Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

SD in 3D

Hadmut
21.2.2016 18:15

Hey, das gefällt mir jetzt aber. [Nachtrag 2]

Fotografieren ist ja auch nicht leicht. Jede Kamera braucht irgendwelche anderen Speicherkarten, die Speichergrößen ändern sich, die Formate, SD, microSD und CF, in SD, SDHC, SDXC, class 4, class 10, und schneller, für FullHD und die besseren für 4K, demnächst fangen sie mit XQD an, die Dateisysteme, die Protokolle, die eine Karte funktioniert in der anderen Kamera nicht, und dann noch die bespielten von den leeren trennen (ich habe Bilder auf den Karten immer auf, bis ich mit der Bearbeiten voll durch bin und mindestens einen Backup davon habe), und dann für jede Kamera andere Speicherkarten bereit halten, damit man sie hat, wenn man sie braucht … und das alles auch nochmal in zwei Varianten, nämlich entweder nur die nackten Speicherkarten oder in den Plastikhüllen, in denen ich sie außer Haus bewahre, damit sie natürlich nicht lose und offen in der Tasche rumfliegen (zusätzlich zu kleinen gepanzerten und wasserdichten Boxen für Urlaube der anderen Art).

Seit mindestens zwei oder drei Jahren suche ich nach passenden – und obendrein preisgünstigen – Archivkästen, in denen ich einfach größere Mengen von Speicherkarten aufbewahren kann, und zwar so in der Art wie früher die einfachen Diakästen (nicht wie die automatischen Projektormagazine, es gab auch so ganz einfache Dosen.

Gab’s nicht.

Jeden erdenklichen Mist bieten sie an, Etuis, Taschen, Anhänger, Dosen, in allen Farben einschießlich durchsichtig und pink, ich habe sogar einige in wasserdicht, zum Anbinden und zum Bären erschlagen, aber keine einfachen Archivkästen. Bietet keiner an. Machen sie nicht. Sie verkaufen Milliarden von Speicherkarten, bekommt man beim Discounter hinterhergeworfen, selbst an den abgelegensten Orten der Welt gibt es sie, aber keine Archivkästen. Ich suche und suche und suche. Und find nix.

Bis mir letzte Woche mal die Idee gekommen ist – ich weiß, für einen Informatiker sehr, sehr spät… – dass man sich sowas ja heutzutage einfach in 3D drucken lässt. Eigentlich liebäugle ich seit zwei oder drei Jahren schon mit einem 3D-Drucker, habe mir das aber immer verkniffen, weil ich nicht noch was teures rumstehen haben wollte, was ich dann nicht wirklich brauche und was verstaubt. Mir ist da nicht viel eingefallen, wofür ich das ernstlich brauchen könnte. Außerdem hat mir die Druckqualität von dem, was ich bisher so gesehen habe, im bezahlbaren Bereich einfach nicht zugesagt. Ein Kollege von mir hatte sich vor ein paar Monaten einen vermeintlich günstigen, tatsächlich aber nur billigen 3D-Drucker gekauft und ein Fiasko erlebt. Egal, was er drucken wollte, es sah hinterher wie Spaghetti-Eis nach Höhensonne aus. Deshalb war mir 3D-Druck etwas aus dem Wunschbereich geraten.

Nachdem mir jetzt aber die Idee mit den Speicherkartenkästen kam, hab ich letzte Woche mal nach Software geguckt und bin bei OpenSCAD für Linux hängen geblieben. Genau nach meinem Geschmack, ruckzuck so ein Ding konstruiert und beim Dienstleister drucken lassen. Hab mir gleich eine Prozedur geschrieben, in die man Kartengröße, wieviele längs, wieviele Karten nebeneinander und die Aufschrift eingibt, und hinten kommt das 3D-Modell rausgeflogen.

Und hab schon das erste Muster bekommen. Genau, wie ich es haben wollte:

Da bin ich jetzt begeistert und lass mir jetzt für jede Kamera ein oder zwei von den Dingern so drucken, damit die jeweiligen Karten mit oder ohne Hülle da reinpassen.

Ach, ist das schön. 🙂

Nachtrag: Wer sich auch einen drucken will: Hier ist die STL-Datei.

Nachtrag 2: Weil jemand gefragt hat, wo ich das habe drucken lassen: Bei dem hier. Kann man über die Webseite hochladen.