Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

169 Seemeilen: Eine Woche Segeltörn auf der Ostsee

Hadmut
8.8.2015 23:39

Der eine oder andere Leser wird vielleicht bemerkt haben, dass ich eine Woche lang nichts gebloggt habe.

Deutschland zerreibt sich seinen Generalbundesanwalt zwischen einem feministischen Justizminister und einem irgendwie parteiverbundenen Überwachungs-Thema-Blog, und von mir kommt eine Woche lang kein Kommentar dazu. Aber nein, ich wurde nicht vom BND gekidnappt und auch der Verfassungsschutz hat weder mich noch den Blog-Server einkassiert. Ich habe eine Woche Urlaub gemacht. Einfach so. Einfach weg.

Obwohl: Nein, einfach war’s nicht.

Ich hab’s nämlich (schon wieder mal) verpennt, rechtzeitig Urlaub einzutragen und was zu buchen, und muss ja nun auch irgendwie meinen Jahresurlaub wegkriegen. Beliebig schieben geht auch nicht, weil ich nächste Woche noch was anderes vor habe, was terminlich nicht zu schieben ist, und danach könnt’s mir dann so gehen wie letztes Jahr, dass nämlich der Sommer abrupt vorbei ist und ich – wortwörtlich – im Regen stehe.

Was also tun mit einer Woche? Nee, nicht schon wieder Australien, außerdem reicht eine Woche gerade für Hin- und Rückflug.

Eine Überlegung war, sich endlich mal Nord- oder Ostsee anzuschauen, wenn ich nun schon in Berlin aufgeschlagen bin.

Die andere Überlegung ging davon aus, dass ich ja schon aus Versehen und ungewollt zwei Bootsführerscheine gemacht habe. (Beim SBF See habe ich mich bei Kollegen aus Spaß mit reingesetzt und erst nach der Anmeldung mitbekommen, worum genau es da eigentlich geht. Den SBF Binnen habe ich aus Geiz gemacht, weil man dafür ein Gesundheitszeugnis vorlegen muss, das 40 Euro kostet und ein Jahr gültig ist. Die praktische Prüfung SBF See wird aber auch bis zu einem Jahr nach der Prüfung als Gesundheitszeugnis für den SBF Binnen anerkannt, weshalb ich mir neulich gedacht habe, hey, wenn ich den jetzt noch schnell mache, habe ich 40 Euro für ein neues Gesundheitszeugnis gespart.)

Also dachte ich mir, wenn ich zwei Bootsführerscheine auf die bekloppte Tour gemacht habe, warum dann nicht aus Gründen der Konstanz so weitermachen? Aller guten Dinge sind drei. Man könnte sich ja mal nach dem SKS, dem Sportküstenschifferschein umgucken. Keine Ahnung, wie man den macht. Einfach mal gegoogelt. Oh, da gibt es von unzähligen Anbietern Ausbildungs-Segeltörns über eine Woche. Und dann habe ich gleich einen gefunden, der mir terminlich exakt gepasst hätte, vor der italienischen Küste um die Inseln segeln. Wär ja mal was. War auch noch ein Platz frei. Dumm nur: Man muss dazu nach Pisa fliegen, und bei den Billigfliegern habe ich keinen passenden Flug mehr bekommen und bei den normalen Linien nur noch absurd überteuerte. Bei den kanarischen Inseln gab’s auch noch was, aber noch schwieriger mit dem kurzfristigen Flug.

Was also tun? Mittelmeer und so besegeln oder an die Ostsee fahren?

Da kam mir ein teuflischer Gedanke: Was, wenn man beides haben könnte und einfach auf der Ostsee rumsegelt? Segeln. Auf der Ostsee. Ich bin genial.

Die Google-Suche brachte hervor, dass ich nicht der erste bin, der auf die Idee kam, auf der Ostsee zu segeln, und es da auch ne ganze Menge Segelschulen gibt, die da SKS Ausbildungs-Segeltörns mit abschließender Führerscheinprüfung (Praxis, Theorie muss man irgendwo anders machen) anbieten. Hört sich ja gut an, bei SBF See ging die Praxis auch erst kurz vor der Prüfung los. Und es gab welche, die genau die Woche anboten, die ich brauchte. Fast alle ausgebucht, aber bei einem waren noch zwei Plätze frei. Einfach mal blind und eine Woche vor Abfahrt per Web gebucht, damit der mir nicht auch noch durch die Lappen geht, schnell bezahlt, Bestätigung gekommen und dann gucke ich mir an, wozu ich mich da eigentlich angemeldet habe (so bin ich ja auch zum SBF See gekommen).

Eine Woche SKS Ausbildungstörn, genau in der Woche, die ich gebraucht habe, und noch eine Woche Vorlaufzeit zum Einkaufen für das, was mir noch fehlte, hört sich doch prima an.

Ich habe dann mal das Kleingedruckte gelesen. Um die SKS-Prüfung ablegen zu können, muss man 300 Seemeilen vorweisen können und bei so einem einwöchigen Törn kommt man normalerweise nur so auf höchstens 200 Seemeilen. Mit einem einzelnen Törn geht das also gar nicht. Auch gut, dachte ich mir, ich muss ja noch mehr Jahresurlaub totschlagen. Wenn’s mir nicht gefällt, dann war’s das danach eben, und wenn’s mir gefällt, dann mache ich im Winter den anderen Törn um die kanarischen Inseln und dann dort die Prüfung, und anschließend dann im nächsten Frühjahr in Berlin die Theorie-Prüfung (von der mir gesagt wurde, dass die schon happig wäre, und man ziemlich viel lernen und beherrschen muss. Die Fragen sind nicht mehr Multiple-Choice – obwohl jemand anderes behauptete, dort wären sie das jetzt auch – und die Navigationsaufgaben sind nicht vorher bekannt, stehen also in den Büchern nicht genau so drin).

Aber welches Vorwissen braucht man für so einen Törn? Ich habe zwar schon SBF See und Binnen (unter Motor), aber keine eigene Erfahrung und vor allem Null Ahnung vom Segeln. (Naja, stimmt jetzt nicht ganz, ich bin als Kind mal in Vater’s Jolle, die man auf’s Autodach packen kann, in Jugoslawien mitgesegelt, aber das war mehr so Urlaubs- und Spielzeugsegeln bei bestem Wetter und leichter Brise in der Badehose, und ist 40 Jahre her, weshalb ich das mal so auf »Null Ahnung« runde.)

Bei der Anmeldewebseite gibt man in einem Feld die Vorkenntnisse und bestehenden Führerscheine ein. Da habe ich reingeschrieben, dass ich SBF See und Binnen, aber Null Ahnung vom Segeln habe und Anfänger bin. Ob das ein Problem sei und ob man da auch ohne Vorkenntnisse mitsegeln kann. Nein, das sei gar kein Problem, sei ja schließlich eine Segelschule, wo man’s lernt. Da ist was dran. Woher auch sonst sollte man seine ersten Erfahrungen sammeln wenn nicht auf dem Boot? (Simulator?) Zumal in der Werbung stand, dass man das auch zum Urlaub buchen kann, also kann’s ja so anspruchsvoll nicht sein. Gut, machen wir mal.

Noch den fehlenden Krempel dazugekauft, den ich aus meiner normalen (inzwischen recht umfangreichen) Reise-Ausstattung nicht abgedeckt bekomme, und los geht’s. Natürlich hatte ich viel zu viel Krempel dabei. Weil ich von allen Leuten, die ich gefragt habe, diesselbe Antwort „Weiß ich doch nicht!” bekam, die anscheinend bei Seglern die Universalantwort zu sein scheint, und ich eigentlich nicht wusste, was auf mich zukommt, wusste ich nicht so genau, was ich eigentlich brauche. Da ich aber eh it dem Auto hinfahren wollte, dachte ich mir, pack’ste vorsichtshalber mal alles ein, was man brauchen könnte, klärst das vor Ort, und was ich nicht brauche oder was nicht passt, lasse ich im Kofferraum. Hatte dann trotzdem zu viel dabei.

Weil ich allerdings da jetzt nicht so voll des Lobes bin, mir aber auch nicht so ganz sicher bin, inwieweit meine Kritik objektiv berechtigt ist oder eher auf meiner subjektiven – und vielleicht falschen – Erwartungshaltung beruht, schreibe ich mal nicht dazu, welche Segelschule das war und wo genau der Heimathafen liegt.

Das Schiff

Es war eine schon ein paar Jahre alte, aber gut gepflegte 13-Meter-Segel-Yacht, 4 Meter breit, mit zusätzlichem Motor. Unter Deck einen Aufenthaltsraum (Schiffsmesse) mit Sitzecke um Esstisch, Küche und Kartentisch, zwei winzigen Schiffsklos mit Handpumpe (wollt Ihr nicht so genau wissen, wollt Ihr auch nicht müssen) und vier Kajüten, davon drei – eine im Bug, je eine hinten links und rechts neben dem Motor – mit dreieckigen (am Fußende spitz zulaufenden) Doppelbetten, und eine Kajüte in der Mitte mit zwei Kojen übereinander. Gedacht für 8 Personen. Und das alles saueng und winzig. Weil ein Platz unbesetzt geblieben ist, waren wir zu sechst (Skipper plus 5 Teilnehmer), und das war schon wirklich knalleng. Der Skipper hatte eine Kajüte für sich alleine (quasi die Kapitätskajüte), und wir hatten einen 2-Meter-Mann dabei, der bekam auch eine. Der konnte nämlich nur schlafen, wenn er sich falschrum in das Bett legte. Das war ihm zu kurz und er konnte damit leben, die Füße am freien Ende raushängen zu lassen, aber nicht den Kopf. Also musste der den Kopf immer in das spitz zulaufende Fußende stecken.

Ablauf

Laut Plan dauert die Sache 7 Tage (Samstag nachmittag bis zum nächsten Samstag morgen).

Faktisch aber kürzer. Am ersten Tag (Samstag) trifft man sich in einer nahegelegenen Gaststätte, lernt sich erst mal kennen, unterhält sich ein bisschen, dann bezieht man das Schiff, jeder sucht sich seinen Schlafplatz und Kajütenkumpel, und abends geht man dann erst mal einkaufen – Lebensmittel, Spülmittel, Mülltüten und was man so braucht.

Tatsächlich gefahren wird dann 5 Tage lang, Sonntag bis Donnerstag. Das heißt, dass man abends in irgendeinem Hafen anlegt und festmacht, dort entweder selbst kocht oder Abend essen geht, sich schlafen legt, am nächsten Morgen aufsteht, gegen 9 Uhr ausgiebig frühstückt (die haben richtig gute Brötchen dort), abwäscht, Schiff klarmacht, so gegen 10 ablegt, rausfährt oder -segelt, und draußen dann – je nachdem, wieviel Zeit Wind und Tagesettappe lassen – Manöver übt, um dann so zwischen 18 und 21 Uhr in irgendeinem anderen Hafen anzulegen, wo das Spiel von vorne losgeht.

Der Freitag wäre auch so ein Tag, ist aber für die Prüfung reserviert, wenn es Prüflinge gibt. Da nimmt man dann morgens den Prüfer an Bord, dann wird geprüft, und gegen Mittag ist es normalerweise fertig. Eigentlich könnte man dann nochmal rausfahren, bei uns war aber die Luft raus, und ganz schlechtes Wetter kam heran, zudem wollten oder mussten viele der Teilnehmer weg, weshalb wir dann beschlossen haben, dass das nichts mehr wird, wir fahren in den Heimathafen, räumen aus, machen das Schiff sauber (Deck schrubben usw.) und hauen ab.

Normal wäre laut Plan gewesen, noch einmal zu übernachten, das Boot am Samstag morgen zu schrubben und zu gehen, damit es dann zwischendurch noch von Reinigungskräften innen gereinigt werden und am Abend von der nächsten Crew übernommen werden kann. Wenn man also keine Prüfung (und passendes Wetter) hat, könnte der Freitag also wie ein normaler Tag laufen.

Wenn es also eine Prüfung gibt, an der man aber selbst nicht teilnimmt, hat man, so der Wettergott mitspielt, effektiv 5 Tage. Bei mir etwas weniger, weil ich mal ungeplant zum Arzt musste und in einem Hafen morgens kurz von Bord gegangen bin, den nächsten Arzt aufgesucht habe und dann mit dem Linienbus zu einem anderen Hafen gefahren bin, um dort wieder zuzusteigen.

Nicht nur die Innenaustattung des Schiffes hat eine Wohnmobil-Anmutung (was eigentlich falsch ist, denn es ist umgekehrt, erst gab es die Schiffseinrichtungen und die Wohnmobile haben die dann übernommen) und eine Camping-Wirkung (Schlafsack, Gaskocher, Wassertank und so weiter), auch die Häfen wirken wie eine Art Venedig-Variante normaler Zeltplätze, mit ihren Urlauber-Parzellen, auf denen eben Boote statt Wohnwägen und Wohnmobile stehen, und ihren sanitären Anlagen. Etwas kurios ist, dass die Hafenmeister oft ziemlich früh dichtmachen und schon geschlossen haben, wenn man abends einläuft. Man kann sich zwar auch am nächsten Morgen nachträglich anmelden und seine Hafengebühr bezahlen, aber es ist einfach zu spät, wenn man den Zutrittscode für Duschen und Toiletten erst am nächsten Morgen erfährt. Erstens ist man abends ziemlich verklebt, verschwitzt, voller Sonnencreme, stinkend, und zweitens will man größere Manöver auf dem Schiffsklo einfach wenn irgendwie möglich vermeiden, das ist einfach nichts, dass will man nicht. Also ist man darauf angewiesen, dass hoffentlich unter den anderen Seglern irgendwer den Klocode kennt und weitererzählt. Seltsames Sicherheitskonzept, einerseits den Sanitärbereich mit Passwort zu schützen, andererseits organisatorisch aber darauf zu bauen, dass die Hafengäste sich das Passwort schon durch Mundpropaganda gegenseitig erzählen werden.

Sauber waren die Duschen und Toiletten alle. Manchmal kostet Duschen einen Euro. Tadelnd hervorheben muss ich allerdings die Anlage in Heiligenhafen, die war – nach einstimmiger Meinung der Crew – unzumutbar und indiskutabel. Beim Zähneputzen steht man direkt am Pissoir, und in der Dusche gibt es eine Reihe von offenen Kabinen, wo man beim Anstehen erst mal wackelnden Männerärschen oder den Leuten dabei zuschaut, wie sie sich die Eier einschäumen und den Schniedel durchputzen. Will man einfach nicht sehen. Als ich dann eine freie Dusche ergattert und meine Klamotten auf die Bank gelegt hatte, war ich genau an der Stelle, an der der – funktional schwer zu durchschauende – Zahlautomat hing, was zu meinem tiefen Groll dazu führte, dass sich alle die, die noch zum Duschen kamen, splitternackt und wie sie gerade vom Pinkeln kamen, vornüber über meinen Kram gebeugt haben. Ich war dann auch mal spätabends auf dem Klo, hatte aber meine Ölzeugjacke über, weil das der Sturm-Abend war. Es gab nur eine einzige Kabine, in der der Kleiderhaken noch intakt war und ich wollte sie ja nicht auf den schmutzigen Boden werfen (und mich ehrlich gesagt auch nicht mit der langen Jacke auf Klo setzen). Gerade in der Kabine war aber die Verankerung der Kloschüssel gebrochen und das Ding hatte gute 30° Schlagseite. Gut, wenn man den ganzen Tag segeln war, ist man das gewohnt, da geht’s den ganzen Tag schräg zu (das Schiff krängt), aber ich will das ein für alle Mal klarstellen: Ein krängendes Segelschiff ist völlig OK. Eine krängende Kloschüssel ist es nicht. Überhaupt nicht. Außerdem kommt man sich seekrank vor, wenn man nach dem Tag auf dem Schiff sowieso das Gefühl bekommt, dass fester Boden unter einem schwankt, und man dann auf einem schiefen Klo sitzt, und einem die gerade Klokabine entgegengesetz schief vorkommt.

Nein, Heiligenhafen hat bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen. Wirklich nicht. Das konnte auch der Witzbold von Hafenmeister nicht mehr rausreißen. (Eine Frau fragte ihn „Wo bekommt man denn Brötchen?” und er so im ostfriesischen Hein-Blöd-Tonfall zurück „Jo … also wir nennen das »Bäcker«…”)

Angemerkt sei allerdings, dass ich bei der Suche auch Anbieter gefunden habe, bei denen es ganz anders läuft, bei denen man morgens immer vom Heimathafen aus losfährt und abends wieder reinkommt und von Bord geht, und sich dann selbst um Übernachtung, Hotel und so weiter kümmern muss. Ist sicherlich bequemer, zumal man abends immer im geräumigen Hotelzimmer wohnt und im normalen Bett liegt, aber erstens deutlich teurer (ist zwar von den Schulungskosten deutlich billiger, aber das Hotel kommt ja noch dazu), und man kommt ja nicht rum. Dafür hat man weniger Kuschelkontakt zu den Mitreisenden und spart sich den ganzen Kajüten- und Kojenkrampf, da genügt ein Tagesrucksack.

Die Route

Ich habe gefragt, wo wir hinfahren.

„Wissen wir nicht.”

Wie, das wissen wir nicht? Muss man das nicht planen und berechnen?

Wissen wir doch jetzt noch nicht, wie morgen der Wind steht. Steht der Wind gut, fahren wir nach Dänemark, da gibt’s die besten Frühstücksbrötchen. Steht der Wind anders, fahren wir woanders hin. Aha.

Tatsächlich sind wir zuerst nach Wismar gefahren. Wismar ist schön. Schön, aber tot. Nachts jedenfalls. Auf der Suche nämlich nach dem Hafenklo haben wir längere Wanderungen unternommen und haben uns auf dem Rückweg noch zu einer Nachtwanderung durch die Innenstadt hinreißen lassen. Wirklich schön. Aber nach 10 Uhr abends sieht man da keine Menschenseele mehr. Kommt einem wie eine Geisterstadt vor.

Dann waren wir auf Fehmarn. Fehmarn ist schön, da hat’s mir sehr gut gefallen. Der Haupthafen mit den interessanten Museen war leider schon voll, wir musten in den anderen Hafen ausweichen. (Da war ich übrigens beim Arzt, weshalb ich im Gegensatz zu den anderen auch da die Innenstadt des Orts in Hafennähe gesehen habe.) Ich glaube, da fahr ich mal zum Urlaub hin, da hat’s mir gefallen.

Von Fehmarn nach Heiligenhafen, da gab’s dann auch am frühen abend ein (angesagt) plötzlich eintreffendes Gewitter. Das habe ich in Deutschland noch nicht erlebt, dass strahlendes schönes Sommerwetter innerhalb von vielleicht ein, höchstens zwei Minuten in volles Sturmwetter umschlägt. Stand am nächsten Tag in der Zeitung, dass da drei junge Mädchen auf Surfbrettern in Seenot geraten sind. Die waren nur 10 bis 15 Meter vom Ufer entfernt, und kamen plötzlich nicht mehr zurück. Zwei durchtrainierte professionelle Surflehrer haben das noch gesehen und sind mutig mit Surfbrettern zu denen zu Hilfe gepaddelt, kamen dann aber auch nicht mehr zurück, war also wirklich übel. Die haben dann Lehrbuchmäßig mit den Surfbrettern eine Rettungsinsel gebildet und sich treiben lassen, weil alles andere eh nichts bringt und nicht mehr geht, und sind dann seenotmäßig von den Lebensrettern mit dem großen Motorboot aus dem Wasser gepflückt worden. Hohe Lebensgefahr in direkter Strandnähe.

Zu Heiligenhafen habe ich schon was gesagt. Der Groll über die seekranke Kloschüssel überdeckt alle Eindrücke des Tourismus-Rummels.

Dann wollten wir nach Grömitz, weil’s da auch gute Brötchen gibt. Da sind wir aber nicht reingekommen, da war schon voll. Deshalb sind wir ersatzweise nach Neustadt in Holstein. Die sind übrigens gerade sauer, weil da das ZDF bisher die Küstenwache gedreht hat, und die Serie gerade eingestellt wurde. Sie haben aber exzellente Brötchen. Viel mehr fällt mir zu Neustadt jetzt nicht ein.

Dann sind wir wieder in den Heimathafen, weil am nächsten Tag die Prüfung stattfand.

Seekrank?

Nöh, gar nicht. (Vom Klo in Heiligenhafen vielleicht abgesehen.)

Zweie hat es zwischendrin allerdings mal eine zeitlang erwischt.

Gemerkt habe ich das durchaus auch, denn so ein Segelschiff schwankt auch bei recht geringen Wellengang und wenig Wind (wir hatten so bis zu 4) hin und her. Solange man außen auf Deck (im Cockpit) sitzt oder gar am Steuer steht, macht einem (oder mir) das nichts oder nur wenig aus, weil man die Bewegung verfolgt und fühlt, und es nicht zur Divergenz Auge-Gleichgewichtsorgane kommt.

