Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Malediven: Die Insel Gulhi

Hadmut
11.12.2015 9:13

Ich war auf der Insel Gulhi (wird ausgesprochen wie bei uns der Straßengulli, und ist nicht zu verwechseln mit der künstlichen Insel Gulhi Falhu). Wie kam ich auf diese Insel?

Die Antwort ist einfach: Geiz und Naivität. Macht aber nichts.

Ich hatte mir zuerst die günstigsten und zu meiner Urlaubszeit am besten passenden Flüge rausgesucht und dann auf verschiedenen Hotelbuchungsseiten einfach mal geguckt, ob ich eine günstige Unterkunft finden könnte. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass die Malediven zwar generell sauteuer sind, aber die einzelnen Inseln unterschiedlich teuer und man mit einfacherer Unterkunft massig Geld sparen könne. Schließlich fahre man wegen des Meeres hin, und das sei überall das gleiche.

Zuerst hat es mir gegraust. Preise nach oben offen. Man kann da Tausende pro Nacht ausgeben, sich da seine Privatinsel für 50.000 Euro mieten. Es gibt traumhafte Paradies-Bungalows auf Stelzen im glasklaren blauen Wasser, die das perfekte Motiv für Top-Reisekatalogfotos und Flitterwochenträume abgeben. Aber einfach heftig teuer. Alles irgendwie ab mehrere hundert US-Dollar oder Euro pro Nacht aufwärts. Da muss man immer genau hinschauen, weil diese Reservierungsseiten Hotels manchmal im Gesamtpreis für den gesuchten Zeitraum, manchmal aber auch im Tagespreis angeben. Aber hier gilt wie so oft: Für viel Geld kriegt man alles.

So oder ähnlich sehen diese normalen, aber teuren Bungalows normalerweise aus:

Auf Gulhi gibt es sowas nicht. Gar nicht.

Bei einem Portal stand da aber ein Hotel, das Tropic Tree Hotel, schöne Fotos, für ca. 500US$ das Einzelzimmer. Ja, ja, pro Nacht. Äh, nee, Moment mal, Gesamt, für den von mir angegebenen Zeitraum, Montag bis Montag, 7 Nächte. Schöne Fotos, ansprechende Webseite, die Insel sei toll, WLAN frei, Wasser frei, Frühstück inbegriffen, jede Menge Freizeitaktivitäten, und laut Google Maps 30 Meter vom Meer weg. Auf der Insel Gulhi, die 500 Meter lang und 250 Meter breit ist, und einen eigenen Hafen hat. Na, paßt doch wie angegossen. Gleich gebucht. Ich bin da ja nicht so anspruchsvoll. Und einen ganzen Honeymoon-Bungalow brauche ich auch nicht, ein Bett und ein Bad reichen mir.

War dann ganz anders als erwartet, kommt davon, wenn man blind bucht, ohne Ahnung zu haben, was man tut. Aber genau das ist ja – wie schon erwähnt – der Grund, warum ich reise, wie ich reise. Weil man ja nur dann was über das Land lernt, wenn man nicht im Paradies-Disneyland mit Fließband-Erlebnissen was lernt. Im Abweichen vom Mainstream finde ich meine Nahrung.

Vorab: Vom Hotel bin ich begeistert, das ist weitaus besser als ich es zu dem Preis erwartet habe, und das haben auch die anderen Gäste bestätigt. Das Hotel kann ich wirklich nur loben und empfehlen. Ich fühle mich hier sauwohl und würde hier jederzeit sehr gerne wieder herkommen. (Oder fühlte, denn geschrieben habe ich den Text, als ich noch dort war, publiziert habe ich ihn, als ich wieder zurück war.) Genau mein Ding.

Die Insel Gulhi allerdings ist … naja … in einer Hinsicht genau das, was ich haben wollte. Nämlich so, dass man was über Land und Leute lernt und eben nicht im Paradies-Disneyland aus dem Katalog landet. Man sieht das Land und nicht den Touristen-Zoo. Und das ist, vereinfachend gesagt, nicht so schön. Ich will das in einigen Blog-Artikeln beschreiben. (Falsch. Eigentlich wollte ich das gar nicht. Aber mir hat obendrein das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und mich mit mehrtägigem Sturm und Starkregen im Hotel festgenagelt. Da bloggt man dann halt. Da war ich dann übrigens sehr froh, in einem geschlossenen, gemauerten Hotel auf festem Boden zu sein und nicht in einem dieser sündhaft teuren traumhaften Bungalows oder Honeymoon-Rammel-Pavilions auf Stelzen weit draußen im Meer. Die sind nämlich auch nur traumhaft, solange das Wetter gut ist. Und das war es nicht. Aber der Reihe nach.)

