Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von Paris Hilton bis Luke Skywalker

Hadmut
18.12.2015 22:05

Ein Tag voller seltsamer Stationen in Abu Dhabi.

Was macht man in einer neuen Stadt? Sightseeing und so. Und für mich besonders: Sie mir erlaufen. Da Downtown eine Landzunge ist und an der Schmalseite schon fast 9 km lang, bin ich doch mal mit dem Stadtbus losgefahren.

Eigentlich die gleichen Busse wie in Berlin, nur etwas moderner. Aber: Sauber. Kein Dreck. Nichts kaputt. Nichts verkratzt, nichts verschmiert. Man kann sich einfach so hinsetzen.

Warum sind Busse hier so sauber und in Berlin so dreckig und kaputt?

Das Einkaufszentrum

Zunächst mal zur Marina Mall gefahren, quasi eine Einkaufsinsel. Mal ein Einkaufszentrum ohne Christbaum (es kamen heute aber noch jede Menge Christbäume, dazu später). Eigentlich hätte ich erwartet, dass die Shopping Malls brechend voll sind, aber die war so gut wie tot. Zwar alle Läden offen, aber trotz ihrer enormen Größe vielleicht zwei bis drei Dutzend Besucher. Und in manchen Länden Verkäufer, die gar nicht erst mit Kundschaft rechneten, sondern dauertelefonierten. Ich kam nachher in einen riesigen Laden für teure Edel-Armbanduhren, größe einer Schulturnhalle, alles edel ausgeleuchtet, mittendrin Verkäufer voll damit beschäftigt sich zu Tode zu langweilen, weil wirklich kein Kunde weit und breit zu sehen war. Ich war in dem ganzen Abschnitt der Shopping Mall der einzige Nicht-Verkäufer, der da rumlief, und hatte nicht mal vor, was zu kaufen. Ich habe mal einen vom Uhrenladen gefragt, warum nichts los ist. Es ist Freitag (=islamischer Feiertag) und Mittagszeit, die Leute seien noch zuhause beim Mittagessen. Der Rummel ginge erst abends los. Es scheint hier überhaupt erst abends alles loszugehen.

Rumschlendern in einer fast leeren Shopping Mall, in der sich die Verkäufer, die gerade nicht mit ihren Freunden telefonieren, dann voll und ganz um einen kümmern, obwohl jeder weiß, dass man nichts kauft, eben weil sie nichts besseres zu tun haben, ist eine seltsame Erfahrung. Ich landete in einem Dessous-Laden (was für arabische Verhältnisse überaus bemerkenswert ist, allerdings sah das alles nur sehr sündig aus, die strategischen Punkte der Frau waren dann doch immer mehr oder weniger bedeckt) und betrachtete mir arabische Stringtangas. Außerdem bieten sie seltsame federleichte BH-Cups ohne jegliche Träger an. Die Frage, wie die Dinger halten, kam nur kurz auf, war aber schnell geklärt: Sie haben auch Abroller für doppelseitiges Klebeband im Angebot. Und über und über mit Strasssteinchen beklebte Glitzer-Handschellen. In schwarz, weiß und pink. Scheint, als wäre der Wüstensohn doch auf dem Weg in die westliche Schlafzimmerkultur.

Und ich landete mal wieder vor einem Paris-Hilton-Shop. Das muss man ihr lassen, Marketing-Talent hat sie. Während alle anderen Läden, ob Schmuck, Mode oder was auch immer, die allerteuersten Modells für Fotos ranholen (Miranda Kerr ist gerade häufig zu sehen), zeigt Paris Hilton nur sich selbst. Und ihre Handtaschen. Die perfekte Selbstvermarkterin. Wie ich so da stehe und über deren Verkaufsfotos nachdenke, spricht mich die Verkäuferin an, die sonst nichts zu tun hat. Ob ich mir nicht mal ihre Handtaschen anschauen wollte. Oh ja klar, ich stehe ja so auf rosa Luxus-Damenhandtaschen. Wollte ich schon immer mal haben. Ich gucke sie mir halt so an, und bin dann doch irgendwie beeindruckt. Zwar so wirklich gar nicht mein Geschmack, aber durchaus fotogen – wenn’s an der richtigen Frau hängt. Und verblüffenderweise macht das Zeug einen sehr gut verarbeiteten Eindruck, es ist jedenfalls kein Mist. Verdächtigerweise ohne Preisschilder. Ich ahne übles in Anbetracht des Rolex-Niveaus der Mall und frage mal nach den Preisen. Sämtliche Stücke in diesem Laden lägen zwischen 400 und 650 Dirham (=ca. 100 bis 160 Euro). Da hätte ich weit mehr geschätzt. Ne ordentliche Fototasche ist auch nicht günstiger, um mal meine Maßstäbe anzulegen. Ich versuche, eine interessierte Frage zu heucheln und erkundige mich nach der Haltbarkeit. Wie strapazierfähig die Sachen denn seien.