Ich habe aber gemerkt, dass wenn ich unter Deck gehe, etwa um mir eine Jacke oder was zu essen zu holen, sofort der Gleichgewichtssinn rebelliert, weil was man sieht und was man fühlt massiv voneinander abweicht und einem sofort schwindelig wird. Vorstufe zur Seekrankheit, denn der Körper interpretiert das als Vergiftungserscheinung (manche Giftpflanzen haben diese Wirkung) und sagt sich, das schmeißen wir dann lieber mal wieder raus.

Ich bin deshalb die ganze Zeit oben auf dem Schiff geblieben, und habe mich da auch sehr wohl gefühlt und dort oben keinerlei Anzeichen von Seekrankheit gefühlt, allerdings wäre es mir wohl nicht so gut ergangen, hätte ich unten am Kartentisch peilen, navigieren usw. müssen, obwohl das eigentlich auch zur Ausbildung gehört hätte. Doch nicht ganz so unproblematisch.

Die Crew

Um es kurz zu sagen: Da habe ich Riesen-Glück gehabt.

Nur nette, prima Leute, mit denen ich problemlos auch 6 Wochen hätte auf See bleiben können.

Leser des Blogs wissen ja, dass ich da auch schon üble Dinge bei Gruppenreisen erlebt und mich von Gruppenreisen mehr oder weniger verabschiedet habe, weil das zum Horrortrip werden kann. Ging aber hier nicht anders. Und die Leute waren echt prima. Das Problem ist nämlich, dass man hier noch viel enger als bei einer Busreise oder einem Outdoor-Trip im Outback zusammenklebt.

Wobei man auf dem Schiff ja noch viel enger aufeinander hockt als bei solchen Busreisen. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, man ist einfach auf dem Schiff. Man kann auch nicht einfach 10 Meter hinter dem anderen herlaufen, das Cockpit hat eben nur so ca. 2 Quadratmeter, und da hockt man den ganzen Tag beisammen. Und man muss zusammen essen, zusammen kochen und zusammen in einer Kajüte wohnen, und in drei der vier Kajüten auch nebeinandern im Bett liegen.

Ich war anscheinend auch der mit Abstand Älteste. Die meisten, auch der Skipper, waren deutlich jünger als ich, mal so geschätzt auf höchstens 30 bis 35 Jahre. Bei einem war ich mir nicht sicher, weil der nach dem, was er so über Lebenserfahrungen erzählte, ungefähr mein Alter sein musste, ich ihn aber trotzdem etwas jünger eingeschätzt hätte, ich habe aber nicht gefragt.

Ich habe ja am ersten Abend beim Treffen in der Gaststätte schon das Sausen bekommen. Da setzt sich einer so jovial neben mich, beugt sich zu mir rüber und fängt den kumpelhaften Smalltalk an, und hält mir seine Zigarette direkt vor die Nase. Kommt gar nicht erst auf die Idee, dass das andere stören könnte. Das finde ich immer die tollsten Raucher, die die Zigarette von sich weghalten, damit sie selbst nicht im Rauch ihrer eigenen Kippe stehen, es aber für völlig selbstverständlich – oder sogar kumpelhaft – halten, die Rauchfahne anderen unter die Nase zu halten. O je, dachte ich, das wird ja heiter.

Hatte dann aber Glück. Denn obwohl im Angebot nur ein Termin stand, sind sie in Wirklichkeit mit mehreren Schiffen (ich glaube es waren drei) gefahren, und hatten die Leute schon in einer Liste eingeteilt, und der kam auf ein anderes Schiff.

Bei uns waren bei den Teilnehmern nur Nichtraucher. Der Skipper war zwar heftiger Raucher und auch total abhängig davon, obwohl er das erst vor 2 Monaten (wieder?) angefangen hatte, musste dann im Hafen erstmal nach neuen Zigaretten rennen (mal vom Gestank abgesehen: Rauchen wäre mir einfach zu unwürdig), aber hat sich normalerweise zum Rauchen immer nach Lee begeben, und hatte als Skipper so ein natürliches Gefühl dafür, wo Lee ist und automatisch immer dahin zu gehen. Im Schiff ist Rauchen verboten. Nicht nur wegen Gestank und Brandgefahr, sondern auch, weil es da Gas gibt.

Trotzdem: Das Raucherproblem ist ein Punkt, warum ich mir das sehr genau überlegen werde, ob ich sowas nochmal mache.

Übrigens habe ich mich da auch als Weichei, Feigling, Landratte und Schönwettersegler geoutet: Ich würde mich nicht trauen, die Gasflaschen mit der brennenden Zigarette in der Hand auf ordnungsgemäßen Verschluss zu prüfen.

Und dann gibt es halt noch die typischen Gruppenreiseneffekte. Die ersten drei oder vier Tage ist jeder nett und höflich, mal will sich ja gut positionieren, aber irgendwann kommen die Charakterzüge eben doch durch.

Dem Skipper hat man durchaus ab und an ein Reiseleitersyndrom angemerkt, eine gelegentliche schlechte Laune, genervt von den Teilnehmern, eine gewisse Reiseerschöpfung und manchmal einfach keinen Bock mehr. Der macht das ja ständig.

Und dann war halt auch einer von der Sorte dabei, die mir in den letzten Jahren öfters mal begegnet: Vordergründig nette, umgängliche, eloquente Leute, die aber eigentlich einen eher eingeschränkten Allgemeinwissensstand und Lebenshorizont haben, in ihrer persönlichen kleinen Welt (man könnte auch Filterbubble sagen) leben und sich deshalb allen anderen gegenüber für überlegen und allwissend fühlen, weil sie einfach das Weltbild auf das einschränken, was sie kennen. Häufiges Begleitsymptom ist, dass die Leute Medien komplett in Frage stellen und damit kokettieren, kein Fernsehen zu schauen oder keinen Fernseher zu haben (klar, der Überblick über das eigene Weltbild fällt leichter, wenn man gar nicht erst mit irgendwas außerhalb dieses Weltbildes konfrontiert wird), und dann einfach alles in Abrede stellen oder als erfunden hinstellen, was nicht in ihr Weltbild passt. Die lachen dann über alles, halten alles für erfunden, kommen sich unheimlich gut und überlegen vor, weil sie meinen, die Lügengeschichten der anderen zu entlarven, obwohl sie eigentlich nur gegen ihr eigenes kleines Aquarium stoßen. Sie kennen wenig und sind überzeugt, dass es etwas, was sie nicht kennen, auch nicht gibt. Oder überspielen durch Auslachen ihre Unsicherheit mit allem, was sie nicht kennen. Und dann vornerum auf höflich machen und einen hintenrum auslachen. Find ich schrecklich solche Leute, aber nicht so, dass ich mit denen ein Problem hätte.

So einen hatten wir auch dabei.

Ich habe das gemerkt, als wir alle so über unsere Vorerfahrung erzählt haben. Ich sagte halt, dass ich mal als Kind ein bisschen im Urlaub mit dem Vater in Jugoslawien gesegelt bin. In Jugoslawien? Ja, in Jugoslawien. Geht gut, da gibt es eine Felsenküste und tolles Meer. Ja, habt Ihr da dann ein Boot gemietet? Nein, das hatten wir dabei. Wir haben eines, das man zerlegen und auf dem Autodach transportieren kann. Das haben wir in Urlaub mitgenommen.

Ah ja. Alles lächelt freundlich.

Ich habe dann aber irgendwann gemerkt, dass der da hinter meinem Rücken über mich lachte, und mich dann auch im Stil von „ja, ja, erzähl Du nur” angrinste. Ich habe ihm dann versucht zu erklären, dass es das wirklich gibt, dass man da den Mast abnehmen und zerlegen kann. Worauf er mir so mit ironischem Grinsen erklärte, dass er sich das einfach nicht vorstellen kann, dass er davon noch nie gehört hat, und dass er das einfach nicht glaubt. Unterton: »Ich habe Dich als Märchenerzähler entlarvt, ich glaube Dir gar nichts mehr!«

Finde ich eine ziemliche Frechheit. Denn der Typ war so geschätzte 15 Jahre jünger als ich und damit zu dem Zeitpunkt, als wir da rumgesegelt sind, noch gar nicht auf der Welt. Damals waren solche Jollen halt in Mode, und sind dann auch wieder von der Bildfläche verschwunden. Nur weil er das zu seinen Lebzeiten nie gesehen hat, heißt das ja nicht, dass es da nicht gibt. Nachdem dann der – ebenfalls recht junge – Skipper auch meinte, dass er sowas nicht kennt, war das beschlossene Sache, dass ich da Märchen erzählt hätte. Glücklicherweise ist mir aber am nächsten Tag der Name des Bootes (Wildflower, es gab auch noch die Modelle Sunflower und Mayflower) wieder eingefallen, und glücklicherweise gibt es auch 40 Jahre danach noch Webseiten dazu, weil da noch irgendwer Ersatzteile und anscheinend sogar die Boote selbst noch anbietet. Die habe ich ihnen dann mal gezeigt. Sogar mit so richtig schön-käsig-alten 70er-Jahre Bildchen vom Boot auf dem Auto mit – täterätätäää – zerlegtem Mast auf dem Dachgepäckträger und der Angabe, dass der Bootsrumpf 42 kg wiegt, man den also – wie ich erzählt hatte – problemlos mit 3 Leuten auf das Autodach heben kann.

Na, die Gesichter hättet Ihr sehen sollen.

Ein komplettes Segelboot mit Großsegel und Fock, das man auseinandernehmen und einfach so auf den Dachgepäckträger packen und damit durch Europa fahren kann. Wer hätte das gedacht.

Mit solchen Leuten erlaube ich mir dann immer gerne mal einen Spaß und lasse die auflaufen.

Ich bin ja ein Mensch, der nicht nur technisch-ingenieurmäßig interessiert ist und der viel liest, also auch viel von technischen Entwicklungen weiß und viel kennt, sondern ich bin ja auch ein notorischer Geschichten- und Anekdotenerzähler (sonst wäre ich kein Blogger). Den Leuten tische ich dann immer ein paar Sachen auf, von denen ich genau weiß, dass es dazu Pressemeldungen oder sowas gibt, möglichst mit Bildern, von denen ich mir aber auch sicher bin, dass die das nicht kennen und das außerhalb deren Weltbildes liegt.

Dann gebe ich das zum Besten. Erzählstil Jägerlatein.

Bei einem Fotografentreffen bin ich mal auf eine von dieser Sorte gestoßen, der habe ich die Geschichte mit der total giftigen Bananenspinne aus der Bananenkiste aufgetischt, derentwegen die Feuerwehr einen Supermarkt für 3 Tage gesperrt und begast hat. Hohoho, was erzählt der für einen Quatsch, Urban Legends der übelsten Sorte und so.

Dem hier nun habe ich – es geht ja um das Segeln – erzählt, dass sie zur Stromerzeugung fliegende Turbinen erfunden haben, die in Zylinderförmigen Heißluftballons an langen Kabeln in mehrere Hundert Meter Höhe hochgelassen werden und an langen Kabeln hängen, und damit Strom erzeugen.

Und der Umweltschutz. Ja, die wollen jetzt wieder Containerfrachtsegelschiffe bauen, die nicht-verderbliche Waren langsam, aber ökologisch günstiger transportieren. Sieht aus wie ein Frachtschiff, hat aber große Masten mit feststehenden Segeln, bei denen sich die Masten drehen. Und Container-Frachtschiffe, die mit riesigen Kite-Segeln angetrieben werden. Da merkte man dann schon an den Gesichtern, besonders desjenigen, dieses unterdrückte Grinsen, was erzählt der jetzt wieder für einen Quatsch, der lügt doch ein Seemansgarn zusammen.

Dann lässt man ihnen etwas Zeit, um sich zu amüsieren und das Maul zu zerreißen, sich ihrer Meinung sicher zu werden und sich auszutauschen.

Dann holt man sein Handy (Ganz wichtig: Vorher prüfen, ob man genug Saft im Akku und Empfang hat), googelt das mal und zeigt ihnen die Bilder „So sieht das übrigens aus…” (Waren natürlich alles wahre Meldungen.)

Dann holt man einen Besen und kehrt die Kinnladen zusammen, die ihnen runtergefallen sind. Im Prinzip wie Bloggen am Stammtisch.

Sekundärlacher dabei: Die Leute geben sich ja gerne also so medienkritisch und glauben nichts, was in der Zeitung steht oder im Radio kommt. Zeigt man ihnen aber eine Webseite, dann glauben sie sofort alles. Ich müsste echt mal ein paar Stories komplett frei erfinden und passende Webseiten dazu faken und das dann mal ausprobieren.

Das sind aber so Sachen, die das Urlaubserlebnis jetzt nicht so wirklich beeinträchtigen, da muss man drüber stehen und damit umgehen.

Was mir dann schon eher auf den Wecker ging war so ein gewisser leichter Egoismus, den ich ab un zu merkte.

Zugegeben, ich war da der mit Abstand schlechteste und ahnungsloseste Segler, wobei mir da auch kein Zacken aus der Krone bricht, denn ich war ja der einzige Anfänger, und habe gar nicht den Ehrgeiz mich mit anderen zu messen, die das teils schon Jahre machen. In meinem Beruf (und meinem Alter) muss man wissen, was man kann und was nicht, und muss auch längst erkannt haben, dass man nicht alles wissen und können kann, schon gar nicht von Natur aus. Ich habe überhaupt kein Problem damit zu sagen, Leute, ich habe da keine Ahnung und bin hier um es zu lernen.

Trotzdem hätte ich ganz gerne mal ein Urlaubsfoto von mir gehabt, wie ich bei tollem Wetter in cooler Segler-Montur bei deutlich krängendem Schiff am Steuer stehe. So’n Angeber-Foto eben, bei dem es so aussieht, als wär ich ein toller Segler. Verdammt nochmal, das macht man so, wenn man Urlaub hat, und hinterher vor den Kollegen angeben will. Wär auch nicht gelogen, denn ein paar Stunden habe ich ja auch wirklich genau so am Steuer gestanden. Aber als ich gesagt habe, dass ich nochmal unten muss, die Kamera holen, und ich noch so ein Foto bräuchte, gab’s nur einen Lacher.

Die gleichen Leute haben mich dann aber später gebeten, mal von ihnen Fotos vor dem Schiff oder beim Lernen am Kartentisch zu machen, für die Tochter, für die Familie.

Mach ich gerne, aber da denke ich mir dann schon »Mmmmh«.

Boje über Bord an Steuerbord!

Ein häufig wiederkehrendes Thema an Bord eine Schiffes – und auch in der Prüfung – ist „Boje über Bord”. Man schmeißt etwas schwimmfähiges über Bord, und übt dann die Kommandos und Manöver, um innerhalb von 3 (unter Motor) oder 6 (unter Segeln) Schiffslängen einen über Bord gegangenen Menschen wieder einzusammeln, es ist also die Übungsversion von „Mann über Bord” (MoB) – von Diskussionen darüber, dieses Notfallkommando durchzugendern ist mir bislang übrigens nichts bekannt.

Viele denken, die Ostsee wäre ein harmlose Badewanne, in der man problemlos mal eben baden gehen kann. Ist sie nicht. Da reinzufallen ist massiv lebensgefährlich.

Erstaunlicherweise übt man gleichzeitig „Boje über Bord” bis zum Erbrechen, während man gleichzeitig lernt, dass es ohnehin kaum Aussicht habe, einen über Bord gefallenen wiederzufinden oder gar zu bergen. Neulich habe man mal versucht, mit einem Boot wie diesen einen an Bord zu ziehen, der von einem anderen Schiff gefallen war, und sei daran gescheitert. Außerdem gäbe es auch die Meinung, dass man mit einem Gleiter (es gibt verschiedenen Schiffsrumpftypen, darunter Verdränger und Gleiter, so eine normale Segelyacht ist ein Verdränger) keine Bergung unternehmen dürfe, weil die Gefahr zu groß wäre, dass derjenige unter das Boot rutscht. Selbst wenn man aber den Ertrinkenden fände und hochziehen könnte, wäre das kritisch, weil man bei einem Unterkühlten den Kreislaufkollaps verursachen könnte, wenn man ihn senkrecht auch nicht flach aus dem Wasser zieht.

Das wichtigste sei deshalb, sofort am Funkgerät die „Distress”-Taste (Notruf) zu drücken, das dann digital automatisch Schiffsname, Schiffstyp und Position überträgt, im Falle der Ostsee an Bremen Rescue. Die rufen dann zurück und fragen, was los ist. Wenn man dann nicht antwortet (weil nämlich für das MoB-Manöver alle an Deck sein und mithelfen müssen), geht die große Rettungsmaschine los. Die sind ständig bereit, sind schnell da und haben Wissen und Ausrüstung, stark Unterkühlte richtig aus dem Wasser zu bergen. Deshalb ist es auch guter Brauch, nach jedem Törn etwas an die DGzRS zu spenden. Das haben wir selbstverständlich auch getan. Kann ich nur ausdrücklich unterstützen. Man sieht in den Häfen auch die Seenotrettungskreuzer in verschiedenen Größen. Und wie man gesehen hat, kann man schon in 10 Metern Entfernung vom Ufer in Seenot geraten (was ich auch sofort glaube, ich bin am Meer beim Schnorcheln mal wegen starker Querströmung an einem Sandstrand nur mit Flosse und äußerster Mühe aus dem Wasser gekommen, obwohl ich eine Hand schon auf dem Sand außerhalb es Wassers hatte, das hat mich trotzdem seitlich weggerissen).

Es ist auch verdammt schwer, da jemanden wieder zu entdecken. Wir haben das mit einer signalroten Boje geübt, die obendrauf eine ca. 1,50 Meter lange Stange und oben einen weißen Wimpel dran hatte. Und ich habe da fast immer den Ausguck gemacht. Ich sehe die zwar problemlos auf 6 bis 8 Bootslängen, solange ich die im Auge behalte, wenn man das Manöver aber unter Segel fährt (Q-Wende), macht das Boot eine rasche weite Drehung, bei der man die Boje leicht aus den Augen verlieren kann. Hat man die Boje einmal aus dem Blick verloren, ist es unglaublich schwer, sie wiederzufinden. Deshalb muss immer mindestens einer die Boje ständig im Blick behalten und draufzeigen. Deshalb haben Seglerjacken alle signalgelbe Kapuzen. Wir haben mal diskutiert, wie schwer das wäre, einen normalen Kopf auszumachen und zum Versuch ein (ökologisch völlig unbedenkliches weil hochqualitatives)Brötchen reingeworfen. Ich war der letzte, der das Ding noch gesehen hat, und konnte das auf etwa 6 Längen gerade noch so ausmachen, bei der Drehung habe ich es aber aus den Augen verloren und wir haben es nicht mehr gefunden. Ich hab’s zwar dabei verpennt, an meinem Hand-GPS den MoB zu drücken, damit hätte man vielleicht eine Chance gehabt, aber wer sagt, dass man das im Ernstfall nicht auch vergisst?

Deshalb wurden auch am ersten Tag gleich nach dem Ablegen und bevor es mit dem Segeln losging die MoB-Manöver unter Motor reihum durchgeübt und geprobt. Mit Motor ist es sehr viel leichter als unter Segel, und weil jeder an Bord den SBF See schon haben musste (Zulassungsvoraussetzung für SKS), musste das auch jeder schon kennen.

Toll. Ich zum ersten Mal auf so einem großen Schiff, noch nie so ein Ding gesteuert, keinerlei Gefühl darin, und gleich sofort in der ersten Sekunde Boje raus und „Boje über Bord!” Also so gemacht, wie ich es letztes Jahr in der Berliner Bootsschule gelernt habe.

Ich war sehr verblüfft, wie wendig diese 13-Meter-Yacht ist und auf wie kleinem Raum und wie eng die wenden kann. Geil. Also wie gelernt erst mal drei Bootslängen weg (der Ertrinkende muss sich leider damit abfinden, dass das Schiff auch bei erkanntem MoB erst mal von ihm wegfährt, weil es Platz zum Manövrieren braucht, um ihn richtig anfahren zu können. Man kann nicht einfach den Rückwärtsgang einlegen, ein paar Meter zurückfahren und rufen „Komm, steig wieder ein!”).

Ich also – wie gelernt – gegen den Wind angefahren, mit allen Kommandos, „Klar zum Bergen an Steuerbord!”,rangefahren, aufgestoppt, stehe neben der Boje, man kann sie auch packen, denke das war prima. „Ja, den brauchste nicht mehr zu retten, der verblutet gerade, das überlebt der eh nicht…”

Äh, wieso das denn?

„Wenn’s ein Mann und keine Boje wäre, hättest Du ihm mit der Schraube die Füße abgefahren.”

Hmmpf.

Ich hatte nicht bedacht, dass das Boot beim SBF See einen Außenbordmotor hatte und damit die Schraube hinten war. Da wollten die das so sehen, das man kurz vor der Bergung aufstoppt, also einen kurzen Rückwärtsgangstoß gibt, damit man da genau steht. Das nun war ein normale Schiff mit eingebautem Motor, und das hat die Schraube unten. Wenn man da so aufstoppt, wie ich das beim SBF See gelernt hatte, dann wäre das hier zu spät.

Da mich mich allerdings explizit als Yacht- und Segel-Anfänger mit diesbezüglichem Nullwissen angemeldet und vorgestellt hatte, hätte ich es zu schätzen gewusst, wenn mir einfach beigebracht wird, wie man es richtig macht. Das Problem hat sich dann symptomatisch etwas ausgeweitet.

