb waren in den siebziger Jahren die Gattinnen vor allem von Langeweile getrieben und mussten mit allerlei Unfug wie Volkshochschule, Yoga- und Töpferkursen unterhalten werden. Saßen jeden Nachmittag zum Kaffeeklatsch zusammen.

Man muss den Feminismus und den ganzen Frauenförderkram auch als die Unfähigkeit auffassen, die eigene Überflüssigkeit jemals verwunden zu haben.

Dieser ganze Safe-Space- und Political-Correctness- und Vergewaltigungs- und Kein-falsches-Wort-Scheiß ist im Prinzip nichts anderes, als so eine heile Zuahuse-Welt mit sorgendem Gatten wieder aufzubauen. Sie reden immer davon, dass Frauen früher die Erlaubnis des Mannes brauchten, um zu arbeiten oder ein Konto zu eröffnen. Tatsächlich aber versuchen sie mit allen Mitteln, diesen Zustand wieder herzustellen, weil für alles, was irgendwie schief geht, nie Frauen selbst, sondern immer irgendein Mann haften und Schuld tragen soll. Es ist eben nur nicht mehr ein einzelner bestimmter.

Letztlich sind diese Feminismen nichts anderes als eine Art Phantomschmerz darüber, von Küche, Übergatte und der Unzuständigkeit für sich selbst amputiert worden zu sein und sich nun allein im Wald zurechtfinden zu müssen.

Und es deutet eben viel darauf hin, dass da ein biologisch-evolutionäres Geschlechterverhaltensprogramm abläuft, aus dem sie nicht herauskommen.

Der Staat muss Frauen deshalb mit einer ständigen Gattensimulation versorgen, die die Schuld daran trägt, wenn es mit dem Job oder der Kontoeröffnung oder eben der Schwangerschaft dumm gelaufen ist. Weil sie es einfach nicht ertragen, auf sich selbst gestellt zu sein.