Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

DRD4-7R: Von wegen kulturell bedingt…

Hadmut
21.5.2015 20:34

Wollen uns die Gender-Spinner nicht immer einreden, alle wären gleich und die Unterschiede entstünden nur durch Kultur?

Ich bin heute in meiner täglichen Presseschau über einen Artikel in FOCUS (ja,ja, ich weiß, das Blatt taugt nichts, aber wer presse- und gesellschaftskritisch unterwegs sein will, muss da eben auch reingucken) gestolpert: Fernweh sei genetisch bedingt. Hat mich erst mal interssiert, weil ich ja auch so ein Typ bin, der unheimlich gerne reist, aber keine Zuhause-Verbundenheit kennt. Fernweh kenne ich, Heimweh hab ich nie. Je weiter und exotischer, desto besser.

Sie schreiben, das Gen DRD4-7R sei für Reiselust verwantwortlich. (Quellen geben sie nicht an.) Zitat:

Doch die Forschung geht noch einen Schritt weiter. So schreibt sie dem Gen nicht nur die Verantwortung für die Reiselust und Rastlosigkeit heutiger „Travelholics“ zu, vielmehr glaubt man in DRD4-7R den Auslöser für einen Meilenstein in der Evolutionsgeschichte entdeckt zu haben: Die Rede ist von der weltweiten Ausbreitung des Menschen, die vor rund 70.000 Jahren in Afrika ihren Anfang nahm.

Bemerkenswert. Denn gelegentlich wird man als Fernreisender auch als Herrenmensch, Rassist oder sowas beschimpft, weil man auf andere Länder herabschauen wolle (die, die niemals reisen, werden übrigens genauso beschimpft).

Anscheinend ist es aber gerade dieses „Entdecker-Gen”, was dazu geführt hat, dass die Menschheit überhaupt den Planeten erobert und sich ausgebreitet hat, also dass es die Menschen so heute überhaupt gibt.

Weil FOCUS ohne Quellenangabe aber natürlich nicht reicht, habe ich also – Schreck lass nach! – gegoogelt. Whoa.

Und bin auf National Geographic (Deutsch) gestoßen: Gibt es ein Entdecker-Gen? (Aus Heft 1/2013, also nicht mehr taufrisch). James Cook hatte schon festgestellt, dass es da Polynesier gab, die nicht nur sehr reisefreudig, sondern auch überaus reisebegabt waren, und ohne Instrumente navigieren konnten. Und was damals Polynesier antreib, sei heute der Treibstoff für die Erkundung des Weltraums. (Hat da irgendwer „To boldly go where no man has gone before” gerufen?)

Falls unser Entdeckerdrang naturgegeben ist, steckt seine Grundlage vielleicht in unserem Erbgut. Tatsächlich gibt es eine Mutation, über die in diesem Zusammenhang diskutiert wird: eine Variante des DRD4-Gens, das hilft, Dopamin zu kontrollieren, einen chemischen Botenstoff im Gehirn, der für das Lernen und für unser internes Belohnungssystem wichtig ist. Forscher haben wiederholt einen Zusammenhang zwischen dieser Variante sowie Neugier und Rastlosigkeit festgestellt.

Ach. Geht es da vielleicht gar nicht um das Fernreisen im Speziellen, sondern um die Neugier auf alles Neue? Das rastlose Forschen? Ein Forschergen?

Ich hatte neulich schon zu Delta-FosB und meiner Rauchertheorie gebloggt, für wie wichtig ich dieses Belohnungssystem im Hirn halte, und dass unser ganzes Verhalten danach gesteuert wird, wann dieses Belohnungssystem stimuliert wird (und sich das Verhalten grotesk verändert, wenn die Stimulation durch Drogen künstlich erfolgt)? Wenn aber Menschen genetisch bedingt unterschiedliche Stimulationsprofile haben, verhalten sie sich auch unterschiedlich. Den einen langweilt forschen zu Tode, weil da »belohnungsmäßig« nichts zu holen ist, der andere findet es unglaublich geil. Geil im Wortsinne, denn geil ist, was das Hirn belohnt. Ein Forschergen?

Komisch. Ich muss spontan an einige feministische Schriften denken, in denen behauptet wird, dass Wissenschaft frauenausgrenzend sei, weil sie nur auf Männer ausgelegt wäre. Sich jahrelang die Nächte und Wochenende in irgendwelchen Labors um die Ohren zu schlagen, sei typisch männlich und eben männlich konotiert, während Frauen Wert auf „work-life-balance” legten. Deshalb sei alles, was man erlernen müsse, jeder Beruf, der langwierige Forschung voraussetzt, immanent frauenausgrenzend, weil er auf männertypisches Verhalten ausgelegt sei.

Moment mal.

Liest sich das nicht exakt so wie die Beschreibung dieses Gens? Und sind nicht die alten Seefahrer ebenso wie die Weltraumerforscher heute praktisch nur Männer?

Liest sich das nicht, als würden die, denen dieses Gen fehlt, sich über den Forschungsdrang derer beschweren, die dieses Gen haben? So eine Art Neid, gemischt mit Unverständnis, darauf, dass andere Leute es toll finden, zu forschen wie die Wahnsinnigen? Und vielleicht deshalb auch diese extreme Abneigung, diese extreme Feindlichkeit gegenüber Naturwissenschaften entwickeln?

Und sind »Geisteswissenschafte« vielleicht gerade das Gegenteil von Forschung, das Metier derer, die gar nicht forschen wollen, sondern sich eher im Sozialgelaber tummeln?

Diese Gen-Variante, bekannt als DRD4-7R, kommt bei schätzungsweise 20 Prozent aller Menschen vor. Mehrere Dutzend Studien kamen zu dem Schluss, dass Menschen mit der 7R-Variante eher dazu neigen, Risiken auf sich zu nehmen. Dass sie für neue Orte, Ideen, Nahrungsmittel, Beziehungen, Drogen oder sexuelle Gelegenheiten besonders aufgeschlossen sind. Dass sie ganz allgemein Veränderung, Bewegung und Abenteuer lieben.

Liest sich wie „typisch Mann”. Immerhin geht es da doch auch um das Herumreisen:

Am interessantesten ist, dass manche Studien einen Zusammenhang zwischen 7R und der Migration des Menschen erbrachten. Chuansheng Chen von der Universität von Kalifornien in Irvine fand 1999 in einer ersten großen Untersuchung heraus, dass 7R in hochmobilen Kulturen wie den Ureinwohnern Amerikas weiter verbreitet ist als in sesshaften wie Jakuten oder Drusen. Eine größere und statistisch noch besser untermauerte Studie von 2011 stützt dieses Ergebnis. Sie ergab, dass 7R tendenziell häufiger, als es zu erwarten wäre, in solchen Populationen gefunden wird, deren Vorfahren längere Strecken gewandert sind, nachdem sie Afrika verlassen hatten. Beide Studien stützen die Annahme, dass bei Menschen mit nomadischem Lebensstil die 7R-Variante häufiger vorkommt.