Da habe ich doch jetzt sicher segeln gelernt, oder?

Klare Antwort: Nein. Habe ich nicht.

Deshalb bin ich auch gerade angefressen und überlege mir noch, ob ich das noch durch stinksauer ersetzen soll.

In der Anzeige zur Reise stand nämlich nichts von Voraussetzungen, im Gegenteil sogar, dass das auch für Urlauber taugt. Und ich hatte beim Anmelden extra reingeschrieben, dass ich zwar SBF See habe (also Grundzüge der Navigation, Betonnung, Karten lesen usw. kann), aber vom Segeln Null Ahnung habe, Anfänger bin und ganz vorne anfangen muss. Das hat sie bei der Anmeldung nicht gestört. Und so habe ich mich auch vorgestellt, das war allen, einschließlich des Skippers klar.

Allerdings hatten sie mich in eine Gruppe von Leuten gesteckt, die alle schon erhebliche Vorkenntnisse hatten. Eine segelte schon seit 10 Jahren auf der Alter rum. Ein anderer hatte zwei Törns hintereinander gebucht, das war der zweite. Der dritte hatte schon die Theorie und Übung. Und zwei haben am Freitag ihre Prüfung gemacht und bestanden (allerdings mehr oder weniger lausig, wir waren alle fünf sehr verblüfft, dass man damit bestehen kann, dazu aber unten mehr).

Bei allen war ich aber eben der Anfänger.

Ich musste das ja wirklich erst mal von Null an lernen. Wie bedient man eine Winsch. Wie schießt man Taue auf. Wie setzt man das Segel und wie holt man es ein. Was ist ein Niederholer? Was ist eine Dirk? Was ist der Unterschied zwischen einer Achterspring und einer Achterleine? Und wie berücksichtigt man beim Festmachen, ob man in Nord- oder Ostsee ist? Wie macht man die Fender fest, und warum überhaupt unterschiedlich und nicht immer gleich? Wie bedient man den Schiffsdiesel? Und wie das Bordklo? Was macht man bei Seenot? Wo gibt’s die besten Brötchen?

Ich habe diese Woche schon einiges gelernt. Sogar vieles, was nicht in den Büchern steht. Beispielsweise, wie man seinen Skipper zur Mastkontrolle den Mast hochwinscht (das wusste der vorher nicht mal selbst so genau, wir haben das von einem älteren erfahrenen Segler gelernt, der uns geholfen hat).

Nur das, weshalb ich eigentlich da war, das habe ich nicht gelernt, nämlich segeln.

Ich habe zwar insgesamt, weiß nicht genau, so gefühlt drei bis vier Stunden am Steuer gestanden. Aber ich stand da immer dann dran, wenn es nach den Manövern geradeaus zu irgendeinem Hafen ging, und die anderen sich entweder zu Peil- und Navigationsübungen nach unten verzogen oder sich zum Dösen irgendwo hingehauen haben. Ich war da so für die langweiligen Geradeausfahrten zuständig. Und vom Geradeausfahren lernt man nicht segeln. Ich muss da immer an einen Kumpel denken, der Fluglehrer ist. Der sagt, man muss sich das „erfliegen”, man muss eben so lange rumkurven und Ruderstellungen ändern, bis man das im Griff hat. Ich habe doch mal von der Szene in der Cessna erzählt, bei der ich mitgeflogen bin und der zweite Passagier auf der Rückbank plötzlich angefangen hat zu kotzen. Da sagte die Pilotin zu mir „flieg mal” und krabbelte zu dem nach hinten. Hört sich gruselig an, es ist aber nicht sonderlich schwer, eine Cessna bei schönem, klaren Wetter auf Geradeausflug zu halten, das macht die fast von selbst. Ich hätt ja ganz gerne mal jedes Ruder ein bisschen mehr ausprobiert, aber erstens hätte der dann noch mehr gekotzt, zweitens hätte ich da doch ganz gern den Piloten neben mir und nicht nur seine Füße. Ergebnis: Ich habe überhaupt kein Gefühl dafür entwickelt, wie eine Cessna auf Rudereingaben reagiert, die mehr als nur so ein bisschen sind. Genauso mit dem Hubschrauber, da hatte ich ja mal so eine Probeflugstunde. Geradeaus oder so eine große Kurve fliegen ist eigentlich nicht schwer, das habe ich ohne Einweisung sofort hinbekommen. Weil da der Fahrtwind die Sache ziemlich stabilisiert. Beim Hovern auf dem Boden wird es interessant, da ist mir das Ding sofort aus der Kontrolle geraten, aber da lernt man eben, wie das Ding eigentlich reagiert.

Und so hätte ich mir das auch beim Segeln gewünscht. Ich hätte da gerne jeden Tag eine Intensivstunde gehabt, und dann mal steuern, dass es kracht. x-beliebige neue Richtung aussuchen, und dann dahin. Auf dem Meer ist genug Platz für sowas.

Unterricht war aber da nicht vorgesehen, wohl kein Bock drauf.

Das muss man sich mal klarmachen: Ich habe eine Woche Segelschule gebucht und habe nicht eine einzige Wende oder Halse gefahren oder an- oder abgelegt. Ich finde das unmöglich.

Zugegeben, ich war an dem Tag, als kaum Strecke gemacht wurde, sondern nur zum nahegelegenen Nachbarhafen gefahren und stattdessen der Tag für Manöverübungen verwendet wurde, gefehlt, weil ich beim Arzt war. Aber die Zeit, die auf mich entfiel, ist ja nicht weg oder verfallen, die haben die anderen ja voll genutzt. Da hätte man mir ja durchaus an den anderen vier Tagen was geben können. Es drehte sich aber alles fast nur um die Prüfungsübungen der beiden Prüflinge. Einer der beiden war auch erst auf seinem zweiten Törn und hatten den ersten in derselben Schule (und ich glaube sogar beim selben Skipper) in der Woche davor gemacht. Der hatte in seiner ersten Woche aber sehr viel mehr gelernt als ich.

Sicher, der Skipper hat alle meine Fragen, auch die nervigen oder anfängerhaften, geduldig beantwortet. Und mich auf Fehler hingewiesen, die ich mache. Das war’s dann aber auch schon. Vorwärtsunterricht in dem Sinne von »Du kannst es nicht, deshalb bringen wir es Dir jetzt bei« gab’s da nicht.

Ich habe da vor allem an der Fock-Schot gesessen und oftmals blöd dagestanden, blöd gewirkt, Befehle nicht befolgt, weil ich sie nicht verstanden habe. Weil sie nicht erklärt, sondern vorausgesetzt wurden. Kommando „Halt back die Fock!” – ja, und was heißt das jetzt? Heißt das, dass ich sie auf Backbord halten soll oder dass ich sie zurück (engl. back) halten soll? Anschiß, weil zu spät reagiert. Ja, verdammt, wie soll ich rechtzeitig reagieren, wenn mir keiner das Kommando erklärt hat und ich nicht weiß, was es bedeutet?

Noch so’n Ding: Ich stehe an der Vorleine, irgendein Kommando, ich krieg’s nicht mehr zusammen, irgendwas mit lose. Ich denke, Leinen los, also mache ich lose, aber gemeint war andersherum, es bedeutet, dass man die Leine anzieht, nur eben nicht fest. Dann sagt mir das doch.

Ich kenne das eigentlich auch so, dass Kommandos laut, klar und für alle gegeben werden, und allen klar ist, was man vorhat. Nöh, das wurde da zwischen Skipper und den beiden Prüflingen ausgenuschelt, genauso wie Kurse und Navigation. Beispiel: Anlegen in Wismar. Wir kommen da abends hin, jede Menge leerer Platz an der Kaimauer. Eine Segelyacht hat schon angelegt. Die Segler rufen uns zu, wir sollen hinter ihnen anlegen, weil es da nur wenige Stromkästen gibt, und sie hätten einen achtern, an den könnten wir mit dran. Man hilft sich. Och nöh, wir finden das vorne dran viel schöner, und weil es soviel Platz gibt, lassen wir noch ein Stück Abstand. Ergebnis: Das Kabel reicht nicht bis zum Stromkasten. Fehlen ca. 5 Meter. Die anderen Segler lachen. Was also tun? Nochmal ablegen und hinter denen anlegen? Würde ja bedeuten, einen Fehler zuzugeben. Nee, wir machen das Schiff einfach nochmal los und ziehen es (nach achtern) ein paar Meter in Richtung des anderen Schiffes, das müsste reichen. Skipper und einer der Prüflinge ziehen also an der Achterleine (die zum Festmachen, die nach hinten rausgeht) und das Schiff setzt sich an der Mauer entlang in Bewegung in Richtung des anderen Schiffs. Ich stehe an der anderen Seite des Schiffs auf der Kaimauer und habe die Vorleine losgemacht, aber noch in der Hand. Irgendwie dünkt mir, das Manöver geht schief. Denn wenn die zu zweit an der Achterleine ziehen und das Schiff in Bewegung setzen, wie wollen sie es dann wieder anhalten? Mit einem Seil kann man nicht drücken. Selbst wenn sie schnell nach vorne rennen und in die andere Richtung ziehen, bleibt das Schiff nicht stehen, sondern dreht sich und macht es noch schlimmer (Prinzip Achterspring). Man kann auf einem Schiff auch nicht einfach auf die Bremse treten, es hat keine. Der Motor war aus und keiner am Steuer.

Es stellt sich also die Frage, wie sie die Fahrt des Schiffes in Richtung des anderen Schiffes, nämlich das der freundlichen Segler, wieder anhalten wollen, damit es nicht draufkracht. Es gibt eigentlich nur ein Mittel, den Zusammenstoß noch zu verhindern, nämlich an der Vorleine zu ziehen. Und die habe ich gerade lose in der Hand. Und kann von vorne nicht sehen, wieviel Abstand noch ist, aber es sieht eng aus. Und das ging nicht nur mir durch den Kopf, sondern gleich und synchron auch einem anderen, erfahreneren Teilnehmer, der auf dem Vorschiff stand. Als ich gerade schon ziehen wollte, brüllte der mir zu, Schnell, Du musst halten! Also ziehe ich an der Vorleine, merke aber, dass ich das schwere Schiff nicht ernstlich von Hand abbremsen kann. Letzte Chance Poller, die Vorleine war gerade noch lang genug, dass sie einmal um den Poller gereicht hatte und ich noch einen Zipfel in den Händen hatte. Reingelegt, Vorleine blockiert wie gewünscht, aber hart, ich denke noch »Scheiße, hoffentlich hält die Klampe das…« – Schiff steht. Unsanft, aber steht, ohne Schaden. Der vorne auf dem Schiff sagt noch „gut gemacht”, der Skipper aber ist sauer und verteilt Anschiss. Hier könnte doch nicht jeder machen was man will und die einen wollen da und die anderen da festmachen.

Ja, wäre halt schön, wenn er allen und nicht nur den zwei Spezis mitteilen würde, was er vor hat. Ich würde ja machen, was er will, wenn ich wüsste, was er will. Soll ich einfach dastehen und zugucken, wie das Schiff draufknallt?

Anderes Beispiel: Wieder so eine Hadmut-darf-fahren-Situation: Einfach meilenweit geradeaus Richtung Hafen. Ich stehe also am Steuer, wir segeln am Wind. Bisschen Wind, Meer schön glatt, andere Boote nur in weiter Entfernung, da kann eigentlich nichts schief gehen. Der Haken ist der: Die Sicht ist eingeschränkt. Man kann zwar prima unter dem Großsegel durchschauen, weil es hoch hängt, aber nicht unter dem Focksegel. Das hängt nicht nur tief, sondern das Schiff krängt ja auch auf die Seite, auf der das Segel hängt (Wind von links vorne heißt, die Fock steht rechts, und zudem neigt sich das Schiff nach rechts, die Fock geht also noch tiefer. Man sieht dann also auf der windabgewandten Seite (Lee) einen Teil der Umgebung nicht. Die Fock blockiert die Sicht auf – weiß nicht mehr genau – einen Blickwinkel von vielleicht 30° des Horizontes, und das nach oben und unten. Heißt: Auf der Luv-Seite sieht man gut, auf der Lee-Seite sieht man sehr wenig.

Was macht man also? Man bestimmt einen Lee-Ausguck. Hab ich getan. Ich habe einen gebeten, mir den Lee-Ausguck zu machen, und der sagt ja und macht es sich auf der Lee-Seite bequem. Er ist auch wach und redet mit mir, erzählt mir von Tonnen. Ich dagegen gucke auf der Luv-Seite des Mastes vorbei, weil da meine Landmarke ist, auf die ich zusteuere. Alles andere an Schiffen ist meilenweit weg.

Dachte ich.

So sah’s auch für mich aus.

Ich seh kein Schiff.

Ging also so auch ne halbe oder dreiviertel Stunde weiter. Der Lee-Ausguck sitzt bequem neben mir. Ein anderer döst auf dem Deck. Skipper und die beiden Prüflinge unter Deck, Navigation durchsprechen und sowas.

Irgendwann meint der Lee-Ausguck in so einem seltsamen, aber irgendwie ruhigen Ton nach unten „Skipper, da kommt ein Schiff, was machen wir denn da?”

Ich zu ihm, genauso ruhig, „Wo kommt ein Schiff?”

Skipper kommt gemächlich die Treppe hoch, wirft einen Blick nach vorne, schreit auf einmal „SEID IHR VERRÜCKT?”, reißt mir das Steuer aus der Hand, geht hart Steuerbord.

Direkt vor meiner Nase geht mit gerade mal einer Schiffslänge, also vielleicht 15 oder 20 Metern Abstand (!) eine große Segelyacht quer vorbei. Kam für mich völlig aus dem Nichts, als hätte sie mit einer Zeitmaschine vor mir materialisiert. Unmittelbare direkte Kollisionsgefahr.

Die war die ganze Zeit auf uns zugesegelt (stehende Peilung…), und nicht ausgewichen, weil wir den Wind von Backbord und die den Wind von Steuerbord hatte. Damit war die kurshaltepflichtig und wir waren ausweichpflichtig. Vielleicht haben die uns aus Symmetriegründen aber auch nicht gesehen, die hatten nämlich spiegelbildlich die gleiche Segelstellung und keinen Lee-Ausguck (brauchten sie aber auch nicht, hatten ja mit Steuerbordwind Vorfahrt).

Lee-Ausguck sagt „Sorry, mein Fehler”. Der Skipper fragt ihn, ob er die nicht gesehen hat. Ja, äh, doch, aber irgendwie Entfernung und Geschwindigkeit falsch eingeschätzt… Mir ist aber klar, was Sache ist. Dem hat sehenden Auges das Hirn abgeschaltet, sowas gibt es bei Hitze. Sonnenstich oder sowas. Man sieht es auf sich zukommen, aber denkt sich nichts mehr dabei.

Boah, was eine Situation. Man denkt, es ist alles einfach und harmlos, man denkt, man wäre weit und breit allein auf dem Meer, man denkt, man hätte beste Sicht und alles im Griff, und knallt dabei voll in ein anderes Schiff, dass einem entgegenkommt, und das man überhaupt nicht sieht. Höchste unmittelbare Kollisionsgefahr. Sagen wir’s so: Da habe ich was gelernt. Man denkt, man wäre da alleine, und bei bester meilenweiter Sicht taucht urplötzlich ein anderes großes Schiff aus dem Nichts direkt vor einem auf. Dabei hätte ich selbst mit meinen kleinen Kenntnissen völlig problemlos ausweichen können, etwas vom Wind abfallen und hinter dem wieder anluven.

Zu mir sagt der Skipper nichts, nimmt’s danach eher mit Humor.

Jetzt war ich mir aber nicht sicher, ob ich mich richtig oder falsch verhalten habe, denn eigentlich sollte es ja reichen, einen Lee-Ausguck zu bestimmen, aber das Ergebnis war halt lebensgefährlich. Oder nimmt der mich nur nicht für voll?

Ich habe ihn dann abends nochmal in Ruhe drauf angesprochen. Nee, ich hätte nichts falsch gemacht, der Lee-Ausguck hätt’s verbockt, aber wir wollen hier keine Schuldzuweisungen machen, sowas passiert halt und ist erledigt.

Finde ich nicht gut.

Es freut mich zwar irgendwo, dass ich keinen Fehler gemacht habe, das nutzt mir aber gar nichts, wenn ich tot im Wasser liege und das Schiff sinkt. Und es geht nicht um Schuld, sondern darum, dass ich da gerade am Steuer stand und damit das Kommando hatte. Ich will verdammt nochmal wissen, was ich durch Kommandos und Verhalten tun kann, um Gefahrensituationen zu vermeiden. (Der Lee-Ausguck hat mir zwei Tage später auch gesagt, dass er sich wohl irgendwie einen Sonnenstich oder sowas geholt hat, und sich weggetreten gefühlt hatte. Darauf hätte man aber reagieren müssen.)

Aber von solchen Einzelvorfällen abgesehen:

Ich hätte mir gewünscht, dass mir das jemand Schritt für Schritt beibringt. Sowas hatte ich in der SFB-See-Bootschule in Berlin. Da haben die Ausbilder gesagt, dass ihnen das scheißegal ist, was man kann oder zu können glaubt. Heute lernen wir das, und das führen sie uns jetzt vor, und dann übt es reihum einer nach dem anderen, bis es bei jedem sitzt. Und das Ergebnis war, dass es jeder konnte. Mit mehr oder weniger üben.

Hier aber saß ich dann an der Fock-Schot mit der Winschkurbel, und mal sollte ich die dichtholen (=ranziehen), mal fieren (=nachlassen) und mal ganz loslassen.

Aber warum?

Ist doch ganz einfach: Mach doch einfach, was wir Dir sagen!

Dafür fehlt mir das Verständnis. Denn ich habe einen Segelkurs gebucht und bezahlt, und nicht als Schiffsjunge angeheuert. Ich will verstehen, wie und warum da was abläuft und wie es wirkt.

Immerhin bekomme ich mal erklärt (und aufgemalt), was es eigentlich bedeutet, „am Wind” oder „Halbwind” zu segeln. Man teilt die Richtung zum Wind nämlich in 45°-Schritten ein, die als „Vor dem Wind” (=Wind von genau hinten), „Raumwind” (=Wind von schräg hinten), „Halbwind” (=Wind von der Seite), „Am Wind” (=Wind von schräg vorne) und „Im Wind” (=Wind von genau vorne) bezeichnet werden. Mit Wind von genau vorne kann man nicht segeln, dafür gibt es noch „Hart am Wind”, was so weit zwischen „Am Wind” und „Im Wind” liegt, dass man gerade noch so segeln kann, und schiffsabhängig ist.

Ich habe mir über die Woche das Wissen dann so Stück für Stück einsammeln und zusammenreimen müssen, und ich glaube, dass ich es inzwischen so einigermaßen kapiert, nur eben nie ausprobiert oder geübt habe. Wenn es so ist, wie ich es derzeit verstanden habe, ist die ganze Sache eigentlich ziemlich banal, und man könnte sie in 15 bis 20 Minuten erschöpfend erklären, wenn man denn eine Lehrsystematik hätte und nicht einfach nur so mal lossegeln würde.

Für jede dieser vier bis fünf Stellungen gegenüber dem Wind gibt es eine Segelstellung. Die Segelstellungen unterscheiden sich, weil sie unterschiedlich funktionieren. Mal bläst der Wind rein, mal streicht er drüber und der Wind wirkt wie eine Tragfläche und saugt das Schiff an (was ich noch mal klären müsste, denn im Technikmuseum ging es um einen Verdrängungseffekt, denn nur aufgrund des Schwertes/Kieles könnte man überhaupt „am Wind” segeln und damit gegen den Wind kreuzen. Ohne Kiel oder Schwert würde man einfach nach hinten wegrutschen, was ja nicht zum Tragflächen-Saugeffekt passt.)

Ändert man also die Richtung und bleibt dabei auf der gleichen Seite des Windes, wählt man die zur Wunschrichtung passende Stellung zum Wind und gibt das passende Kommando zur zugehörigen Segelstellung („Schoten für Halbwindkurs!”). Und der Grund, warum die ziehen („dichtholen”) und mal loslassen („fieren”), und ich dastehe, wie der Ochs am Berg und nicht weiß, was ich tun soll, ist schlicht, dass die diese vier Segelstellungen gelernt haben und wissen, was gemeint ist, und ich nicht.

Will man die Richtung auf die andere Seite des Windes ändern, macht man eine Wende (so drehen, dass der Wind dabei von vorne kommt) oder Halse (Wind kommt während der Drehung von hinten). Halse ist problematisch, weil der Baum (die Querstange unter dem Großsegel) umschlägt, wenn der Wind von hinten kommt, weshalb man die Großschot vorher dichtholt, um den Baum unter Kontrolle zu halten. Deshalb macht man im Zweifel lieber eine Q-Wende, also eine Wende (Wind von vorne) über mehr als 180 Grad.

Will man anhalten, dreht man das Boot in den Wind („Aufschießer”). So kann man nicht segeln, aber das ist ja genau gewünscht. Merkt man daran, dass die Segel lose flattern.

