Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

19:15 – 20:15: Hajo Seppelt

Hadmut
30.6.2018 0:53

Zum Schluss noch ein Highlight.

Mangels Themen avancierte Hajo Seppelt zu einer der Hauptsachen. Der, den die Russen nicht zur WM lassen wollten, nachdem er über Doping im russischen Sport recherchiert hatte.

Der hatte morgens schon was dazu gesagt, dann mittags in einer anderen Veranstaltung, bei der ich nicht war, und abends nochmal.

Ein paar ARD-Innereien geplaudert und über die zwei Telefonate mit der russischen Botschaft, mit der ihm erst freundlich, dann weniger freundlich mitgeteilt wurde, dass er bleiben möge, wo der Pfeffer wächst.

Worauf ich aber hinaus will:

Die Veranstaltung war – womit er selbst nicht gerechnet hatte – moderationslos. Der saß einfach alleine da und hat erzählt und sich mit dem Publikum unterhalten.

Und das war so angenehm.

Ich habe schon so oft beschrieben, dass ich diese Talkshows und Podiumsdiskussionen ganz schrecklich finde. Journalisten fahren da total drauf ab und meinen, das müsse unbedingt so sein (zumal es den Frauenanteil hebt, weil sie zum Thema eigentlich selten was zu sagen haben, aber die Moderationen fast immer mit Frauen besetzt werden).

Ich bin da ganz anderer Meinung. Ich finde das, was Journalisten da für unbedingt erforderlich und gute Journalistische Arbeit halten, für ganz entsetzlich, nervtötend, geistvernichtend. Ständig wird der Gedankengang unterbrochen, weil ein Moderator meint, jetzt müsste mal unterbrochen werden und jemand anderes was völlig anders gefragt werden. Das größte Übel an Talkshows sind die Moderatoren.

Und das hat sich heute bestätigt. Das war so angenehm, einfach mal einem, der was zu sagen und erzählen hat, in Ruhe zuzuhören, ohne dass da so ein aufgedrehter Störenfried ständig unterbricht und den Gedankengang durch dämliche Fragen ständig umlenkt.

Kriegt man aus Journalisten aber nicht raus. Da geht’s nicht um das Publikum, sondern darum, dass sie sich als wichtig und als Lenker und Verhörer aufspielen.

Der Nutzen mancher Journalisten ist eben unter Null, und die Veranstaltung gewinnt durch deren Abwesenheit.