Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Feminismus gegen Islam

Hadmut
24.6.2016 0:47

*Gähn* Jetzt kriegen die sich zunehmend in die Wolle. Mal sehen, was passiert…

Geht gerade so durch die Presse (FAZ, Morgenpost):

Berliner Privatschule. Imam-Söhnen benimmt sich daneben, Eltern werden in die Schule einbestellt. Imam kommt mit Frau. Will aber der Lehrerin aus religiösen Gründen nicht die Hand geben:

Zur Begrüßung gab nach Aussage der Anwältin Mutter Dilek Ucar der Schulleiterin die Hand, nicht aber einem männlichen Mitglied der Schulleitung. Imam Kerim Ucar habe die Schulleiterin gegrüßt, indem er seine Hand aufs Herz legte. Dem vierfachen Versuch der Pädagogin, unter Verweis auf deutsche Gebräuche den Handschlag einzufordern, sei er mit der Entschuldigung begegnet, das verbiete seine Religion. Seine Begrüßung sei aber die höchstmögliche Respektbezeugung gegenüber einer Frau.

(Ich vermute mal, er hat seine Hand auf sein eigenes Herz gelegt und nicht das der Frau…)

Lehrerin wurde sauer, er sei frauenfeindlich, die Sache eskaliert, man geht im Krach.

Imam kündigt Vertrag, beauftragt Anwalt, zeigt Frau wegen Beleidigung an, Verletzung der Religionswürde und fremdenfeindlicher Diskriminierung an.

Finde ich jetzt interessant. Von den Straftatbeständen „Verletzung der Religionswürde” und „fremdenfeindlicher Diskriminierung” habe ich noch nie gehört. Ist ja häufig so, dass Leute nicht wissen, dass es ein Strafgesetzbuch gibt und meinen, man könnte Leute wegen Phantasiestraftaten anzeigen, wenn man sich nur eine schöne Formulierung ausdenkt.

Und auf die Idee, dass er die Frau beleidigt oder ihre Würde verletzt haben könnte, kommt er wohl auch nicht.

Mal gespannt, was daraus wird.

Wer wird da gewinnen? Feminismus oder Islam?

Neulich fuhr doch eine deutsche Delegation in den Iran, Frauen mit Kopftuch. Was die interessante Frage aufwirft, was jetzt eigentlich maßgeblich ist: Wo man herkommt oder in welchem Land man sich befindet? Oder ist das egal, es muss immer nach dem Islam gehen?

Auch sehe ich Spannungen heraufziehen. Die Sache scheint systematisch aufgeschaukelt zu werden. Die kanadische Gender-Forscherin Homa Hoodfar sei im Iran ohne Begründung verhaftet worden (FAZ).

Naja, wenn man bedingt, wie sich diese Genderistinnen aufführen und daneben benehmen, kann ich da mal vorläufig volles Verständnis für den Iran aufbringen. Gibt natürlich eine feministische Initiative, sie zu befreien.

Was wiederum ein Witz ist, denn wie kann man fordern, jemanden zu befreien, wenn man die Anklage nicht kennt und nicht weiß, ob die Verhaftung berechtigt ist oder nicht? Man müsste zunächst mal die Angabe von Gründen fordern. Die Frage ist aber, ob man überhaupt fordern kann, dass ein Staat sich nach den Vorstellungen anderer Länder richtet, denn letztlich ist so eine Forderung ja nur Eingriff in die Souveränität des Iran. Wenn einem die dortigen Gesetze nicht gefallen, geht man dort halt nicht hin. Aber man kann nicht in den Iran gehen, dort rumtöbern und dann verlangen, nach Vorstellungen anderer Länder behandelt zu werden. Es wäre also eigentlich wichtig, erst mal zu erfahren, was passiert ist und was nicht, um überhaupt entscheiden zu können, was richtig ist.

Womöglich ist Homa Hoodfar zwischen die Fronten eines Kulturkampfes geraten, der nach dem Erstarkens des reformistischen Lagers in den letzten Wahlen an Schärfe zugenommen hat.

Wenn dieser Kulturkampf in Deutschland stattfindet, dann wird das noch heiter.