Als zweite Möglichkeit des Anhaltens gibt es noch den Beilieger, bei dem man Fock, Großsegel und Ruder so stellt, dass sie entweder wirkungslos sind oder sich gegenseitig ausgleichen.

Das Mann-über-Bord-Manöver, das ich anfangs nicht durchschaut habe, weil ich immer den Ausguck gemacht habe und dabei auf die Boje und nicht auf das geachtet habe, was wir eigentlich machen, ist eine Q-Wende, mit der man so wieder zum Mann zurückfährt, dass man mit dem anschließenden Aufschießer genau neben der Boje bzw. dem Mann zum stehen kommt, was mir übrigens ein Mitsegler schnell und einfach erklärt hat (warum eigentlich der und nicht die Segelschule?).

Will man insgesamt langsamer segeln, refft man die Segel etwas, oder holt das Großsegel ganz ein.

Ja, und das war’s dann eigentlich schon.

Eigentlich kann man Segeln in 15 bis 20 Minuten vollständig erklären.

Warum aber machen sie es dann nicht einfach?

Ist das so schwer, in einer Woche Segellehrgang einfach mal zu erzählen, worum’s da geht und was man macht?

Als Informatiker würde ich sagen, das System hat 10 definierte Zustände (8 Richtungen gegenüber dem Wind, den Beilieger und eingeholte Segel) mit unterschiedlichen Segelstellungen. Die 10 Zustände und zugehörigen Segelstellungen muss man kennen, sowie die Transitionen zwischen den Zuständen.

Fertig, das war’s. Mehr isses nich.

Und ich hätte verdammt nochmal erwartet, dass man sowas in einem Segelkurs beigebracht bekommt, und sich nicht mühsam selbst zusammenreimen muss.

Der Hammer daran ist, dass es – wenn ich das richtig mitbekommen habe – unter den anderen, parallen fahrenden Schiffen derselben Schule wohl ein reines Anfängerschiff gegeben hat, die so richtig von Null an gelehrt und aufgebaut haben, und das in der Woche auch ordentlich gelernt und geübt haben. Da wäre ich wohl besser aufgehoben gewesen. An sich hätte ich meistens den Anspruch, in der höherstehenden Gruppe mitzumachen, aber das Ergebnis war hier halt einfach nicht gut.

Die Prüfung

Zweie haben Prüfung gemacht – und bestanden.

Was mich (und die anderen) sehr überrascht hat. Denn wir waren uns eigentlich einig, dass einer wackelt und einer mit Sicherheit durchgefallen ist. Zu unsicher waren die beiden, zuviel ist schief gegangen. Außer ein paar Kuriositäten und Pech, auf die ich jetzt nicht eingehen will, um das nicht eindeutig identifizierbar zu machen, kam da noch ein eklatanter Fehler dazu. Normalerweise hat man für alles zwei Versuche, es gibt aber so unverzeihliche Fehler, bei denen die Prüfung eigentlich beendet ist. Dazu gehört, bei Mann-über-Bord den Mann zu killen, dann hat man keine zweite Chance auf Rettung.

Normalerweise lernt man, dass bei Mann-über-Bord (bzw. Boje-über-Bord) sofort und reflexartig auszukuppeln ist, damit man den nicht mit der Schraube häckselt, und erst wieder einzukuppeln, wenn man Sicherheitsabstand hat. Einer hat es fertig gebracht, statt auszukuppeln vor lauter Nervosität noch Gas zu geben. Eigentlich sofortiges Ende, zumal der Prüfer sich sehr streng gab und sonst alles angemeckert hat. Fand ich verblüffend, dass man damit trotzdem bestanden hat.

Trotzdem zeigte es nach übereinstimmender Meinung der anderen drei Teilnehmer (einschließlich mir), dass die alle noch nicht reif und sicher waren und die zwei Törns des einen Prüflings dafür einfach nicht reichen. Ist aber halt die Frage, ob man die Prüfung erst macht, wenn man richtig sicher ist, oder sobald es geht und die Sicherheit danach einsammelt, wenn man den Führerschein schon hat. Es gibt die alte Seglerweisheit „Der Schein trügt!”, die besagt, dass man mit Führerschein noch lange nicht gut segeln kann.

Noch etwas anderes hat die Prüfung zum Kuriosum werden lassen. Ich will hier nicht auf die Details eingehen, aber wir waren kurz davor, mitten in der Prüfung an den nächsten Bootssteg zu fahren und den Prüfer von Bord zu werfen.

Er hat sich in einer Weise danebenbenommen, die mich jetzt in dieser Situation nicht gestört hätte, und die ich eigentlich auch nicht so explizit wahrgenommen habe, aber jeder stört sich halt an was anderem, und ich habe mir ähnliches Verhalten in anderen Situationen auch schon verbeten. Vor allem hat der Prüfer übersehen, dass er selbst rechtlich nur Gast und Zuschauer auf dem Schiff ist, und das Schiffahrtsrecht kein Weisungsrecht für Führerscheinprüfer kennt (anders als etwa bei Lotsen). Stattdessen hat der Prüfer auf dem Schiff Anweisungen Folge zu leisten, wie jeder andere auch. Je nach Situation kann es also sogar vorkommen, dass der Prüfer den Anweisungen des Prüflings Folge zu leisten hat, aber nicht umgekehrt. Gerade Prüfer sollten das wissen, denn sie prüfen ja auch Schifffahrtsrecht ab. Und dazu gehört, dass man einen Prüfer durchaus auch von Bord werfen kann, wenn er sich nicht benimmt.

Wäre mal eine interessante Frage (und Prüfungsrecht ist ja ein altes Steckenpferd von mir, allerdings gilt das Recht berufsbezogener Prüfungen für solche Sport- und Freizeitprüfungen gerade nicht), was eigentlich passiert, wenn die Prüfung abgebrochen wird, weil sich der Prüfer nicht benimmt.

Naja.

Was hat das gekostet?

Man muss zwei Arten von Kosten auseinanderhalten: Die Kosten für den Törn und die Anschaffungskosten für Dinge, die man braucht, aber für weitere Törns verwenden kann.

Törn-Kosten

Teilnahmegebühr
550 Euro
Anreisekosten
kommt halt drauf an. Ich bin mit dem Auto hingefahren, macht bei mir eine Tankfüllung.
Bordkasse
Man richtet eine Bordkasse ein, in die jeder (außer dem Skipper) einzahlt, und aus der Lebensmittel, Essen gehen, Hafengebühr, Diesel, sonstiges bezahlt wird. Man verpflegt den Skipper also mit. Am Schluss wird aus den Scheinen ein Trinkgeld für den Skipper gebildet und Münzgeld, Flaschenpfand usw. an die Seenotretter gespendet. Da hat jeder umgerechnet 210 Euro eingezahlt
Urlaubszeit
Wenn ich Reisekosten ausrechne, rechne ich oft auch die berufliche Urlaubszeit als Wert ein, immerhin muss ich dafür Urlaub nehmen.

Anschaffungskosten

Ölzeug
Heißt noch wie früher Ölzeug, wird aber natürlich aus modernen Materialien gemacht, wetterdichte Jacke und Latzhose in seefester Ausführung, verstärkte Knie- und Sitzflächen, Dichtigkeit 10.000 mm statt 2.000 wie bei normalen Regenjacken usw., kostet ein Heidengeld, habe ich im Angebot für zusammen 300 Euro bekommen. Habe ich zwar effektiv nur gebraucht, um bei Regen zum besagten Klo in Heiligenhaften zu gehen, muss man aber haben, wir hatten ja auch zweimal Mistwetter, vor allem dieser üble Sturm, bei dem das Schiff aber schon im Hafen war. Muss man haben.
Bootsschuhe
Nicht-markierende Bootsschuhe mit hellen Sohlen soll man haben. Ein paar Hallenturnschuhe hätten’s wohl auch getan, hatte ich aber nicht mehr. Die üblichen Bootsschuhe im Mokassin-Design gehen mir auf den Geist, stattdessen habe ich ich welche von Adidas gesehen, die mir gefallen hätten. Waren aber weder im Adidas-Online-Store, noch im Adidas-Kaufhaus in Berlin zu bekommen. Adidas weiß nicht mal selbst, wo man die weißen Adidas-Bootsschuhe herbekommt. Dafür gab’s dann im Adidas-Kaufhaus Berlin andere Adidas Bootsschuhe der hässlichen Sorte, in Singnal-Gelb oder noch hässlicherem Rot-Blau. Hässlich, aber gut, weil durchlöchert. Kaum wird der Schuh nass, egal ob oben oder unten, hat man sofort nasse Füße, weil sogar die Sohle perforiert ist. Läuft aber so schnell wieder ab, dass man 10 Sekunden später schon wieder halbwegs trockene Füße hat. 80 Euro. Für schlimmes Wetter noch ein paar Neopren-Schuhe, 45 Euro.
Kappe
Im Adidas-Laden noch eine weitere Hässlichkeit entdeckt, eine signal-orangene Kappe mit LSF 50. Ideal zum Segeln, weil Leuchtfarbe am Kopf ein Sicherheitsfaktor ist (sieht man besser, vor allem bei Mann-über-Bord). Weiß nicht mehr, irgendwas zwischen 15 und 18 Euro.
Wasserdichte Kamera
Ich habe eine wasserdichte Digitalkamera, ist aber 10 Jahre alt und von lausiger Qualität. Und die normale Fotoausrüstung wollte ich dabei nicht ruinieren. Sie hatten gerade die wasserdichte Nikon 1 AW 1 im Rausschmeißer-Angebot, da habe ich zugeschlagen. Hätte ich auch bleiben lassen können, kam eh nicht zum fotografieren. Selbiges für die ActionCam. Ich habe nur so ganz billige in der 50-Euro-Klasse. Eigentlich wollte ich ne GoPro, war mir jetzt aber zu teuer und vom Format ungünstig. Noch so ein Sonderangebot, die kleine Sony mit Display im Fernsteuerarmband war im Sonderangebot. Dachte, man könnte mal ein paar geile Segelaufnahme für Youtube machen, beispielsweise das Ding am Mast hochziehen oder sowas. Keine Gelegenheit, nicht benutzt.
Fernglas mit Peilkompas und Schiffskompas
Hatte ich mir vorletztes Jahr zur Prüfungsvorbereitung schon gekauft. Das Fernglas hat sich als sehr praktisch erwiesen.
Dicker externer Akku
Ich wusste nicht, ob man da abends Strom hat oder eine Woche ohne Strom auskommen muss. Deshalb hatte ich mir einen externen dicken Akku für USB-geladene Geräte gekauft, der gereicht hätte, das Handy eine Woche am Leben zu halten und die ActionCam nochmal aufzuladen (Ersatzakkus für die habe ich nicht mehr rechtzeitig bekommen). Habe ich auch nicht gebraucht, Strom war jeden Abend da.

Fazit? Hat’s mir gefallen?

Weiß nicht.

Ich habe nach Reisen immer erst mal so eine Leere im Hirn und weiß irgendwie nicht so richtig, wo ich war. Ein paar Tage später sind dann plötzlich alle Erinnerungen da und mir fällt ein, ob’s mir gefällt oder nicht.

Momentan stellt sich da für mich aber keine rechte Begeisterung ein. Ich habe einfach nicht das Gefühl, zum Segeln gekommen oder irgendwie Segeln gelernt zu haben.

Dazu muss ich mal ganz nüchtern feststellen, dass Segeln – von der Hektik mal abgesehen – eigentlich eine stinklangweilige Sache ist. Man hat einige Arbeit und ist fast ständig mit irgendwas beschäftigt, und es bleibt vom Tag nichts übrig, und man sieht auf dem Meer eigentlich nichts außer ein paar Schiffen in der Entfernung. (Manchmal sieht man sie nicht mal, wenn sie direkt auf einen zufahren…)

Man fährt 5 bis 7 Knoten, was so ungefähr 10 Stundenkilometern entspricht. Und dafür all die Arbeit und man kommt nicht mal zum Schwimmen oder sonst zum Urlaub machen (außer beim Frühstück, die Brötchen waren gut).

Bemerkenswerterweise war ich hinterher sogar ziemlich fertig, obwohl ich mir eigentlich da nur als Zuschauer, Ausguckhalter und Schotenkurbler vorgekommen war.

Keine Ahnung, ob und wie ich da weitermache.

Vor allem bin ich von dem Gedanken nicht begeistert, mich eine Woche lang mit irgendeinem wildfremden Menschen in eine Kajüte zu quetschen. Das kann zwar gutgehen, wie in diesem Fall, aber wäre zur Katastrophe inklusive Mann-über-Bord geraten, wenn ich beispielsweise mit dem Raucher vom Begrüßungsabend in einer Bude gelandet wäre.

Wie geht’s besser?

Ich habe eine Lösung.

Könnt Ihr Euch noch erinnern, was ich über den Aktfotoworkshop in Prag geschrieben habe?

Die gleiche Empfehlung gilt hier: Nicht einen Platz auf einer Gruppenveranstaltung buchen, sondern sich Leute suchen und die ganze Veranstaltung kapern.

Ich habe hier 550 Euro für einen Platz gezahlt.

Man kann aber auch das ganze Schiff samt Skipper für um die 2000 Euro mieten.

Sucht man sich noch zwei weitere Leute, ist man also zu dritt, zahlt jeder 660 statt 550 Euro und hat dafür eine ganze Kajüte für sich alleine und man ist eben (außer dem Skipper) zu dritt und nicht zu sechst oder wie wir zu fünft. (Eigentlich wäre das übel gewesen, wenn noch einer mehr an Bord gewesen wäre, denn ich wüsste nicht, wo der noch hätte sitzen sollen.) Wäre dann natürlich ein bisschen teurer, weil man auch die Hafengebühren, den Diesel und die Skipper-Verpflegung durch drei und nicht durch fünf oder sechs teilt. Mit drei Leuten plus Skipper hat man zwar dann volle Belastung, weil immer einer am Steuer und zwei an den Schoten sind, aber dafür kann man den Tagesablauf und in Grenzen auch die Route bestimmen und bis zum Erbrechen üben. Ich glaube, da hat man wesentlich mehr für’s Geld. Das wär’s mir wert gewesen.

Wenn ich überhaupt noch einen zweiten Törn mache, würde ich einen anderen Ort und mal einen anderen Veranstalter wählen, aber mir auf jeden Fall vorher sagen lassen, wie das abläuft. Ich frage mich allerdings auch, ob es den Aufwand wert ist, denn auch die Theorie-Prüfungen sind angeblich mit viel Aufwand verbunden.

Ich habe auch schon überlegt, hier in Berlin einen Segelkurs auf der Jolle zu machen. Weiß man auch nicht. Die einen sagen, man müsse Segeln erst mal auf der Jolle lernen und spüren, wie es geht. Die anderen sagen, das könnte man vergessen, das wäre Spielzeug, richtig lernt man es nur auf der Yacht.

Grundsätzlich muss ich aber auch mal fragen, ob Segeln es wirklich so bringt.

Ich habe vor Fehmarn die Kitesurfer gesehen, und kann mich noch dran erinnern, vor Australien mit einen pervers übermotorisierten Jetski rumgebrettert zu sein. Ich überlege gerade, ob es nicht viel mehr Spaß macht, sich da einfach ein Hotelzimmer zu nehmen und mit sowas da rumzubrettern. Und wenn man keine Lust mehr hat, oder das Wetter schlecht ist, geht man halt ins Seenotrettungsmuseum oder sowas. Und ein ordentliches Klo hat man auch. Die Brötchen kann man sich ja trotzdem im Hafen holen.

115 Kommentare (RSS-Feed)

anonKlaus
9.8.2015 0:20
Kommentarlink

> Ich habe nach Reisen immer erst mal so eine Leere im Hirn
> und weiß irgendwie nicht so richtig, wo ich war.

Eine Abhandlung von 70.000 Buchstaben (bzw 11.000 Wörtern) nach nur einer Woche Urlaub… das bekommt nur Hadmut auf’s Papier.

welcome back 🙂


kade
9.8.2015 1:24
Kommentarlink

Da kann ich doch gleich mal den Herrn Danisch per Webseiten-Beweis als Hochstapler entlarven:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mann-%C3%BCber-Bord-Man%C3%B6ver

[…]selten auch die geschlechtsneutrale Version: Mensch-über-Bord-Manöver oder Person-über-Bord-Manöver[…]


Hadmut
9.8.2015 1:30
Kommentarlink

> Da kann ich doch gleich mal den Herrn Danisch per Webseiten-Beweis als Hochstapler entlarven:

Was hat das mit mir zu tun und wieso soll mich das als „Hochstapler” entlarven?

Verstehe ich nicht. Ich habe mehrmals geschrieben, dass ich Anfänger mit Null Ahnung vom Segeln bin und soll damit ein „Hochstapler” sein?

Oder warten die Diffamierungstrolle nun schon auf jeden meiner Artikel?

Und seit wann ist die Wikipedia eine maßgebliche Quelle?


Christian
9.8.2015 1:24
Kommentarlink

Super Bericht – vielen Dank fürs Aufschreiben! Extrem unterhaltsam, vor allem der Part mit dem “Jägerlatein”.


asdf
9.8.2015 2:06
Kommentarlink

@Hadmut

kade spielt sicher auf folgende Textstelle von dir an:

“Ein häufig wiederkehrendes Thema an Bord eine Schiffes – und auch in der Prüfung – ist „Boje über Bord”. Man schmeißt etwas schwimmfähiges über Bord, und übt dann die Kommandos und Manöver, um innerhalb von 3 (unter Motor) oder 6 (unter Segeln) Schiffslängen einen über Bord gegangenen Menschen wieder einzusammeln, es ist also die Übungsversion von „Mann über Bord” (MoB) – von Diskussionen darüber, dieses Notfallkommando durchzugendern ist mir bislang übrigens nichts bekannt.“.

Wie man da auf Hochstapelei kommen soll, verstehe ich aber auch nicht, schließlich hast du wahrheitsgemäß geschrieben, dass dir eine gegenderte Variante oder eine Diskussion dazu nicht bekannt ist – jetzt weißt du halt, dass es eine gibt. Toll…


Hadmut
9.8.2015 10:30
Kommentarlink

> kade spielt sicher auf folgende Textstelle von dir an:

Soweit war mir das klar, aber was das mit „Hochstapler” zu tun haben soll, verstehe ich eben nicht.

Es ist allerdings so, dass mein Blog inzwischen von gewissen Kreisen als feindlich angesehen und belagert wird, und man versucht, zu jedem Blog-Artikel irgendwas diffamierendes und mich unglaubwürdig oder lächerlich machendes abzuwerfen. Das geht natürlich schwer, wenn ich plötzlich über ein völlig anderes und komplett unpolitisches Thema wie Segeln schreibe. Da pickt man sich dann das eine Wort raus um auftragsgemäß irgendeinen Scheiß einzuwerfen.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ein großer Teil des rechtsradikalen Drecks, der hier als Kommentar eingeworfen wird (vor meinem Urlaub ist das plötzlich ziemlich hochgeschwappt und auch die Zahl der Kommentare, die ich nicht durchgelassen habe, ist plötzlich deutlich angestiegen) zu einer Kampagne gehört, das Blog niederzumachen. Deshalb kommen ja auch immer wieder Kommentare wie „Rechtsradikale Kommentare, ich verabschiede mich dann mal, und Tschüss” von Leuten, von denen ich noch nie etwas gehört oder als Kommentar bekommen habe, die meiner Einschätzung nach von denselben Leuten kommen, die erst die rechtsradikalen Kommentare abwerfen, und dann unter anderem Namen Leute zum Gehen animieren wollen.

Ich habe den sehr starken Eindruck, dass da Medienagenturen dahinterstecken, die das Ziel verfolgen, die Leserzahl meines Blogs zu reduzieren.


Oliver K
9.8.2015 2:47
Kommentarlink

Eine Anmerkung zur konzeptuellen Schwaeche des Unterrichts:
Ich habe etwas Erfahrung mit einfachstem Segeln und Windsurfen in Clubs. Und da fehlte es IMMER und vollstaendig an dem, was eigentlich die Hauptsache sein sollte, naemlich ich nenne es mal ein mentales Modell. Sicher, so eine Windsurfeinheit ist insgesamt ein recht kompliziertes Ding, aber je nach Ausbildungsstand betrachtet man eben nur bestimmte Aspekte, bestimmte auessere Parameter (Wind einer bestimmten Staerke, …) und Kontrollparameter (Haende, Stellung der Fuesse …). Da eine Art abstrakten Datentyp zu entwickeln, und dies systematisch zu ueben, aufbauend auf einem einfachen Verstaendnis, ist eigentlich nicht allzuschwer, und wuerde wohl jedem die Sache enorm vereinfachen (nicht nur mir). Aber in der Richtung laeuft meiner Erfahrung nach wirklich gar nichts — blosses Auswendiglernen von verzeinzelten Situationen, in denen man seine Fuesse so und so stellen soll (mit idiotischen Mnemonics, wie “Jackie-Chan Stellung”) etc. Die “Ausbilder” haben einfach kein derartiges mentales Modell im Kopf, nur Einzelerfahrungen, und auch eigentlich allen anderen “Schuelern” faellt das nicht auf, ist halt so.

