Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das Patentrezept der SPD gegen Köln

Hadmut
20.1.2016 23:12

Hurra!

Die SPD hat gegen die Vorgänge der Silvesternacht in Köln das ultimative Gegenmittel gefunden. Mein Gott, sie sind so unfassbar genial…

Ihr Vorschlaggefunden via – (Trommelwirbel):

Sexistische Werbung verbieten.

Tusch! Applaus!

Die SPD will Werbung verbieten, die Frauen oder Männer herabwürdigt. Das “Verbot geschlechterdiskriminierender Werbung” und andere Schritte sollen zu mehr “Respekt im Alltag” und einem moderneren Geschlechterbild führen, wie aus einer Beschlussvorlage für die Klausur des Parteivorstands hervorgeht. Demnach will die SPD 2016 zu einem “Jahr für die Frauen” machen. Welche Darstellungen oder Slogans konkret verboten werden sollen, steht nicht in dem Papier.

Hintergrund der Pläne ist nach Angaben der SPD auch die “Diskussion über das Geschlechterverhältnis in unserer Gesellschaft” nach den Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht. In dem Papier wird hervorgehoben, dass es sexuelle Gewalt nicht nur von Ausländern gebe, “sondern in allen Teilen unserer Gesellschaft und unter Deutschen”. Zugleich wird betont, dass alle Menschen in Deutschland, egal welcher Herkunft, das Grundrecht der Gleichberechtigung von Mann und Frau beachten müssten.

Ja. Wieder so ein Unterfangen, Köln in die allgemeinen Landeszustände hier reinzuverallgemeinern. Ach, das haben wir hier nicht nur auf dem Oktoberfest. Das machen wir hier allgemein so. Völlig normal.

Zu ihren Forderungen an Politik und Gesellschaft gehört die Forderung, sexistische Sprüche und Witze in Werbung sowie Berichterstattung der Medien zu vermeiden.

Ähhh, oooh, mmmh, also, naja, da gibt’s vielleicht so ein kleines Problem. Die Leute, die am Kölner Hauptbahnhof Frauen gewildert haben, naja, ich glaube nicht, dass die so wirklich viel in unseren Medien gelesen haben. Das war jetzt nicht so, dass die nach Deutschland eingereist haben, sich dann gleich mal drei Monate lang draufgestürzt haben, unsere Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten alle durchzulesen und dann zur Vollstreckung des gerade eben Gelernten geschritten sind. Sonst würden die Verkaufszahlen unserer Nachrichtenmagazine ja nicht so abstürzen, dann müssten deren Auflagen ja explodieren, wenn die plötzlich mal eine Million neue Abonnenten hätten. Und wahrscheinlich haben die sich auch nicht alle Duschmittelwerbungen aus den Siebzigern mit den Nackten unter dem Wasserfall auf Youtube durchgeguckt.

Es wäre jetzt auch nicht so, dass die alle so fließend Deutsch sprechen und verstehen, um alle die bösen sexistischen Sprüche und Witze in Werbung und Berichterstattung zu verstehen. Und ich könnte mich jetzt nicht erinnern, in deutschen Medien allzuviele sexistische Sprüche und Witze auf arabisch gelesen zu haben.

Das wäre mal eine interessante Frage, wie die SPD sich das vorstellt, wie also Texte in deutschen Medien jene Migranten, von denen die Frauen ja berichtet hatten, dass die kein Deutsch konnten, beeinflusst haben könnten. Erdstrahlen. Kompromittierende Abstrahlung. Luftverschmutzung durch sexistische Kontamination.

Oder, hey, noch besser, ich hab’s, das isses: Die kamen zu uns und haben in Köln sofort und spontan unsere gesamte Kultur komplett für sich übernommen. Da kam dann leider auch unser Sexismus mit. Oder so.

Dass Deutschland gerade hier ein Problem hat, zeigt auch ein Vergleich von schwedischen und deutschen Werbekampagnen.

Auch da gibt es ein gewisses Problem: Ausgerechnet die Schweden haben nämlich eine viel höhere Vergewaltigungsquote als Deutschland, sogar die zweithöchste der Welt. Und das wegen der Migranten. Noch mehr Vergewaltigung als in Schweden gibt’s nur in Lesotho. Merkt man nur nicht so, weil die Schweden verbieten, das zu sagen und zu sagen, wer’s war. Wird schon als „Vergewaltigungsmetropole des Westens“ eingestuft.

Und ausgerechnet Schweden dann als Vorbild hinzustellen und zum Vergleich dafür heranzuziehen, dass deutschsprachige Witze in Nachrichtenjournalen arabische Männer anheizen… das ist weit mehr als nur strunzdoof. Das ist SPD.

Freilich könnte man nun mal hingehen und einfach argumentieren und beweisen wie ein Soziologe: Wir sehen da eine Korrelation zwischen schwedischer Werbung und Vergewaltigung, also dürfen wir uns eine Kausalität aussuchen: Das liegt an der sexismusfreien Werbung.

Klare soziologische Erkenntnis: Sexistische Werbung ist gut gegen Vergewaltigung.

(Meine Güte, wer wählt sowas?)