Eine weitere Untersuchung jüngeren Datums liefert dafür Belege. Unter den Angehörigen der Ariaal, einem ursprünglich nomadischen Volk in Kenia, sind diejenigen mit 7R tendenziell stärker und besser ernährt als ihre Stammesgenossen ohne 7R, sofern sie weiterhin nomadisch leben. Träger von 7R sind tendenziell jedoch schlechter ernährt, wenn sie sesshaft sind. Ein unsteter Mensch kann in einer sich wandelnden Umwelt durchaus fit sein, in einer stabilen aber verkümmern. Ähnlich verhält es sich mit jedem anderen Gen, das zur Rastlosigkeit beiträgt.

Ist 7R also das Forscher-Gen oder Abenteurer-Gen, wie manche es nennen?

Öms. Liest sich das nicht wie die evolutionsbioligische Story von „die Frauen bleiben im Dorf und hüten die Kinder, die Männer schwärmen aus und gehen auf die Jagd”?

Immerhin zitieren sie auch Kritik:

Kenneth Kidd, Evolutions- und Populationsgenetiker an der Yale-Universität in Connecticut, findet, dass die Rolle von 7R überbewertet wird. Kidd gehörte zum Forscherteam, das die 7R-Variante vor 20 Jahren entdeckt hat. Wie andere Skeptiker denkt er, dass viele der Studien, die 7R mit Exploration in Verbindung bringen, methodisch oder statistisch ungenau sind. Er weist darauf hin, dass dem Stapel von Untersuchungen, die 7R mit diesen Eigenschaften in Verbindung bringen, ein anderer entgegensteht, der dem widerspricht. «Man kann nicht etwas so Komplexes wie den Entdeckerdrang des Menschen auf ein einzelnes Gen reduzieren», sagt er. «So einfach funktioniert die Genetik nicht.»

Kidd plädiert stattdessen dafür zu untersuchen, wie Gruppen von Genen das Fundament für ein solches Verhalten legen könnten. In einer Sache stimmt er mit den meisten 7R-Befürwortern überein: Was immer wir aus der Rolle von 7R im Zusammenhang mit Rastlosigkeit schließen – kein Gen und auch keine Gruppe von Genen kann uns den Entdeckergeist einimpfen. Wahrscheinlicher ist es, dass verschiedene Gruppen von Genen zu verschiedenen Eigenschaften beitragen, darunter solchen, die uns das Entdecken ermöglichen, und anderen, wie wahrscheinlich auch 7R, die uns dazu regelrecht drängen. Bevor wir unserer Entdeckungslust nachgeben können, müssen wir an die Hilfsmittel und an die Eigenschaften denken, die wir dafür brauchen.

Was braucht es dann noch?

Nur ein Stockwerk unter Kidds Büro finde ich jemanden, der solche Werkzeuge studiert: den Entwicklungs- und Evolutionsgenetiker Jim Noonan. Seine Forschung konzentriert sich auf die Gene, die zwei Schlüsselsysteme steuern: unsere Gliedmaßen und unser Gehirn. «Ich bin also befangen», gesteht er, als ich ihn frage, was uns zu Explorern macht, «aber wenn man es auf das Wesentliche reduzieren möchte, würde ich sagen, unsere Fähigkeit zum Explorieren kommt von diesen beiden Systemen.»

Die Gene, die die Informationen für den Aufbau unseres Gehirns und unserer Gliedmaßen in sich tragen, so Noonan, sind die gleichen wie jene, die für die genannten Körperteile bei anderen Hominiden und Affen zuständig sind. Beim Menschen entwickeln sich Beine und Hüften, mit denen wir weite Strecken zurücklegen können. Ebenso geschickte Hände und ein Gehirn, das zwar viel langsamer wächst als das von anderen Menschenaffen, das aber auch viel größer wird. Die Kombination dieser Merkmale sei dafür gemacht, Entdecker hervorzubringen.

«Wir verfügen über eine große Mobilität, eine außerordentliche Fingerfertigkeit und – das Allerwichtigste – ein Gehirn, das abstrakt denken kann», sagt Noonan. Und jede dieser Fähigkeiten verstärkt die anderen: Unser konzeptionelles Denken vergrößert die Wirkung unserer Mobilität und Fingerfertigkeit, was wiederum unser Vorstellungsvermögen optimiert. «Denken Sie an ein Werkzeug: Wenn man es gut beherrscht und Phantasie besitzt, dann überlegt man sich weitere Anwendungsmöglichkeiten dafür.»

Mobilität? Abstraktes Denken? Hat da jemand »typisch Mann« gerufen?

Noonan liefert einen überzeugenden Beleg dafür, dass unser großes Gehirn und unsere geschickten Hände die Fähigkeit zur Imagination formen. Alison Gopnik, eine Entwicklungspsychologin an der Universität von Kalifornien, sagt, Menschen besitzen auch noch einen weiteren Vorzug, der dieses Vorstellungsvermögen fördert: eine lange Kindheit, in der wir unseren Entdeckerdrang erproben können, während wir von unseren Eltern beschützt werden. Wir Menschen werden ungefähr eineinhalb Jahre früher abgestillt als Gorillas und Schimpansen und brauchen erheblich länger, bis wir in die Pubertät kommen – rund zehn Jahre anstatt der drei bis fünf Jahre bei den Gorillas und Schimpansen. Zahnfunde von Neandertalern legen den Schluss nahe, dass auch sie schneller als wir er­ wachsen wurden. «Ich habe ein Buch geschrie­ben, das sich mit diesem Thema auseinander­ setzt», sagt Gopnik. «Es heißt „Der Forscher in der Krippe“, der Titel könnte aber ebenso gut „Der Entdecker im Kinderzimmer“ lauten.»

Viele Tiere spielen, sagt Gopnik. Aber wäh­rend sie vor allem spielen, um Basisfähigkeiten wie Kämpfen und Jagen einzuüben, spielen Menschenkinder, indem sie hypothetische Sze­narien mit eigenen Spielregeln erfinden: Kann ich einen Turm aus Bauklötzen bauen, der so groß ist wie ich? Was wird passieren, wenn wir die Fahrradrampe noch steiler bauen? Wie funktioniert das Schule-Spielen, wenn ich der Lehrer bin und mein großer Bruder der Schüler ist?

Solche Spiele machen Kinder zu Entdeckern verschiedener Situationen mit einer Fülle von Lösungsmöglichkeiten.

Hört sich das nicht an wie „Jungs spielen mit Werkzeug, Autos, Cowboy und Indianer, Mädchen mit der Puppenstube” ?

Und gerade dieses Entdecker-Gen könnte sich wieder positiv auf die Entwicklung auswirken:

Ein Beispiel ist die Aga-Kröte. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie im Nordosten Australiens eingeführt; heute leben dort mehr als 200 Millionen Tiere und verbreiten sich über den Kontinent, 50 Kilometer pro Jahr. Die Kröten, die diesen Treck anführen, haben um zehn Prozent längere Beine als ihre Vorfahren in den dreißiger Jahren – und deutlich längere Gliedmaßen als selbst ihre Artgenossen, die sich nur einen Kilometer hinter ihnen bewegen. Wie kann das sein? Kröten, die rastlos und langbeinig sind, stellen sich mit ihrem Erbgut an die Spitze der Migrationsfront und paaren sich dort mit Artgenossen, die ebenfalls rastlos und langbeinig sind. Das führt zu ebensolchem Nachwuchs.

Das Forschergen als Evolutionsvorteil?

Ich habe noch einen Artikel gefunden, in Bild der Wissenschaft: Glücksfall Problemkind. Der genau zu meiner Vermutung passt.

