Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Gerechtigkeitslücke – Neiddebatte

Hadmut
29.6.2016 23:04

Zur Verlogenheit der Presse.

Eigentlich wollte ich erst ein paar Punkte sammeln und dann drüber schreiben, aber weil ich heute gerade einen aktuellen Anlass bekommen habe:

Ist Euch mal aufgefallen, dass Politik und Presse „Wortpaare” sammeln, geradezu katalogisieren, um für alles einen jeweils positiven und einen negativen Begriff zu haben, der letztlich die gleiche Sache beschreibt, aber in unterschiedlicher Wertung?

Ich habe doch erzählt, dass ich ein Buch „ARD & Co. – wie Medien manipulieren” lese, in dem es auch einen Artikel von Ecakrt Spoo zum Wording gibt, der diese Doppellisten beschreibt, Aufgefallen war mir das schon öfters, aber nicht, dass sie das explizit und systematisch sammeln.

gut schlecht
Freiheitskämpfer Terrorist
warnen drohen
Aufklärung Propaganda
Annexion Sezession
Revolution Rebellion, Putsch
Fluchthelfer Schleuser

Mir fiel beim Lesen spontan das Paar „Gerechtigkeit(slücke) – Neiddebatte” ein. Wenn die politisch korrekten was wollen, was die anderen haben, dann ist es „Gerechtigkeit”, dann muss – noch absurder – eine „Gerechtigkeitslücke” gestopft werden. Nahles ist da immer sehr auffällig. Geht auch englisch: Gender Pay Gap, sowas ist ja gar nicht akzeptabel.

Wenn aber jemand genauso sauer ist, weil ein anderer ungerechterweise was bekommt, was er selbst nicht bekommt, das aber politisch gerade nicht passt, dann nennt man es Neiddebatte.

Ist mir gerade wieder so aufgefallen, nachdem es gerade Diskussionen darüber gibt, wieviel Mehmet Scholl und Oliver Kahn bei ARD und ZDF für die EM-Moderation bekommen. Irgendwo war von über einer Million die Rede, was aber wohl nicht stimmt, und wogegen sie angeblich juristisch vorgehen. Die BILD schreibt gerade von einem Grundjahresgehalt von 250.000 Euro für Scholl, und zusätzlich bis zu 50.000 Euro pro Einsatz. Damit könne er laut BLID auf rund 800.000 Euro pro Jahr kommen, Kahn läge in ähnlichen Größenordnungen. Für ab und zu mal zwei Stunden vor der Kamera stehen und vor sich hinplaudern.

Da kann man schon sauer werden, weil wir das ja zwangsbezahlen müssen (und wie ich schon schrieb, nach dem Wortlaut des Staatsvertrages eigentlich gar nicht müssen).

Aber: Sofort grätscht die Süddeutsche rein:

Mehmet Scholl, Symbolfigur in einer Neiddebatte

Egal, wie viele Euro es exakt sind: Scholl steht jetzt als Symbolfigur inmitten einer Neiddebatte – und diese Debatten werden hierzulande immer leidenschaftlich geführt.

Ist das alles so korrupt, verlogen, doppelzüngig.