Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Zahnärzte fordern Männerquote

Hadmut
23.7.2015 21:45

Das auch noch.

Der Landesverband Niedersachsen im Freien Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) fordert die Einführung einer Männerquote bei der Vergabe von Studienplätzen im Fach Zahnheilkunde.

„Durch die Art der Vergabe von Studienplätzen gibt es mittlerweile Studienjahrgänge mit 100 Prozent Frauenanteil“, heißt es zur Begründung des Antrages. Mit 19 Ja- bei 13-Nein-Stimmen und neun Enthaltungen wurde der Antrag bei der Landesversammlung des FVDZ Niedersachsen am Wochenende in Bomlitz angenommen. Tatsächlich studieren an deutschen Universitäten weitaus mehr junge Frauen als Männer Zahnmedizin. Der Grund: Die Abitur-Durchschnittsnoten der Frauen sind einfach besser als die der Männer. Und da es bei der Vergabe der Studienplätze in erster Linie um diese Durchschnittsnote geht, sind junge Abiturientinnen bei der Studienplatzvergabe erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen.

Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch junge Männer Zahnmedizin studieren, nur eben nicht unbedingt in Deutschland. „Ungarn und Rumänien sind recht beliebte Studienländer“, weiß Dr. Ulrich Keck, Pressesprecher des FVDZ-Landesverbandes. „Dort sind viele deutsche männliche Studenten im Fach Zahnmedizin immatrikuliert.“

Die Feminisierung der Schulen schlägt auf die Berufsfreiheit durch.

(Danke für den Hinweis.)

49 Kommentare (RSS-Feed)

prx
23.7.2015 21:50
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Ich plädiere für eine strikte Männerquote bei den Zahnarzthelfern.


Manfred P.
23.7.2015 21:56
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Gottseidank ist mein äußerst fähiger Zahnarzt noch ein Mann.

Aber es stimmt: Bei uns hier haben die neueren Medizin- und Zahnmedizinstudiengänge 80% und mehr Frauenanteil.

Aber es ist schon bitter, jetzt mit Männerquoten kommen zu wollen.


Teardown
23.7.2015 22:04
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Das Problem ist ja nicht, dass Männer kaum noch Zahnärzte werden, sondern das die Damen sich weit überwiegend in Teilzeit verdingen und von der Niederlassung als Zahnarzt absehen.

Dadurch wird die zahnmedizische Versorgung gefährdet, obwohl es noch nie so viele Zahnärzte in Deutschland gab wie heute.

Nicht die Benachteiligung von Männern ist ausschlaggebend, sondern das männliche leistungsbereitschaft fehlt. Durch frauen wird das ganze System ineffizienter. Wir sehen das überall….

Man muss endlich anfangen frauen nicht mehr zu fördern, sondern zu fordern.


Hadmut
23.7.2015 22:18
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@Teardown:

Komisch, dasselbe hatten wir doch neulich zu Tierärzte.


Herbert
23.7.2015 22:22
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bezeichnend, wie sie unbedingt erwähnen müssen, dass Frauen bessere Abiturnoten haben, und das dann als Endargument stehen lassen.

Wenn man irgendwo aufzeigt, dass Frauen in etwas schlechter sind, kommt sofort “ja, aber das liegt an [x]”
und für x kann man dann nach Belieben einsetzen Patriarchie, böse Männer, internalisierte Misogynie etc pp
Und eigentlich immer ist es vorgeschobene Rhethorik.

Besonders in diesem Fall wäre es aber genau wichtig aufzuzeigen, warum das so ist. Es sollte wohl bekannt sein, dass es mehr überdurchschnittlich begabte Männer als überdurchschnittlich begabte Frauen gibt (dh mehr als eine Standardabweichung über dem Median), die Glockenkurve der IQ-Verteilung für Männer ist “flacher” als die der Frauen (hier liegt übrigens auch der Grund für den Paygap 😉 ). Dass dann aber trotzdem Frauen bessere Noten bekommen, sollte einem als PROBLEM ins Auge springen.


Teardown
23.7.2015 22:43
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Ja Hadmut, und Anke Domscheidt-Berg fordert die Unternehmen auf Kurse für ihre Führungsfrauen anzubieten, in denen sie “Risikobereitschaft” lernen. Risikobereitschaft! Für Führungskräfte von DAX Konzernen!

Es wird immer deutlicher, dass viele Frauen zwar gerne in die superguten Berufsgruppen hereinstudieren, dann aber nicht den gleichen Biss und Motivation reinbringen, eben weil sie andere Schwerpunkte haben und der wichtigste ist tata: Familie.

Da will man nicht eine Zahnarztpraxis aufmachen und 55 Stunden in der Woche arbeiten, ist doch klar! Mit frauen läuft das ganze System ineffizienter und wird teuer. Von wegen frauen sind Männern gleich. Das wird uns in allen Bereichen, die zentral für unseren stast sind: Ärzte, Management, Rechtspflege, Verteidigung ect. überall knirscht es.

Der Vorschlag heute von arbeitgebern die 5*8 Regelung zu lockern wundert mich nicht. Frauen im Dienstplan sind ein Risiko….punktell müssen jetzt andere zehn und mehr Stunden in der Woche ran können….

Ich bin sehr gespannt wie sich das entwickelt. Wir müssen von frauen fordern und sie nicht fördern. Wer studiert muss Gas geben und zurückzahlen. Aber mit der sacharbeitereinstellung wird das nichts.