Denn da geht es auch um DRD4, aber um die Nachteile, die man sich damit einhandelt.

Ein Gen sollte die Eltern-Kind-Beziehung beeinflussen, und zwar eines, das am Stoffwechsel des Gehirnbotenstoffs Dopamin beteiligt ist. Mit seinem Kollegen Marian Bakermans-Kranenburg überprüfte er in einer eigenen Studie die Ergebnisse der anderen Forscher, konnte aber zunächst keinen derartigen Einfluss entdecken. Das ist etwa zehn Jahre her.

„Doch dann gingen wir einen Schritt weiter und betrachteten die Wechselwirkung des besagten Gens DRD4 mit der Umgebung“, erklärt van IJzendoorn, der seit 30 Jahren am Centre for Child and Family Studies an der Universität Leiden forscht. Und es zeigte sich: Der Einfluss auf die Eltern-Kind-Bindung bestand tatsächlich. „Trugen die Kinder die sogenannte 7-Repeat-Variante des Gens, und die Mütter waren mit nicht verarbeiteten traumatischen Erfahrungen belastet, war das Risiko für eine sehr unsichere Bindung am größten.“

Überraschend war das für van IJzendoorn nicht. Denn die 7-Repeat-Version (kurz: 7R) des DRD4-Gens ist dafür bekannt, das Risiko für ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) und andere Verhaltensprobleme zu erhöhen. Spannend war eine andere Erkenntnis: „Trugen die Kinder diese Gen-Variante, die Mütter hatten aber ihre traumatischen Erfahrungen bewältigt, so entwickelten sie sogar die sicherste Bindung“, erklärt der Erziehungswissenschaftler. Das angebliche Risiko-Gen kann sich also in einem stabilen sozialen Umfeld positiv auswirken.

Hört sich das nicht schon wieder wie „Junge” an?

„Die Erkenntnis eröffnete uns eine völlig neue Sichtweise“, erklärt van IJzendoorn. Seine weiteren Studien ergaben: Kinder mit der DRD4–7R-Variante waren im Alter von etwa drei Jahren entweder besonders aggressiv, schlugen beispielsweise andere Kinder oder zerstörten Spielzeug, oder sie waren besonders umgänglich – je nach dem Erziehungsstil der Eltern. Als die Wissenschaftler die Mütter dazu brachten, feinfühliger auf ihre Kinder einzugehen, wirkte sich dies bei den Sprösslingen mit DRD4–7R-Gen positiv auf das Verhalten aus. Zudem nahm die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut bei ihnen stärker ab als in der Vergleichsgruppe. Kinder ohne die Gen-Variante änderten ihr Verhalten dagegen nicht.

Eine solche besonders stressarme und liebevolle Umgebung hatten sich Forscher bisher einfach nicht angeschaut. Sie waren davon ausgegangen, dass eine fördernde Erziehung mit viel Zuwendung bei schwierigen Jungen und Mädchen das Defizit bestenfalls halbwegs ausgleichen kann. Van IJzendoorn erklärt: „Wir waren die Ersten, die entdeckt und experimentell überprüft haben, dass Gene einen Einfluss darauf haben, ob Kinder auf ihre Umgebung stärker oder schwächer reagieren – sowohl zum Schlechteren als auch zum Besseren. Dabei haben wir DRD4 als Indikator für eine Vielfalt von Dopamin-Genen betrachtet.“ Der Botenstoff Dopamin spielt eine wichtige Rolle bei Aufmerksamkeits- und Belohnungsmechanismen des Gehirns, auch beim Lernen.

[…]

Jay Belsky, Psychologe an der University of California in Davis, prägte für das Phänomen den Begriff „differential susceptibility“ (unterschiedliche Empfänglichkeit). Das bedeutet: Manche Kinder sind besonders sensibel für jegliche Art von Erfahrungen, schlechte wie gute. Gene wie DRD4 bezeichnet Belsky entsprechend nicht als Risiko-Gene, sondern als Plastizitäts-, also Formbarkeits-Gene. Ob sich Kinder leichter beeinflussen lassen, wenn mehrere Gene zusammenkommen, ließ sich bisher nicht klären.

Warum fällt mir dazu die breitere Streuung bei Männern ein?

Tom Boyce und sein Kollege Bruce Ellis von der University of Arizona in Tucson haben für die zwei unterschiedlichen Gruppen die Begriffe „Löwenzahnkinder“ und „Orchideenkinder“ geprägt. Ellis erklärt: „Die meisten Kinder gedeihen, egal welche Bedingungen sie vorfinden – wie Löwenzahn. Anders Orchideenkinder: Sie können zu den glücklichsten und produktivsten Menschen aufblühen, wenn sie durch die gute Betreuung ihrer Eltern unterstützt werden. Umgekehrt sind sie bei einer schlechten Erziehung und einer zweifelhaften Umgebung stärker anfällig für Depressionen oder Drogenmissbrauch.“ Boyce und Ellis schätzen, dass zwischen 80 und 85 Prozent aller Jungen und Mädchen zu den robusten Löwenzahnkindern gehören. „Das macht verständlich, warum erzieherische Maßnahmen im Elternhaus oder in der Schule bei den meisten Kindern nur recht kleine Erfolge bringen“, erklärt van IJzendoorn. „Bei den Kindern, die offener sind für äußere Einflüsse, bewirken sie jedoch viel.“

Und noch das:

Jay Belsky meint, dass es aus evolutionärer Sicht von Vorteil sein könnte, wenn in einer Gruppe oder Familie einige Individuen in höherem Maße beeinflussbar sind als die meisten anderen. Auf diese Weise könne sich eine Art schnell an unterschiedliche Bedingungen anpassen. Das glaubt auch der Psychologe Stephen J. Suomi vom National Institute of Child Health and Human Development, der mit Rhesusaffen arbeitet. Diese Affen und der Mensch sind die einzigen Primaten, die sich in verschiedenen ökologischen Nischen wohlfühlen – und sie sind die Einzigen, bei denen man eine kurze Ausprägungsform (Allel) des 5-HTTLPR-Gens findet, die Ängstlichkeit, aber anscheinend auch eine größere Formbarkeit begünstigt.

Man müsste das mal erforschen. „Gender Studies”

Aber absurderweise beauftragt man mit der Erforschung gerade die Idioten, die das weder können noch wollen, Forschung ablehnen und sich in Ideologien suhlen. Also gerade die, denen das Forscher-Gen, wenn es das gibt, gerade fehlt. Bedenkt man, wie die sonstige Geschlechterverteilung Natur- und Geisteswissenschaften ist, müsste man Gender Studies eigentlich vorrangig von Männern betreiben lassen.

Dazu passt übrigens auch ein komplementär-thematischer Artikel, den mir ein Leser schickte, der aber leider politisch etwas heikel ist (der Artikel, nicht der Leser). Israelische Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass die Ashkenazi aufgrund ihrer relativ abgeschlossenen Gesellschaft häufig das Gen DNST3 tragen, das zu einer erhöhten Anfälligkeit für Schizophrenie, Schizoaffektive Störungen und bipolare Störungen führe. Wozu auch Wahnvorstellungen, paranoide Vorstellungen und Halluzinationen gehören können. Es gibt Leute, die die Vermutung hegen, dass darin die Ursache für Religion liegen und die Erzählungen von Gottesbegegungen, Beauftragungen, in Gottes Auftrag gegen das Böse zu kämpfen und so weiter, kurz, die Entstehung biblischer Religionen, genau darauf beruhen könnten. Quasi genau das Gegenteil des Forschergens, zumal sich dieses Gen angeblich deshalb konzentrieren konnte, weil sie gerade nicht ausströmten, sondern eine fest begrenzte, lokale Gesellschaft bildeten.

