Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ein Misthaufen namens Microsoft Windows

Hadmut
25.7.2016 19:07

Wie kann man mit solchem Schrott zum reichsten Mensch der Welt werden?

Meine Güte, was für ein Schrott!

Ich habe mir ja eigentlich schon vor vielen Jahren Windows möglichst abgewöhnt. Der Mist ist einfach nicht auszuhalten. Linux macht eigentlich alles, was ich will. Und seit es die meisten kommerziellen Bildbearbeitungsprogramme auch für den Mac gibt, und der Mac zwar auch nervt, aber nicht so übel wie Windows, habe ich bei mir Windows (fast) komplett verbannt. Die allermeisten meiner Arbeitskollegen arbeiten mit Linux oder Mac.

DAs einzige Windows, das ich noch in Betrieb hatte, war ein uraltes Windows XP in einer virtuellen Maschine, das ich nur deshalb noch laufen hatte, weil die Software für meinen Dokumentenscanner nur unter Windows läuft. Und wenn man das in einer virtuellen Umgebung hat und für nichts anderes als zum Scannen verwendet, ist das auch trotz Auslaufen des Supports gerade noch so erträglich.

Weil sie jetzt aber überall tröten, dass der Upgrade auf Windows 10 noch bis zum 29.7. kostenlos möglich wäre, und ich hier noch drei alte, seit Jahren nicht mehr benutzte Win7Professional-Lizenzen herumliegen habe (2×64,1x32Bit), dachte ich mir, man könnte ja zumindest eine davon mal auf Windows 10 bringen, damit man das zumindest als virtuelle Maschine mal rumliegen hat, falls man es wider Willen doch mal braucht.

Gut, zugegeben, hätte man früher machen können, und nicht erst auf den letzten Drücker. Ich habe aber die Maschine, auf der ich das laufen lasse, dringend für andere Dringe gebraucht und konnte an der nicht rumschrauben, brauchte außerdem stabiles Betriebssystem (Ubuntu 14.04 LTS). Außerdem war die SSD zu klein um noch eine neue Windows-VM drauf abzulegen.

Also habe ich neulich eine größere SSD gekauft, und vorgestern, am Samstag, mal eben die SSD ausgetauscht und ein neues Ubuntu installiert, denn am Donnerstag ist die Ubuntu 16.04.1 rausgekommen. Bei 16.04 gab’s ein paar Ungereimtheiten, weshalb ich bei einer wichtigen Kiste lieber auf 16.04.1 gewartet habe. Installation lief völlig problemlos. In deutlich unter zwei Stunden hatte ich die Kiste komplett neu installiert, läuft einwandfrei. Und damit meine ich nicht nur das Bestriebssystem, sondern sämtliche Anwendungssoftware, Konfiguration, Home-Verzeichnis, Datenverzeichnisse, alles. Ich konfiguriere meine Kisten nämlich schon seit geraumer Zeit über Puppet, und habe da ziemlich viel Zeit reingesteckt, dafür werden die Kisten komplett durch- und fertigkonfiguriert, was normalerweise locker einen Monat Handarbeit bedeuten würde. Zack, ruckzuck, drauf und läuft. Hätte ja beispielsweise auch sein können, dass die alte SSD nicht nur zu klein, sondern kaputt ist.

Also dann unter Virtualbox dran gegangen, Windows 7 zu installieren um dann Windows 10 zu bekommen.

Aber, ach. O weh!

Die Installation von Original-DVD hat noch funktioniert. Einwandfrei.

Dann hab ich die Updaterei angestoßen, die lief zu nächst auch durch allerhand Patches.

Und irgendwann war der Punkt erreicht, als die Updaterei nicht mehr funktionierte, die Kiste ewig nach Updates suchte. Habe das Ding vorsichtshalber auch mal über Nacht laufen lassen, passiert nichts. Auch nicht auf dem Netzwerk.

Geguckt, gegoogelt, gesucht.

Das Problem ist bekannt. Da bin ich nicht der Einzige, dem das widerfahren ist, sondern das scheint oft zu passieren. (Ich kann mich auch erinnern, so ein Problem vor Jahren unter XP schon mal gehabt zu haben. Gibt jede Menge Foren und Zeitschriftenartikel, die das Problem beschreiben und auf KB3161608 und KB3161647 verweisen. Die würden das Problem beheben. Der sogenannte Juni-2016-Rollup. Und KB3161647 behauptet, man könne KB3161647 so gar nicht alleine installieren, sondern das sei in KB3161608 mit drin.

Das ist jetzt aber dumm.

Denn Microsoft hat KB3161608 zurückgezogen, den gibt’s nicht mehr. Waren Fehler drin. Deshalb haben sie es ersetzt durch KB3172605, der jetzt noch besser, schöner, schneller sein soll.

KB3172605 zu kriegen war nicht ganz einfach. Denn die Microsoft-Webseite meinte, mein Browser sei veraltet, ich solle doch erst mal meine Browser updaten. (Haha, ich suche nach einer Lösung, weil ich nicht updaten kann, und sie sagen, ich solle erst mal updaten). Von anderen Rechnern unter Linux wollten die einen das auch nicht runterladen lassen. Es gibt aber doch irgendein Paket (KB irgendwas), das man separat herunterladen und installieren kann um auf IE11 zu kommen. Damit konnte ich dann KB3172605 dann auch herunterladen.

Nur: KB3172605 löst das Problem auch nicht. Oder nicht mehr. Endlose Schleife, die nach Updates sucht. Kein Fortschrift, kein Windows 10, eigentlich geht gar nichts mehr.

Leute, macht Euch das klar: Ich habe an dem Betriebssystem nichts rumgemurkst, kein Fremdsoftware installiert, keine Registry angefasst, nur ganz normal von der DVD frisch und sauber installiert, den Lizenzschlüssel eingegeben (wurde sogar akzeptiert, oft wollen die ja so einen Telefonanruf) und sofort den Systemupdate aufgerufen.

Und trotzdem fährt sich das Ding so in die Sackgasse, dass nichts mehr vor und nichts mehr zurückgeht.

Und das, obwohl sie das Problem bereits kennen, es viele Benutzer betrifft und sie schon im zweiten Versuch (Juni, Juli) sind, das Problem zu beheben.

Das ist alles so kranker Murks, dass man es nicht mehr aushält. Man sieht ja auch nicht, was das Ding macht oder woran es hängt.

Die haben es nicht geschafft (oder vielleicht erst mit Windows 10, aber da komme ich ja nicht dran), ihre Softwareupdates auf ein vernünftiges und robustes Konzept zu stellen. Macht Debian seit seit den frühen Neunzigern, das gibt’s seit 23 Jahren. Und sie kriegen Bugs nicht gefixt, nicht mal wenn sie sie kennen.

In einem Forum fluchte ein Nutzer – zu Recht – was für eine Murksbude Microsoft wäre, wenn die Rechner da stundenlang suchen müssen um herauszufinden, welche Patche der Rechner brauchen könnte. Man müsse mal hochrechnen, was das an Energie und CO2 vergeudet.

Wird wohl nichts mit Windows10, wenn die Updaterei bis übermorgen nicht funktioniert. Angeblich hatte der Juni-Patch das Problem behoben, aber den gibt’s nicht mehr.

Und diesen Schrott verwenden die, um Behörden, Krankenhäuser, Energieversorgung, wichtige Industrie mit Rechnern zu bestücken?