Gedöns
23.7.2015 23:08
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@Teardown
„Da will man nicht eine Zahnarztpraxis aufmachen und 55 Stunden in der Woche arbeiten, ist doch klar!“//
Eine studierte Zahnärztin könnte sogar auch mehrere Zahnarztpraxen aufmachen und dann nur noch bei komplizierten Fällen von (Privat)patienten selber zur Tat schreiten. Ich meine, es dürfte mehr und mehr Männer geben, die sich gern quasi hauptberuflich um drei Kinder kümmern würden und auf die eigene Kariere verzichten würden (z.B. männliche Informatiker mit sowieso gläserner Quoten-Decke?). Aber das Problem ist wohl ein ganz anderes …


Daniel Frey
23.7.2015 23:17
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och, ich bin der Ansicht dass Frauen als Zahnärztinnen “besser” sind als Männer.
Wie hier und anderswo ja nun desöfteren festgestellt wurde leben Frauen eher auf einer Gefühlsebene, Männer sind eher rational. Sie können sich besser in den Patienten und dessen Schmerzen hineinversetzen.
Ich hab ne Zahnärztin.
“Herr Frey, möchten Sie eine Spritze vor dem Bohren?” hab ich zuletzt vor 10 Jahren gehört und verneint. Seitdem geht das ohne.
Kürzlich meinte sie “Tut das nicht weh, sie zucken gar nicht?”(Mitgefühl) Antwort: “Doff aber fucken ändert niffts” (mit Wattebausch im Mund) (Rational: “Herr, lass es bitte vorbei sein”)

Ich halte somit Zahnarzt für einen typischen und geeignten Frauenberuf.

Und nein, einer Urologin bin ich nicht begegnet und an meinen…ach egal, DA hat meine Frau das letzte Wort 😉


Dirk S
23.7.2015 23:45
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@ Hadmut, @ Teardown

Das kommt auf uns überall im medizinischen Bereich zu, weil dort eben nur die Abi-Note zählt und nicht die Leistungsbereitschaft bzw. die erbrachte Leistung. Wer sein Abi mit Politik, Kunst und Englisch besteht, hat definitiv weniger Leistung erbracht als jemand, der sein Abi mit Chemie, Biologie und Mathe abgelegt hat. Da sollte man auch die Abi-Fächer beachten, was wohl an unseren “alles ist gleich”-Einebner scheitern dürfte.

Aber vielleicht sollte man wirklich über Studiengebühren nachdenken, gestaffelt nach dem “Return of Invest”, den die Absoventen dem Staat (eigentlich der finanzierenden Gesellschaft) einbringen. Warum soll die Krankenschwester der Zahnärztin das teure Studium (mit-)finanzieren, wenn die Dame Dentistin im Anschluss nur so wenig arbeitet, dass es am Ende ein Verlustgeschäft wird? Ist doch auch irgendwie ungerecht.
Über gestaffelte Sudiengebühren würde sich das früher oder später wieder einpendeln. Wer einen teuren Studiengang wählt, kann sich das entweder leisten (und fällt später nicht der Allgemeinheit zur Last) oder bringt in Studium und Beruf entsprechende Leistung (damit sich die eigene Finanzierung lohnt). So würde es auch ohne Quote gehen, schon allein, weil Quoten völliger Quatsch sind.

Gebührenfreie Grüße,

Euer Dirk


Gast$FF
23.7.2015 23:48
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>> …Studienjahrgänge mit 100 Prozent Frauenanteil

Ja, sapperlot… das sollte die Bosse von Porsche, Rolex und dem Yacht Magazin interessieren!


Cpt.Chilli
23.7.2015 23:52
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In den letzten Jahren haben sich in meiner Gegend drei Zahnärztinnen niedergelassen. Einmal wurde die Praxis über eine Erbschaft finanziert, in den beiden anderen Fällen zahlte Papi. Die Papis und der Gatte decken auch die Defizite bei den laufenden Kosten. Denn, man höre und staune, die “Damen” arbeiten in ihren Unternehmungen nur Teilzeit. Man kennt das ja: work-life-balance und so.

Die Praxen strotzen vor Hightech, eine hat vier(!) Behandlungseinheiten, alle sind voll klimatisiert. Eine ist Perserin, furchtbar hitzeempfindlich und zartbesaitet. Sie hat sich gleich einen ganzen Praxisbungalow mit drei riesigen Klimaanlagen, die außerhalb des Hauses frei aufgestellt sind, bauen lassen. Papi hat’s ja.

Die umliegenden Kollegen sind mittlerweile stinkesauer, weil diese Hobbypraxen die statistischen Aufgreifkriterien der KZV total versauen. Das heißt, die Kollegen dürfen die Arbeit machen, deren Kosten finanzieren, sich von der KZV deckeln lassen und kriegen auch Regresse angedroht. Die finden das richtig lustig.

Mein bester Kumpel ist Tierarzt; dem geht es nicht anders, auch wenn die Abrechnung anders gelagert ist. Für mein Fach sind die Aussichten mehr als trübe, kompetente Operateure zu finden, ist schwieriger, als einen Sechser im Lotto zustande zu bringen.

Soviel zu den besten Weibern aller Zeiten. Übrigens ist das Entsprechungspaar Mann – Weib; spricht man von Frauen, hat man auch von Herren zu sprechen. Nur mal als kleine Anmerkung.


Rechnungsprüfer
24.7.2015 7:23
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solche Quotenforderungen wird es bald auch für andere Arztbereiche geben.
Bei uns sind neu eingestellte Ärzte in der Mehrzahl weiblich. Gefühlt würde ich sagen sind es über 3/4 Frauen.
Einzige Ausnahme ist der neurologische Bereich, da sind hin und wieder Männer dabei, könnte fast 50% sein.