Und dann verblüfft sie mich. Sie erklärt mir, dass Paris Hilton Tiere mag. Und deshalb in der gesamten Kollektion kein Leder verwendet werde, alles bestünde aus rein synthetischen Materialien. Und deshalb sei’s halt nicht so haltbar wie Leder. Boah. Konsequent und ehrlich. Wer hätte gedacht, dass ich mal einen Pluspunkt für Paris Hilton vergebe? Zwar sind bei Fototaschen die synthetischen sehr haltbar (meine inzwischen auch schon über 5 Jahre alt), aber Fototaschen sehen besser und professioneller aus, wenn sie abgenutzt, ausgeleiert und angegammelt sind. Handtaschen nicht.

Peim Pinkeln lernt man Land und Leute kennen

Und dann ereilte mich mal wieder der Ruf der Natur, die Sehnsucht nach Urwald.

Man sagt, Reisen bilde. Wahre Einblicke gewinnt man aber erst durch Harndrang. Ich kann jedem nur dringend anraten, auch und gerade im Urlaub pinkeln zu gehen, denn man gewinnt Erkenntnisse, die einem sonst verschlossen bleiben. Nur so lernt man Land und Leute kennen. Was sonst würde einem beispielsweise das deutsche Gemüt und Seelenleben so vor Augen führen wie die Erkenntnis, dass Deutschland das (nach meinem Wissensstand als Reisender) einzige Land ist, indem man für’s Pinkeln bezahlen muss? Obendrein manchmal sogar mehr, als man vorher für’s Trinken derselben Menge ausgegeben musste?

Ich begab mich also auf eine Herrentoilette besagten leeren Einkaufszentrums. Um sie zu meiner Verwunderung stark bevölkert vorzufinden, allerdings eher mit Verkäufern, Hausmeistern, Handwerkern, die ebenfalls natürlichen Zwängen folgten.

Nun sind Toiletten ein Ort, der mit typischen, naja, Verrichtungen, Geräuschen, Gerüchen und so verbunden ist, das liegt nun mal in der Natur der Sache. Wie ich mich also gerade zwischen die Trennwende vor ein Pissoir begeben will, stellt sich eine Geräuschkulisse von beachtlicher Durchdringungskraft ein, deren Ursprung zweifellos in einer der Klokabinen lag.

Was soll ich nun um den warmen – pardon – heißen Brei herumreden? Die Lage der Dinge war so eindeutig, wie sie eindeutiger nicht sein kann. In dieser Kabine war ein Mann mit seinem Stuhlgang beschäftigt, und die Geräuschentwicklung verdeutlichte in unbeschreiblicher Drastizität, dass er dabei zwar erfolgreich war, die Sache sich aber äußert mühsam darstellte und in voluminösen Schüben erfolgte, die von Erholungsphasen unterbrochen waren. Die Erwähnenswürdigkeit lag aber darin, dass er nach jeder gelungenen Tranche die Erholungsphase damit einleitete, dass er erschöpft, aber auch glücklich, dankbar, erleichtert und – vor allem – lauthals darüber vernehmlich „Allahu akbar! Allahu akbar!” jubelte.

Das wiederum führte bei den Anwesenden zu einer enormen und eindrucksvollen Bandbreite von Gesichtsausdrücken bei den Anwesenden. Das Spektrum reichte auf der einen Seite von mühsam unterdrücktem Grinsen über den „Ich höre einfach gar nichts”-Ausdruck, peinlicher Berührtheit bis zu fassungslosem schierem Entsetzen mit einsetzender Schockstarre. Manchmal lernt man mehr über Land und Leute in den unmöglichen Situationen.

Halten wir wohlwollend fest, dass der Allmächtige den seinen in der Not beisteht. Und die Barmherzigkeit bewies, dass man es nur anhören und nicht ansehen musste.