Wie gesagt. Man müsste es mal erforschen. Das Monopol auf die Forschung dazu hat man aber an die vergeben, die es garantiert weder können, noch wollen, und stattdessen um ideologischen Schwachsinn tanzen.

44 Kommentare (RSS-Feed)

Hier ganz entspannter Konservativer
21.5.2015 21:02
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Was für eine Ironie. Extrem spannende Fragen, es gibt sogar einen passenden Forschungszweig, aber … geprägt von ideologisch verbohrten Genderisten, die nur Ergebnisse produzieren die ihre Grundannahmen bestätigen.

Und wie schön, Herr Danisch bringt original den Satz “Man müsste das mal erforschen. „Gender Studies”” – stimmt ja auch, trotzdem witzig aus seinem Mund. Vielleicht müsste man es wirklich so drehen – macht endlich gute Gender-Wissenschaft. Aber ich denke mal, der Begriff ist rettungslos verbrannt.


Emil
21.5.2015 21:56
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Ich habe vor Jahren voller Begeisterung das Buch “Traumpfade” des britischen Reiseschriftstellers Bruce Chatwin gelesen, der selbst auch das Fernweh- und Reiselust-Gen hatte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Traumpfade_%28Roman%29

Darin entwickelt er die Theorie, dass das Nomadentum die ursprünglische, artgerechte Lebensform des Menschen war und sich durch die Sesshaftigkeit vieles zum Schlechteren verändert hat. Symbolisiert wird dieser Gegensatz beispielsweise in der Bibel durch den sesshaften Bauern Kain, der aus Neid seinen Bruder Abel, den Hirten (= Nomaden), erschlägt.

Das passt ja auch zur Theorie um dieses Aschkenasi-Gen. Die Aschkenasi sind quasi die (sesshaften und aggressiven) Nachkommen Kains.


vortex
21.5.2015 22:18
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@Hadmut

“Denn gelegentlich wird man als Fernreisender auch als Herrenmensch, Rassist oder sowas beschimpft, weil….”

…du weiß bist, einen Penis trägst und keine Probleme mit besagten Penis hast.

Aber sind wir mal ehrlich, du bist unser Herrenmensch, Lord über Horden von Anti-Feministen, der Sauron des Internets und Bewahrer der Privilegien. Achtundachtzig steht nun für “Heil Hadmut” und wenn ich weiterschreibe nehme ich den Stiftungen zu viel Arbeit ab.

Reisende Herrrrrengrrrüße


Hadmut
21.5.2015 22:22
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> der Sauron des Internets

Oh, jetzt aber. Das ist der schärfste Titel seit ich mal (so um 2000 herum) in der Presse als der „Beschützer der unschuldigen Nullen und Einsen” tituliert wurde.

Naja.

Ein Blog, sie zu beschreiben, sie alle zu finden, aus dem Dunkel zu treiben und ewig lächerlich zu machen. Oder so.


Ron
21.5.2015 22:20
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“Dazu passt übrigens auch ein komplementär-thematischer Artikel, den mir ein Leser schickte, der aber leider politisch etwas heikel ist (der Artikel, nicht der Leser). Israelische Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass die Ashkenazi aufgrund ihrer relativ abgeschlossenen Gesellschaft häufig das Gen DNST3 tragen, das zu einer erhöhten Anfälligkeit für Schizophrenie, Schizoaffektive Störungen und bipolare Störungen führe. Wozu auch Wahnvorstellungen, paranoide Vorstellungen und Halluzinationen gehören können.”

Die Ashkenazi-Juden haben in Untersuchungen allerdings auch einen höheren durchschnittlichen IQ und weisen eine stark überproportionale Menge an Nobelpreisträgern auf.

Man muss genetische Untersuchungen bei den Ashkanazi-Juden mit Vorischt genießen, da sie dadurch einen Bias aufweisen, dass sie die am meisten und besten untersuchte Gruppe sind. Endogamische Populationen sind für die Genetik eben interessant.


Gedöns
21.5.2015 22:53
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@Emil
„Das passt ja auch zur Theorie um dieses Aschkenasi-Gen. Die Aschkenasi sind quasi die (sesshaften und aggressiven) Nachkommen Kains.“//
Hmm, irgendwelche rassischen Probleme bzw. Minderwertigkeitskomplexe??
http://en.wikipedia.org/wiki/Ashkenazi_Jewish_intelligence
Na, wenigstens sind die logischerweise intelligenteren Außerirdischen, die uns besuchen, dann auch irgendwie friedliche Nomaden …


Gedöns
21.5.2015 23:02
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Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Jahrtausende langes Pflegen gewisser geistig-kultureller Traditionen sich tatsächlich genetisch auswirken könnte. Der Genderismus mit völlig neuen sozialen Konstrukten könnte also irgendwann tatsächlich siegreich zu einem Neuen Menschen führen – in Jahrtausenden oder Jahrmillionen (mit dem Faustkeil fing schließlich alles an) …


kardamom
21.5.2015 23:11
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Ein Blog, sie zu beschreiben, sie alle zu finden, aus dem Dunkel zu treiben und ewig lächerlich zu machen. Oder so.

YMMD!!!!11!elf!


Manfred P.
21.5.2015 23:40
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Schöner, interessanter Blog-Artikel.

Ich habe zwar kein Fernweh, aber bin nachgrade massiv süchtig nach neuen Informationen, Zusammenhängen, Hypothesen, Fakten, Eindrücken.

Ich gehe kaputt, wenn ich längere Zeit (also drei, vier Tage) keinen neuen Input habe.

Interessant ist auch die These mit den “Religionsgenen”. Ich sage immer, wir wissen nicht, welches Kraut die Religionsgründer geraucht haben.

Aus neuerer Zeit wissen wir, dass im Prinzip alle Sekten- und Kultgründer zwar extrem charismatisch, aber massiv psychisch gestört sind, bis hin zu schweren Psychosen.

Letztens war ich auf einer Konfirmation. Waren alles nette, harmlose Leute, aber dennoch kam mir die Veranstaltung wie eine kultische Handlung vor.

Meine Partnerin ist gemäßigt katholisch, aber ich kann es einfach nicht verstehen, was es den Leuten bringt. Ich meine das nicht einmal böse – es entzieht sich einfach meiner Fähigkeit, es nachzuvollziehen. Naja.

Vielleicht geht es nicht ohne Indoktrination von frühester Kindheit an, und gerade davon bin ich verschont geblieben.


Emil
21.5.2015 23:45
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@Gedöns
> Hmm, irgendwelche rassischen Probleme bzw. Minderwertigkeitskomplexe??

Wieso wirst du gleich persönlich? Ich habe hier zwei interessante neue Theorien gehört (Reiselust-Gen und Sesshaftigkeits-Gen) und denke, dass sie gut zu der Theorie von Chatwin passen, die mich schon vor Jahren fasziniert hat.