Da kann natürlich in einem anderen Krankenhaus anders aus sehen, aber tendenziell werden es immer weniger Männer, was ich die letzten Jahre beobachten konnte.


camper
24.7.2015 8:19
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Oho, ist das nun für gestandenen Zahnärzte ein Lob oder eine Abwertung Ihrer Tätigkeit, wenn jetzt nur noch Frauen Zahnärzte werden?
Warum stürmen diese guten Abiturnotenschreiber nicht Studienplätze wie Maschienenbau, Elektrotechnik, Informatik?????


Ich häkle mit Zahnseide Topflappen
24.7.2015 8:43
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Tja dann müssten “junge Männer” eben weniger am Rechner Zeit verblödeln und mehr für die Schule tun, dann klappts auch mit der guten Abinote und dem Studienplatz.
Vielleicht wollen ‘junge Männer’ auch nicht mehr Zahnarzt werden. Finde ich auch wenig spannend ein ganzes Leben lang im anderer Leute Mäuler zu schauen und dort herumzustochern, auch wenn es gut bezahlt wird.


OwenBurnett
24.7.2015 9:23
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@Dirk S
Ich finde Studiengebühren sind grundsätzlich abzulehnen, das verringert nur die Durchlässigkeit der Gesellschaft und das ist sehr schlecht.
Jeder Sollte die Möglichkeit haben ein Studium zu wählen unabhängig von seinen eigenen finanziellen Möglichkeiten.

Wen du Leute ohne Rücklagen die studieren wollen erst mal ein eine Art Schuldknechtschaft nach USA Vorbild installieren willst ist das wirklich beschissen!

Wir wollen doch in einer solidarischen Gesellschaft leben, oder?
Ich meine wen nicht dann können wir den Staat gleich abschaffen und so wie ami Land nur noch nach dem recht der knarre leben.

Owen


der eine Andreas
24.7.2015 9:36
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Bei den Össis ging der 2012 “genderoptimierte” Test an der Uni Wien schon durch, um die bei den vorherigen Test schlechter abschneidenden Frauen ins Studium zu bringen:
http://www.zeit.de/studium/hochschule/2012-11/meduni-wien-frauenvorteil-zulassungsverfahren
http://www.wien-heute.at/p-64051.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Eignungstest_f%C3%BCr_das_Medizinstudium_in_%C3%96sterreich

man ruderte 2013 wieder zurück auf gleiche Bewertung – und Bingo!
http://www.studium.at/267051-medizin-aufnahmetests-2013-frauen-haben-auch-heuer-schlechter-abgeschnitten

2014:
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/3850422/Medizintest_Mehr-Frauen-als-Maenner-aufgenommen

Die Ergebnisse für 2015 liegen Mitte August vor.


zqu74
24.7.2015 10:37
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Das, weshalb der hohe Frauenanteil so ein großes Problem darstellt, wird hier ja noch nicht einmal genannt.

So steht in der Ärztezeitung nämlich noch Folgendes:

Frauen würden sich größtenteils nicht selbständig machen und auch keine Einzelpraxis übernehmen, da sie wohl das Risiko scheuen. Frauen würden trotz ihrer Ausbildung weiterhin Kinder haben wollen und größtenteils nur Angestelltenjobs, häufig auf Teilzeit, anstreben. Nach der Kinderpause würden zudem angeblich nur noch 30-35% der Frauen als Zahnärztinnen zurück kommen.

In der Ärztezeitung wird daher kritisiert, dass Frauen erst alle Studienplätze besetzen, dann aber nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten würden.

Folge sei, dass es nicht mehr genug Zahnarztpraxen gäbe, um die Versorgung der Allgemeinheit ausreichend zu gewährleisten (“Zahnärztemangel”).

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/890459/zahnmedizin-maenner-verzweifelt-gesucht.html


yasar
24.7.2015 10:42
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Vielleicht soltel man einafch dazu übergehen, nicht mehr das einzelne Abiturnote als Kriterium für die Zulassung zu nehmen, sondern die Noten in den einzelnen Fächern Studienfachspezifisch zu bewerten. z.B. nur Biologie, Mathematik, Chemie als Noten für den Zugang zur Medizin heranziehen. Danmn würden die 1-er Abituren mit Häkelkurs und Kunstgeschihte schnell wertlos werden.

PS: Das wird übrigens in den Berufsakademien (alias Duale Hochschulen) und entsprechenden Firmen heutzutage so gewertet. Da braucht man sich dann nicht in Maschinenbau zu bewerben, wenn man nicht zumindest in den Naturwissenschaften vorzeigbare Noten hat.


Schwärmgeist
24.7.2015 10:47
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Ist natürlich mal wieder nicht statistisch, hier nur eine Anekdote: Mir hat mal in Lüneburg eine Zahnärztin auf einem offenen Nerv rumgebohrt, ich bin bald durch die Decke gegangen und hätte mir fast den Bohrer ins Auge gehäkelt. Nee, ich vertraue Männern auch grundsätzlich eher. Ich habe einen sehr feinen Zahnarzt, der mir noch nie wehgetan hat. Wirklich, dieser Mann hat mir die Angst vor Zahnärzten genommen, denn das war ja immer mein Trauma.


tuka
24.7.2015 11:17
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@Daniel Frey “Sie können sich besser in den Patienten und dessen Schmerzen hineinversetzen.”