Dazu muss ich weiter ausholen.

Was ich vorher nicht wusste, hier auch nur ansatzweise erfahren und mir dann aus dem Web und dem Visitors Guide zusammengepickt habe: Die Malediven bestehen aus 1190 Inseln (manche behaupten, es wären 1192, das ändert sich immer etwas) in 26 Atollen im indischen Ozean (nur etwa 1% des Staatsgebietes besteht überhaupt aus Land, der Rest ist Wasser), die aber in verschiedene Kategorien eingeteilt und danach unterschiedlich behandelt werden, und von denen ich bisher folgende Kategorien ausmachen konnte:

  • Von Einheimischen („Locals”) bewohnte Inseln.
  • Inseln für Touristen („Resorts”, angeblich gilt fast immer 1 Hotel = 1 Insel = 1 Resort)
  • Hauptstadtinsel Male’
  • Funktionsinseln (Flughafen, Industrie, Müllentsorgung, Gefängnis auf Teil der Insel Maafushi usw.)
  • Unbewohnte Inseln (die aber oft als Picknick-Inseln usw. besucht werden)

Angeblich war das bis vor ein paar Jahren (Ich bin nicht sicher, ich glaube 2009 oder sowas) noch strikt getrennt mit harten Regeln, wer wohin darf. Touristen durften nicht auf Einheimischen-Inseln übernachten. Einheimische durften nur auf Resort-Inseln, wenn sie dort zu arbeiten hatten. Auf Funktionsinseln darf man nur, wenn man was dort tun muss, auf die Flughafeninsel darf man nur, wenn man fliegt oder dort arbeitet. Die Hauptgründe waren wohl die öffentliche Ordnung und der Schutz eines reinen Islam vor Kontaminierung durch Fremde, die blöde Ideen ins Land bringen konnten. Man wollte Touristen (auf die man finanziell angewiesen war, immerhin stellt der Tourismus die Haupteinnahmequelle des Landes dar) und Einheimische so strikt wie möglich trennen um die Religion sauber und unbeeinträchtigt zu halten.

(Anmerkung: Mir kamen da inzwischen massive Zweifel, dass das der einzige tatsächliche Grund ist. Eher der einzig offizielle. Ich habe nach Betrachtung der Insel hier auch den Eindruck, dass es darum ging, reiche Touristen von armen Einheimischen zu trennen, damit die das nicht so mitkriegen. Denn der Tourismus ist hier ein Milliardengeschäft, aber bei der Bevölkerung – gemessen an dem, was ich in Male’ und hier gesehen und so gelesen habe – kommt da nichts an. Die leben meist in sehr einfachen, teils ärmlichen Verhältnissen und leben von Fischfang und einfachen Arbeiten. Einer vom Hotelmanagement, ich bin mir nicht ganz sicher, es scheint der Juniorchef zu sein, erzählte mir, dass er in Male’ studiert und in den Semesterferien im Hotel mithilft.)

Diese Trennung führte zu kuriosen Effekten. Ende 2011 ließ die Regierung auf Druck einflussreicher Islamisten Hunderte Wellnessbereiche, Kosmetik, Massagesalons in den Hotels schließen, weil die Islamistenpartei das für Prostitution hielt. Was auch damit zu tun hatte, dass die schlicht nicht wussten, was auf ihren eigenen Inseln eigentlich passiert.

Daraufhin haben die Hotel-Chefs protestiert und daran erinnert, dass die Malediven mit Milliardenumsätzen von den Gästen leben, die herkommen um das zu bekommen, was man gerade verboten habe. Erst nach dem Verbot und den Protesten kam man mal auf die Idee, sich erst mal anzuschauen, was man da verbietet. Denn man konnte sich nicht vorstellen, dass dahinter, wenn Touristen 300 Dollar für 3 Stunden Wellness zahlen, etwas anderes als Prostitution stecken könnte. Verblüfft kam man aber zu dem Ergebnis, dass das drin ist, was drauf steht, und es tatsächlich genug Bekloppte auf der Welt gibt, die einen Haufen Geld ausgeben um in einen anderen Kontinent zu fliegen und sich dort mit Bio-Saft einreiben und massieren zu lassen. Und hat es dann doch wieder erlaubt. Man hielt es zwar trotzdem für dekadent, aber für gewinnbringend. Ein Missverständnis als Folge der strikten Trennung. Man konnte sich aus Sicht der Einheimischen, die nicht in den Hotels arbeiteten, schlicht nicht vorstellen, dass es so viele Bekloppte auf der Welt gibt, die soviel Geld für Dienstleistungen ausgeben, wenn nicht für Prostitution.