Der Palast der Dekadenz für reichen Pöbel

Ich verlies Einkaufszentrum und Einkaufsinsel und begab mich zurück zur Landzunge, um den Emirates Palace aufzusuchen, dessen Besuch auf allen Sehenswürdigkeitsseiten nahegelegt wird. Hotel mit Räumen aber 500 Euro pro Nacht, nach oben anscheinend weit offen. Ein durchvergoldetes Extrem-Luxus-Hotel für Reiche, das allerdings in Teilen zu besichtigen ist.

Wenn man richtig gekleidet ist. Am vorderen Eingangsbereich zum vorgelagerten Park hängt ein Schild, auf dem groß und böse aufgelistet wird, womit man alles nicht reinkommt: Ärmellose Hemden (Muscle-Shirts und so’n Zeug), kurze Hosen, offene Schuhe, Schlappen, Sandalen und so weiter. Und weil ich da in kurzen Hosen stand, erreichte mich bereits der strenge abweisende Blick der Wächter.

Doch wie sie gerade sagen wollten, dass ich da so nicht rein kann, zog ich – Ha! Ich bin vorbereitet! – meine Hosenbeine aus der Fototasche und hielt sie grinsend in die Luft, um sie mir sodann anzuschrauben. Ich hatte davon nämlich gelesen und deshalb heute extra meine Abenteuerhosen mit den abnehmbaren Hosenbeinen angezogen. Da haben sie gelacht und Thumbs Up signalisiert. Na bitte.

Draußen Touristen, die sich mit iPads und iPhones fotografieren. Gegenseitig und selbst mit Selfie-Stick. Und jede Menge Pagen, Diener, Butler, die auch den filzigsten Tourist wie einen vornehmen Gast ansprechen, sofern er der Kleiderordnung genügt (Gemeinheit: Frauen lässt man im kurzen Rock rumlaufen). Drinnen im Foyer: Ein riesengroßer Weihnachtsbaum. Oder genauer gesagt, kein Baum, sondern so ein gleichmäßig dicht geschmückter, geometrisch exakter Weihnachtskegel, wie ihn die Amerikaner aufstellen. Die reden immer von Baum, meinen aber ein geometrisch tadelloses Kegelgestellt mit dichter grüner Oberfläche, was es als Baum garantiert nicht gibt. Ich frage deshalb einen der Hoteldiener, der da zu mir geeilt war, um zu fragen, ob er irgendetwas für mich tun könnte (und der extrem nach deutschem Azubi aussah) auf englisch (wieder mal), warum man in einem muslimischen Land einen Weihnachtsbaum aufstellt. Antwort (auf englisch): Man sei eine „german brand”, deshalb auch deutsche Sitten. Ein deutscher Laden. An dem überhaupt gar nichts deutsch wirkt, außer eben der gnadenlos amerikanische Weihnachtskegel.

Ansonsten den Palace besichtigt. Schaurig. Alles gold oder goldfarben, sogar die Handläufe von Rolltreppen. Die Decken mit Blattgold ausgeschlagen. Die Sofas mit Leder bezogen, dessen Farbe einem Goldton nahekommt. Wohin man guckt, Gold. Außer der Boden, der ist Marmor. Aus irgendwelchen Gründen ist die Ansicht nicht totzukriegen, dass ein einheitlicher und mit allen Konsequenzen durchgezogener Stil bereits guter Geschmack sei.

Wisst Ihr was? Ich fand’s total ungemütlich. Kalt, abweisend, befremdend. Künstlich, unecht. Die permanent aufgesetzte Überfreundlichkeit wirkt so richtig falsch. Und dieses alles vergoldet, veredelt, von allem das Teuerste geht mir so richtig dysfunktional auf den Wecker. Alles überflüssig, alles daneben. Das einzig sinnvolle in diesem Hotel erschien mir der Friseur, und der war nicht da.