Das wird zwar immer wieder gesagt, hat aber den gleichen Stellenwert wie “Frauen können alles genauso gut wie …”

Nach meinen Beobachtungen sind Frauen lediglich gut daran ihren eigenen Körper zu beobachten und dann zu meckern, dass jemand sich darum kümmert. Für einen Außenstehenden mag das aussehen wie “kann sich gut hineinversetzen”, aber eigentlich sagt Frau “der Typ nervt MICH, ich gebe ihm deshalb jetzt ne Spritze”.

Bezüglich Frau und Zahnarzt: Ich glaube das es Jobs gibt, für die Frauen besonders gut geeignet sind. Zahnarzt könnte dazu gehören. Nicht wegen der kleinen Hände, sondern weil Frau die Fähigkeit hat mit großer Geduld und Freude die immer gleichen Arbeiten auszuführen. Buchhaltung, Küche aufräumen, Karies ausbohren.


Rechnungsprüfer
24.7.2015 11:20
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Hadmut
24.7.2015 17:38
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> @Hadmut kennst du dieses Buch von Susanne Baer schon?

Ja.

Grausames substanzarmes bis substanzloses Geschwätz.


tuka
24.7.2015 11:31
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@camper: “Lob oder eine Abwertung Ihrer Tätigkeit, wenn jetzt nur noch Frauen Zahnärzte werden”

Ist vermutlich eine Abwertung. Es gibt eine direkte, negative Korrelation zwischen Frauenanteil und Professionalismus in einem Job. Mit steigendem Frauenanteil steigen die Kosten für das Unternehmen (höherer Krankheitsstand, Sonderwünsche), sinkt die Arbeitsleistung, dass durchschnittliche Gehalt (auch für Männer) und die fachliche Expertise aufgrund fehlender Bereitschaft zur Weiterbildung neben der Arbeitszeit.

Ich kenne jemand aus einem Krankenhaus hier in der Gegend, die versuchen nur noch Männer einzustellen. Aus genau den von mir genannten Gründen (abgesehen vom Gehalt, das wird vom Tarifvertrag vorgegeben). Dabei gibt es relativ harmlose Sachen wie der Schichtplan im Krankenhaus. Für Männer ist es kein Thema Nachtschichten zu machen oder zu exotischen Zeiten (Weihnachten, Silvester) arbeiten zu gehen. Ist halt der Job. Bei Frauen ist sowas eine Quelle endloser Diskussionen und “plötzlicher” Erkrankungen, die in Wahrheit durch das Krankenhaus bei der Arbeisplanung aus Erfahrung fest eingeplant werden. Weitere Gründe sind die wesentlich höhere physische und psychische Belastbarkeit von Männern.


Tacheles
24.7.2015 11:33
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@Daniel Frey:

> “och, ich bin der Ansicht dass Frauen als Zahnärztinnen “besser”
> sind als Männer. Wie hier und anderswo ja nun desöfteren
> festgestellt wurde leben Frauen eher auf einer Gefühlsebene, Männer
> sind eher rational. Sie können sich besser in den Patienten und
> dessen Schmerzen hineinversetzen.”

Das erzählen sie mal meinem früheren Zahnarzt, der mit seiner Frau eine Gemeinschaftspraxis betrieb. Seine Aussage: “Ich würde nie zu meiner Frau — oder überhaupt einer Zahnärztin. Die haben alle diesen ‘das kann doch noch gar nicht wehtun, stellen Sie Sich nicht so an’-Schlag.”

> “Herr Frey, möchten Sie eine Spritze vor dem Bohren?” hab ich
> zuletzt vor 10 Jahren gehört und verneint.

Mein jetziger Zahnarzt fragt das so ziemlich vor jeder Behandlung, die nur ansatzweise unangenehm sein könnte (wie etwa die PZR, wenn man — wie ich — partiell freiliegende Zahnhälse hat). Zitat: “Ich bin selbst total schmerzempfindlich.”

Bei der PZR hatten mich mittlerweile so ziemlich alle seiner (rein weiblichen) Angestellten in Behandlung. Da gab es alle Schattierungen von sehr vorsichtig und mitfühlend bis rabiat.

Was lernen wir daraus? Der Genderquatsch ist — wie überall — auch hier fehl am Platze, es kommt immer auf die Einstellung der jeweiligen Person an. Die “das kann doch noch gar nicht weh tun”-Fraktion gibt es auf beiden Seiten, auch Sadismus ist nicht geschlechtsspezifisch, ebensowenig das Mitfühlen und Mitleiden.

Immer daran denken: Gerade die ach so mitfühlende Frau kokettiert insgeheim gerne mit ihrer Stärke, weil sie ja monatlich blutet, neun Monate ein Kind austrägt und dann etwas von der Größe einer Wassermelone durch eine hierfür unterdimensionierte Körperöffnung presst. Das soll ihr der Mann erst mal nachmachen, der stirbt schließlich bereits an einem einfachen Schnupfen — oder verhält sich zumindest so.

Klischees sind keine Wissenschaft.


zqu74
24.7.2015 11:36
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Interessant sind auch die Kommentare in der Ärztezeitung:

Auch in der Veterinärmedizin scheint es ähnliche Probleme zu geben. So sollen nach dem Kommentar (wohl gefühlt) 90% Frauen in der Veterinärmedizin sein. Problem ist nur, dass die Frauen den Nutztieren nicht in den Arsch greifen, um z.B. die Geburtenhilfe vorzunehmen oder erforderlichen Untersuchungen durchzuführen.

Auch sind kaum Frauen bereit, rund um die Uhr jederzeit für den Landwirt in Bereitschaft zu sein und im Notfall auch mitten in der Nacht raus zu müssen.