Ich glaube, was mir, und wohl auch Dir, fehlt ist die Sicht des Ganzen — sicher, in einem Stufenmodell, wo mehr und mehr Details im Laufe der Zeit hinzugenommen werden, aber eben doch eine Gesamtsicht. Syntax (wie spricht man darueber), Semantik (wie bezieht sich dies zum Weltmodell, und was ist ueberhaupt das “Weltmodell” hier), Pragmatik (wie erreicht man etwas), Deduktion (die Konsistenz des Ganzen). Aber die meisten Menschen verstehen das ueberhaupt nicht, sie wollen vielleicht gar nicht in einer “Welt” leben, d.h., die “Welt” sehen (damit meine ich jetzt “eine Welt”, naemlich die “Welt” des Segelns z.B.), sondern einfach hm, reagieren, funktionieren. Vielleicht geht es beim fundamentalerem Verstehen von einer solchen “Welt” auch darum, eben teilweise von draussen auf diese “Welt” zu schauen, und vielleich t ist diese Art von Bewusstsein den meisten Menschen unverstaendlich.


Oliver K
9.8.2015 3:22
Kommentarlink

Noch ein Nachtrag: Will hier jetzt kein abstraktes Modell des Windsurfens erstellen (das scheint es auch nicht zu geben!), aber bei dem, was ich geschrieben habe, fehlt doch das wichtigste, naemlich die abstrakte Sicht der Einheit Brett-Segel: Wie viele Dimensionen gibt es hier? Am Anfang z.B. wird der Koerper des Menschen eigentlich ignoriert, spaeter zaehlt er dann zur Einheit, etc.

Als ich mal einen Kurs machte, lief da erst kaum was bei mir, da ich auch keine Lust habe, mir irgendwelche idiotischen Sprueche reinzuziehen. Nachdem ich mir die grundlegenden Themen aber mal klar gemacht hatte, war dann alles relativ einfach. Sicher, der Wind z.B. ist immer ein Problem. Aber wenn man erstmal ein Modell hat, an welchen Parametern man dreht (und an welchen nicht), und wie sich dies auswirkt, dann kann man anfangen zu experimentieren, ordentlich mal herumzuwackeln an allem, und dann entsteht auch das intuitive Gefuehl.

So ein mentales Modell halte ich auch fuer enorm wichtig z.B. beim Programmieren, hier braucht man z.B. ein “inneres Modell” einer Programmiersprache. Gewissermassen wie “tickt” die Programmiersprache. Auf dass man sich zu Hause fuehlt, und Sachen selbststaendig deduzieren kann — so *sollte* es laufen (und dies muss natuerlich auch im Einklang mit der Realitaet(!) stehen, und nicht, wie zu haeufig, bloss eine schlechte Ideologie sein — “das funktioniert so nicht, wie ich das dachte, da muss der Compiler oder die Programmiersprache falsch sein”). Wiederum geht es hier darum, eine “Welt” aufzubauen.


Jemand
9.8.2015 8:12
Kommentarlink

Vielen Dank für unterhaltsame Minuten.
Dein Fazit kann ich nur bestätigen: Individuell urlauben/lernen/leben, nicht organisiert.


cm561
9.8.2015 9:20
Kommentarlink

Du schreibst, dir ist keine gegenderte Version des Mann-über-Bord-Manövers bekannt. Es gibt sie aber anscheinend. War wohl ein Witz.


Spruance
9.8.2015 9:21
Kommentarlink

Lieber Habmut,

da scheint sich in den vergangenen 20 Jahren nicht allzuviel geändert zu haben. Ich habe damals unter sehr ähnlichen Bedingungen meinen BR-Schein gemacht und als ich Deinen Bericht las, kam mir Vieles sehr bekannt vor.
Ich hatte es damals aber etwas systematischer angefangen und kannte die Mechanik des Segelns schon recht gut.
Was sehr viel länger dauert, ist, das Gefühl für’s Segeln zu bekommen, die Motormanöver wirklich zu beherrschen und – vor allem anderen – die ständige Wachsamkeit als Disziplin zu lernen.
Ich bin bestimmt nur ein mittelmäßiger Segler, habe aber wunderschöne Reisen unternommen und viele Erinnerungen angesammelt. Wichtig dabei war, daß wir eine Gruppe von Freunden waren (Ich sage waren, weil wir immer seltener segeln wegen Karriere, Haus und Garten), die über längere Zeit immer wieder Charterbesatzungen zusammengebracht haben und wo’s meistens menschlich gestimmt hat. Da kriegt man dann Einiges zustande, etwa einen Nachtschlag von Athen nach Santorin.
Irgendwann hat es mal nicht geklappt, eine Crew zusammenzukriegen und ich habe einen Schwerwetter-Turn im Kanal gebucht. Nun kann man sich natürlich das Wetter nicht aussuchen, aber ein so angekündigter Turn läßt schon mehr Anspruch vermuten. Den haben wir nur in der ersten Nacht durchgehalten, danach lagen wir jede Nach vor einer Kneipe – Mehrheitsentscheid.
Ich denke, Du liegst ganz richtig, wenn Du Dir eine Crew zusammensuchst, die Du vorher kennst. Das Problem ist nur, daß man viele Leute eben nicht gut genug kennt. Beim Segeln kann sich eine Situation in kürzester Zeit ändern und es gibt einfach Leute, die zu Panik neigen und eine Blockade erleiden. Und es gibt andere, die dann einfach nicht im Team arbeiten, sondern zu den dümmsten eigenständigen Einzelaktionen neigen, die das ganze Schiff gefährden oder einfach das Boot zum Gespött des ganzen Hafens machen.
Solche Leute zu finden braucht Zeit und Gelegenheit.
Zu den Manövern. Wir haben uns angewöhnt, schwierige Manöver gemeinsam zu planen und durchzusprechen. Leute, die so etwas noch nie gemacht haben, bekommen die Absicht und die voraussichtliche Durchführung erklärt. Natürlich kriegen die auch die einfachen Jobs, wissen aber immer, wie und warum sie was tun. Dir nicht zu erklären, wie man ein Boot mit der Leine aufstoppt ist ein peinliches Versäumnis.
Ich hoffe, Du hast vom Segeln nicht die Nase voll – es ist ein schöner Sport!


Hadmut
9.8.2015 10:22
Kommentarlink

> die Mechanik des Segelns

Das ist ein schöner Begriff. Muss ich mir merken.

Der trifft genau das, was ich da eigentlich als Grundeinweisung erwartet hätte.

> und es gibt einfach Leute, die zu Panik neigen und eine Blockade erleiden

Ja, sowas habe ich schon in anderem Zusammenhang beobachtet. Deshalb sehe ich beim Fliegen in großen Flugzeugen die größte Gefahr auch nicht in der Technik oder den Piloten, sondern dem Durchdrehen anderer Passagiere.

> Und es gibt andere, die dann einfach nicht im Team arbeiten,

Ja.

> sondern zu den dümmsten eigenständigen Einzelaktionen neigen, die das ganze Schiff gefährden oder einfach das Boot zum Gespött des ganzen Hafens machen.

Ja.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass man sich auch irgendwann blöd vorkommt oder wie blöd angeguckt wird, wenn man wie ich relativ viele Fragen stellt, ist das so in Ordnung, macht man das so, wie geht das,… ich kann schon nachvollziehen, dass Erwachsene Leute irgendwann nicht mehr fragen wollen.

> Leute, die so etwas noch nie gemacht haben, bekommen die Absicht und die voraussichtliche Durchführung erklärt.

Genau das hat hier völlig gefehlt.


CountZero
9.8.2015 9:24
Kommentarlink

Hallo Hadmut,
ich verstehe, dass Du unzufrieden bist. Wäre ich auch gewesen, da das ja eine explizit als solche eingekaufte Lernveranstaltung war.

Meine eigene Segelerfahrung (hatte vorher ebenfalls beide SBF) ist, in der maximalen Hochsaison ‘mal zwei Wochen im Mittelmeer einen Törn mit zwei Booten und äußerst erfahrenen Skippern mitzufahren, von denen ich mit einem vorher bekannt war, welcher dann auf dem anderen Boot fuhr. Das war als ‘Urlaub’ (beim Segeln packt JEDER mit an) geplant und nicht als Ausbildungsfahrt, aber durch die natürliche und ruhige Art meines Skippers konnte ich einiges mitnehmen. (Wenden durfte ich als Rudergänger mal, aber nicht halsen…). Inzwischen natürlich fast alles wieder vergessen.

Meine wesentliche Erkenntnis: Segeln ist die teuerste Art, unbequem (bin >> 190 cm, damals ca. 100 kg) zu leben 🙂 . Jaysus, bis ich mich mal auf die Toilettenschüssel manövriert hatte… 😀 und wir hatte zu sechst 15m Yacht.

Etwas über Seemannschaft zu erfahren, hat mir aber Spaß gemacht (ich bin selbst in einer anderen Wassersportart unterwegs und bilde dort auch aus).

Was Dich interessieren könnte: die Kreuzerabteilung des Deutschen Hochseesegler-Verbandes veranstaltet (jedenfalls tat sie das vor ein paar Jahren noch) zusammen mit der Marineschule für Schiffssicherung in Neustadt/Holstein einen Sicherheitslehrgang, an dem ich damals auch mal selbst teilgenommen habe. War ‘ne tolle Sache, simulierte Leckbekämpfung mit echtem Wasser zu machen…. 🙂 Hoffentlich gibts das noch, das war den hohen Preis nämlich absolut wert! Und wär wahrscheinlich auch eine Veranstaltung, über die sich zu bloggen lohnte… 😀


Flax
9.8.2015 9:36
Kommentarlink

Danke für die spannende Frühstückslektüre.

Zum Thema Mann-Über-Bord fällt mir ein Blogartikel ein, indem sich der Autor über Tarnmuster der Marineuniformen aufregt.

http://defense-and-freedom.blogspot.de/2015/07/the-most-irrational-camo-suits.html

ist vielleicht ganz interessant zu lesen.

mfg Flax


Gorgo
9.8.2015 9:39
Kommentarlink

Danke!


Paniertiger
9.8.2015 9:42
Kommentarlink

> Ich hätt ja ganz gerne mal jedes Ruder [der Cessna] ein
> bisschen mehr ausprobiert (…)
> Hat’s mir gefallen ? Weiss nicht

Mein Rat: Hol dir ne Jolle für einen Tag und probier aus, wie sich das anfühlt. Gibt genug Wasser in/um Berlin, SBF Binnen haste (die paar Knoten kannste demnach) und was ein Verklicker ist, weiste wohl auch.

Wenn der Tag rum ist, ist entweder ‘jau, mehr davon’ oder ‘nö, lass ma’


der eine Andreas
9.8.2015 9:45
Kommentarlink

Ja, ja – selbst mit der Seefahrt geht’s bergab 🙂

Alles gegendert, selbst älteste Begriffe:
http://www.seenotretter.de/fileadmin/Subnavi/Mediathek/Information/2015_DGzRS_Sicher_auf_See.pdf
“Person-über-Bord-Manöver”, Seite 26

“Person über Bord” scheint so um 2006 aufzutauchen.
Bundesgesetzblatt Teil I, Nr.5
bzw. im Wiki-Artikel ab Februar 2006

P.S. SKS
Für den Fall der Fälle (falls nicht schon gefunden):
http://www.nautik-funk-berlin.de/
Die bieten auch einen Praxistörn an:
http://www.nautik-funk-berlin.de/sks-praxistoern.php


Hadmut
9.8.2015 10:13
Kommentarlink

> Die bieten auch einen Praxistörn an:

Die schreiben:

> Ausbildungstörn von Samstag bis Samstag mit mindestens 300 Seemeilen.

Bisher haben mir alle gesagt, die 300 Meilen könnte man in einer Woche nicht seriös schaffen.


derdiebuchstabenzaehlt
9.8.2015 10:23
Kommentarlink

Gibt es eigentlich keine Prüfungen für Lehrgangsanbieter? Kann das jeder Sport-U-Boot Käpten machen?


janus
9.8.2015 10:59
Kommentarlink

Moin Hadmut,
da hab ich einen Tipp für dich: Segel erst mal ein paar Wochen Jolle, da lernt man alles notwendige. Die Schulen behaupten zwar gerne was anderes, aber wir sind uns im Verein darüber einig, dass man Segeln am besten auf einer Jolle lernt.

Ansonsten: Hast du eine Einladung auf mein Boot 😉 Ich sitze mehrmals pro Woche mit Vereinsmitgliedern auf einer Jolle, die Segeln lernen wollen 🙂 Alle 10 Prüfungs Knoten solltest du aber vorher aus dem FF können 😉

Gruß

Janus


Hadmut
9.8.2015 12:50
Kommentarlink

> Ich sitze mehrmals pro Woche mit Vereinsmitgliedern auf einer Jolle, die Segeln lernen wollen

Hört sich gut an. 🙂

Wo?

> Alle 10 Prüfungs Knoten solltest du aber vorher aus dem FF können

Die Knoten kann ich alle, habe ich schon als Kind gelernt. Nur die Namen vergesse ich gerne mal.


CountZero
9.8.2015 11:05
Kommentarlink

@Hadmut:
> Es ist allerdings so, dass mein Blog inzwischen von gewissen Kreisen als feindlich angesehen und belagert wird,

Der Fluch des Ruhmes.


Zäld
9.8.2015 11:10
Kommentarlink

Du hast es so provoziert:

“Als Informatiker würde ich sagen, das System hat 10 definierte Zustände”

Also nur zwei Zustände?

Und zum Versagen des Ausgucks hinter dem Segel: Vielleicht kann man die Lehre darus ziehen, daß man sich die Situation in regelmäßigen Anständen von dem Beobachter schildern läßt? So in der Form “Alles frei, nichts zu sehen” oder “Schiff auf 2 Uhr in 1 Meile”? Und das eventuell gegenseitig, weil ja auch der Steuermann einen Sonnenstich bekommen könnte?


Hadmut
9.8.2015 12:48
Kommentarlink

> Also nur zwei Zustände?

Nur Anfänger und Möchtegerns rechnen immer Binär.

Informatiker können in jedem belieben Zahlensystem rechnen. Das 37er-System ist ganz nett.


Oliver K
9.8.2015 11:22
Kommentarlink

@Hadmut: “Soweit war mir das klar, aber was das mit „Hochstapler” zu tun haben soll, verstehe ich eben nicht.”

Also, mir kommt das als typisch missglueckter/missverstandener Versuch vor, witzig/ironisch zu sein. Deshalb z.B. “Webseiten-Beweis”. Ironie in Foren geht fast nicht.


Fabian
9.8.2015 12:05
Kommentarlink

Also im Vergleich zu anderen Blogs überdurchschnittlich lange Beiträge ist man ja von dir gewöhnt, aber dem Artikel merkt man echt an, dass du eine ganze Woche nichts gepostet hast 😉

Klingt mir aber zu anstrengend als dass es für mich als Urlaub durchginge.


Hadmut
9.8.2015 12:46
Kommentarlink

> aber dem Artikel merkt man echt an, dass du eine ganze Woche nichts gepostet hast

Neulich hatte ich kurze Artikel, da haben die Leute dann „Sommerloch?” gefragt…


kafü
9.8.2015 12:24
Kommentarlink

“Da kam mir ein teuflischer Gedanke: Was, wenn man beides haben könnte und einfach auf der Ostsee rumsegelt? Segeln. Auf der Ostsee. Ich bin genial.”

Hut ab. 😉


Pete the Beat
9.8.2015 12:24
Kommentarlink

Danke für den ausführlichen Einblick in so einen Turn. Aber weshalb strebst du eigentlich gleich den SKS an?
Gibt doch auch sicher auch Charterturns in “kleinerer” Runde ohne speziell auf Prüfungsvorbereitung aus zu sein. Ich kann auch verstehen, dass da nicht unbedingt von null ausgebildet wird, denn man braucht den SKS z.B. wenn man selbst als bezahlter Charterskipper fahren will. Warum sollte man den als Segelanfänger überhaupt anstreben?

Die Verwunderung zu der Jolle fürs Autodach kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Bin selbst 34 und kenne seit meiner Kindheit z.b. segelbare Faltboote, die gibt es doch auch immernoch.
Und wie man als segelaffiner Mensch die letzten Jahre nichts von Skysails oder Höhenwindkraftwerken / Makani Windpower etc. gehört haben kann, komisch. Das ging doch selbst durch die Mainstream-Presse. Aber vielleicht sind die ja tatsächlich in einer Filterbubble unterwegs.

Bezüglich des Steuerns: im Normalfall fährt man ja immer “geradeaus” / dafür sind die Segel dann ja auch auf dem jeweiligen Kurs getrimmt. Im Grunde übergibt man meist diese langweilige Aufgabe ja auch auf Langfahrt an einen Auto-/Pinnenpiloten oder eine Selbststeueranlage (die rein mechanisch den Kurs zum Wind hält z.b. “Windpilot”). Einzig bei hoher Dünung und auf Kursen hoch am Wind klappt das meist nicht gut und man schafft es dann z.b. nur manuell auch maximale Höhe zu laufen. Oder natürlich generell wenn man mit “Regattaanspruch” segelt und es um den letzten Zehntelknoten geht 🙂

Das beste MoB Manöver ist übrigens eine vernünftige Lifeline 🙂


Hadmut
9.8.2015 12:44
Kommentarlink

> Aber weshalb strebst du eigentlich gleich den SKS an?

Ist der nächste in der Reihe. SBF See und Binnen habe ich schon.

Und weil ich eben was lernen will. Kurse „Segeln lernen ohne Führerschein” hab ich nicht gefunden.

> Warum sollte man den als Segelanfänger überhaupt anstreben?

Weil er die elementaren Grundkenntnisse umfasst und nicht etwa so ein Profi-Dings ist. SKS heißt Sportküstenschiffer und nicht Kapitänspatent. Da wird Ablegen, Anlegen und Mann-über-Bord geprüft, und das ist nun wirklich das elementare Minimum.


Spruance
9.8.2015 12:29
Kommentarlink

@Hadmut: Bezügl. Hochstapler
Bei manchen Kommentaren hilft das vielleicht:

Wenn einer mit viel Mühe kaum,
Begriffen hat: Was ist ein Baum?
Und denkt, daß er ein Segler wär,
So irrt sich der.
(sehr frei nach W.Busch)

Die dogmatischsten Typen waren immer die,
die gerade ihren ersten Turn absolviert hatten.


Hadmut
9.8.2015 12:39
Kommentarlink

> Die dogmatischsten Typen waren immer die, die gerade ihren ersten Turn absolviert hatten.

Was soll mir das jetzt sagen?


Thomas
9.8.2015 12:48
Kommentarlink

“Ich habe den sehr starken Eindruck, dass da Medienagenturen dahinterstecken, die das Ziel verfolgen, die Leserzahl meines Blogs zu reduzieren.”

Vor 3 oder 4 Jahren hätte ich Sie dafür für einen Aluhutträger gehalten.
Heute denke ich mir: manoman, was heute alles als Arbeit durchgeht…


Mike
9.8.2015 12:50
Kommentarlink

Au Waia, Danish ist enttaeuscht. DIE Ueberraschung des Sommers.
Ich hoffe, ich bin niemals auf einer Veranstaltung mir Dir.

Danisch, DU bist so eine Mischung aus Soziopath und Autist.


Hadmut
9.8.2015 12:53
Kommentarlink

> Danisch, DU bist so eine Mischung aus Soziopath und Autist.

…und Blogger. Soviel Zeit muss sein.


Zur Abifahrt sind wir seinerzeit auf dem Ijsselmeer in Holland rumgegurkt und dann nochwas vor der Küste samt Übernachtung auf einer Sandbank und einmal in Terschelling. Vielleicht wäre sowas ja etwas für Dich? Irgendwo vor der kolländischen Küste?


Ferabq
9.8.2015 13:44
Kommentarlink

> Danisch, DU bist so eine Mischung aus Soziopath und Autist.

Würde ich mir auf Visitenkarten drucken lassen.


Hadmut
9.8.2015 14:01
Kommentarlink

> Würde ich mir auf Visitenkarten drucken lassen.

Eher nicht. Ich will nicht mit dem Soziopathen Beth in einen Topf geworfen werden und den Autisten würden mir die Autisten übel nehmen.


Detlef Borchers
9.8.2015 14:18
Kommentarlink

Netter Bericht. Ich hoffe, es gibt so einen auch vom CCCcamp, dem unabschiebbaren Ereignis.


Hadmut
9.8.2015 14:19
Kommentarlink

> Ich hoffe, es gibt so einen auch vom CCCcamp, dem unabschiebbaren Ereignis.

…alte Petze…


TOPCTEH
9.8.2015 14:43
Kommentarlink

Moin Schipper,

dass in Deutschland strahlendes schönes Sommerwetter innerhalb von kurzer Zeit in volles Sturmwetter umschlägt, kannst du am Bodensee erleben, der Bodensee hat daher effektiv nur entweder 1 oder 7 Windstärken (anders als auf der wesentlich windkonstanteren Ostsee). Man dümpelt also den ganzen Tag mehr oder weniger rum und gegen Spätnachmittag ziehen dann spontan dunkle Wolken auf, die Sturmwarnblinkleuchten gehen an und alles versucht hektisch den nächsten Hafen zu erreichen (und ein paar Kampfsurfer gehen erst dann ins Wasser). Das Verhältnis von Langeweile zu Action ist da noch ungünstiger als auf der Ostsee.