Die strikte Trennung wurde irgendwann, ich glaube es war 2009, aufgehoben, und zwar durch den religionsliberalen damaligen Präsidenten Nasheed. Der wollte in die Richtung einer moderneren, freieren Gesellschaft, weshalb islamistische Kräfte und die Polizei ihn 2012 abgesetzt und eingebuchtet haben. Sitzt seitdem im maldivischen Gefängnis auf Maafushi, hier zwei Inseln weiter. Es hieß, man habe ihn mit vorgehaltener Pistole zur Unterzeichnung des Rücktritts gezwungen. Ein Einheimischer sagte mir aber, das stimmte so nicht, das hätte man nur als Redewendung im übertragenenen Sinne (jemandem die Pistole auf die Brust setzen) benutzt, um die Situation zu beschreiben, und die blöde Presse habe es wörtlich verstanden. Es war die Rede von einem Putsch. Wie auch immer, damals schwenkte das alles wieder stark in Richtung strenger Islam, wobei man die strikte Trennung nicht wieder gesetzlich eingeführt hat. Man spürt sie aber enorm. Inseln werden immer noch sehr genau nach „locals” und „resorts” unterschieden, und ich merke das, wenn ich hier rumlaufe. Ich bin ein Fremdkörper, wie ein Yeti im Raumanzug. Zwar war mir bisher noch nie jemand feindlich gesonnen, schlechtestenfalls gleichgültig-ignorierend, meist erst verblüfft, dann mehr oder weniger freundlich grüßend, aber wer kann schon in die Köpfe sehen. Man merkt, dass da schon zwei Welten aufeinanderprallen, westlicher Tourist mit Kamera und freizeitwütig, und locals, die eigentlich ungestört bleiben wollen und mit Besuchern nicht viel anzufangen wissen. Erst als ich den dritten Tag in Folge hier rumschlappte, kam es auch mal zu einem Händeschütteln, Vorstellungen, ich heiße sowieso, wer bist Du, was machst Du so, woher kommst Du, wohnst Du da vorne in dem Hotel und so. Es ist so ein Gefühl, als habe man sich in Disneyland in die Handwerkerkantine verirrt und die getroffen, die erst zum Arbeiten kommen, wenn der Park geschlossen ist und die Besucher weg sind.

Ich wusste von dieser Trennung der Inseln vorher nichts und hatte mich auch vorher nicht groß drum gekümmert. Ich dachte, die sind alle irgendwie ähnlich und unterscheiden sich nur im Grad des Luxus. Ich habe Flug und Hotel spontan gebucht, weil im Hotel laut Hotelsuchmaschine nur noch ein Platz frei war und das nächstgünstigere Hotel das Fünffache gekostet hätte.

Was ich dabei eben nicht wusste und nicht beachtet habe, und dann hier erstaunt festgestellt habe:

Gulhi ist kein Resort, keine Urlaubsinsel. Gulhi ist eine Mischung aus Einheimischen- und Industrieinsel. Bis vor ein paar Jahren hätte ich da gar nicht übernachten dürfen.

