Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

»BILD« 1952 mit 7 Millionen US-Dollar vom US-Geheimdienst CIA gegründet?

Hadmut
27.6.2016 23:00

Seltsamer Vorgang.

Mich weist schon wieder mal jemand auf einen anonymen Text auf einer russischen Webseite hin.

Bisschen dubios. Neulich hatte ich ja schon mal so einen Verweis, der aber fast nur aus kopierten Texten aus normalen Zeitungen bestand. Und wie kann man einem anonymen Text trauen, wenn schon nicht der normalen Presse? Das muss man also immer erst mal als ungeprüft aufnehmen. Und sind wahrscheinlich wieder zusammengeklaut, ich habe jetzt aber bei ein paar gegoogelten Testsätzen keine Quelle gefunden. Liest sich aber auch nicht durchgehend seriös.

Manchmal habe ich da auch das Gefühl, dass da nicht jemand schreibt, um seine Identität zu verbergen, sondern um sich wichtig zu tun.

Nur: Man wird nie geprüfte Informationen sammeln können, wenn man nicht ungeprüfte nimmt und sie dann prüft (z. B. durch Bloggen und Beteiligung einer großen Leserschaft). Ich halte es für einen Denkfehler, immer nur voll geprüfte Informationen zu Bloggen, denn für mich als Einzel- und Feierabendschreiber ist das Bloggen und das Feedback der Leser eine wesentliche Methode der Prüfung.

Man muss da ja auch immer aufpassen, wenn vom CIA die Rede ist, ob der der zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon existierte. Passt aber: CIA 1947 gegründet, BILD-Erstausgabe 1952.

Die Texte sind aber nicht uninteressant. Und dass die BILD-Zeitung ihre Finanzierung vom amerikanischen Geheimdienst bekam, ist auch bekannt. Da sind aber noch ein paar interessante Hinweise drin, die mir so noch nicht bekannt waren:

Für beide Seiten bis heute ein lohnender Deal. Denn der Springer Verlag machte seinen Namensgeber nicht nur zum Milliardär, sondern sicherte Washington bis heute, die mediale Vormachtstellung in ganz Europa. Besonders in Deutschland wird die veröffentlichte Meinung von US-amerikanischen Interessen bestimmt und auf die Berichterstattung hiesiger Medien entsprechend Einfluss genommen.

und

Den weiteren Ausführungen von Bülows können wir zudem entnehmen, dass Journalisten vor ihrer Anstellung beim Axel-Springer-Verlag mit ihrer Unterschrift bestätigten, stets positiv über die USA und Israel zu schreiben. Hierfür gebe es eine gesonderte Klausel im Arbeitsvertrag, welche laut einer weiteren Quelle auch die Bedingung beinhaltet, die freie soziale Marktwirtschaft – also mit anderen Worten den Kapitalismus – zu verteidigen. Das bedeutet demnach im Umkehrschluss, dass jedwede Kritik an der US-Welteroberungspolitik oder der Politik Israels von vornherein untersagt wird. Diese Leitlinien finden sich sogar auf der Webseite des Springer-Verlags, welche nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sogar um die »Unterstützung des transatlantischen Bündnisses« mit den USA ergänzt wurde.

Journalisten, die es wagen, gegen solch einen »Medienkodex« (= Maulkorb) zu verstoßen, oder die »offizielle Version« bestimmter Ereignisse bloß anzweifeln (z.B. die offizielle Erklärung für den Mord an John F. Kennedy oder die offizielle Darstellung der Ereignisse des 11. September 2001), werden als »Verschwörungstheoretiker« verunglimpft und begehen »Karriereselbstmord«, wie es Herr von Bülow offen auf den Punkt bringt.

Und das entspricht ziemlich exakt dem, was ich beobachtet habe, als ich nach dem Krypto-Streit mit der Uni versucht habe, bei Presse und Rundfunk Leute zu finden, die darüber berichten. Einige sagten mir sogar direkt, dass sie das nicht können, weil sie Frau und Kinder zu ernähren hätten.

Die Bild-Zeitung gibt sogar unumwunden preis, den Altkanzler früher »ununterbrochen mit Personal versorgt zu haben«; angefangen mit seiner Ehefrau, die eine Zeit lang Redakteurin beim Springer-Blatt war, oder seinem Regierungssprecher Béla Anda, der 2012 wieder zur Bild-Zeitung als stellvertretender Chefredakteur zurückkehrte. Sehr interessant, nicht wahr?

So ist Kai Diekmann u.a. Vorstandsmitglied der Atlantik-Brücke e.V. − eines elitären Vereins, der die politischen Geschicke in Deutschland beeinflusst −, der laut Ulfkotte nicht nur amerikafreundlich ist, sondern als »CIA-nah« gilt. Der ehemalige Vorstandschef der Atlantik-Brücke, Arend Oetker, erklärte 2002 als Bestehensgrund:

(…) Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben. (…)

Deutsche Interessen, genauer gesagt die Interessen des deutschen Volkes, werden durch unsere – von der internationalen Hochfinanz – gesteuerten Medien somit ganz sicher nicht vertreten.

Und dann zur SPD:

Es ist auch korrekt, dass größere Teile der Medienlandschaft Deutschlands einigen wenigen Besitzern gehören, von denen wiederum viele der SPD nahestehen. Über ihre Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) hält die SPD Anteile an über 70 Zeitungen – unter anderem an über 30 Tageszeitungen, zirka 40 Anzeigenblättern und mehreren Magazinen – mit einer Gesamtauflage von über sechs Millionen Exemplaren und etwa zwölf Millionen Lesern. Zudem hat die SPD Beteiligungen an zwei Fernsehsendern mit rund einer Million Zuschauern, an knapp 30 Radiosendern mit weit über zehn Millionen Hörern und an einem Kinderbuchverlag. Das ist also ›nicht von schlechten Eltern‹… Das erklärt aber nicht, wieso die CDU-nahe Bild-Zeitung die Themen ähnlich wie der ›linke‹ Spiegel behandelt. […]

Wenn man die Mitgliederlisten der Bilderberger, der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik (DGAP) oder der Atlantik-Brücke ansieht, stellt man fest, dass hier Grüne neben CDUlern, SPDlern und den Chefredakteuren der größten deutschen Zeitungen sitzen. Bei der Atlantik-Brücke sitzt beispielsweise ein Cem Özdemir neben Kai Diekmann und Herrn zu Guttenberg; Felix Merz bei Helmut Schmidt, Otty Schily oder Philipp Rösler – und alle zusammen in illustrer Runde mit Alan Greenspan oder Top-Illuminat Zbigniew Brzeziński. (…)

Deshalb die Frage an die Leser:

Hat jemand Belege? Vieleicht einen Arbeitsvertrag bei der BILD? Was stimmt an dieser Darstellung, was nicht?