Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

(Grüne) Wirtschaftssabotage gegen Deutschland

Hadmut
19.4.2015 11:34

Darüber sollte man auch mal nachdenken.

Dass die Grünen versuchen, Deutschland zu zertrümmern und als Land und Identität abzuschaffen, ist bekannt. Ein Leser weist mich nun auf diesen Artikel hin.

Berlin (ots) – AfD-Sprecher Bernd Lucke hat einen Vorstoß des Europa-Abgeordneten Sven Giegold (Grüne) für Sanktionen gegen Deutschland wegen seiner hohen Leistungsbilanzüberschüsse scharf kritisiert.

Allerdings habe ich eine Äußerung Giegolds bisher nicht unmittelbar gefunden. Wenn ich danach suche finde ich immer nur indirekt “Die AfD empört sich über…”.

Ein Abgeordneter, der Sanktionen gegen das eigene Land fordert, weil es wirtschaftlich zu gut sei, wäre ein dicker Hammer. Da würde man sich fragen, ob die Politik der Grünen nicht generell Wirtschaftssabotage als erstes Ziel hat.


46 Kommentare (RSS-Feed)

Missingno.
19.4.2015 12:01
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Die EU möchte doch Deutschland wegen der Exportüberschüsse auch sanktionieren. Ist in der Politik eben so, dass Dummheit und Misswirtschaft belohnt und alles andere bestraft wird.


quer
19.4.2015 12:17
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Auf die letzte Frage: Klares JA!. Generell ist das Hauptanliegen der Grünen (Sozialisten), wie überhaupt aller Sozialisten, die Zerstörung, bzw. Eliminierung Deutschlands. Zum Schutz dieser Sozialisten habe eben diese seinerzeit vorsorglich den Straftatbestand des Hoch- und Landesverrats aus dem Stgb. gestrichen. Eines Tages aber, werden dergleichen Politiker an einer Wand stehen.


Hadmut
19.4.2015 12:20
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> Eines Tages aber, werden dergleichen Politiker an einer Wand stehen.

Wände wird es bis dahin nicht mehr geben.


derdiebuchstabenzaehlt
19.4.2015 12:24
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Scheint tatsächlich eine Europarechtliche Spinnerrei zu sein, sofern der grüne Sven G denn recht hat …

“Seit 2012 kann die Europäische Kommission ein Verfahren gegen makroökonomische Ungleichgewichte einleiten, wenn ein Land einen zu hohen Leistungsbilanzüberschuss oder Leistungsbilanzdefizit aufweist. Die Bundesregierung hat sich bei der Umsetzung der Maßnahmen gegen Ungleichgewichte für einen hohen Grenzwert der Leistungsbilanzüberschüsse im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 6 % stark gemacht.”

http://www.sven-giegold.de/2013/zahlenspiel-um-die-berechnung-des-leistungsbilanzuberschusses-geht-in-die-nachste-runde/

Europa mag wohl den sozialismus und möchte keine besonderen Leistungen zugelassen sehen!


Männerstreik
19.4.2015 12:26
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Aber Hadmut, das ist doch, was im Bildungssystem und in der Arbeitswelt als “Inklusion” und “Diversität” bezeichnet wird: alle und alles orientiert sich an den behindertsten, schwächsten und verdrehtesten Exemplaren einer Gruppe. Mehrwert für Gesellschaft und Wirtschaft = Null.

Was meinst Du denn, warum wir nun halb Afrika nach Europa gespült bekommen? Weil die USA aus Sklavenzeiten auch so viel im Land haben und “Inklusion” und “Diversität” dort seit dem Ende der Sklaverei die Gesellschaft und Wirtschaft belasten. Europa und insbesondere Deutschland sollen nicht stärker werden als die Pleite- und Verbrecher-USA, darauf läuft es hinaus. Oder was meinst Du, warum 100 ertrunkene Wirtschaftsflüchtlinge eine Trgödie sind, aber pro Monat Hunderte einheimische Jungen und Männer in Deutschland, die sich das Leben nehmen, nicht?