Insbesondere auf dem Land würden daher die notwendigen Tierärzte für Nutztiere knapp werden.

http://www.wgvdl.com/forum2/board_entry.php?id=54070

Kurz: Immer dann, wenn es dreckig, anstrengend, schwierig, riskant, … wird, wollen Frauen die Arbeit nicht erledigen.

Und meine Vermutung: Da Tierärzte für Nutztiere sehr knapp sind, weil Frauen zu dieser Tätigkeit schlicht nicht bereit sind und es kaum noch Männer in diesem Studiengang gibt, verdienen die männlichen Tierärzte (für Nutztiere) wahrscheinlich erheblich mehr als Tierärzte für kleine niedliche Haustiere, wo sich die ganzen Frauen tummeln. Und da aus der Sicht einer Frau dieses als gleichwertige Arbeit anzusehen sei, schließlich sind ja alles Tierärzte, wäre das wieder eine Bestätigung für das unterdrückende Patriarch, weil der männliche Tierarzt (für Nutztiere) deutlich mehr verdient als die weibliche Tierärztin (für Haustiere).


tuka
24.7.2015 11:45
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@Ich häkle mit Zahnseide Topflappen “dann müssten “junge Männer” eben weniger am Rechner Zeit verblödeln”

1. Es gibt eine seit über einem Jahrzehnt beobachtete, beschriebene, dokumentierte, sauber untersuchte, bewiesene, systematische Benachteiligung von Jungen in der Schule. Nur als Einstieg verweise ich auf (1). Es gibt vergleichbare Untersuchungen auch aus den USA und anderen westlichen Industriestaaten.

2. Die PISA-Studien haben nachgewiesen, dass in allen Staaten auf der Erde Jungs die besseren Leistungen haben… aber schlechtere Noten bekommen. Nur zum Einstieg: (2)

3. Das ganze ist auch kein Zufall, sondern politisch gewollt. Die Emma hat vor 20 Jahren geschrieben “Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter mal leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen”

4. Medizinertest der Uni Wien “Junge Männer haben schlechtere Noten, aber bessere Leistungen und sind intelligenter”.

(1) http://sciencefiles.org/?s=jungen
(2) http://www.spiegel.de/forum/schulspiegel/pisa-ergebnisse-jungs-sind-besser-als-maedchen-thread-122603-20.html
(3) http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/medizinstudium-in-wien-frauen-bei-aufnahmepruefung-bevorzugt-a-848316.html


Frieder
24.7.2015 11:59
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Owen,
ich dachte lange genauso wie Du, aber Bildungsökonomen sind sich darin völlig einig, dass die Studienplätze zum grössten Teil aus den Steuern der Unterklassen bezahlt werden, und die Akademiker verdienen dann auch noch Jahrzehnte lang besser und haben grösseres Ansehen;
Studiengebühren (oder Kredite nach amerikanischem Muster, oder nur rückzahlbares BAFöG) würden nicht nur dafür sorgen, dass Akademiker ihren besseren Beruf selber finanzieren, sondern auch dafür, das Leute (viele Frauen) wegen der schlechten Jobaussichten keine nutzlosen Orchideenfächer mehr studierten, die auch enorm viel kosten – in Deutschland sollen ca 3 Mio Menschen mit akademischem Abschluss leben, die überhaupt nicht/ nicht in dem studierten Beruf arbeiten.
Grüsse an alle.
Frieder


peter
24.7.2015 12:15
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Gerade bei dem Thema hat meine Meinung auch noch eine Erfahrungskomponente: ” Sie können sich besser in den Patienten und dessen Schmerzen hineinversetzen.” … am Arsch.
Als ich wegen meines Studiums nicht mehr von meinem “betreut-die-ganze-Familie”-Zahnarzt behandelt werden konnte, war ich bei einer Zahnärtztin. Das Drama in Steno: Plombe beim Essen rausgefallen – Ärtztin neue Füllung gemacht – Schmerzen bekommen – Nerven entzündet – Wurzelbehandlung am Backenzahn (der hat 3!) Dankeschööön – Wurzelkanäle wurden mit Kunststoffstäbchen verschlossen, die sie mit dem Feuerzeug (kein Witz, keine Lüge) angeschmolzen hat – eitrige Zahnbettentzüdung. Bis hier hin Fr. Dr., ab dann hat der Kieferchirurg übernommen. Alter Profi von der Uni-Klinik. Hat den Pfusch von Fr. Dr. mit 2 OPs korrigiert.
Ja ich weiß, Einzelfall blabla … nicht verallgemeinern blabla … geschenkt. Es gibt Dinge, da lass ich keine Frau mehr ran. Dazu gehören u.a. meine Zähne, mein Auto, meine Heizung. Als Ausgleich überlasse ich bestimmte Tätigkeitsfelder exklusiv Frauen.


Schwärmgeist
24.7.2015 13:23
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Warum kaufen sich Frauen Schuhe, und warum können sie nicht rückwärts einparken? Ich bin übrigens auch ein Mann mit Schuhtick, ich liebe gute Schuhe, ich wurde deshalb schon Meg Ryan genannt, ich bin doch deshalb nicht beleidigt. Ist aber irgendwie wirklich so. Meine Schwester braucht eine Parklücke von 30 Metern, die parkt grundsätzlich nur vorwärts ein, und ich kann im besoffenen Schädel einen Kanu-Anhänger links um die Kurve rückwärts ohne Karambolage in die Garage einfädeln. Warum hassen wir uns so? Vielleicht ist ja doch manchmal an diesen blöden Vorurteilen etwas dran. Nur weil wir unterschiedlich sind, müssen wir uns doch nicht aus dem Weg gehen.


