Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die SPD und das Hallenbad

Hadmut
18.6.2016 10:31

Warum muss man sich eigentlich von solchen Leuten regieren lassen? [Nachtrag 2]

Meldung:

Die SPD Frankfurt will im Rebstockbad im Stadtteil Bockenheim Schwimmzeiten für Frauen einführen. Männer hätten dann keinen Zutritt. Bei einem Erfolg soll die Idee sogar Schule machen.

Die Idee zum Schwimmen nur für Frauen geht auf die Kommunale Ausländervertretung (KAV) Frankfurt zurück, berichtet die „Bild“-Zeitung vom Freitag.

Die Idee ist nicht ganz neu. Im privaten Gartenbad Fechenheim ist das Schwimmen an jedem Sonntag von 8 bis 11 Uhr Musliminnen und anderen Frauen vorbehalten. Das Angebot reiche jedoch „nicht mehr aus, den Bedarf der in Frankfurt lebenden Frauen abzudecken, ohne Beisein des männlichen Geschlechtes zu schwimmen“.

Einen entsprechenden Antrag habe die SPD in den Ortsbeirat eingebracht. Demnach soll das Männerverbot auch auf andere Schwimmbäder übertragen werden. Die „besondere Nutzungszeit“ soll „jeden Tag nach Möglichkeit in einem anderen Schwimmbad stattfinden“, zitiert die „Bild“ aus dem Antrag.

Sie wollen Männern den Zutritt verbieten, damit niemand ausgegrenzt wird. Also niemand, der in den Augen der SPD noch als Mensch gilt.

Ersparen wir uns die weitere rechtliche und moralische Wertung und fragen mal nach der praktischen Umsetzung und der logischen Konsistenz. Denn die SPD vertritt ja die Meinung, dass es Geschlechter gar nicht gibt und man sie auch beliebig wechseln könnte. Ich war ja ein paar mal im öffentlich finanzierten Dummheitshochdruckreaktor der SPD, der Friedrich-Ebert-Stiftung (Komisch, entweder laufen da plötzlich fast keine feministischen Veranstaltungen mehr, oder sie haben mich von der Einladungsmailingliste gestrichen…) und habe mich dort auch mal beschwert, dass ich mich diskriminiert und sexuell belästigt fühlte, dass man die Toiletten entgendert hat und ständig Frauen auf den Männerpissoirs rumliefen um sich Schwänze anzusehen. Öh, nee, kein Verständnis. Es gäbe ja keine Geschlechter, deshalb sei das ja gar nicht möglich, eine Toilette für Männer oder Frauen zu machen, wäre ja auch gar nicht nachprüfbar.

Komischerweise konnten sie nicht erklären, warum man bei Toiletten nicht zwischen Frau und Mann unterscheiden kann und es Geschlechter nicht gäbe, während sie gleichzeitig vehement eine Frauenquote für Vorstandsposten forderten. Und wiederum nicht erklären konnten, nach welchen Kriterien es sich richtet, ob jemand bei der Frauenquote gezählt wird bzw. auf einen Quotenposten darf oder nicht.

Ich war schlecht vorbereitet. Ich hätte sie besser zu sich selbst in Widerspruch setzen müssen und eine Frauenquote für das Männerklo fordern müssen. Das wäre dann nämlich interessant geworden, wie sie gleichzeitig Geschlechterunterscheidung treiben und ablehnen. In SPD-Hirnen wäre das nicht mal ein Widerspruch, sondern wunderbare Umsetzung ihrer Ideologie:

Es gibt keine Geschlechter, man kann sie nicht unterscheiden, und das bei voller Frauenquote.

Wir erinnern uns da übrigens auch an den Aktuellen Klo-Krieg in den USA. Müssen Transen aufs Männerklo oder dürfen sie aufs Frauenklo? Da wird ein regelrechter Industriekrieg gegen alle entfacht, die sagen, Männer gehörten aufs Männerklo. Freilich beschweren sich dort jetzt Frauen und Mädchen, wenn Männer in die Damenumkleide gehen und behaupten, ihnen wäre heute so weiblich zumute. Aber das wird politisch nicht mehr geduldet – also sich zu beschweren und nach Geschlechtern zu unterscheiden.

(Wie berichtet hatte ich ja neulich mal einen Anruf eines Zwitters samt längerem Telefonat. Der trat vehement für die Rechte von Transsexuellen ein, wollte mir aber partout die Frage nicht beantworten, welches nun seine bevorzugte Toilette wäre – Männer, Frauen oder Dritte. Wo es sauberer ist. Wo die Schlange kürzer ist. Nur niemals eine Antwort auf die Frage geben.)