Immerhin hast du mit dem Wetter einigermaßen Glück gehabt. Stell dir das Ganze im Sommer bei 13°, Dauerregen, Sturmböen und unerträglichen Mitseglern (z.B. Kettenrauchern) vor: Da kann man interessante soziokulturelle Studien anstellen, wie dünn die Zivilisationsschicht ist und wann es dann zu Mord und Totschlag kommt.

Ich hatte vor laaanger Zeit auch mal so einen Törn gemacht, der ging allerdings Rund Fünen, um die notwendigen Meilen zusammenzubekommen.


Klaus
9.8.2015 16:19
Kommentarlink

Also das ist ja wirklich schlecht was ich hier über die Segelschule lesen muß.

Kurz zu mir, ich habe seit über 30 Jahren sowohl deutsche Segelscheine (BR) also auch die entsprechenden englischen.

Kurz:
Wirklich Segeln ohne Lebensgefahr zu lernen geht nur in Seen, nicht auf dem Meer.

Begründung:
Das Meer ist prinzipell tödlich, da darf schon aus Sicherheitsgründen nicht an das Maximum des Segelgerätes gegangen werden. Insofern passt es auch, dass ein blutiger Anfänger erst mal geradeaus segelt (richtig gemacht, ist das schon schwer genug 🙂 ).

Segeln lernst Du nur mit einem Sportboot (vorzugsweise Jolle kein Kat) ohne Kiel (Wie Zugvogle) (du musst unbedingt kentern können).

Am besten noch ein See in Bayern mit wechselnden Windrichtungen bei wenig Wind.

“Für jede dieser vier bis fünf Stellungen gegenüber dem Wind gibt es eine Segelstellung. Die Segelstellungen unterscheiden sich, weil sie unterschiedlich funktionieren.”

Nö, es gibt im wesentlichen nur zwei, Vortriebssegeln und Widerstanssegeln (Platt vorm Wind).

“denn nur aufgrund des Schwertes/Kieles könnte man überhaupt „am Wind” segeln und damit gegen den Wind kreuzen. Ohne Kiel oder Schwert würde man einfach nach hinten wegrutschen, was ja nicht zum Tragflächen-Saugeffekt passt.)”

Ne so isses nicht, mein Kat kann auch ohne 🙂

Stark vereinfacht:
Die bauchige Schnittform des Segels. Allerdings wird der Wind das Boot immer seitwärts wegschieben (Nicht nach hinten). Das Schwert bildet ja auch einen großen hydrodynamischen Widerstand zur BootsSEITE, nicht zur BootsLÄNGE (also hinten, Heck).

Der Kat hat so schmale Rümpfe, die wirken schon wie ein Schwert, allerdings ist richtige schnelles fahren so nicht möglich, weil der Wind mich (besonders bei Wenden) wegdrückt. Ich nehm die Schwerter immmer raus bei Starkwind, wenn ich mit den Kindern Segle. Dann sinkt die Kentergefahr enorm.

Bei Jollen ist das Kentern eh das beste am Seglen :-)).

Kurz:
Zum Segeln lernen raus auf einen See, mit einer 2 Mann Jolle, Anfänger an die Fock und innerhalb 3h kannste einfaches Segeln.

Für die Segelphysik gibts tolle Bücher, aber ich wills hier nicht so vertiefen, brauchts auch nicht.

Falls Du mal im Allgäu bist, mach einen Abstecher zu mir, ich bring Dirs Segeln innerhalb eines Tages bei.

cu

P.S.
Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt!


Hadmut
9.8.2015 16:25
Kommentarlink

> Bei Jollen ist das Kentern eh das beste am Seglen :-)).

Ich bin begeistert…

> Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt!

Äh, ja.


hgjd
9.8.2015 16:25
Kommentarlink

Hadmut
9.8.2015 16:27
Kommentarlink

> Die urban legend mit der Spinne in der Bananenkiste ist längst keine mehr:

Weiß ich doch. Sonst hätt ich das ja nicht erzählt. Der Witz daran ist ja, dass man es wir eine Urban Legend erzählt, die anderen dann lachen lässt und dann den Beleg bringt. Klappt natürlich nur, wenn man sich davorher sicher ist.

Aber die haben sich schon kaputtgelacht, als ich nur „Bananenspinne” sagte, und dann auch noch unglaublich giftig. Bananenspinne, hohoho, was erzählt der uns für einen Blödsinn… (waren damals Fotojournalisten).


jck
9.8.2015 17:21
Kommentarlink

> Vor allem bin ich von dem Gedanken nicht begeistert, mich eine Woche lang mit irgendeinem wildfremden Menschen in eine Kajüte zu quetschen

Das Problem hatte ich auch. Ich habe mir dann einfach ein Boot gekauft. Kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen; zumal der Gebrauchtbootmarkt absolut mausetot ist; man bekommt die gerade nachgeworfen.

Und das mit dem Segeln lernt man schon – das bleibt aber “langweilig” und “hektisch” (es sollte nicht “hektisch” sein; es muss halt im richtigen Moment schnell gehen). Man könnte das natürlich auch als “entspannend” bezeichnen. Und: man steuert keine unendlichen Geradeausstrecken. Dafür gibt es den Autopiloten.

Was auch immer Du machst, solltest Du nochmal segeln gehen wollen, lies vorher http://www.amazon.de/dp/3768832481

Das geht zwar nicht in einer viertel Stunde, aber dann weißt Du wirklich so ziemlich alles. Da steht auch drin, was man mitnimmt 😉


Wolle
9.8.2015 17:25
Kommentarlink

“Mann über Bord!” –> regelgerechtes Manöver wird ausgeführt und hat vielleicht Erfolg.
“Person über Bord!” –> vielleicht(*) wird regelgerechtes Manöver ausgeführt und hat vielleicht Erfolg.
“Frau über Bord!” –> meist wird regelgerechtes Manöver bedingt ausgeführt(**) und hat vielleicht Erfolg.
(*) vielleicht eine unmögliche Person
(**) ja, falls keine Zicke
Warnhinweis! Posting kann Spuren von ungekennzeichneten Sarkasmus enthalten!


Klaus
9.8.2015 18:10
Kommentarlink

@Hadmut

> Bei Jollen ist das Kentern eh das beste am Seglen :-)).

Ich bin begeistert…

Ist das Irionie? 🙂

Wasserscheu darfste bei einem Wassersport nicht sein ;-).

cu


Hadmut
9.8.2015 19:05
Kommentarlink

> Wasserscheu darfste bei einem Wassersport nicht sein ;-).

Ich bin überhaupt nicht wasserscheu.

Aber wenn es eh das Beste am Segeln ist, geh ich lieber gleich Kite-Surfen oder Wasserski fahren.

Außerdem kommt nach dem Kentern das Aufrichten, und das ist nicht einfach.

Zudem hat man mir gerade eingebleut, dass ins Wasser zu fallen auf der Ostsee hochgradig lebensgefährlich ist.


der eine Andreas
9.8.2015 19:00
Kommentarlink

@CountZero:
Hach ja – Schiffssicherungskurs in Neustadt – (Wehrpflichtbedingt Anfang der 80er)das waren noch Zeiten!

Da waren Männer noch richtige Männer, Frauen noch richtige Frauen und kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri noch richtige kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri 🙂
.


Klaus
9.8.2015 19:12
Kommentarlink

@Hadmut

>Außerdem kommt nach dem Kentern das Aufrichten, und das ist nicht >einfach.

eine Sache von ein paar Minuten, aber ich gebe zu, wäre ich jünger und gäbs in Bayern mehr Wind, wäre Kite eine Alternative.

>Zudem hat man mir gerade eingebleut, dass ins Wasser zu fallen auf >der Ostsee hochgradig lebensgefährlich ist.

Deshalb auch Binnensee.
Berlin hat doch genug Seen, oder wie wärs mit der Mecklenburgische Seenplatte? Ist wirklich wunderschön, egal ob mit Segler oder Hausboot.

cu


Hadmut
9.8.2015 19:14
Kommentarlink

> oder wie wärs mit der Mecklenburgische Seenplatte?

Als ich sowas (Havel und so) neulich in einem Gespräch über Urlaubspläne angesprochen habe, fragte mich meine Nachbarin entsetzt, ob ich „60 wäre”. Gilt irgendwie als alte-Leute-Reservat.


Pete the Beat
9.8.2015 19:36
Kommentarlink

> Ist der nächste in der Reihe. SBF See und Binnen habe ich schon.

Danach dann aber auch konsequent den SSS machen und schonmal für Nautik an der FH einschreiben 😛


Spruance
9.8.2015 20:47
Kommentarlink

@Hadmut: “Was soll mir das jetzt sagen?”

Dir, mit Deiner differenzierten Art, Erfahrungen zu machen, nur das Eine: Höre nicht auf die, die schon nach kürzester Zeit wissen, wo es langgeht, daß alles Wissen beinhart feststeht und wer Anders glaubt, keine Ahnung hat.

Aber, wem sage ich das?


Spruance
9.8.2015 21:02
Kommentarlink

@Hadmut: “Ich bin überhaupt nicht wasserscheu.Aber wenn es eh das Beste am Segeln ist, geh ich lieber gleich Kite-Surfen oder Wasserski fahren.”

Jollensegler dürfen das Kentern nicht fürchten – sonst macht’s keinen Spaß mehr. Kielboote können nur Kentern, wenn der Kiel abbricht – sonst kentern die nur durch. Scherz beiseite, Durchkentern ist so eine Art GAU, der nur bei Orkanböen und meistens Brutalseegang vorkommt. Wer auf derOstsee das Wetter beobachtet, steckt rechtzeitig ein oder zwei Reffs und kann durch alles durchsegeln, was der Himmel so auf einen losläßt. Viel gefährlicher ist Nebel, wenn man kein Radar hat.
Das Schönste am Segeln war für mich immer, diese Technik zu beherrschen und dabei wirklich wunderbare Dinge zu sehen, die man von Land aus nie zu sehen bekommt. Norwegische Fjorde vom Boot aus zu erleben, ist schon etwas ganz anderes als von Land aus. Und ein 500tsd-Euro-Boot unbeschädigt zurückzubringen und Deine Freunde mögen Dich immer noch – das ist was!


Spruance
9.8.2015 21:07
Kommentarlink

@Pete the Beat “Das beste MoB Manöver ist übrigens eine vernünftige Lifeline”
Stimme ich voll zu. Nachts ist das bei uns Pflicht, tagsüber kann man sich das Aussuchen, wenn man als jemand bekannt ist, der weiß, was er tut.


Hadmut
9.8.2015 21:12
Kommentarlink

> “Das beste MoB Manöver ist übrigens eine vernünftige Lifeline”

Uns haben sie beigebracht, die Lifeline gerade nicht für ein MoB-Manöver oder dessen Ersatz zu halten.

  • Die Lifeline ist kein Manöver, sondern verhindert MoB. Das sagt aber überhaupt nichts über die Fähigkeiten des Schiffsführers, das Schiff zurückzusteuern.
  • Lifeline geht nicht immer.
  • Lifeline sichert nur Leute auf dem eigenen Schiff. MoB bezieht sich aber auch auf andere Personen. Mir wurde von einem MoB-Manöver erzählt, bei dem es nicht gelang, die Person an Bord zu ziehen. Die stammte aber nicht vom eigenen Schiff, sondern war von einem anderen gefallen.

Spruance
9.8.2015 21:21
Kommentarlink

“Uns haben sie beigebracht, die Lifeline gerade nicht für ein MoB-Manöver oder dessen Ersatz zu halten”

Komplett richtig – sie ist kein Ersatz. Nur hast Du ja selber erlebt, wie gering die Chancen sind, jemand überhaupt im Auge zu behalten, wenn er erstmal über Bord ist. Und dann – wie fahre ich so ein Manöver? Da gibt es eine ganze Literatur drüber. Und ich habe mal mit einem jahrzehntelangen Rettungsboot-Kommandanten darüber gesprochen, ob man in Luv oder Lee anläuft. Der sagte im Gegensatz der gesamten Yachtliteratur, logo, in Luv! Hätten die immer so gemacht, denn Fahrfehler würden durch das Treiben nach Lee kompensiert, und wenn man den Schiffbrüchigen nicht beim ersten Versuch an Bord bekäme, würde es auch beim zweiten nicht funktionieren, wenn es den überhaupt noch gäbe. In der harten Praxis ist die hehre Theorie oft nicht allzuviel wert.


Hadmut
9.8.2015 21:24
Kommentarlink

> Und ich habe mal mit einem jahrzehntelangen Rettungsboot-Kommandanten darüber gesprochen, ob man in Luv oder Lee anläuft.

Mein Wissensstand ist, weder Luv noch Lee, sondern gegen den Wind, damit man weder weg, noch auf die Person drauf getrieben wird.


Spruance
9.8.2015 21:27
Kommentarlink

Naja, drüberfahren willst Du ja wohl nicht, oder? Als mußt Du Dich entscheiden, ob Du luv- oder leewärts anläuft. Selbst wenn es Dir gelänge, halbmetergenau aufzustoppen, würde Dir jeder Seegang dieses Manöver kaputtmachen.


Hadmut
9.8.2015 21:29
Kommentarlink

> Naja, drüberfahren willst Du ja wohl nicht, oder? Als mußt Du Dich entscheiden, ob Du luv- oder leewärts anläuft.

Ich bin’s bisher nur unter Motor gefahren, aber da hat das mit dem Gegen-den-Wind funktioniert.


Heinz
9.8.2015 21:33
Kommentarlink

> Kam für mich völlig aus dem Nichts

Hattet ihr kein Radar / AIS?

> Ganz wichtig: Vorher prüfen, ob man genug Saft im Akku und Empfang hat

Empfang kann sich bei der Fahrt dauernd ändern, am Besten offline zwischenspeichern.

Typo: “normale Schiff”


Hadmut
9.8.2015 21:34
Kommentarlink

> Hattet ihr kein Radar / AIS?

Nein.

Und selbst wenn, meines Wissens wird das tagsüber bei allerbester Sicht auch nicht eingeschaltet.


Spruance
9.8.2015 21:34
Kommentarlink

Gegen-den-Wind unter Motor sorgt hauptsächlich dafür, daß der Wind das Boot nicht aus dem Kurs drückt. Aufgrund der Seitenfläche allein sind Segelboote auch ohne Segel seitenwindempfindlich, am Bug mehr als am Heck. Ein guter Anlauf gelingt deshalb am besten gegen en Wind. Auch unter Motor. Unter Segeln braucht man den Wind um aufzustoppen. Um das genau hinzukriegen braucht man wiederum eine Menge Erfahrung mit genau diesem Boot.


Jens
9.8.2015 21:39
Kommentarlink

“Man kann sich zwar auch am nächsten Morgen nachträglich anmelden und seine Hafengebühr bezahlen, aber es ist einfach zu spät, wenn man den Zutrittscode für Duschen und Toiletten erst am nächsten Morgen erfährt.”

In Dänemark bezahlt man die Hafengebühr oft am Automaten (und bekommt dort sowas ähnliches wie die Gepäckanhänger beim Fliegen als Quittung).

Dort kauft man dann idR auch gegen Pfand eine Karte für Duschen etc.


Spruance
9.8.2015 21:42
Kommentarlink

@Heinz “Hattet ihr kein Radar / AIS?”

Tagsüber? Bei Sicht? Radar säuft die Akkus leer. Es hilft nichts – Wachsamkeit ist doch gefragt. Der Rudergänger kann bei vielen Booten ab & zu mal auf die Leebordwand runterrutschen und an der Genua vorbeilinsen, dann hat er einen Blick nach Lee und kann auch mal auf die Segelfädchen gucken, die er sonst nicht sieht.
Sonst ist die Idee gut, jemanden als Ausblick anzustellen. Man sollte man sich allerdings nicht auf das Pflicht- und Gefahrenbewußtsein von jemand verlassen, den man nicht kennt.


Spruance
9.8.2015 21:52
Kommentarlink

@Self: “Sonst ist die Idee gut, jemanden als Ausblick anzustellen.”

Nichts ist foolpoof. Bin mal auf dem Wannsee in einer Jolle auf einen Pfahl am Ufer zugefahren, den ich wegen des Segels nicht sehen konnte. Mein Vorschoter und Eigener des Bootes fing an, von möglichen Kursänderungen zu sprechen, die ich von mir wies, weil ich diesen Schlag wegen des günstigen Windes fast bis ins Schilf machen wollte. Erst als er das Brüllen anfing, habe ich die Pinne umgelegt – es waren, na, 1,03m plusminus viel zu wenig.
Situational awareness is all.


Spruance
9.8.2015 21:59
Kommentarlink

@Jens: “In Dänemark bezahlt man die Hafengebühr oft am Automaten (und bekommt dort sowas ähnliches wie die Gepäckanhänger beim Fliegen als Quittung).”
Der Norden ist auch ein echtes Seglerparadies, was das angeht. In der Südtürkei wurde das auch etabliert – perfekte Marinas mit – wie ich am eigenen Leib erfahren habe – mangelhaftem Feuerschutz aber Marmorduschen. Schöne Segelreviere. Athen ist ein finsteres Loch, aber die griechischen Inseln wunderschön aber ohne allzugroßen Komfort. Spielt fast keine Rolle, wenn man in den Nebensaisons hinsegelt.


Heinz
9.8.2015 22:08
Kommentarlink

@ Hadmut > Wo gibt’s die besten Brötchen?

Das würde mich auch interessieren. Wo denn?


Hadmut
9.8.2015 22:18
Kommentarlink

@ Hadmut > Wo gibt’s die besten Brötchen?

Sie sagten, in Dänemark, das kann ich aber nicht selbst beurteilen, denn da war ich ja nicht.

Es gab einmal bei einem Hafenmeister welche zum Bestellen, die waren super, aber ich weiß nicht, wo der die herhatte.

Explizit benennen könnte ich aber die Bäckerei/Konditorei im Hafen von Neustadt, bei denen es Brötchen namens „Küstenjungs” (oder so ähnlich) gab, die wirklich gut waren.

Auf Fehmarn hatten wir auch sehr gute, aber da war ich beim Einkaufen nicht dabei, weiß also nicht, wo die herkamen.


Sven
9.8.2015 22:27
Kommentarlink

Ich habe damals meinen SBF Binnen an der TU Berlin über den Hochschulsport gemacht. Und dort wurde auch die komplette Theorie zum Segeln theoretisch beigebracht. (Plus natürlich Praxis auf dem Wasser).
Gelernt wurde dort in Zwei-Mann Teams auf 420er Jollen, ich denke mal, da lernt man dann schon das segeln (wobei es allerdings auch auf das Wetter ankommt, wenn man nur Starkwind oder Flaute hat ist das etwas sinnlos…)

@Hadmut:
Du hast keinen vollständigen SBF Binnen, dir fehlt der Segelteil.
Das bedeutet, dass du beispielsweise in Berlin kein Segelboot führen darfst.


Heinz
10.8.2015 6:38
Kommentarlink

@Hadmut
> fragte mich meine Nachbarin entsetzt, ob ich „60 wäre”

Irgendwann musst du dich den Tatsachen stellen, du kannst nicht ewig 20 bleiben.

> Ich habe den sehr starken Eindruck, dass da Medienagenturen dahinterstecken, die das Ziel verfolgen, die Leserzahl meines Blogs zu reduzieren.

Ein Leser weniger.

“Ein Leser weniger.” ist beim Postillon schon running gag, vielleicht auch was für hier?


Mario Schmidt
10.8.2015 8:23
Kommentarlink

> Hört sich gut an. 🙂
>
> Wo?
WOB

Wann?

Gruß

Mario


CountZero
10.8.2015 9:51
Kommentarlink

@Sven:
> Du hast keinen vollständigen SBF Binnen, dir fehlt der Segelteil.

Das gab es zu ‘meiner’ SBF-Zeit (noch) nicht. Der SBF ist notwendig, um auf einer deutschen Binnenwasserstraße ein Wasserfahrzeug (Motor > 5 PS oder Segelfläche > 3m*m, dh z.B. auch Windsurf-Bretter!) führen zu dürfen. Für Wasserstraßen des Bodensees ist ein Extra-Dokument nötig. Eine amtlich bestätigten Befähigung zum ‘Segeln’ war (zumindest vor 15 Jahren) polizeilich nicht nötig, um ein Fahrzeug unter Segel auf deutschen Binnenwasserstraßen führen zu dürfen. (Das einem ein Charter-Unternehmen nichts verleiht, wenn man keinen Segelschein hat, steht auf einem anderen Blatt.)

Kann sein, dass das heute anders ist.


