Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Freigabe von Drogen

Hadmut
28.12.2017 0:11

Nachdem mir wieder so viele Leute dazu schreiben:

Ganz viele Leute schreiben mir jedesmal, wenn ich „Drogen” erwähne, dass die Freigabe die Lösung allen Übels sei, weil das in Portugal ja auch funktioniere. (Komisch: Sonst nimmt man sich Portugal doch auch nicht als Vorbild…).

Erklären, wie es ablauen soll, konnte mir noch keiner.

Was ich aber viel wichtiger finde: Warum kann es nur funktionieren, wenn ich dem zustimme? Warum ist es dafür so wichtig, dass der Blogger Danisch das vorher einsieht? Ist das wieder so ein poststrukturalistische Nummer, bei der es auf den Diskurs ankommt?

Was mir auch noch keiner erklären konnte: Was ist die Exit-Strategie, wenn’s doch nicht funktioniert? Wie kommen wir dann da wieder raus? (Kann mir beim bedingungslosen Grundeinkommen auch keiner erklären: Was machen wir, wenn’s nicht funktioniert und wir dann jede Menge Arbeitslose/Faule haben?)

Ein Leser, der sich mit Drogen wohl beruflich sehr gut auskennt, schrieb mir, dass das eine Zielsetzung der 68er sei, die auf einem zentralen Irrtum beruhe. Nämlich auf dem Zeugs, was die damals geraucht hätten, das wäre tatsächlich halbwegs erträglich gewesen (von geistigen Spätfolgen mal abgesehen, möchte ich hinzufügen). Inzwischen aber wären die Pflanzen hochgezüchtet (und anscheinend teils auch genetisch verändert) und lieferten die mindestens 15-fache Konzentration an Wirkstoff, und das verursache richtige Schäden.

Viele meinen und schreiben, der Staat habe sich da nicht einzumischen, sondern schlicht rauszuhalten. Es gehe niemanden was an, was man sich einwirft, das sei Privatsache.

Das ist aber überhaupt nicht mein Punkt. Oder um es präziser zu sagen: Das ist genau mein Punkt.

Denn wenn jemand meint, dass es nicht Sache des Staates sei, ihm reinzureden, welche Drogen er nimmt, dann kann es auch nicht Sache desselben Staates sein, mir gewaltsam das Geld als Steuern und Sozialabgaben wegzunehmen, um denjenigen Arbeitslosengeld, HartzIV und Krankenversicherung zu zahlen. Man kann nicht einerseits fordern, dass der Staat sich heraushalten solle, wenn man sich Drogen reinpfeift, aber andererseits als Steuereintreiber dafür zu sorgen habe, dass es denen dann gut geht. Das widerspricht sich. Und wenn es nicht Sache des Staates ist, den Leuten Drogen zu verbieten, dann kann es auch nicht meine Aufgabe sein, den Leuten das zu finanzieren.

Meines Erachtens muss es eine Vorbedingung für freien Drogenkonsum sein, dass man

  • Den Führerschein abgibt,
  • aus den Krankenversicherungen austritt (jedenfalls der gesetzlichen),
  • auf alle Sozialleistungen wie Hartz IV usw. verzichtet.

Wenn man das so haben will, bitte.

Es ist auch deshalb ein Widerspruch, weil man Männer normalerweise in den Knast steckt, wenn sie nicht arbeiten gehen um Unterhaltspflichten für Kinder zu erfüllen. Warum sollte man dann Leuten erlauben, sich die Birne kaputtzuschießen und sich arbeitsunfähig zu machen? Ist das nicht unfair denen gegenüber, die a) arbeiten oder b) nur aus Faulheit nicht arbeiten?

Wenn man eine Hausratversicherung abschließt und dann aus Spaß sein Haus anzündet (was übrigens auch strafbar ist), dann zahlt die Versicherung auch nicht.