Emil
21.5.2015 23:58
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@Manfred P.
> Ich sage immer, wir wissen nicht, welches Kraut die Religionsgründer geraucht haben.

Es ist kein Zufall, dass die drei großen monotheistischen Offenbarungsreligionen (Judentum, Christentum, Islam) ihren Ursprung in der Wüste haben. Wenn einem den ganzen Tag die Sonne gnadenlos aufs Hirn brennt, kann man sich leicht einen Sonnenstich einfangen und infolgedessen Stimmen hören und seltsame Erscheinungen sehen.


Gedöns
22.5.2015 0:28
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„Hört sich das nicht an wie „Jungs spielen mit Werkzeug, Autos, Cowboy und Indianer, Mädchen mit der Puppenstube” ?“//
Laß es lieber: die Grünen suchen Synergie-Effekte (die aber wohl kaum noch vererbt werden dürften) woanders und zwar bei einer altersmäßigen und kulturellen diversity – und nicht bei einer diversity zwischen Mann und Frau:
https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/gruene-wollen-asylanten-in-altenheimen-unterbringen/
Eigentlich hatten und haben sie die Macht, den Frauen (und nur diesen) pro Geburt 5 Rentenpunkte pauschal zuzusprechen (drei Kinder 15 Jahre lang täglich 16 Stunden zu betreuen* wäre dann wie sechs Kinder 8 Stunden täglich 15 Jahre lang in der Kita zu betreuen). Aber das könnte ja zu einer Geburtenfreudigkeit der weißen Rasse führen, die Zuwanderung unnötig macht. Außerdem würde eine solche typisch männliche Zielorientierung dazu führen, daß man dann nicht mehr wie bei der „Die Anstalt“ ständig mit 1,2 Kindern jammern kann – eine Reproduktion der Verhältnisse ist also unabdingbar.
*aber ich sagte sogar: pauschal pro Geburt!


Gedöns
22.5.2015 0:45
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@Manfred P
„Aus neuerer Zeit wissen wir, dass im Prinzip alle Sekten- und Kultgründer zwar extrem charismatisch, aber massiv psychisch gestört sind, bis hin zu schweren Psychosen.“//
Eine interessante Fragestellung! Ich hörte auch mal, daß viele Heilige einfach nur schizophren gewesen sind. Ja, klar: das eigene Vermögen an die Armen verteilen und anschließend arm und keusch im Kloster leben. Hmm, wirklich schlimm sind aber andere „Heilige“: Das Vermögen anderer verteilen und sich selbst dabei dumm und dämlich verdienen. Und ein Psychiater sagte mal: Psychopathen suchen sich instinktiv den Biotop, bei dem sie als solche nicht auffallen – häufig ist das die Politik. Hmm, mal sehen, wie das mit den Esoterikern des Genderismus noch ausgehen wird …


Jens
22.5.2015 0:50
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Ich hab erst “DDR” gelesen …


prx
22.5.2015 4:19
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Bisschen aufpassen, dass man nicht “Frauen” mit “Genderisten” gleichsetzt. In die gleiche Logik passt nämlich auch ganz gut eine These rein, dass die Genderisten unter den Frauen eine eher schmalbandige Truppe grad jener sind, denen die von ihnen als “typisch männlich” titulierte Neigung abgeht und die diese ihre Eigenheit zur neuen Norm für erklären wollen. Und dabei nicht einmal die Mehrheit der Frauen vertreten.


Juergen Sprenger
22.5.2015 7:57
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@Gedöns

Aus einer niedrigen Geburtenrate resultiert kein Bedarf an Zuwanderung. Damit wird durch eine höhere Geburtenrate bestenfalls ein nicht vorhandener Bedarf unnötig. Immer dieses Demographiegeschwurbel, fürchterlich.

Daß die meisten Heiligen einen an der Waffel hatten dürfte außer Frage stehen. Wer die Kriminalgeschichte des Christentums kennt weiß, daß das nur in Ausnahmefällen Leute waren, die ihr Vermögen an die Armen verteilt und keusch im Kloster gelebt haben.


“Dass sie für neue Orte, Ideen, Nahrungsmittel, Beziehungen, Drogen oder sexuelle Gelegenheiten besonders aufgeschlossen sind.”

Ich denke, das beschriebene Gen könnte bei Frauen aber auch einfach anders wirken als bei Männern. Männer setzen sich stark mit ihrer Umwelt auseinandern (Logik), während Frauen sich mit Beziehungen sexueller und platonischer Art auseinandersetzen. Viele Männer beobachten, wie Frauen nach einer Beziehung oder Ehe vergleichsweise schnell wieder in eine neue Beziehung gehen, während der Mann noch trauert oder sich gerade erst neu orientiert. Genauso könnten angesichts sexueller Gelegenheiten als Option auch Treue und Untreue darüber gesteuert werden.

Männer wagen etwas, um neues zu entdecken und ihre Gemeinschaft vorwärts zu bringen. Frauen sind eher risikoärmer und werden durch ihr Beziehungsnetz abgesichert. Sich da schnell auf neue Partner und Kontakte einstellen zu können, ist da wichtiger als naturwissenschaftliche Forschung.

Jedem das Seine statt allen das Gleiche, sonst wären wir nämlich beim Gender Mainstreaming…


Kein Informatiker
22.5.2015 8:49
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“Israelische Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass die Ashkenazi aufgrund ihrer relativ abgeschlossenen Gesellschaft häufig das Gen DNST3 tragen,[…]”
Da hätte ich eine schockierende Nachricht: Jeder würde das Gen tragen, wenn es das denn geben würde. DNST3 ist kein Gen, zumindest ist es nirgendwo verzeichnet (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/gene).
Wenn Sie aufmerksam gelesen hätten, dann hätten Sie gelesen : “[…]has located a variation on the DNST3 gene […]”. Es würde sich nämlich um eine Mutation in dem Gen handeln. Außerdem ist bekannt, dass die Ashkenazi Juden eine hohe Rate an Anlageträgerschaften für genetische Erkrankungen haben. Wenn zwei Ashkenazi Juden heiraten wollen, müssen sie ein Attest vorlegen, dass sie nicht beide Anlageträger der Tay-Sachs-Erkrankung sind.


Hadmut
22.5.2015 18:01
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@Kein Informatiker:

Aha. Das Gen gibt es nicht, und hier geht es um eine Mutation desselben. Toll.


Steffen
22.5.2015 9:11
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Dass die Genderistas mit ihrem “alles kulturell” einen Hau weg haben – unbestritten.

Für deine süffisanten Einwürfe zwischen den Zitaten à la

Hört sich das nicht schon wieder wie „Junge” an?

finde ich in den Artikeln aber so gar keinen Anlass. Nirgendwo wird zwischen männlich/weiblich differenziert.

Entweder gibt es in den erhobenen Daten keinen Hinweis darauf, die betrachteten Gensysteme sind also geschlechtsunabhängig verteilt.

Oder die Political Correctness lässt es nicht zu, einen Unterschied zu erwähnen, wenn das “Entdeckergen” stärker beim männlichen Geschlecht aktiv ist (was ich als Implikation aus deinen Einwürfen herauszulesen meine).

Grüße,
Steffen


Hadmut
22.5.2015 18:25
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@Steffen

> finde ich in den Artikeln aber so gar keinen Anlass. Nirgendwo wird zwischen männlich/weiblich differenziert.