CountZero
10.8.2015 11:40
Kommentarlink

@der eine Andreas:
> Da waren Männer noch richtige Männer, Frauen noch richtige Frauen und kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri noch richtige kleine pelzige Wesen von Alpha Centauri 🙂

Tatsache! (Mit ‘meiner’ Skipperin bei der Leckbekämpfungs-Übung wäre ich sehr gern mal … Segeln gegangen.) 😀


Peter
10.8.2015 12:41
Kommentarlink

>Uns haben sie beigebracht, die Lifeline gerade nicht für ein MoB-Manöver oder dessen Ersatz zu halten.

Ich meinte das auch eher in der Richtung, das es wesentlich wichtiger ist vorher dafür zu sorgen, dass ein MoB nicht eintritt, als sich darauf zu “verlassen”, dass es da noch Rettung gibt. Natürlich sollten alle Personen in der Lage sein ein solches Manöver durchzuführen, um zumindest die Chance zu haben jemanden zu retten.

Was allerdings im Fall der Fälle passieren kann (selbst mit 7 verbleibenden Personen an Bord, wobei einige erfahren waren und für den SKS trainierten), lässt sich exemplarisch ja mal hier nachlesen:
http://www.bsu-bund.de/SharedDocs/pdf/DE/Unfallberichte/2012/UBericht_143_11.pdf?__blob=publicationFile


Hadmut
10.8.2015 12:52
Kommentarlink

> http://www.bsu-bund.de/SharedDocs/pdf/DE/Unfallberichte/2012/UBericht_143_11.pdf?__blob=publicationFile

Interessanter Fall.

Ach, guck (Fußnote auf Seite 10):

Abweichend vom Erlass LS 23/62361.14/1 des BMVBS an die BSU vom 08.11.2004, bei Untersuchungsberichten und allen anderen Veröffentlichungen den Begriff „Mensch-über-Bord“ statt des Begriffs „Mann-über-Bord“ zu verwenden, wird im vorliegenden Bericht zum Teil der eingebürgerte und seemannssprachlich benutzte Begriff „Mann-über-Bord“, verwendet, da dieser so auch in der Norm DIN EN ISO 15085 (Verhütung von Mann-über-Bord-Unfällen und Bergung) Verwendung findet.


Hans
10.8.2015 14:59
Kommentarlink

Hadmut,

mir ging es ähnlich. Sehr schnell durch zum SKS (war sogar bereits mein 2. Schein, der SBF Binnen kam danach) und auch auf der Yacht erst erstes segeln gelernt. Allerdings: Wir waren 2 + Skipper. Die 300 sm ergaben sich aufgrund kreativer Buchführung, aber Manöver jeglicher Art haben wir halt bis zum Erbrechen gemacht. Einschließlich an- und ablegen. Dazwischen Manöverkritik.

Zu zweit, maximal zu dritt – eine Woche mit einem Programm Deiner Wahl (Manöver statt Meilen) und Du hast die SKS Prüfungsreife.

Aber: Das ist nicht mehr als ein pragmatisches Prüfungsvorbereitungsprogramm – nichts worauf Du Dich ausruhen kannst. Die in dieser Woche erworbenen Fähigkeiten verschwinden fast so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Segeln basiert auch auf Erfahrungen; von daher war Dein Ziel, in einer Woche mit 5 Unbekannten das Segeln einer Yacht im Küstenbereich zu erlernen, m.E. vollkommen utopisch.


Hadmut
10.8.2015 15:16
Kommentarlink

> von daher war Dein Ziel, in einer Woche mit 5 Unbekannten das Segeln einer Yacht im Küstenbereich zu erlernen, m.E. vollkommen utopisch.

Ich hatte nicht vor, es zu erlernen im Sinne von Beherrschen oder Prüfungsreife.

Ich hatte vor, es zu erlernen im Sinne von alles mal gemacht und im Prinzip so weit erlernt und gemacht, dass es mit Üben weitergeht.

In meiner ersten Auto-Fahrstunde bin ich auch nach 20 Metern schon abgebogen und nicht die erste Woche nur geradeausgefahren.


Werner
10.8.2015 16:40
Kommentarlink

🙂 Das mit der Langeweile beim Segeln ist wohl ähnlich beim Fliegen: “Fliegen bedeutet absolut endlose Langeweile, unterbrochen von kurzen Momenten schieren Entsetzens“. Deine Erfahrung scheinst das ja zu bestätigen.

Apropos Fliegen: “Saugen” gibt es in der Natur es nicht. Es gibt nur Druckdifferenzen. Wer es anders gelernt hat und darüber Streit anfangen will, möge sich mal den Rückenflug mit der “Saugkraft” erklären. Beim Segeln wird es ähnlich sein. Segel- und Tragflächen sind sich da sehr ähnlich.

Doch wie auch immer: Natürlich ist irrsinnige Übermotorisierung das A und O! Am Besten im Powerboot mit einem (besser: zwei) 1500 PS V8 im Kreuz über die Wellen von Miami (vice) donnern :-).

Aber das einzige Mal, wo ich ein paar Meilen mitgesegelt bin, hat mich gerade die scheinbar mühe- und lautlose Fortbewegung berührt. Und die Idee, daß man mit wenigen Hilfsmitteln über Ozeane navigieren kann und wieder nach Hause findet, ziemlich fasziniert.


Hadmut
10.8.2015 16:58
Kommentarlink

> “Fliegen bedeutet absolut endlose Langeweile, unterbrochen von kurzen Momenten schieren Entsetzens“

Schön gesagt.

> “Saugen” gibt es in der Natur es nicht. Es gibt nur Druckdifferenzen.

Ich weiß.

Und eine gewisse Konstellation von Druckunterschieden nennt man – Überraschung – Sog. Auch wenn’s in Wirklichkeit ein gerichteter Druck ist.

Auch wenn ich am Strohhalm sauge, ist es eigentlich kein Sog, sondern der Atmosphärendruck, der außerhalb, aber nicht mehr so stark innerhalb des Strohhalms wirkt und deshalb die Flüssigkeit hochdrückt. Ändert alles nichts daran, dass man es Sog nennt.

> Wer es anders gelernt hat und darüber Streit anfangen will, möge sich mal den Rückenflug mit der “Saugkraft” erklären.

Gar kein Problem. Wenn man verstanden hat, wie der Rückenflug funktioniert und dass das Flugzeug dabei nämlich nicht einfach nur um 180° gedreht andersherum fliegt, sondern dafür einen anderen Anstellwinkel braucht (und Kunstflugzeuge sogar ein symmetrisches oder nahezu symmetrisches Flügelprofil haben), erklärt sich der Rückenflug genau wie der Normalflug durch das, was man gemeinhin als Sog bezeichnet. Man muss es nur verstanden haben. 😉


Fry
10.8.2015 17:15
Kommentarlink

@Hadmut: statt der GoPro sieh dir mal die Ricoh WG-M1 an. Ich habe die und bin sehr zufrieden. Man braucht kein extra wasserdichtes Gehäuse drumrum, die den Sound wegnimmt, sondern die Ricoh funktioniert out-of-the-box über und unter Wasser.


Hadmut
10.8.2015 17:21
Kommentarlink

> @Hadmut: statt der GoPro sieh dir mal die Ricoh WG-M1 an.

Ich hab inzwischen schon zwei Billig-Rolleis und die ganz kleine von Sony. Waren alle drei zusammen billiger als die GoPro, und die Sony hat sogar ein Display in der Fernbedienung. Und die Sony ist auch selbst schon leicht wasserdicht.

Vorteil von GoPro ist halt, dass es alles mögliche Zubehör gibt.


TomTom
10.8.2015 21:10
Kommentarlink

Kann es einen guten Grund geben, warum ausgerechnet jene Segelschule noch eine Woche vor Start noch Plätze frei hatte?
Von einem befreundeten Segellehrer weiß ich, das es qualtitiv gigantische Unterschiede zwischen Segelschulen gibt und einige eigentlich nicht auf Schüler losgelassen werden dürften (Inkompetenz, Alkis usw).
Was sagen die Internet-Bewertungen?

Zum Vorbereiten empfiehlt sich http://www.amazon.de/gp/product/3768834891/ref


kade
11.8.2015 11:52
Kommentarlink

Ganz so viel Wirbel sollte meine kleine Anmerkung eigentlich nicht verursachen.

Das bezieht sich auf ein paar Textstellen:

-Hochstapler: Segelschiff zum Zusammenbauen vs. “keine Genderdiskussion bei Mann über Bord”
-“Webseitenbeweis” kommt auch im Text vor

Ich dachte, dass wäre offensichtlich.


Hadmut
11.8.2015 12:00
Kommentarlink

> Ich dachte, dass wäre offensichtlich.

Offenbar gar nicht. Hochstapler ist da einfach der falsche Begriff. Wer sich ein Segelschiff zum Zusammenbauen ausdächte, wäre ein Lügner, aber kein Hochstapler.


Oliver K
11.8.2015 16:56
Kommentarlink

Wohl: Schiff auf Auto stapeln -> Hochstapler.
Also Hadmut hat selbst einen Webseitenbeweis davon gegeben, dass er ein Hochstapler sei (so in der Art).

Das waere alleine schon in Ordnung, aber doch wohl etwas duenn (in diesem offizielleren Kontext).

Also die Idee, das noch mit Gendern verbinden — da hat man dann auch eine Nebenbedeutung von Hochstapler, die (ganz) grob passen koennte.

So war das doch gemeint, oder?


Oliver K
11.8.2015 17:16
Kommentarlink

Jetzt befuerchte auch ich, dass das evtl falsch verstanden werden koennte 🙁

Also ganz explizit: Ich versuche, den Kalauer von kade zu erklaeren. Da ist zuerst die Idee des Woertlichnehmens von “Hochstapeln”. Hadmut ist also ein Hochstapler, weil er etwas hoch stapelt (das Schiff).

Dann hatte der Schreiber wohl das (richtige) Gefuehl, das waere zu schwach, noch eine tiefere Bedeutung muss her. Hier nun die Beobachtung, dass jene Webseite bzgl. “Mann ueber Bord” Hadmut widerspricht (scheint, aber so genau geht’s nicht mit Kalauern). Dann wird “Hochstapler” verwendet in dem Sinne eines “Experten, der keiner ist”.

Der Witz des Ganzen soll nun durch die Verbindung der beiden Elemente kommen: Erstens wird ja bewiesen (durch Hadmut selbst), dass er ein Hochstapler sei — und damit beweist er dann auch, durch die Verbindung “Webseite”, dass er ein Hochstapler in Genderangelegenheiten sei (in diesem Kalauer-Sinne).

Uff. Ich habe es probiert. Vielleicht werde ich jetzt zum Danke geflamet 🙂


Hadmut
12.8.2015 0:27
Kommentarlink

> Hadmut ist also ein Hochstapler, weil er etwas hoch stapelt (das Schiff).

???


Oliver K
11.8.2015 17:26
Kommentarlink

Jetzt kann ich mir aber auch einen dummen Witz nicht verkneifen:
Hadmut, haettest halt Literaturwissenschaften studieren sollen, um diesen Witz begreifen zu koennen (in allen seinen Dimensionen, die ich auch nur ganz grob angedeutet habe).


Werner
11.8.2015 22:50
Kommentarlink

@ Hadmut

>erklärt sich der Rückenflug genau wie der Normalflug durch das, was man gemeinhin als Sog bezeichnet

Worauf sich meine Kritik an der “Saugkraft” bezieht, ist die über Jahrzehnte hinweg verbreitete Erklärung, ein Flugzeug würde deshalb fliegen (AKA vom Boden abheben), “weil der Flügel oben stärker gewölbt ist als unten, wodurch die Luft oben einen längeren Weg hat als unten, wodurch wiederum oben der Druck geringer ist als unten, wodurch wiederum das Flugzeug nach oben gesaugt (von mir aus auch gedrückt*) wird” (nicht etwa umgebende Luft nach unten). Auch wenn das mangels zweier unterschiedlicher Seiten beim Schiffssegel MWN nie behauptet wurde, spukt dieses Bild offensichtlich da mit rum.

Diese in meinen Augen aus mehreren Gründen blödsinnige Erklärung der Flügelwirkung (jedoch Prüfungswissen, also kanonisches Wissen) wurde allerdings nie mit Zahlen unterfüttert- was bei 400 Tonnen (oder auch nur 20) schon interessant gewesen wäre – und ist mit einem Blick auf die von dir erwähnten brettgeraden Flügel von kunstflugtauglichen Flugzeugen (oder AFAIK auch nur Modellflugzeugen) ad Absurdum zu führen: Entweder stimmt die Theorie nicht, oder die Realität stimmt nicht, und dieses Flugzeuge könnten mangels Flügelwölbung nicht fliegen (und Rumpelkähne mit ausgeprägter Flügelwölbung keinen Rückenflug hinkriegen, ohne mit der kombinierten Saug- und Schwerkraft schön flach zu Boden zu stürzen)- sucht es euch aus. Trotzdem mußte man das so von sich geben. Auch wenn bereits ausreichend motorisierte Tischplatten aerodynamisch zum Abheben zu bringen sind.

Ich könnte das hier noch weiter ausführen, das wäre aber zu langatmig. Andere können das besser. Worauf es mir aber ankommt, ist, daß auch im naturwissenschaftlichem Bereich (MWN außer in der Mathematik?) in manchen Ecken jahrzehntelang Unsinn gelehrt und abgefragt wird. Eine notwendige Folge der notwendigen Fehler, könnte man meinen – aber nicht, wenn es aus schierer Bequemlichkeit geschieht, oder Machtausübung.

Denn letztendlich korrumpiert auch das: Beantworte die Fragen so, wie wir es zu hören wünschen; auf die nachweisliche Richtigkeit der Antwort kann verzichtet werden – du hast im Rahmen der Lehre zu bleiben. Gehörst du (irgendwann) zu den Eingeweihten, dann nicht mehr (grins). Galileo halt. Oder auch ganz simpel im Kindergarten: Wenn dann ein Bild konsistent bis zum Schulabschluß durchgehalten wird, ist es verankert, und man kann darauf bauen, daß alles Gelehrte als richtig angesehen (und verteidigt) wird. Jetzt muß man nur noch alles, was man lehrt, als wissenschaftlich begründet ausgeben: Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt, daß… Genda existiert. Beispielsweise. peng.

*Nein, ich kann’s nicht lassen: Es ist technisch schon ein Unterschied, WO eine Kraft angreift. Zug und Druck sind technisch nicht das Selbe. Und jetzt Schluss damit (sich selbst auf die Finger hau).


Hadmut
12.8.2015 0:21
Kommentarlink

> Auch wenn das mangels zweier unterschiedlicher Seiten beim Schiffssegel MWN nie behauptet wurde, spukt dieses Bild offensichtlich da mit rum.

Doch.

Segelt man am Wind (z. B. gegen den Wind kreuzen), so läge das laut Skipper daran, dass die beiden Segel wie Tragflächen funktionierten und wie ein Flugzeugflügel angesaugt würden.

Ich glaube zwar nicht, dass das stimmt (wurde im Museum nämlich ganz anders erklärt, in der Museumserklärung braucht man dringend einen Kiel oder ein Schwert, die man bei der Tragflächenerklärung nicht braucht), aber es wird jedenfalls behauptet.


Oliver K
12.8.2015 0:40
Kommentarlink

???:
Z.B.
http://www.zeit.de/2014/44/katalonien-tarragona-weltmeisterschaft-menschentuerme
Auch hier wird “hochstapeln” doppelt verwendet.
Genauer: “hochstapeln” versus “hoch stapeln”, wobei das Schiff auf das Auto gestapelt wird.
Sicher ist ein Stapel aus zwei Teilen im normalen Sinne noch kein “hoher Stapel”, da da wohl viele Teile aufeinandergestapelt werden muessen, aber absolut gesehen ist Auto mit Schiff oben drauf, insbesondere wenn man sich das wie im Kalauer eben wortwoertlich vorstellt, doch schon ziemlich hoch.


Mario Schmidt
12.8.2015 9:20
Kommentarlink

>Doch.

> Segelt man am Wind (z. B. gegen den Wind kreuzen), so läge das laut Skipper daran, dass die beiden Segel wie Tragflächen funktionierten und wie ein Flugzeugflügel angesaugt würden.

> Ich glaube zwar nicht, dass das stimmt (wurde im Museum nämlich ganz anders erklärt, in der Museumserklärung braucht man dringend einen Kiel oder ein Schwert, die man bei der Tragflächenerklärung nicht braucht), aber es wird jedenfalls behauptet.

Also ich würde sagen, beide haben Recht. Natürlich sorgt erst mal das Segel mit seiner Flügelform für den Vortrieb (Ich bin aber kein Physiker), aber ohne die Erfindung des Schwerts, bzw. des Kiels würde das Segel gegen den Wind nichts nutzen, da dann das Schiff einfach über die Wasseroberfläche vertrieben würde und man eben nicht gegen den Wind segeln könnte. Das Schwert wirkt unter Wasser aufgrund des Anstellwinkels, wie ein Flügel, nur halt mit einem anderen Medium. Der Segel Plan und der Lateral Plan zusammen bewirken dann, dass das Boot gegen den Wind Segeln kann.

Gruß

Mario
@Hadmut: Ist WOB zu weit weg?


Hadmut
12.8.2015 13:14
Kommentarlink

@Mario:

> @Hadmut: Ist WOB zu weit weg?

Nein, überhaupt nicht (ich nehme an, WOB meint Wolfsburg, oder?). Ich bin nur gerade wieder unterwegs und deshalb etwas kommunikationsbehindert, weshalb eine Reaktionszeit auf Angebote schlecht verläuft. Ich bin noch bis ca. Di/Mi voll verplant. Danach hätte ich etwas Zeit.

Danke für das Angebot! 🙂


Klaus
12.8.2015 11:50
Kommentarlink

Also ich bring hier mal ein bischen Licht ins Dunkel:

Flugzeug rein aerodynamische Effekte.

Segelboot aerodynamische Effekte UND hydrodynamische Effekte.

Flugzeug fliegt weil:

A Tragflächenprofil gewölbt, “oben” Unterdruck, unten leichter Überdruck. Flugzeug wird nach oben gehoben. Das allein würde aber nicht ausreichen (bzw. nur bei sehr hohen Geschwindigkeiten, z.B. Black Bird).

B Die Tragflächen (bzw. das Tragflächenprofil z.B. Landeklappen) wird steil gegen den Luftstrom gestellt, der Fahrtwind drückt das Flugzeug nach oben. Nachteil sehr hoher Energiebedarf, Luftabriß eher möglich als bei A.

Rückenflug geht nur mit B., falls die Tragfläche ein normales Profil hat, muss es halt steiler in den Fahrtwind gestellt werden als ein Kunstflugflugzeug mit annähernd symetrischen Profil.

Beim Langsamflug, wo A zu gering ist, werden die Landeklappen ausgefahren um den Flügel steil in den Fahrtwind zu stellen.

Das kann ganz gut beim Fieseler Storch gesehen werden wie der steil im Wind steht (fast wie ein Drache 🙂 )

Zum Segelboot.

Widerstandsssegeln:
Wind kommt platt von hinten, treibt Boot vor sich her, kein Schwert notwendig, Wind kann Boot nicht abtreiben (weil er es vor sich hertreibt).

Vorteil, einfachstes Segeln, Nachteil, die Segelfläche muss die Luft vor sich erst mal verdrängen deshalb vSegel imme kleiner als vWind.

Jetzt wird schwierig.
Auftriebssegeln.

Die Segelfläche wird SCHRÄG! zum Wind gestellt. Jetzt vergleicht mal die Segelfläche zum Gewicht eines Segelbootes vs. Flugzeugtragfläche zum Gewicht eines Flugzeuges? Na?

Richtig, die beim Segelboot hat ein bessers qm zu kg Verhältnis.
Der Wind streicht schräg am Segel vorbei und erzeugt am Bauch Außen einen Druckabfall im Vergleich zu Bauchinnenseite. Dieser Druckunterschied würde OHNE Schwert das Boot ca. diagonal (von der Achse Bug- Heck) wegschieben.

Das Schwert ist dazu da, um per Wasserwiderstand das Boot am seitlichen Wegdriften zu verhindern. es hat NICHTS mit dem Vortrieb zu tun.

Das kann jeder ausprobieren der z.B. bei einem LASER das Schwert bei Halbwindkurs raufzieht. Der Laser fährt immer noch vorwärts, driftet jetzt aber stark ab. Schwert wieder raus und das Boot bleibt auf Kurs.

Vorteil des Auftreibssegelns:
Fahrt gegen den Wind möglich, Vmax größer vWind (ha da kuckt ihr, ist aber für jeden Kat Fahrer ein alter Hut).

Der Oracle Kat mit Hydrofoils fährt dreimal schneller als der wahre Wind, aber nicht VOR dem Wind. Na denkt mal drüber nach.

So und jetzt eine kleine Frage (sollte eigentlich der Hadmut sofort beantworten können).
Was unterscheidet eine Segelboot von einem Segelschiff?
Allgemein, was ist der Unterschied von einem Boot und einem Schiff?.

Servus


Hadmut
12.8.2015 13:22
Kommentarlink

> Was unterscheidet eine Segelboot von einem Segelschiff?
> Allgemein, was ist der Unterschied von einem Boot und einem Schiff?.