Freilich habe ich schon etwas gesucht und gegoogelt, bevor ich gebucht habe. Ich habe schon Berichte gelesen, wonach Gulhi eine Insel der Einheimischen und deshalb viel stärker muslimisch geprägt sei und hier Scharia-Recht gelte. Frauen dürften daher nicht im Bikini baden gehen. (Was mich als Mann erstens kaum interessiert, außer natürlich wegen der Aussicht, und zweitens schlichtweg unwahr ist, es gibt hier extra einen kleinen Gästestrand an dem einigen Frauen völlig unbehelligt im Bikini rumlagen. Das Bikini-Verbot gibt es zwar, zumindest auf der Nachbarinsel Maafushi, aber auch nur für den Strandabschnitt für die Einheimischen. Der für die Touristen vorgesehene – auch deutlich schönere – Strandabschnitt ist nicht betroffen, auch da gab es viele Frauen im knappen Bikini, völlig unbehelligt.) Außerdem die schönste Insel der Nachbarinseln sein soll. Und Bilder auf Google und Flicker gesehen, die Traumhäuser und schöne Gegenden zeigten. Das stimmte zwar nicht ganz mit den Satellitenbildern von Google Maps überein, aber die Satellitenbilder verschiedener Anbieter wichen schon so stark voneinander ab, dass sie offenkundig nicht mehr aktuell sein können. Von den vielen Bildern, die man zu Gulhi findet: Sie sind oft wohl schon sehr alt und stimmen nicht mehr, oder zeigen selektiv sehr stark geschönte Ausschnitte. Und einige Bilder von Traumbungalows habe ich gefunden, die es auf Gulhi aber definitiv nicht gibt. Da muss jemand die Insel verwechselt haben.

Oder anders gesagt: Im Internet wurde zwar nicht sehr viel, aber doch manches über Gulhi geschrieben und Fotos veröffentlicht, ich würde aber durchweg sagen, dass das alles nicht der Wahrheit entspricht und auch nicht weniger gelogen ist als ein Reisekatalog. Die meisten Fotos sind zwar „echt”, aber im Ausschnitt so gewählt, dass sie die Realität nicht wahrheitsgemäß zeigen. Oder vielleicht die Realität nicht mehr ihrer Vergangenheit entspricht. Denn gut ist möglich, dass das hier mal besser war und erst jüngst heruntergekommen ist, wofür manches spricht. Vielleicht sogar erst innerhalb der letzten 3 Jahre seit dem Umsturz 2012.

Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass das keine spezifische Eigenschaft Gulhis sei, sondern auf den anderen Inseln auch nicht besser, nur in teurer.

Auch hatte ich auf Google Maps gesehen, dass es hier Slip-Anlagen gibt, um mittelgroße Schiffe an Land zu ziehen. Prima, dachte ich, wenn es da schöne Yachten gibt, gibt es auch sicher Mitfahrgelegenheiten.

Als ich hier angekommen bin, ist mir erst mal der Kiefer runtergeklappt. Die Insel hat nämlich einen ganz gewaltigen Nachteil, der einem sofort ins Auge fällt und sehr abstoßend ist – auf den ich aber später in einem eigenen Blog-Artikel zurückkomme.

Gulhi ist tatsächlich eine der Inseln, auf der (fast) nur Einheimische wohnen. Ich glaube so um die 150 oder 200 Leute. Und vielleicht ein Dutzend Touristen.

Die Infrastruktur ist sehr einfach und teils marode. Nicht direkt Wellblechhütten, aber viele Wellblechdächer und Mauern im Rohbau-Zustand, unverputzte Ziegel. Manche der Häuser verlassen, unbewohnt, unbewohnbar, ohne Dach. Viele der Häuser, selbst einige Bewohnte, nie fertiggestellt, wohnen in rohen, unverputzten Ziegelsteinen. An manchen Häusern wird gebaut, aber es überzeugt nicht, und hinterlässt den Eindruck, dass der Verfall schon in der Rohbauphase eingesetzt hat, die Häuser also nie in einem neuen Zustand ankommen. An Infrastruktur gibt es nur das nötigste, so ungefähr drei kleine Hotels, ein Stromkraftwerk, das manchmal ausfällt (und direkt neben meinem Hotel steht, weshalb ich es höre), zwei oder drei winzige Krämerläden, in denen man so das allerwichtigste bekommt, einen Hafen, zwei kleine, einfache Gaststätten, eher für Arbeiter, und natürlich eine Moschee.

Der dominante Part der Insel ist aber eine ziemlich gammelige, verrostete Schiffswerft, auf der man irgendwelchen nicht minder gammeligen alten Schiffen (meist aus vergammeltem Holz) die alte Farbe abschleift und sie neu lackiert. Schiffe brauchen hier alle eineinhalb Jahre einen neuen Unterwasseranstrich. Hier werden sie rausgezogen, abgeschliffen, neu angestrichen. Sonst machen die nichts. Ich habe dazu auch kurz mit einem der Arbeiter gesprochen, weil ich mir die Seilwinde angesehen habe, an der sie mit einem alten LKW-Motor, an dem noch Schaltgetriebe und Schalthebel hängen, über Stahlseile und kuriose Umlenkrollen die Schiffe aus dem Wasser ziehen. Er sei aus Bangladesh.