Ich gestatte mir gelegentlich, in meinem Blog hier auch eigene Gedanken zu äußern.

Außerdem habe ich ja damit nichts über die Studie, sondern darüber, wie sich das Ergebnis anhört, gesagt.


TOPCTEH
22.5.2015 9:28
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@prx: Leider muss sich die “schmalbandige” Truppe aber überall einmischen und macht umgekehrt proportional zur Kopfanzahl eine extreme Thermik. Außerdem nehmen die mich (aka “weißen heterosexuellen Mann”) auch immer in Sippenhaft. Wenn also von “GenderspinnerInnen” auf “Frauen” verallgemeinert wird, so schallt es eben wieder zurück, wie man hineinruft.


MGTOW
22.5.2015 9:35
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“Überraschend war das für van IJzendoorn nicht. Denn die 7-Repeat-Version (kurz: 7R) des DRD4-Gens ist dafür bekannt, das Risiko für ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) und andere Verhaltensprobleme zu erhöhen.”

Interessant wäre auch zu wissen, wieviele aus dieser Gruppe mit “Ritalin” behandelt werden und wieviel die nicht zu dieser Gruppe gehören.


Christian
22.5.2015 9:50
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@Hadmut: Schön! 😀
Aber dann doch als ganzer Reim, nicht bloss als halber:
Ein Blog, sie zu beschreiben, sie alle zu finden, aus dem Dunkel zu treiben und hinaus aus den blinden,
den engen, den schwarzen, schwachsinnigen Träumen…. Der Betreiber des Blogs weist den Weg zu neuen Räumen!
Freies Denken, freies Atmen, freies Reden gibt’s hier schon…… ein Weg hinaus aus dem Lande GENDER – wo die Aufschreierinnen drohn….
…. wo die Aufschreierinnen drohn…..
Schönen Gruß nach Berlin
Christian


melursus
22.5.2015 10:10
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Werter Herr Danisch, ich lese Sie gerne und danke speziell für die Informationen und Anregungen dieses Artikels.
Doch möchte ich Sie anregen, sich mehrere Stunden pro Woche in Gesellschaft angenehmer Frauen aufzuhalten. Vielleicht sogar mal zu Füßen einer Frau.

“Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib” Falls Sie nun Jude oder Christ sind, haben Sie die Frau als Ebenbild Gottes zu achten. Falls Sie “nur” Informatiker sind, wissen Sie, daß Sie eine Mutter, zwei Großmütter, vier Urgroßmütter, acht ….. haben. 10 Generationen zurück etwa 500-800 weibliche Ahnen.
Lieben Sie die Frauen und sparen Sie etwas von Ihrem Zorn. Die Galle macht die Texte weniger lesbar und schlechter zitierbar.
Don Alphonso kann auch gut spießen und gällen, dosiert aber anders und, für mich, besser. Ihre Gedanken und Informationen haben es verdient, im Mainstream wahrgenommen zu werden. Danisch sollte öfters zitiert werden.
Frohe Pfingsten und schöne Feiertage


Hadmut
22.5.2015 18:21
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@melursus:

> Doch möchte ich Sie anregen, sich mehrere Stunden pro Woche in Gesellschaft angenehmer Frauen aufzuhalten.

Das tue ich. Ich kann ihnen versichern, in meinem Lebensbereich finden sich eine Vielzahl überaus angenehmer, liebenswürdiger, hochintelligenter, attraktiver, freundlicher Frauen. Allein schon meine vielen und ausschließlich sehr angenehmen Kolleginnen aus der IT.

> Vielleicht sogar mal zu Füßen einer Frau.

Das eher nicht.

> Falls Sie nun Jude oder Christ sind, haben Sie die Frau als Ebenbild Gottes zu achten.

Da bewährt sich wieder mal, dass ich weder das eine, noch das andere bin.

> Falls Sie “nur” Informatiker sind,

Auch das trifft auf mich nicht zu, ich bin weit mehr als „nur” Informatiker.

> Lieben Sie die Frauen und sparen Sie etwas von Ihrem Zorn.

Sie meinen also, ich solle mich unterwerfen. Törichter Tropf.

> Die Galle macht die Texte weniger lesbar und schlechter zitierbar.

Sie übersehen dabei ein Detail: Sie werden dann gelesen. Was nützt mir ein lesbarer Text, der nicht gelesen wird?

> Don Alphonso kann auch gut spießen und gällen, dosiert aber anders und, für mich, besser.

Dann wäre die folgerichtige Konsequenz, Don Alphonso zu lesen.

> Ihre Gedanken und Informationen haben es verdient, im Mainstream wahrgenommen zu werden.

Ich danke für das Lob.

Die logische Konsequenz daraus ist aber, nicht Mainstream zu werden. Zumal ich die Erfahrung gemacht habe, dass der Mainstream Informationen nicht wahrnimmt, die man zu brav schreibt.

> Danisch sollte öfters zitiert werden.

Da stimme ich zu.

> Frohe Pfingsten und schöne Feiertage

Danke


Gedöns
22.5.2015 10:17
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@Jürgen Sprenger
Jedenfalls soll niemals der Staat, also alle Frauen und Männer (insbesondere dann also die mit wenigen oder gar keinen Kindern) die Sozialleistungen zur finanziellen Gleichstellung von Müttern erbringen, sondern individuell und konkret der Erzeuger als Haupt- und Alleinschuldiger an einer Schwangerschaft, die zudem eine Krankheit darstellt, die Frau sich beim Spermaträger geholt hat. Umso größer ist dann aber der Zugriffswille des links-grünen Idealstaates aufs Kind ab Null Jahre – da subventioniert man doch gern auch weiterhin monatlich ca. 1000€ pro Kleinkind für einen Kita-Platz, damit sich Mutter „selbst verwirklichen“ und das Kind indoktriniert werden kann. Und 150€ „Herdprämie“ führen dann schon zu hysterischen Wallungen, obwohl also sogar zusätzlich 15 Rentenpunkte für eine dreifache Mutter, die ein paar Jahre beruflich aussetzt, mit den monatlichen 3000€ Subventionierung bis zur Einschulung locker finanzierbar wären.
Übrigens: mir wären 50 Millionen Deutsche, die sich ohne Zuwanderung bei einer niedrigen Geburtenrate einstellen, auch lieber – das geschieht ja nicht von heute auf morgen, sondern über Jahrzehnte, so daß die Wirtschaft nicht in Panik geraten müsste. Und die Geburtenrate auf 2 Kinder pro Frau anheben dürfte, wie dargestellt wurde, eigentlich kein Problem darstellen – das wäre aber der blanke Horror für die Multikultis mit ihrem fanatischen Autorassismus.
Und wer Wikipedia kennt weiß, daß Ihre Pauschalisierung der Seligen und Heiligen (Märtyrer gibt´s dann auch noch) nicht zutreffen kann.
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Seligen_und_Heiligen
Aber gut: wir dürfen gespannt sein, welche Wissenschaftsleistungen die säkularisierte und also endlich befreite Gesellschaft hervorbringen wird – die katholische Kirche stellt sich jedenfalls beim Genderismus wieder mal quer und der Blog hier könnte zu einer Quelle für eine Kriminalgeschichte des Genderismus werden …


Gast
22.5.2015 10:53
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Gut, aber wieder die Frage: wie weit reicht der Einfluss der Gene, und was sind andere Gründe. Also Kind wollte ich nie raus, nicht mal auf den Spielplatz, sicher nicht verreisen, und eine gewonnene Reise hätte ich nur zu gerne fallengelassen (erst nach einer Standpauke meines Vaters gefahren, und es war nicht sehr toll).