CountZero
24.7.2015 13:28
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@Topflappenhäkl_erin
> Tja dann müssten “junge Männer” eben weniger am Rechner Zeit verblödeln und mehr für die Schule tun, dann klappts auch mit der guten Abinote und dem Studienplatz.

Richtig! Bei Männern und Jungs sind es die individuellen Entscheidungen und die eigene Leistungs(nicht-)bereitschaft, wenn ihre Stichprobe im Vergleich zu Frauen und Mädchen irgendwo hinten liegt. Da brauch’ man auch nicht fördern, Jungs sind ja selbst schuld.

Bei Mädchen und Frauen hingegen ist es die ‘strukturelle Diskriminierung’, wenn sowas beobachtet wird, und da muß natürlich gefördert werden auf Teufel komm’ raus, ‘Decken aus Panzerglas’ gilt es einzureißen und “old boys’-Seilschaften zu ersetzen durch Frauenvernetzung.

Könnte es sein, dass sowohl das eine (individuelle Lebensentscheidungen) als auch das andere (‘strukturelle Diskriminierung’) bei beiden Geschlechtern auftritt? Wie wäre es denn, Menschen nach ihren Talenten zu fördern und nicht nach dem Symbol auf der Klotür, welche sie benutzen?

Ahwas, verrückt. Ich fange wieder an zu träumen. Letztens hatte ich schonmal einen Traum. Ich hatte einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe ihrem Geschlecht, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird.

Oder war ich das garnicht, der geträumt hat? 😀


CountZero
24.7.2015 13:52
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@Owen
> Wir wollen doch in einer solidarischen Gesellschaft leben, oder?

Kommt drauf an, wie diese ‘solidarische Gesellschaft’ aussähe. Ich denke schon, dass der Fernmeldehandwerker, der Spengler und der Bäcker, die mit 16 eine Lehre gemacht haben und nun brav ihre 40 – 50 h pro Woche arbeiten sich zu Recht fragen, warum sie den höheren Töchtern der Nation ihr Studium der Soziologie, Politologie und Neuerer und Mittlerer Geschichte finanzieren damit diese (die Töchter) dann auf dem Standesamt promovieren oder (alternativ) Heulartikel wegen ihrer offensichtlichen Nichtbenötigung im hiesigen Wirtschaftssystem in SZ-Artikeln platzieren können…

In einem System mit Studiengebühren hat nmE jeder Student eine jedenfalls einigermaßen klare Idee, warum er gerade sein Hauptfach studiert und welche Jobmöglichkeiten er damit anstrebt. Das verbreitete ‘ich will studieren, weiß aber noch nicht, was…’ ist für Deutschland typisch, in den USA vernachlässigbar.

Tatsächlich bin ich auch gegen Studiengebühren. So, wie ich die ‘Studienauswahl’ vieler Kommillitonen erlebt habe (“joah, ich studier’ mal Französisch, Deutsch und Pädagogik auf Lehramt, aber als Lehrerin arbeite: nee, auf keinen Fall…”), kann es aber auch nicht im Interesse des Staates (und der o.a. Handwerker) sein.


Schwärmgeist
24.7.2015 15:08
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Ich finde ja sowieso, Männer, das sind irgendwo Götter. Ich bin jetzt kein großer Motorradfahrer, aber man tut sich ja doch mal irgendwas im Haus. Mein rechter Fuß war abgerissen, den hat mir irgendein russischer Arzt wieder angeflickt, mein rechtes Handgelenk war schwerst gebrochen, weil ich einem Nazi auf die Fresse gehauen habe, und ich renne noch immer als halbwegs funktionierender Mensch herum. Chirurgen sind wirklich so kleine Götter. Will ich auch gar nicht wissen, worüber die sich privat so unterhalten, was die so für Witze bei Operationen reißen. Da hätte ich ja gerne mal Mäuschen gespielt. Ich hab schon mehrere Vollnarkosen hinter mir, und ich glaube auch, manchmal war ich im OP sogar bei Bewußtsein, aber ich habe diesen Idioten vertraut. Sie haben mir nichts getan.


peter
24.7.2015 15:49
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“… Übrigens ist das Entsprechungspaar Mann – Weib; spricht man von Frauen, hat man auch von Herren …”

Nope. Frau – Mann, Dame – Herr (“meine Damen und Herren …”), Weib – ??


albjaga
24.7.2015 15:52
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Ich hab vor ein paar Jahren, während einer privaten Unterhaltung, von einem Professor für Innere Medizin schon das gleiche gehört:
Der Frauenanteil steigt und steigt, aber die meisten wollen nur Teilzeit arbeiten. Forschung wird gar nicht gern gemacht, denn das heißt besonders unregelmässige Zeiten, genauso Oberarzt und alles was mit Schichtdienst und eben unregelmässiger, oft auch Mehrarbeit verbunden ist.

Die o.a. Studiengebühren wären tatsächlich eine gute Sache. Ich weiß im Bekanntenkreis ein paar Dämchen die studiert haben bis der Auserwählte beruflich abgesichert war um eine Familie zu gründen.

Was früher die Hauswirtschaftslehre war ist heute das Germanistikstudium.