Oh, da habe ich schon viele (vermeintliche/echte) Unterscheidungen gehört, nur keine verbindliche. Boot ist offen, Schiff hat ein Deck. Anzahl der Masten/Takelage. Ins Schiffsregister eingetragen oder nicht. Länge. Oder kurz gesagt: Ich weiß es nicht.


Klaus
12.8.2015 14:09
Kommentarlink

Schiff hat immer einen ersten Offizier.

cu


Werner
12.8.2015 15:41
Kommentarlink

@ Mario Schmidt

> Das Schwert wirkt unter Wasser aufgrund des Anstellwinkels, wie ein Flügel, nur halt mit einem anderen Medium 🙂

Ich hab’ mal nach dem von mir beschriebenen Problem gesucht. Im Deutschen ist es schwer, im Englischen eher zu finden.

https://en.wikipedia.org/wiki/Bernoulli%27s_principle#Misunderstandings_about_the_generation_of_lift

http://www.gleitschirmdrachenforum.de/archive/index.php/t-20526.html

Am besten hier, kurz und präzise zusammgefaßt:
http://www.grc.nasa.gov/WWW/K-12/airplane/bernnew.html

Ganz interessant in Bezug auf das Segeln:
http://www.sailtheory.com/index.html

Meine Frage ist: Angenommen, der Auftrieb (oder beim Segeln: Vortrieb) wäre rein durch die Geschwindigkeitsdifferenz(!) zwischen Ober- und Unterseite der Luft-umströmten Fläche erzeugt, wie hoch müßte diese Differenz sein, um z.B. eine Flächenbelastung von ca. 500 kg/qm (Airbus, schnellsuche) auszugleichen?


Mario Schmidt
12.8.2015 16:30
Kommentarlink

@Hadmut: Sag einfach per PM Bescheid, dann kaspern wir was aus.


Mario Schmidt
12.8.2015 16:43
Kommentarlink

@Klaus:
Mal kurz gegoogelt:
http://www.fritz-segel.com/service/yacht0104_GegendenWind.shtml

Wäre sonst auch erstaunlich, wie mit dem bischen Schwert, welches mein Boot hat, so stark der Abtrieb aufgehalten würde.

Also das Schwert wirkt unter Wasser auch wie ein Flügel, genau wie das Segel mit dem Wind. Das Schwert muss immerhin fast den kompletten Staudruck des Segels über dem Wasser unter Wasser kompensieren. Der Rest ist die Abdrift.

Und Sorry, das mit dem Staudruck am Flugzeug ist IMHO auch nicht korrekt. Sobald man eine Tragfläche, was ein Brett sein kann, schräg in den Wind stellt, hat man einen Flügel. Auf der Vorderseite überdruck und auf der rückseite einen Unterdruck. Siehe Link.

Bin trotzdem kein Physiker, der das korrekt erklären kann, lasse mich aber gerne aufklären, wo das korrekt steht bzw. habe ich die Bücher zu dem Thema nur im Schrank stehen und noch nicht gelesen.

Gruß

Mario


Peter
12.8.2015 23:28
Kommentarlink

Also was die Flugphysik betrifft, so muss man sagen, dass der Anstellwinkel entscheidet. Verkehrsflugzeuge haben an den Tragflächen auch einen fixen Anstellwinkel. Die Tropfenform der Fläche ist der Reduktion des Widerstandes geschuldet und spart Sprit. (Ich habe es vor Jahren aufgegeben da z.b. bei Wikipedia gegen an zu reden, ich hatte es selbst in der Schule noch gelernt mit dem Flügelprofil usw. – es gibt auch Modelle in denen die Wirbel den Auftrieb verursachen, die Frage ist aber eher was ist Ursache und was ist Wirkung)
Das man ein Segel bauchig fährt findet auch nur bei Schwachwind statt, bei frischem vorderlichem Wind fährt man das auch wie ein Brett (dafür sind die ja auch teils gelattet).
Da das Boot sich in einem flüssigen Medium bewegt, ist wohl klar das es ohne Lateralplan auch einen Drift in Windrichtung gibt, der auch mit großer Fläche nur reduziert wird, solange diese nicht selbst einen Anstellwinkel hat, was dann das Ruder übernimmt.
Und natürlich kann ein Boot am Wind schneller Fahren als V-Wind. Windräder mit vertikaler Achse (Rotoren) drehen an den Flügelspitzen auch deutlich schneller als der anströmende Wind.
Die überstrichene Fläche nimmt ja zu, und damit der scheinbare Wind der auf jedes Rotorblatt wirkt.
Vereinfacht nimmt man für Windkraft-Rotoren sogar an, das sie wie eine Fläche des überstrichenen Kreises behandelt werden. Wirkungsgrad ist dabei irgendwo bei 30%. Sonst müsste man ja davon ausgehen, dass nur jedes Flügelblatt mit seiner Oberfläche dem Wind Widerstand bietet.
Formel ist hierbei 1/2 rho (Luft) * Cw (Widerstandbeiwert) * Fläche * Geschwindigkeit ^ 3
Cw ist dann wie gesagt 0,3 – damit kann man schon gut jedes Windkraftwerk halbwegs nähern.
Meine Yacht hat 30qm, wenn ich die mit halben Wind rechne bei sagen wir 5 Bft (reicht für Rumpfgeschwindigkeit) kommt das hier raus:
P / Cw = 1/2 * 1,25kg/m³ * 30 m² * 9m/s ^ 3
P wären 13,6 Kilowatt (Motor 10Ps mit Vollast hat ca. 6kW – reicht auch für Vmax)
Heisst wohl irgendwas bei Cw = 0,4 – kommt hin


Peter
12.8.2015 23:56
Kommentarlink

@ Mario Schmitz
Mal aus der zitierten Quelle:
Die Luft, die über die gewölbte Seite fließt hat einen längeren Weg
zurückzulegen als die, die über die ebene Seite strömt. Sie muss sich also beeilen – schneller strömen-, um gleichzeitig mit der Unterseite an der Profilhinterkante anzukommen.

Warum sollte die “Luft” denn “gleichzeitig” hinten wieder ankommen?
Das ist keine Erklärung 🙂 Das ist dem einzelnen Atom egal wohin es treibt. Ein Impulsstoß zur Richtungsänderung entnimmt Energie (da das Atom vorher vermeintlich unbewegt war und beschleunigt wurde, daher gibt es eine Gegenkraft) und genau dafür gibt es den Anstellwinkel, weshalb auch ein Drache prächtig fliegt, ganz ohne Profil 🙂


Werner
13.8.2015 18:17
Kommentarlink

Ah! Hier ist der entscheidende Satz:

> Die Bernoulli-Gleichung ist eine stark vereinfachte Form der Navier-Stokes-Gleichungen. Sie gilt entlang einer Trajektorie bei stationärer, inkompressibler und viskositätsfreier Strömung in einem Gebiet, das keine Wirbel enthält. Wegen dieser Einschränkungen ist die Bernoulli Gleichung nur sehr eingeschränkt zur Erklärung von Strömungen zur Auftriebsgewinnung geeignet:

– Insekten- und Vogelflug scheiden aus, weil die Umströmung der Flügel durch Flügelschlag nicht stationär ist.

– Verkehrs- und Militärflug scheiden aus, weil hier die Schallgeschwindigkeit erreicht oder überschritten wird. Die Kompressibilität ist somit zwingend zu berücksichtigen.

Beim klassischen Segel-, Motor und auch Modellflug sowie dem Segelflug der Vögel sind in der Umströmung der Flügel außerhalb der Grenzschicht die Bedingungen zur Anwendung der Bernoulli-Gleichung erfüllt. Sie gibt jedoch keine Aussage über Ursache und Wirkung, sondern beschreibt nur den Zusammenhang zwischen Druck- und Geschwindigkeitsfeld.

So gefunden in:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dynamischer_Auftrieb#Zu_Bernoulli

Das ist mein Argument. Diese Betrachtungen sind für die Berechnung unerläßlich, als Erklärung unbrauchbar bis irreführend.

Strömungsmaschinen wie Rotoren, Fluggeräte und Segelschiffe – ja, auch – Boote 🙂 arbeiten nach dem Impulserhaltungssatz: Ein Medium wird in eine Richtung beschleunigt, die Maschine in die andere.

So, jetzt habe ich mich als Newton-Fan geoutet… 🙂


Klaus
13.8.2015 19:48
Kommentarlink

@Au man ist doch nicht so schwer, kurz:

1. Fritz Segel.com ist streckenweise falsch.

2. Das mit dem gewölbten Profil stimmt , hab ich selbst im Luftkanal messen dürfen.

Zum Flugzeug:
Hier macht ihr den Fehler sich 2 überlagernde Effekte in einem Topf zu werfen.

A.
Flügelprofil.
Oben Bauchig, unten glatt, Auftriebskraft nach oben, läßt sich im Strömungskanal ohne Probleme nachweisen.

Die Auftriebskraft wird umso größer, je schneller die Luft den Flügel umströmt. Das geht solange gut bis die Strömung abreißt und verwirbelt.

B.
Stellung des Flügels zum Fahrtwind. Dies ist (besonders bei langsamen Geschwindigkeiten) der größere Effekt.
Dieser Anstellwinkeleffekt überwiegt bei weitem!!

@Peter1
Du schreibst Teilwahrheiten.
Richtig, Anstellwinkel entscheidet.
Falsch Tropfenform (http://www.flugrevue.de/jobs/weiterbildung-training-atpl/tragflaechenformen-im-vergleich/468889?skip=3#3)
Falsch Wirbel verusachen Auftrieb

Der Rest stimmt so.

@Peter2
>Warum sollte die “Luft” denn “gleichzeitig” hinten wieder ankommen?

Überleg doch mal. Wenn die obere Luft zu langsam wird um sich mit den Luftteilchen hinten wieder zu treffen würde es ein Druckgefälle geben, dass von hinten nach vorne wandert entgegen der Flugrichtung.

Unmöglich?

Nein, wenn die Strömung abreißt bilden sich Wirbel um diese Druckdifferenzen auszugleichen. Nachteil, der Flügel erzeugt weniger Auftrieb.
Ein solcher STALL kann durch zu hohe Geschwindigkeit FÜR! das Flügelprofil entstehen, oder durch zu starken Anstellwinkel.

>Das ist dem einzelnen Atom egal wohin es treibt
Ne wirklich nicht, das Atom treibt immer zur Energiesenke.

@Mario Schmidt
>Wäre sonst auch erstaunlich, wie mit dem bischen Schwert, welches >mein Boot hat, so stark der Abtrieb aufgehalten würde.

Ei Ei ei 🙂
Also Mario, Dir sagt Dichte etwas?
Steinigt mich jetzt bitte nicht wenn ich jetzt etwas daneben liege, aber ganz GROB:

Wasser hat ca. die 1000 fache Dichte der Luft (versuch mal mit nem Fahrrad unter Wasser 20km/h zu fahren ).

Ganz aber nur ganz grob (weil es noch ein paar andere Effekte gibt):

1 qm Schwertfläche verträgt soviel Querkraft wie 1000qm Segelfläche (hoffentlich liest das mein Segellehrer nicht 🙂 ).

Das Schwert wirkt normalerweise NICHT wie ein Flügel. Bei meinem Kat sind die Schwerter absolut symetrisch.
Flügel sind die Hydrofoils, ha da hab ich ja das beste Beispiel. Die haben aber das Boot AUS dem Wasser raus.

Schön erklärt ist das Prinzip der Tragfläche hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tragfl%C3%A4che

Aber seis drum ihr müßt es nicht glauben wie es ist. Habt Spaß beim Segeln und ich bleib dabei, ich erkläre jedem in 3h wies Segeln geht, aber ein guter Segler, vor allem auf Alpenseen zu werden ist eine Lebensaufgabe.

Immer eine handbreit Wasser unter Kiel 😉

Muss jetzt zum Grillen mein Kids warten schon,

cu


Spruance
13.8.2015 21:39
Kommentarlink

@Werner, @Peter, kann mich daran erinnern, daß ich bei der NASA damals eine Seite gefunden habe, die sich eine Weile bei dem Bernoulli-Effekt aufgehalten hat, dann aber sagte, daß es doch im wesentlichen der Anstellwinkel der Fläche sei, die wirklich für den Auftrieb zuständig sei. Das würde natürlich den Rückenflug erklären, der eben nicht unweigerlich am Boden endet. Leider kann ich diese Seite nicht mehr finden.
Nur ist es so, daß man das am-Wind-Segeln befriedigend nur mit dem Bernoulli-Effekt erklären kann, denn die erzielbaren Geschwindigkeiten sind tatsächlich höher als die vorherrschenden Windgeschwindigkeiten.
Der Kiel verhindert dabei nur, daß das Boot nach Lee getrieben wird und somit auf dem Gegenwindkurs (dem Holebug) Luv verliert und dank der Richtkraft des Kiels taktisch günstiger dasteht. Langkieler sind die Könige beim Kreuzen, aber wenig wendig.
Mir scheint das Theoriedefizit bei Tragflächen (vielleicht nur in der Populärliteratur, die bauen ja schließlich die dollsten Flugkörper), so ähnlich wie bei den Wetterkarten mit den Hoch- und Tiefdruckgebieten zu sein – es funktioniert irgendwie und den Rest erledigen die Computer.
Ich kann nur versichern – am Wind ist man schneller als der Wind!


Spruance
13.8.2015 21:45
Kommentarlink

@Peter “Warum sollte die “Luft” denn “gleichzeitig” hinten wieder ankommen?”

Exakt. Ich vermisse eine partikelorientierte Interpretation des Strömungprofils um eine Tragfläche. Die existiert natürlich in den Computern, mit denen neue Flächenprofile entwickelt werden. Die dort gewonnenen Erkenntnisse haben nur leider nie den Weg zurück in die Schulbücher gefunden.


Werner
14.8.2015 11:07
Kommentarlink

Ganz einfach, weil’s einen Riesenspaß macht:

Die andere Kategorie von Strömungsmaschinen, nämlich Turbinen und Verdichter, arbeitet genauso, nur eben umgekehrt: Die Maschine wird in eine Richtung beschleunigt, das Medium dadurch in eine Andere. Bei einem Flugzeugtriebwerk sind nun beide vereint: der Verdichter beschleunigt das Medium, in der Turbine hinter der Brennkammer beschleunigt das Medium dann wieder die Maschine.

Wer sich so ein Teil nicht in Natura mal hat bewundern können (aufgeschnittenes Tornado-Triebwerk oder so) – hier ist eine wirklich schöne technische Bildersammlung:

http://public.beuth-hochschule.de/~wseifert/lmr/thermo/BilderThermo/Gasturbinen/

Darunter:

http://public.beuth-hochschule.de/~wseifert/lmr/thermo/BilderThermo/Gasturbinen/Schaufeln.jpg

Was fällt auf? a) Die Schaufeln von Verdichter und Turbinen ähneln sich bis zu verwechseln b) Sie ähneln prinzipiell Tragflächen – oder Segelprofilen c) Sie sind so dicht gepackt, daß sie einander beeinflussen – der Bernoulli- Effekt also voll zum tragen kommt.

Woher kenne wir das in Groß? Richtige, beim Doppel – oder Tridecker – oder auch beim Segelschiff, wo ja oft auch eine ganze Batterie von Segeln gestaffelt vorhanden sind. Seht sie euch an:

https://www.google.de/search?q=segelschiff&tbm=isch

Eine frappante Ähnlichkeit, oder etwa nicht?

Und nun nur mal so als Laie: Wann wurde dieser Düsen- Bernoulli- oder Verturi- Effekt, als Unterdruck über den vielen einzelnen Schaufeln, schon mal zur Erklärung der Funktion einer Gasturbine herangezogen? Wahrscheinlich nie, weil nämlich die Berechnung, wie der Unterdruck auf der Oberseite von einer Schaufel mit dem Überdruck auf der Unterseite der Schaufel davor interagiert, doch arg diffizil ist und unter die Kategorie “Betriebsgeheimnis, hinter dem die anderen her sind” fällt. Und wenn die sich nun halbwegs aufheben, bleibt die Turbine dann stehen? Mitnichten. Wahrscheinlich läuft sie dann erst richtig.

Zurück nun also zum Mehrfachdecker und dem Schiff, mit acht Segeln… (aus der Dreigroschenoper).

So, das waren jetzt meine zwei Cents zu dem Thema.

Newton forever 🙂


Werner
14.8.2015 11:49
Kommentarlink

Noch @ Mario Schmidt: Hier hat einer mal zu dem Thema rumexperimetiert:

“Air does not arrive at the same time at the end of the sail.

As I was once smoking a cigarette at the foredeck in light weather I noticed that the smoke moving to leeward and the smoke moving to windward were not reaching the trailing edge of the sail at the same time.”

http://www.sailtheory.com/wrongtheory.html

– Sie ist sogar schneller auf der Oberseite, was die Wirbelschleppe verursacht. Aber das ist eben eher eine Folge, denn eine Ursache der Auftriebsdynamik.

🙂


jck
14.8.2015 14:59
Kommentarlink

> Allgemein, was ist der Unterschied von einem Boot und einem Schiff?

Ich kenne da die Regel, dass ein Boot dann ein Schiff wird, wenn es nicht mehr auf einem größeren Schiff transportiert werden kann.

Ich halte die allerdings nicht mehr für zeitgemäß, da man so einen Flugzeugträger durchaus auf einen Valemax-Frachter packen kann.


Peter
15.8.2015 1:44
Kommentarlink

@Spruance
Ich bin ganz Deiner Meinung.
Ich weiß auch nicht wieso z.b. ein Reply kommt mit “Das Atom bewegt sich immer zur Energiesenke”, denn das tut es nicht, es verbleibt nur eventuell dort, weil es weniger angestoßen wird.
Ich glaube ja, das ist auch ein Problem der Sprache. Überhaupt ein Atom als Subjekt in einem Satz zu erwähnen, suggeriert wohl offenbar zu viele Eigenschaften einer Person obwohl es evtl. eher umgekehrt aussieht, was den freien Willen betrifft. 🙂 Peace out.


Klaus
15.8.2015 20:13
Kommentarlink

@Peter
>Ich weiß auch nicht wieso z.b. ein Reply kommt mit “Das Atom bewegt sich immer zur Energiesenke”, denn das tut es nicht, es verbleibt nur eventuell dort, weil es weniger angestoßen wird.

Must halt auch den Vorpost lesen, auf den sich mein Post bezieht.
Von Senken und Quellen hast Du nicht wirklich Ahnung?

Alles in diesem Universum bewegt sich von einem höheren Energiezustand zu einem niedrigeren. Völlig unabhängig ob es Atome, oder thermodynamische Maschinen sind. Sie die ersten drei Hauptsätze der Thermodynamik.

@Alle
Also das mit der Tragfläche funktioniert genau so wie ich geschrieben habe.

Mein kleiner Sohn hat heute so lange rumgebenzt, bis ich ihm einen Bumerang gebaut habe. Die klassische Form, gleichseitiges rechtwinkliges Dreieck.

Zwei “gegenläufige” Tragflächen.

Wir der Bumerang exakt waagerecht geworfen, beschreibt er Anfangs eine Kurve senkrecht zur Erde um dann (vom Gegenwind) abzukippen. (Rechtshändiger Bumerang, Linkskurve).

Wird er mit Anstellwinkel (zum Gegenwind) geworfen, überwiegt der Anstellwinkeleffekt, der Bumerang macht dann eine “saubere” Linkskurve.

Und wie geschrieben, beim Flugzeug überlagern sich beide Effekte.

cu


Peter
16.8.2015 9:39
Kommentarlink

>Von Senken und Quellen hast Du nicht wirklich Ahnung?
Nana, nur weil es ein mathematisches Modell gibt in denen sowas vorkommt, weil es statistisch im Gesamten hin haut, heißt das noch nicht, dass ein Atom wirklich etwas anderes macht als Impulsstöße gegen andere Atome (in dem Fall der Strömung und des Gasdrucks jetzt). Da wird kein “Luft”-Teilchen auf die ominöse Idee kommen sich mal fluchs Richtung Druck-“Senke” auf den Weg zu machen. Darum ging es eigentlich.

Und ein tropfenförmiges Profil “ohne” Anstellwinkel erzeugt garantiert keinen Auftrieb, denn oben bildet sich über der Wölbung eher ein “Staudruck” als umgekehrt.
Diese Flügelprofile dienen doch der optimierten Strömung eben _mit_ Anstellwinkel. Dieser ist demnach wohl eher hauptursächlich für den gewünschten Auftrieb. Luft muß nach unten beschleunigt werden damit es eine Kraft nach oben gibt, kann man auch gut an einem Helikopter beobachten.


CountZero
17.8.2015 10:17
Kommentarlink

@Klaus:
> Alles in diesem Universum bewegt sich von einem höheren Energiezustand zu einem niedrigeren.

?? Hast Du evtl. ‘Energie’ und ‘Entropie’ verwechselt?


yasar
8.10.2015 14:19
Kommentarlink

Hier eine Erkärung, wie das mit dem “schneller als der Wind” funktioniert:

http://download.daserste.de/videoportal/Film/c_540000/543818/format640456.mp4

Es ist eine einfache Vektoraddition. 🙂