Mittlerweile seit fast einem Jahrzent in verschiedenen Ländern, nicht der Karriere, allein der kulturellen Neugier wegen. Gene? Prägung? Erziehung? Gelegenheit?


Horsti
22.5.2015 11:05
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Gedöns schrieb:

“Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Jahrtausende langes Pflegen gewisser geistig-kultureller Traditionen sich tatsächlich genetisch auswirken könnte.”

Damit stehst Du nicht alleine da. So schrieb der Psychologe Bergmann:

“Ich glaube, das ist kulturelles Menschheitserbe. Von den antiken Philosophen bis zur digitalen Revolution der Neuzeit, all diese fantastischen, Zeit und Raum überspringenden Welten, all das ist doch eine durchgängige Geschichte des männlichen Geistes. Und die Jungen von heute schließen sich sowohl biologisch wie mental daran an. Nur merkt das niemand. Das ist ein somatisch unbewusster Vorgang – eine lange Menschheitsgeschichte, die sich mit jeder Generation fortsetzt.”

und auch:

“Schauen Sie sich doch mal die moderne Kultur an: Internet, globale Wirtschaft, Börsengeschehen, die ganze digital durchwirkte Gesellschaft – das ist eine reine Männerproduktion. Es gibt bei der Entwicklung des Internets und den digitalen Technologien keine bedeutenden weiblichen Anteile. Unsere Wirklichkeit besteht aus reinen Männerfantasien. Es ist nämlich gerade nicht so, dass die Gesellschaft die Männer an den Rand gedrängt hat, im Gegenteil: Was wir heute erleben, ist die Fortsetzung und Zementierung der Männerkultur mit digitalen Mitteln. Die Frauen sind nicht zufällig noch immer nicht in den Spitzenpositionen angekommen. Sie bewegen sich lediglich hervorragend in einem Bildungsideal, das gar nicht mehr zeitgemäß ist. Die Jungs sind da schon längst wieder weiter. Das wird die männliche Dominanz fortschreiben. ”

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/boese-buben-wohlfuehl-kuschel-paedagogik-geht-jungs-gewaltig-auf-die-nerven-a-545037.html


Mirco
22.5.2015 11:28
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Haha, dann ist der anglo-amerikanische Imperialismus womöglich genetisch bedingt? So tragen Briten, welche an der Küste leben, die Gene von den früheren Wikingern auf ihren Raubzügen in sich. Das British Empire und sein Nachfolger die USA, führen jedenfalls das Vorgehen der Wikinger bis in die Gegenwart fort.


Hadmut
22.5.2015 18:41
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@Mirco:

Der fast gleiche Gedanke ging mir beim Schreiben auch durch den Kopf, aber nicht im Zusammenhang mit Wikingern.

Die USA sind ja vor allem durch Auswanderer aus Europa im 18. und 19. Jahrhundert entstanden und kulturell geprägt worden. Das werden natürlich vorrangig solche mit einem solchen Gen gewesen sein, während die ohne das Gen eher hier geblieben und unsere Kultur geprägt haben. Also im Prinzip eine genetische Selektion durch die Reisegelegenheit von der fest gefügten, engen Gesellschaft in das große, unerforschte Land, die sich plötzlich auftat.

Tragisch daran wäre freilich, dass die Brüder Humboldt Musterexemplare dafür gewesen wären, die heutige Humboldt-Universität aber von Leuten des Gegenteils bestimmt wird.


Jenderek
22.5.2015 11:39
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“gibt Leute, die die Vermutung hegen, dass darin die Ursache für Religion liegen und die Erzählungen von Gottesbegegungen, Beauftragungen, in Gottes Auftrag gegen das Böse zu kämpfen und so weiter, kurz, die Entstehung biblischer Religionen, genau darauf beruhen könnten”
Die Vermutung hatte tatsächlich schon jemand anders:
im gleichen Zusammenhang und sehr lesenswert, da die gesamte menschliche Kulturgeschichte abgehandelt wird (incl “Stimmen im Kopf”):
Julian Jaynes:
The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind. Houghton Mifflin, Boston/New York 1976
Hier die generellen Infos dazu
http://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Jaynes


Hadmut
22.5.2015 18:06
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@Jenderek:

> The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind. Houghton Mifflin, Boston/New York 1976

Etwas sehr ähnliches habe ich vor langer Zeit mal über Leute gelesen, bei denen die Verbindung zwischen den beiden Hirnhälften (durch Fehlbildung, Verletzung, Operation usw.) gestört ist, und die die Wirkung der anderen Hirnhälfte als eine Art „göttliche Stimme” wahrnehmen.


Lars
22.5.2015 12:29
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Christian
22.5.2015 12:54
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Ah – Hadmut, mir fällt auf, der letzte Satz ist unrund. Das sollte geändert werden in:
Freies Denken, freies Atmen, freies Reden sei Dein Lohn…… ein Weg hinaus aus dem Lande GENDER – wo die Aufschreierinnen drohn….
Ja, so passts. 🙂
Schee Wocheend
C


Hadmut
22.5.2015 18:32
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> Schee Wocheend

Danke! 🙂


Heinz
22.5.2015 13:51
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Typo: “»Geisteswissenschafte«”


CountZero
22.5.2015 15:51
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@Hadmut:
>dass die Ashkenazi aufgrund ihrer relativ abgeschlossenen Gesellschaft häufig das Gen DNST3 tragen, (…). Quasi genau das Gegenteil des Forschergens, (…)

Allerdings sind ashkenazische Juden in den absoluten Spitzenleistungen der Naturwissenschaften der letzten 150 Jahre nachgerade phantastisch überrepräsentiert (Faktor 10 – >100, je nachdem, welche Bevölkerungsgruppe man als Vergleich heranzieht).

Wäre die Frage, ob’s dort einen Korrekturmechanismus gegen dieses Gen gibt, der die Physik- und Chemienobelpreisträger (und die Väter der Kernwaffen etc. etc.) hervorbringt, wenn das ‘Prophetengen’ in einem Individuum nicht ganz so durchschlägt… 🙂

Unter Filmemachern gibt es auch eine deutliche Überrepräsentation ashkenazischer Juden. Hm. Vielleicht hängt das alles zusammen? 🙂


Robert W.
22.5.2015 16:15
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@Manfred P.:
“Vielleicht geht es nicht ohne Indoktrination von frühester Kindheit an, und gerade davon bin ich verschont geblieben.”

Hm, mir gehts genauso, ich kann mit den kultischen Handlungen und dem Umfeld der Kirche schlicht nichts anfangen. Auch mir scheint der “Sinn” dafür zu fehlen.
Andererseit bin ich in frühester Kindheit katholisch indoktriniert worden.
Möglicherweise ist der Effekt frühkindlicher Indoktrination nicht das “gläubig machen” der Kinder, sondern das Verhindern dass sich tendenziell für Gläubigkeit anfällige Kinder eine Alternativ-Ideologie/Religion suchen (also Häretiker werden …).