Jemand
24.7.2015 17:22
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@OwenBurnett:
Das ist ein zweischneidiges Schwert: Das US-Prinzip sorgt dafür, dass der StudIrX nur studIrXt, wenn IrX auch eine reale Chance auf Rückzahlung der Aufwände sieht.
Unsere “solidarische Gesellschaft” leidet unter ihrer Ausbeutung durch AsozialIrX, die eben studieren *ohne* zu beabsichtigen den Aufwand an die Gesellschaft zurückzuführen.
Ich weiss kein Patentrezept, aber der aktuelle (zinsfreie/-arme) KfW-Kredit scheint mir schon keine schlechte Sache zu sein. Solange man solche Schulden von der Schuldbefreiung bei Privatinsolvenz ausnimmt. Nun müsste nur noch Sorge getragen werden, dass ein Studium die von ihm verursachten Kosten auch auf den Verursacher umlegt.
Da hat das StudIrx schon den Vorteil, dass die Gesellschaft keine Gewinnbeteiligung fordert!


Daniel Frey
24.7.2015 19:02
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@Owen und weitere: Hab das mit den Studiengebühren und deren Lenkungswirkung bisher nicht so gesehen, besser nicht drüber nachgedacht. Fand es klasse dass jedem der das Abi schafft (also schulische Leistung bring – kommt, der war gut oder?!) ein Studium offen steht. Aber so im Ansatz glaub ich doch langsam dass uns Studiengebühren einen Haufen Nichtsnutze an den Unis erspart hätten.
Ich denk da mal drüber nach. Dank für den Ansatz.


Hadmut
24.7.2015 19:08
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> einen Haufen Nichtsnutze an den Unis erspart hätten.

„Nichtsnutze” ist schön gesagt…


OwenBurnett
24.7.2015 19:05
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@CountZero
>Kommt drauf an, wie diese ‘solidarische Gesellschaft’ aussähe. Ich denke schon, dass der Fernmeldehandwerker, der Spengler und der Bäcker, die mit 16 eine Lehre gemacht haben und nun brav ihre 40 – 50 h pro Woche arbeiten sich zu Recht fragen, warum sie den höheren Töchtern der Nation ihr Studium der Soziologie, Politologie und Neuerer und Mittlerer Geschichte finanzieren …

Naja, ich würde hier vorschlagen die pensionseintritzkriterien so anzusätzen das z.B. leute die studieren ohne zu arbeiten entsprechend später erst in pension gehen können.
Also sagen wir einfach jeder darf in pension wen er 40 jahre geabeitet hat unabhängig vom alter.
Dan können die handwerker die mit 16 angefangen haben schon mit 56 in den ruhestand wärend die leute die bis 26 studiert haben erst mit 66.

Das wäre schon mal ein ansporn möglichst schnell zu studieren oder zumindest möglichst viel zu verdienen so das wen man vorzeitig in rente geht die abstriche nciht so gros sind.

>In einem System mit Studiengebühren hat nmE jeder Student eine jedenfalls einigermaßen klare Idee, warum er gerade sein Hauptfach studiert und welche Jobmöglichkeiten er damit anstrebt.

Naja, für das Hauptstudium ist das gut wen man ein plaan hat, aber es wäre doch schade wen man dann nichts nebenher studieren könnte um die eigenen Horizonte zu erweitern.
Wobei man hier einfach sagen könte ein studium muss man zahlen und kan nebenher was auch immer gratis dazubuchen.

>Das verbreitete ‘ich will studieren, weiß aber noch nicht, was…’ ist für Deutschland typisch, in den USA vernachlässigbar.

Das ist mir irgendwie unverständlich….
ich meine die Leute verlieren ja selbst Lebenszeit bei solchen quatsch.
Also wieso machen die das ist ja doch zu deren eigenem nachteil…


Herbert
24.7.2015 19:26
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@peter “Nope. Frau – Mann, Dame – Herr (“meine Damen und Herren …”), Weib – ??”

nein, da hast du einfach Unrecht. (Noch) deutlich ist es bei “männlich” und “weiblich”, wenn man von Tieren spricht.
Weibliche Menschen allerdings müssen besser gestellt werden, wurden schon immer besser gestellt, auf ein Podest. Deshalb die “höherwertige” Ansprache “Frau”, kommend vom altdeutschen “frowa”, was in einfachster, direkter Übersetzung eben einfach “Herrin” heißt


Herbert
24.7.2015 19:28
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Und die “Dame” ist eben die weiter höherwertige Ansprache, wenn man bei den männlichen Menschen von “Herr” spricht, muss die Dame wiederum höhergestellt sein, deshalb “Dame”, was in etwa der “Majestät” entspricht.


A Stranger in a strange World
24.7.2015 21:18
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Mein persönliches Highlight zur weiblichen Unlust an Arbeit ist nicht neu aber immer wieder gut:

Niedergelassene Ärztinnen verdienen im Jahr durchschnittlich 78 000 Euro, ihre männlichen Kollegen 128 700 Euro, schreibt das Deutsche Ärzteblatt

(http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/4998/5)
Niedergelassene Ärztinnen sind aber nun mal ebenso wie ihre männlichen Kollegen Selbstständige. Die einzige Erklärung für dieses Gender Pay Gap ist also, dass niedergelassene Ärztinnen durchschnittlich knappe 40% weniger arbeiten als niedergelassene Ärzte.
In dem verlinkten Artikel aus der Bayern-Emma kommt es natürlich so rüber, dass diese himmelschreiende Benachteiligung durch das böse Patriarchat verursacht wird.


Cpt.Chilli
24.7.2015 21:18
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@peter

Herbert hat es ja schon angesprochen. Zur Ergänzung: Sire – Dame, Herr – Frau (Herrin, auch lateinisch dominus/domina), Mann – Weib, Juncker – Jungfrau, Bube/Knabe/Junge – Mädchen/Mädel/Dirndl/Dern/(Maid).

