Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Schweden und die Realität

Hadmut
29.12.2017 22:14

Sieht aus, als gewönne die Realität schließlich doch die Oberhand.

Wieder mal die Schweizer Presse. Wie schon so oft gesagt: Von den Schweizer Hochschulen halte ich gar nichts, aber die Schweizer Zeitungen machen auf mich einen deutlich besseren Eindruck als die deutschen (was allerdings ja auch nicht schwer ist).

Die Basler Zeitung kloppt gerade auf die Schweden und deren Feminismus ein. Die Frauen dort würden durch den Feminismus nicht eigenverantwortlich, sondern verblödeten in ihrer Opferrolle. Die Autorin schreibt zu Recht, dass sie ihrer Tochter sagen würde, sie solle eben nicht so viel saufen, dass sie die Kontrolle verliert. (Wie ich immer schreibe: Feminismus heißt Kontrollverlust der Frau und das Aufnötigen einer Vormundsrolle auf den nächstbesten Mann.)

Schaut man sich an, wie Sex in Schweden jetzt ablaufen soll, könnte man meinen, die hätten erwachsene Frauen abgeschafft und die Gesellschaft auf Pädophilie umgepolt, denn die Anweisungen an Männer lesen sich wie eine Handreichung für den Sex mit Kindern. Die Infantilisierung der Frau, genannt „Emanzipation”.

Und, bringt’s was?

Nein.

Sie beschreibt:

Die schwedische Journalistin Paulina Neuding beschreibt im Online-Magazin Quillette in ihrem Artikel «Schwedens Vergewaltigungskrise offenbart ein Feministen-Paradox» ein erschreckendes Bild ihres Heimatlandes. Gemeldete Sexualverbrechen sind zwischen 2007 und 2016 um 61 Prozent gestiegen. Gemäss einer Statistik fühlt sich fast eine von drei Frauen in ihrem Quartier nicht mehr sicher. […] Bei einem 12-jährigen Mädchen, das im vergangenen Juni in einem öffentlichen WC vergewaltigt wurde, dauerte es über sechs Wochen, bis es von der Polizei zu dem Fall befragt wurde.

Im August 2016 wurde eine Frau ausserhalb Stockholms Opfer einer Gruppenvergewaltigung. Obwohl mehrere Verdächtige identifiziert wurden, dauerte es laut Neuding fast ein Jahr, bis sie inhaftiert wurden. […] Vom Moment an, als die Mutter es der Polizei meldete dauerte es zwei Monate, bis sie von den Ermittlern kontaktiert wurde.

Naja, selbst schuld.

Wenn man den Straftatbestand der Vergewaltigung so breit ausdehnt, dass wirklich jeder einvernehmliche Sex mit Meinungsänderung oder wenn eine Ehefrau aufwacht und dabei den Ständer ihres Mannes spürt, der neben ihr im Bett liegt, zur Vergewaltigung erklärt, dann ist die Polizei halt irgendwann überlastet und muss sich erst mal mit sowas beschäftigen. Aber sie sind ja der Meinung, dass Feminismus die einzig richtige Regierungs- und Gesellschaftsform ist. Eigentlich hätte man schon lang merken können, dass Feministinnen sogar für das Offensichtliche noch zu doof sind.

Wie Neuding schreibt, anerkennt Torgny Söderberg, Chefermittler bei der Stockholmer Polizei, das Problem, dass für Vergewaltigungs-Ermittlungen zu wenig Ressourcen vorhanden sind: «Es ist schwer zu erklären, warum Vergewaltigungsfälle sich stapeln und auf Ermittlung warten, aber die anderen Verbrechen sind noch ernster. Wir sind gezwungen zwischen zwei Übel zu entscheiden.» Angesichts solcher Aussagen scheinen Metoo-Debatten über Po-Grabscher von vor 20 Jahren, anzügliche Sprüche oder Gesetze mit Einwilligungs-Paragrafen grotesk.

Ja. Wenn man

  • Hintern begrapschen zum schlimmsten aller Verbrechen erklärt,
  • die Verjährung abschafft und Fälle verfolgt, die 20 oder wie in den USA 40 oder wie jetzt bei uns 50 Jahre zurückliegen,
  • und per #MeToo alle Frauen auffordert oder nötigt, sich über Hinterngrapschereien zu beschweren, egal ob echt oder nicht,

dann muss man sich nicht wundern, wenn Polizei, Feuerwehr und Veterinäramt auf Jahre damit beschäftigt sind, alte Pograpschreien aufzuarbeiten. Frauen an die Macht! Die Politik muss weiblicher werden.

Paulina Neuding lebt und arbeitet in Schweden. «Die vorherrschende Meinung während der vergangenen Jahre war stets gewesen, dass Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe nicht gestiegen sind – obwohl es Beweise gibt, die das Gegenteil belegen», so die Journalistin. Man habe den Anstieg stets erklärt mit der breiter gefassten Definition von Vergewaltigung und der höheren Meldebereitschaft.

«Steigende Vergewaltigungszahlen in Schweden sind so paradoxerweise zum Beweis für Geschlechtergleichheit geworden.» In ihrem Artikel präsentiert sie Studien, die in eine andere Richtung zeigen: Sie alle weisen eine Überrepräsentation von Immigranten unter den Verdächtigen bei sexuellen Übergriffen auf, speziell aus patriarchalischen Gesellschaften im Mittleren Osten und Nordafrika. Die Überrepräsentation von Immigranten sei noch höher bei Gruppenvergewaltigungen.

Gemäss einer offiziellen Studie von 2005 liege die Wahrscheinlichkeit, dass männliche Immigranten eine Vergewaltigung begehen, 5.1 Mal höher als bei Schweden. In der Studie erklärt das «Bra» die Überrepräsentation mit Demographie und Immigration: «Die Anzahl Menschen in Schweden, die zu jenen Flüchtlingsgruppen zählen, die in früheren Studien eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit aufgewiesen haben, ein Verbrechen zu begehen, ist gestiegen.»

Für Neuding lässt das einen Schluss zu: «Wenn sich die Überrepräsentation nicht dramatisch verändert hat seit der letzten Studie, ist es realistisch davon auszugehen, dass Immigration zum Anstieg der gemeldeten Sexualverbrechen beigetragen hat.» Und: «Die Zahlen vermitteln in Wahrheit keinen feministischen Erfolg, sondern das Versagen, die Sicherheit der Frauen zu gewährleisten.»

Nochmal: Sie geben steigende Vergewaltigungszahlen als Erfolg des Feminismus aus (ich versteh’s ja auch nicht…), faktisch ist es aber nur das Versagen der Sicherheit und der Anstieg der Gefährdung.

Ist das überraschend?

Hat der Feminismus je etwas anderes getan als zu lügen, zu täuschen und zu versagen?

Wir haben hier bisher im Kleinen gesehen, wie der Feminismus alles kaputt macht, dessen er habhaft wird. Mehrere Parteien zum Beispiel.

Hier nun können wir – in Ruhe und mit Kartoffelchips – zusehen, wie ein ganzes Land gegen die Wand fährt. Kein Mitleid.

Wir sollten schon mal klären, ob wir Schweden als Flüchtlinge anerkennen. Kam vorhin im Fernsehen: Die Notunterkunft in den ehemaligen Hangars von Tempelhof ist wieder frei. Da müssten die Schweden alle reinpassen. Wir müssen ihnen nur sagen, es wäre eine Sauna.