Und dann etwas seltsames. Ich war in der Nähe der Hotelzimmer, in den nur zahlenden Kunden (sie nennen sie „inhouse guests”, und auch die nicht zahlenden wie mich als „guests” zu bezeichnen) reindürfen, die da ein Zimmer haben. Deshalb sitzen da auch Wachleute herum, die das prüfen. Da rauschte dann eine Bedienstete (sie tragen kurzen Rock zu langem wehendem Kaftan) mit vier „Zivilisten” vorbei. Und die liefen rum wie der letzte Pöbel. Ein Typ im ausgeleierten Beach-Shirt (Form wie schulterfreies Unterhemd oder Basketball-Shirt, das oben nur von zwei Trägern gehalten wird), kurze Hosen, Badeschlappen. Ordinärer Gang. Ich fragte den Wachmann, ob das nicht in mindestens drei Punkten gegen die Kleiderordnung verstoße. Er erklärt mir, dass das „inhouse guests” seien, die könnten rumlaufen, wie sie wollten. Reicher Pöbel.

Nischt wie raus aus diesem Dekadenzbunker.

Präsidentenpalast

Kaum aus dem Palace wieder raus, sieht man 300 Meter weiter einen imposanten Torbogen. Also hin. Alles noch im Bau, unfertig. Ganz weit weg im Hintergrund sieht man etwas vom neuen Präsidentenpalast. Wie ich gerade so über den Verkehrskreisel Richtung Zaun gehe, um mal durch den Zaun zu gucken, kommt plötzlich wieder so ein Security-Wächter an und weist mich zwar höflich, aber scharf an, dass das hier ein verbotener Bereich sei, man dürfe sich hier nicht aufhalten. Oh, Verzeihung, das tut mir leid, ich habe da leider kein Schild gesehen. Es gibt keine Schilder, werde ich belehrt. Ich verkneife mir die Frage, woher man’s dann wissen soll, und mache, dass ich wegkomme, bevor ich ernstlich Ärger kriege.

Observation Deck at 300

Gleich nebendran steht ein Konglomerat aus sehr hohen Türmen. Der höchste beeinhaltet ein anderes Hotel (auch teuer und luxuriös, aber nicht so wie der Palace), und in einem der oberen Stockwerke in ca. 300 Metern über dem Meeresspiegel (daher der Name) eine Aussichtsplattform. Kostet 75 Dirham, davon 25 Gebühr und 50 Dirham Zwangskonsum im Cafe oben. Die Aussicht: witzlos. Abu Dhabi von oben ist kein Brüller. Zumindest sehe ich, dass es von dem Tor, von dem mich der Wächter verscheucht hat, innen nochmal einen geschätzten Kilometer weiter geht, bis man beim Präsidentenpalast ankommt. Man kommt also nicht mal in die Nähe. Dafür waren der Salat und der Saft im Cafe gut, auch wenn ich dafür noch 25 weitere Dirham zulegen musste.

Ihr Christbaum besteht auch aus einem riesigen, geschätzte 7 oder 8 Meter hohen Weihnachtskegel. Allerdings grün geschmückt. Ich frage nicht mehr.

Ein Park

Auf dem Rückweg wieder etwas, was mich darüber grübeln lies, warum Berlin nicht funktioniert.

Ein kleiner Stadtpark. Überall sitzen Leute friedlich auf Campingstühlen um Klapptische herum, reden miteinander, grillen, haben Spaß. Keiner stört den anderen, alles friedlich, alles sauber, die Leute nehmen ihren Dreck wieder mit und alles ist wunderbar.

In Berlin völlig undenkbar, da würde man sofort bepöbelt, gestört, angegriffen, bestohlen, das alles verdreckt, zumüllt, zerstört.

Nebendran diverse Springbrunnen, die beleuchtete Wasserstrahlen darbieten. Schön. Sauber. Nichts kaputt, nichts verschmutzt. Kann man einfach so hinstellen und laufenlassen. Würde in Berlin sofort irgendwie sabotiert oder vollgerotzt.

Warum geht’s bei denen und bei uns nicht? Die Frage stellt sich mir immer öfter.

Star Wars

Eigentlich hatte ich vor, meine Urlaubszeit nicht mit Kino zu verschwenden und den Film anzuschauen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Auf dem Rückweg zum Hotel kam ich aber ein einem weiteren modernen (christbaumlosen) Einkaufszentrum vorbei. Eigentlich wollte ich nur mal in der Fressbudenetage gucken, was es da zu futtern gibt, als ich dort plötzlich vor einem Kino stehe.

Es ist 18:40. Die nächste Vorführung Star Wars Episode VII geht um 18:45 los. In fünf Minuten.

Komisch. Verblüffend ruhig und leer. Der neue Star Wars wurde doch in der Wüste von Abu Dhabi gedreht, und die Spielzeugläden bersten förmlich vor Star Wars-Krempel. Müsste hier nicht der Bär toben? Alles ruhig.