Tatsächlich drückt sich in der ständigen sprachlichen Besserstellung des Weibes dessen permanente Privilegierung aus, die Martin van Creveld in seinem sehr lesenswerten Buch “Das bevorzugte Geschlecht” umfassend darstellt und vor allem detailliert belegt.


Rainer
25.7.2015 0:05
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Bis heute war ich selten bei einem Zahnarzt. War immer problemlos. Die einzige Zahnärztin, bei der ich war, hat mir einen völlig gesunden Zahn gezogen. Ich bin nicht wehleidig, aber das war eine harte Tour. Sie hatte Probleme die Kräfte aufzubringen und hat mindestens fünf mal neu angesetzt (Zahn mit drei Wurzeln) und meint noch, ich soll mich nicht so anstellen. Hat völlig blöd geguckt als ich gesagt habe “der ist ja in Ordnung!”. Der hätte ich wenigstens eine Scheuern sollen …

Eigentlich war ich bei einem Zahnarzt und überrascht, dass auf einmal eine Zahnärztin auftauchte (war eine Angestellte dort).

In Zukunft deshalb, “Zahnärztin? Nein Danke!”


Teardown
25.7.2015 4:17
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@A Stranger in a strange world

Aus deinem Link:

“Und von der Familienforscherin Gisela Erler stammt der Satz: »Je näher eine Arbeit am Menschen verrichtet wird, desto billiger wird sie.« Je abstrakter, je technischer, desto teurer wird Arbeit bezahlt. In diese Nischen ziehen sich die Männer zurück. Männer forschen, Frauen behandeln die Patienten, Männer werden Chirurgen, Frauen heilen. Und lassen sich abspeisen für lau.”

Das ist totaler quatsch, aber was will man auch von einer Familienforscherin erwarten. Der Zusammenhang Lohn zu Berufsgruppe verläuft nicht anhand Mensch – Technik, sondern zwischen exportabhängigen und exportunabhängigen Sektoren. Es hat also etwas mit der Mobilität auf Arbeitsmärkten zu tun. Dazu gibt es umfangreiche valide vwl Forschung.

Diese Familienforscherin haut hier einfach mal ihre privatmeinung raus, ohne beleg ohne Empirie. Und das im einem Themenbereich, in dem nicht ihre profession liegt. Einfach mal rausgehauen, tolle Familienforscherin!


Teardown
25.7.2015 4:19
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Nachtrag: in den letzten Jahren wurde das auch heftigst unter dem stichwort balassa samuelson Effekt diskutiert. Wer sich dafür interessiert.


CountZero
25.7.2015 8:32
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@Owen:
Ja, ich habe auch keine Lösung für das Dilemma, weil ich die Tatsache, dass jeder studieren kann (und grob auch alles, was er will) für ein sehr hohes Gut halte (komme selbst familiär aus einem Arbeiter/Handwerkerumfeld).

Aber wenn – wie oben von jmd anders angesprochen – das Studium der Germanistik (und nun auch Zahn- und Tiermedizin) zum modernen Äquivalent der Hauswirtschaftsschule der 50er und 60er geworden ist, erscheint mir das sehr ungerecht. Die Bildung von Germanisten und Kunsthistorikern kosten den Staat halt auch sehr viel Geld. Es kommt mir wie überflüssiger Luxus vor, der zunehmenden Anzahl von Geisteswissenschaftlern, die dann als Taxifahrer oder im HR-Bereich arbeiten, ihr persönliches intellektuelles Vergnügen zu finanzieren.


Manfred P.
25.7.2015 13:40
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@CountZero

Es spricht doch nichts dagegen, wie an der FernUni Hagen solche nutz- und wertlosen Studiengänge anzubieten und dafür den Fachbereich “Schwachsinn und Hirnschiss” einzurichten.

Da kann man pro Kurs bezahlen und sich das private intellektuelle Vergnügen können und sich seine Dummheit mit einem Master of Rumgesülze zertifizieren lassen.

Für so einen Quatsch braucht man doch nicht die Räumlichkeiten einer Präsenzuni zu verschwenden.

Im übrigen bin ich strikt gegen Studiengebühren in wertschöpfenden Studiengängen, wie dem unsrigen oder der übrigen MINT-Fächer.

Es geht bei Bildung doch nicht nur um Verwertbarkeit (natürlich auch und vorrangig), sondern auch um die Würde, intellektuell etwas geleistet zu haben. (OK, wieder Fehlanzeige bei den Laberwissenschaften, aber Du weißt bestimmt, was ich meine.)


Manfred P.
25.7.2015 13:42
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Also ich meinte jetzt damit nicht, dass die FernUni nur Schwachsinn anbietet, im Gegenteil, sondern es WIE dort zu organisieren, damit es anderen möglichst wenig auf die Tasche fällt und die Leute das als Privatvergnügen durchziehen können.


CountZero
26.7.2015 10:56
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@.Manfred P
> Es geht bei Bildung doch nicht nur um Verwertbarkeit (natürlich auch und vorrangig), sondern auch um die Würde, intellektuell etwas geleistet zu haben.

Ja, volle Zustimmung. Damit man sich diese Würde erarbeiten kann, müssen andere (?) in der Sozialgemeinschaft aber auch Verwertbares schaffen (wußte schon Plato, der ja verneinte, dass jemand, der für seine Subsistenz arbeiten muß, zum Philosophen geeignet sein könnte…).

Wie gesagt, ich habe auch keine gute Idee zu Lösung des Problems.