Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Mein biometrischer Reisepass

Hadmut
22.12.2015 16:34

Noch ein Detail am Rande.

2005 wurden die biometrischen Reisepässe eingeführt, und ich habe mir (early adopter und ich wollt’s halt wissen) damals gleich einen geholt. Mit beachtlichen Problemen, wie etwa der Nichtakzeptanz meiner Gesichtsgeometrie und einem Passbildautomaten, der spiegelverkehrt druckte. Sie wollten meine schiefe Nase nicht akzeptieren und mir eine Erklärung abverlangen, wonach ich die Bundesrepublik von der Haftung für meine Nase freistelle. Dabei ist doch gerade das, nämlich die Abweichung vom Durchschnittsgesicht, das, was die Biometrie ausmacht. Irgendwer hatte damals einfach nicht kapiert, was mit Biometrie gemeint ist. So nach dem Motto „Wir machen jetzt Biometrie. Aber bei uns herrscht Ordnung. Deshalb alle genau gleich!” Damals berichtete sogar der Heise Newsticker noch über meine Erlebnisse.

Nun, ich bin mit diesem Reisepass einiges gereist. Nur die Biometrie wurde nie verwendet. Dieser Reisepass ist nach 10 Jahren nun gerade abgelaufen. Deshalb habe ich mir kürzlich einen neuen beantragt, jetzt wieder mit Biometrie.

Und jetzt, 10 Jahre später, habe ich den Reisepass erstmals biometrisch benutzt. Am Hamburger Flughafen kann man bei der Einreise wahlweise zur normalen Grenzkontrolle oder durch Identifikationsautomaten, in die man erst den Ausweis steckt und dann vor eine Kamera zur Gesichtsvermessung tritt. (Geht aber so langsam, dass ich mir überlegt habe, ob die nicht schummeln und da einfach irgendwer im Rechnerraum sitzt und den Scan des Ausweises mit dem Foto vergleicht.)

Nachtrag: Vielleicht musste das tatsächlich 10 Jahre dauern, bis alle herkömmlichen Reisepässe abgelaufen und ersetzt worden waren.