Ich stand dabei vor der Kasse, vor mir drei schwarz verschleierte Frauen, die sich ihre Kinokarten für irgendwas gekauft hatten. Plötzlich die Kasse vor mir direkt frei. Naja, ich frag halt mal, in welcher Sprache Star Wars gezeigt würde, doch sicherlich arabisch. Nöh, englisch original mit arabischem Untertitel.

Äh, ob für die Vorstellung um 18:45 vielleicht noch was frei wäre? Jaja, meint er, und dreht den Monitor zu mir. Der Kinosaal mit ganz vielen weißen Plätzen und ganz wenigen roten Plätzen. Ah, doch noch ein paar frei, dachte ich, und zeige auf einen roten. Nein, nein, meint er, die roten sind belegt, die weißen müsste ich nehmen.

Was? Star Wars neu in Abu Dhabi, dem Ort des Drehs, und das Kino ist zu 99% leer? Ja.

Na wie schön. Der beste Sitz im Kino – Mitte, Leinwand in Augenhöhe, vor mir der Quergang, also kein Kopf vor mir, beliebig ausstrecken – ist noch frei, dann nehme ich doch den.

Im Kino dann gähnende Leere. Die vorderen – nicht gezählt – vielleicht 10 oder 12 Reihen komplett leer. Hinter mir auch manche Reihe leer oder höchstens mal drei Leute.

Star Wars, der Blockbuster, ganz neu, im fast leeren Kino.

Dann die übliche Werbung.

Vor dem Film aber noch eine seltsame Einblendung. Ein ganzer Katalog von Dingen, die man im Kino nicht tun soll. Also nicht nur nicht mit dem Handy telefonieren. Auch nicht reden, sich nicht ausdehnen, nicht rumlaufen und so.

Der Punkt ist nämlich: Die benehmen sich hier völlig anders im Kino als wir (oder die meisten in Deutschland).

Das fänt damit an, dass viele erst kommen, wenn der Film längst angefangen hat. So zwischen 3 und 15 Minuten nach Beginn des Film brachte der Ordner mit der Taschenlampe immer wieder Besuchergruppen rein, das Kino füllte sich so noch auf vielleicht 2 oder 3%. Jedenfalls kamen nach Beginn des Films mehr Leute rein, als vorher drin saßen.

Dann haben sie Kinder dabei. In Deutschland ist der Film, glaube ich, ab 12. Und ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ein jüngeres Kind mit dem Film anfangen sollte.

Sie bringen dann aber kleine und Kleinkinder mit. Und die benehmen sich entsprechend. Quasseln ständig. Manche diskutieren pausenlos mit ihren Kindern über den Film, erklären dies und das. Die Frau zwei Sitze rechts neben mir hatte ein kleines und ein Kleinkind dabei, und ein Kleinkind gibt nun mal nicht zweieinhalb Stunden Ruhe, wenn es in einem Star Wars Film auf dem Schoß der Mutter liegen muss. Irgendwann quengelte das, und sie fing an, die Geräusche der Roboter BB-8 und R2D2 zu imitieren, um das Kind zu beruhigen (hat nicht funktioniert). Dann ging sie mal raus, um den kleinen frisch zu wickeln, kam aber leider wieder.

Überhaupt gehen die Leute ständig rein und raus. Mal was essen holen, mal auf Klo und so. Ist mir schleierhaft, wie die den Film mitbekommen wollen. Ist denen aber wohl nicht so wichtig.

Kein Wunder, dass so wenig Leute ins Kino gehen. Schon bei 5 oder 10% Füllung wäre das eine Klapsmühle geworden.

Essen

Nach dem Kino noch eine Portion Pommes im „New York-Style” (seltsam, aber nicht schlecht), und weil’s nicht gereicht hat, auf dem Weg zum Hotel noch an einer philipinischen Bäckerei hängengeblieben. Laute Dinge, die ich noch nie gesehen habe.

Also davon hätte ich gern eins und bitte eins davon und… Sie unterbricht mich. Also das kann sie mir nicht ernstlich verkaufen, das schmeckt doch gar nicht. Und das sollte ich auch lieber bleiben lassen. Woher ich käme? Aus Deutschland? Oh, sie war schon mal in Düsseldorf. Wir einigen uns auf zwei andere Stücke. Seltsame Verkaufsstrategie.