Kann es sein, daß nur eine Minderheit der Menschen keine Ideologie “braucht”, daß bei Wegfall einer “Zentralreligion” deshalb obskure Alternativ-Kulte zunehmend erfolgreich werden?
(PS: ich verwende “Ideologie” und “Religion” als fast synonym 😉 )


Hadmut
22.5.2015 18:30
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> ich kann mit den kultischen Handlungen und dem Umfeld der Kirche schlicht nichts anfangen. Auch mir scheint der “Sinn” dafür zu fehlen.

Ja. Geht mir auch so.

> Kann es sein, daß nur eine Minderheit der Menschen keine Ideologie “braucht”,

Der Gedanke ist mir auch schon oft gekommen. Als ob die Standard-Religionen aus der Mode gekommen sind, aber von vielen krampfhaft durch irgendwas substituiert werden müssen. Ich kenne Leute von unglaublicher Abergläubigkeit, die ohne das überhaupt nicht auskommen. Für die gibt es eine Welt ohne Magie, Geister, Omen usw. einfach nicht.


Manfred P.
22.5.2015 20:53
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@Robert W.

Es ist sehr gut möglich, dass die meisten Menschen aufgrund ihrer psychologischen Konstitution Kulte oder Religionen brauchen.

Auf jeden Fall braucht jeder gesunde Mensch einen sozialen Kontext, auch Männer. Nur dass die Männer andere Kontexte haben als Frauen: die Fußballmannschaft oder der Kegelclub, die Arbeitskollegen, Saufkumpel etc.

Ich denke, dass diese Kult-Organisationen deswegen so erfolgreich sind, weil sie gleich mehrere psychologische Bedürfnisse bedienen. Das ist eben der soziale Kontext, den eine Kirchengemeinde ganz sicher schaffen kann, Trost bei Schicksalsschlägen, Beruhigung der Angst vor dem Tode, und das Gefühl, wenn die Welt schon scheiße zu einem ist, dass es wenigstens eine höhere Macht gibt, die das kümmert.

Ich finde das ganz und gar nicht abwegig: Jeder kann man in eine Lage geraten, die so scheiße ist, dass man ohne Hilfe nicht mehr alleine da rauskommt, und da sollte es für jeden einen geben, der hilft.

Das sind aber alles zutiefst menschliche Bedürfnisse, die erstmal so überhaupt gar nichts mit Religion zu tun haben. Sie sind zutiefst evolutionär verankert, weil ein Mensch ohne Gruppe nicht überleben kann. Setze einen Säugling aus, dann wird er in den seltensten Fällen von einer Wölfin gesäugt und Gründer einer Weltmacht, sondern eher vom Wolf oder Bären gefressen. Oder der Säugling verdurstet ganz einfach.

Ohne Gruppe sind wir nicht überlebensfähig, und deswegen suchen wir die Gemeinschaft, und schießen sogar Satelliten in den Weltraum, nur um mit unseren Lieben telefonieren zu können.

Warum schlug Fratzenbuch ein wie eine Bombe? Sogar virtuelle Gruppenzugehörigkeiten sind uns wichtig. Wobei ich das Exhibitionistische etwas seltsam finde. So war ich mal als Kind, als ich Beachtung von Mama und Papa wollte, aber als Erwachsener habe ich eher ein Bedürfnis nach Privatheit entwickelt.

Aber zum Abschluss würde ich meine Kernthese zur Diskussion stellen, dass Religion deswegen so erfolgreich ist, weil sie elementare menschliche Bedürfnisse nach Gruppenzusammenhalt bedient.

Aber dieser ganze andere Quatsch, mit der Auferstehung und bla, das geht mir ziemlich am Arsch vorbei. “Christi Leib – für dich gegeben. Christi Blut – für dich vergossen” – das ist lediglich kultisch, und eigentlich Aberglaube und magisches Denken wie bei Obsessive Compulsive Disorder. Damit kann ich so gar nichts anfangen.


Manfred P.
22.5.2015 21:05
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>Tragisch daran wäre freilich, dass die Brüder Humboldt Musterexemplare dafür gewesen wären, die heutige Humboldt-Universität aber von Leuten des Gegenteils bestimmt wird.

Vierzig Jahre Ostzone gehen halt auch an einer Universität nicht spurlos vorbei.

Letztens habe ich mir diese Kohl-Interviews gegeben. Und da musste ich zugeben, dass der manchmal zu verspäteter Einsicht fähig war.

Bei der Wiedervereinigung schloss er nämlich aus seiner Kindheitserfahrung, dass Leute im Krieg waren, zurückkamen und dann einfach das machten, was sie vor dem Krieg immer schon machten, und dann die Wirtschaft im Westen aufblühte. (Das war allerdings kein allein deutsches Phänomen. War in Italien und Frankreich genauso, teilweise mit höheren Wachstumsraten.)

Also dachte er, das würde im Osten genauso sein. Was er aber übersah, dass 40 Jahre Kommunismus den Mittelstand komplett ausgerottet haben. Es war also niemand mehr da, der wusste, wie man einen mittelständischen Betrieb oder Bauernhof marktwirtschaftlich führte. Und der Rest wurde von der Treuhand skrupellos platt gemacht, um sich Konkurrenz aus dem Osten vom Leib zu schaffen.

Und jetzt zahlen wir die soziale Zeche mit Entvölkerung und hoher Arbeitslosigkeit im Osten. Naja.

Worauf ich hinaus will, ist dies. Wenn an der Humboldt-Uni 40 Jahre lang nur parteipolitisch stromlinienförmige Leute etwas werden konnten, dann sind nach 40 Jahren die kritisch denkenden Wissenschaftler ausgerottet. Und über Nacht wird daraus kein Hort humboldtscher Bildungsideale mehr, sondern solche Systeme erhalten sich mit großer Beharrlichkeit selbst.

Und genau das sehen wir doch heute. Die totalitären Tendenzen der Linken haben überlebt und sind auf den Westen übergeschwappt – sogar in den USA und England wollen totalitäre Linke nicht einmal mehr Gegenmeinungen zur Äußerung zulassen.

All das hat ideengeschichtlich ihren Anfang in der französischen Revolution, als man der Meinung war, durch Terror das Paradies auf Erden erschaffen zu können.

Heute glauben die Linken, durch Meinungsterror das Wohlfühlparadies erschaffen zu können, in dem sich alle gut fühlen und toll sind und was weiß ich nicht was.

Klar soll man nicht hetzen, diffamieren, verleumden, kränken, verächtlich machen. Das fällt schon nicht mehr unter Meinungsäußerung, wie ich finde, denn das ist Manipulation. Aber was die Linken da abziehen, geht viel zu weit.


DrMichi
22.5.2015 22:07
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Ein Gen.

Da gibt es einen Baum im Amazonas, der blüht Lila mit schwarzen Punkten und der Boden (A-Horitont) drunter ist nur 10cm, B nicht feststellbar. Kausaler Zusammenhang?


Hadmut
23.5.2015 9:49
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@DrMichi

> Da gibt es einen Baum im Amazonas, der blüht Lila mit schwarzen Punkten und der Boden (A-Horitont) drunter ist nur 10cm, B nicht feststellbar.

Sprich mal so, dass ich Dich verstehen kann.