Das wirft natürlich jetzt die Frage auf, wie und woran sie das eigentlich festmachen wollen, ob man da ins Schwimmbad gehen darf oder nicht. Schwanzlänge messen und ab einer bestimmten Mindestlänge darf man nicht rein? Eier zählen? Und wer nur einen Hoden hat, darf nur ins Kinderbecken?

Es ist schon erstaunlich, wie die SPD immer das behauptet, was gerade politisch-opportunistisch passt. Mal gibt es Geschlechter, mal gibt es keine. Mal sind sie unterscheidbar, mal sind sie es nicht. Mal gibt es keine Geschlechter, dann gibt es Frauenquoten. Aufs Klo dürfen alle, weil es keine Geschlechter gibt, aber im Schwimmbad ist es plötzlich anders, da dürfen Männer nicht rein.

Man müsste mal Facebook damit konfrontieren, dass sie in Amerika Krieg gegen Leute machen, die Männern den Zugang zum Damenklo verwehren, aber sich hier von einem SPD-Justizminister Maas verkackeiern lassen.

Das erinnert mich an einen alten Informatiker-Logik-Witz: Natürlich kann man die Menschheit bipartit in zwei Gruppen, in eine Dichotomie teilen: In die, die glauben, dass das geht, und den Rest. (Will heißen: Dichotomien gibt es aus logischen Gründen immer, beliebig viele, und sie politisch verbieten zu wollen ist nur ein weiteres Symptom grenzenloser Blödheit heutiger Geisteswissenschaftler (dabei berufen gerade die sich immer darauf, dass die Logik eine Erfindung von Geisteswissenschaftlern sei…).

Womit ich dann auch meinen alten Spott mal wieder reaktivieren kann: Natürlich gibt es zwei Geschlechter: Die, die gefördert werden und Quoten bekommen, und die anderen.

Insofern müsste man die Klotüren neu beschriften. Nicht Männer und Frauen, sondern „Geförderte” und „Zahler”. Und schon wäre das Pissoir wieder frei von Frauen.

Interessanterweise führt das aber spätestens seit der großen Flüchtlingsdebatte dazu, dass sich jede Menge Männer auf dem Damenklo herumtreiben könnten. Denn das Beispiel Schwimmbad zeigt ja mal wieder, dass das Thema Migration und Flüchtlinge das Thema Feminismus verdrängt und ersetzt. Gestern noch gegen Geschlechter und Sexismus, heute Burkini und Männerverbot. Mal eben so ne 180°-Wende. Was ja sehr deutlich zeigt, was von dem politischen Positionen der SPD zu halten ist. Nämlich gar nichts. Außer Abstand. Alles nur Tagesdisposition.

Was jetzt aber klar heißt: Leute, packt zu! Nagelt die SPD darauf fest, nach welchen Kriterien Frauenquoten in Vorständen und Zugang zum Schwimmbad gewährt wird! Zwingt sie dazu, sich dazu zu äußern. Denn beides sind keine analogen oder Mehrantworts-Entscheidungen, sondern harte Ja-Nein-Entscheidungen. Damit sind sie faktisch gezwungen, wieder zu einer klaren Zweigeschlechtertrennung zu kommen: Darf rein oder nicht, darf auf Frauenposten oder nicht.

Und damit kann man das Gegendere dann wunderbar ad absurdum führen.

Oder um genauer zu sein: Das haben sie gerade selbst getan. Man muss nur noch darüber bloggen.

Nachtrag: Fällt mir gerade so ein: Es geht doch hier um die Frankfurter SPD. Hatte nicht Frankfurt unlängst Judith Butler den mit 50.000 Euro dotierten Adorno-Preis dafür verliehen, dass sie behauptet, es gäbe gar keine Geschlechter, und jetzt dürfen Männer nicht mehr in Frankfurter Schwimmbäder?

Gibt ja Leute die sagen, dass sich mit der Islamischen Einwanderung der Gender-Krampf von selbst erledige. Hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Nachtrag 2: Ich bekomme gerade Leserhinweise darauf, wo und wann Männer nicht mehr schwimmen dürfen: Hier und hier zum Beispiel.

Die Männer zahlen, die Annehmlichkeiten sind nur für Frauen da.

Scheint, als führen wir gerade wieder so eine Rassentrennung wie in den USA der 50er Jahre ein. Da gab’s auch Schwimmbäder nur für Weiße.