Und auf der Insel wohnen wohl hauptsächlich Familien, deren Männer auf dieser Werft – oder besser Lackierstation – arbeiten, und einzelne Arbeiter. Die Insel ist überhaupt nicht auf Touristen ausgelegt. Wellness gibt’s hier gar nicht, keinen Friseur oder sowas. In einem der zwei oder drei winzigen Krämerläden habe ich mir Batterien und eine Packung Kekse gekauft. Die guckte mich an, als wäre ihr ein Gespenst erschienen. Bücher oder Zeitschriften habe ich da überhaupt nicht gesehen. Nur im Hotel lagen ein paar ausländische Zeitschriften von Touristen herum. Eine andere Touristin, mit der ich mich darüber unterhalten habe, meinte, sie habe irgendwo gehört, dass die islamistische Regierung, die seit 2012 am Ruder ist, diverse Verlage geschlossen habe.

Sehenswertes gibt es auf der Insel eigentlich gar nicht. Außer vielleicht der ziemlich gammeligen Schiffswerft. Zu tun gibt es hier auch nichts. Man kann mal um die Insel laufen.

Ein Graffito haben sie auch:

Und eines der ganz wenigen Landfahrzeuge (Autos gibt es dort nicht, und das war das einzige Fahrrad, das ich dort entdeckt habe):

Das Tropic Tree Hotel

Der Lichtblick hier ist eindeutig das Hotel (auch die Gulhi Beach Villa gleich neben dran macht von außen einen schönen Eindruck, drin war ich dort aber nicht.) Ich muss zwar einräumen, dass das auch nur von einer Seite schön aussieht, auf der Hinterseite blättert – obwohl erst Anfang dieses Jahres eröffnet und ganz neu – schon die Farbe ab, grenzen ein Kraftwerk und ein vermülltes Grundstück an, aber ansonsten ist es prima. Zwar auch relativ einfach, aber sehr schön, die Bilder stimmen, ich habe ein richtig schönes Zimmer mit Klimaanlage und schönem Bad. (Allerdings ohne Fernseher, was mich nicht stört, und ohne Stuhl und Schreibtisch, was mich stört, weshalb ich mich meist in den Essensbereich setze, wenn ich was am Rechner schreibe.)

Der Brüller ist das Personal. Die sind hier so unglaublich nett, bemühen sich so sehr, reißen sich schier das Bein aus, um den Gästen jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit wird einem sofort geholfen, wird einem sofort Wasser, frisches Handtuch, was auch immer gereicht. Weil ich allein reise, setzt sich sogar jemand zu mir, damit ich nicht alleine am Esstisch sitzen muss, kurz gesagt: Ich bekomme hier Intensivbetreuung.

Und das Essen hier ist auch prima. Eigentlich bleibt einem auf der Insel fast nichts anderes übrig, als hier im Hotel zu essen, aber das Essen ist prima. Zwar jetzt nicht gerade raffiniert oder kompliziert, aber mir schmeckt’s sehr. Natürlich islamisch, ohne Alkohol, was mir aber nur Recht ist, denn ich trinke eh keinen. Jede Menge Fruchtsäfte, sehr lecker und hübsch angerichtet, und fast alle aus frischen Früchten zu bereitet (hab ich rausgefunden, als ich mal einen während der gelegentlichen Stromausfälle bestellt habe, da mussten sie beichten, dass sie bei Stromausfall nur Orangen- und Mangosaft servieren können, weil ihr Mixer dann nicht funktioniert.)

Dazu versuchen sie, das, was Gulhi einfach nicht bieten kann, durch herrliche Bootsausflüge wieder wettzumachen.

Die Insel Gulhi hat aber einen ganz gewaltigen Nachteil, dessentwegen mir hier erst mal der Unterkiefer runtergeklappt ist und ich schier verblüfft bis entsetzt dastand (wobei ich mir auch da habe sagen lassen, dass der nicht nur Gulhi, sondern viele Inseln der Malediven beträfe), schon als ich am Tag der Anreise die Insel erkundet habe. Auf den komme ich in einem eigenen, späteren Blog-Artikel.