Es scheint so, als hätten die Siegermächte und insbesondere die USA seit der Wiedervereinigung Deutschlands einen weiteren Vernichtungsplan mit der Kragenweite von Morgenthau & Co. entwickelt, der nun Deutschland und Europa überstülpt wird. Die Handlanger sitzen – wie immer – bei Netzwerken und Think Tanks wie der Atlantikbrücke und treiben die Zerstörung voran.


Volker
19.4.2015 12:28
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Paßt vllt. dazu:
Die Grünen stehen doch in BW auch hinter dem geänderten Sexualkundeunterricht, wo 14-Jährige in Rollenspielen ihre ersten Erfahrungen mit zB Analverkehr darstellen sollen.

Dazu mein Gedanke:
Grüne habe ja eine gewisse historische Nähe zur Pädophilie.
Die kann derzeit aber niemand so recht öffentlich ausleben.

ABER:
Mit der neuen Fassung des Sexualkundeunterrichts können zumindest alle grün-orientierten Bio-Lehrer ungeniert und zwanglos ihrer Pädo-Seite wieder ungestraft annähern.


Heavy
19.4.2015 13:00
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Die Grünrote Regierung in Baden-Württemberg sabotiert das Bildungswesen auch noch in anderen Bereichen.

http://www.cccs.de/events/201505-wir-koennen-alles-ausser-informatik/


Eldoran
19.4.2015 13:04
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Naja an sich ist ein Leistungsbilanzüberschuss genauso schädlich wie ein Defizit, vor allem wenn die Ursache wie in Deutschland ein Handelsbilanzüberschuss ist (ohne den Exportüberschuss – den sogenannten Außenbeitrag, wäre Deutschland schon seit einigen Jahren in der Rezession).
Das Problem dabei ist weniger das Wirtschaftswachstum an sich, sondern die dadurch erzwungenen Effekte auf das Wirtschaftssystem. vor allem im Euro-Raum.

Unser Währungssystem basiert auf Schulden (alle Schulden und Guthaben weltweit aufgerechnet ergeben immer Null). Was allerdings auch bedeutet, dass ein Exportüberschuss nur möglich ist, wenn gleichzeitig von Jemandem im Ausland im Inland Schulden aufgenommen werden. Diese Schulden können jedoch unmöglich getilgt werden, da ja wertmäßig kontinuierlich weniger importiert wie exportiert wird.
Normalerweise würde in so einem Fall die Währung aufwerten, schließlich wird sie ja dringend gebraucht um die Kredite bedienen zu können. Damit würden sich jedoch die Preisen für Import/Export verschieben und den Exportüberschuss begrenzen.


Collin
19.4.2015 13:04
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@Hadmut:
Da würde man sich fragen, ob die Politik der Grünen nicht generell Wirtschaftssabotage als erstes Ziel hat.

Hast du nicht etwas ähnliches schonmal im Blog erwähnt? Lärmschutzmaßnahmen um die Industrie loszuwerden?


Stefan Müller
19.4.2015 13:05
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Es muss wirklich große Freude machen, sich über etwas zu empören, das ein Blogger in einer Internet Postille findet, die einen Politiker zitiert, der irgendetwas über einen anderen Politiker behauptet. Aso übernehme ich für euch mal wieder das Quellenstudium.
Sven Giegold:

Seit im Jahr 2012 das sog. Economic Governance-Paket (“Sixpack”) in Kraft getreten ist, kann die Europäische Kommission im Rahmen des Europäischen Semesters ein Verfahren gegen makroökonomische Ungleichgewichte einleiten.
HP Sven Giegold
Muss ich jetzt noch den Unterschied zwischen “Europäische Kommission” und “EU Abgeordneter” erklären?

Wer das als “Landesverrat” empfindet, beweist nicht nur, das er grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge nicht begriffen hat, sondern auch das ihm kaputte Straßen, marode Schienen oder veraltete Fabriken nicht stören. Denn “Exportüberschuss” bedeutet nichts anderes, als Kapitalabfluss aus Deutschland, Kapital, das hier nicht mehr zum investieren zur Verfügung steht.
Es haben sich im Laufe der Zeit gigantische Forderungen gegen ausländische Kunden aufgebaut, glaubt eigentlich irgend jemand, das die jemals alle beglichen werden? Wenn Griechenland den Euroraum verlässt, eine typische AFD Forderung, sind nicht nur die Banken dran, auch der ein oder andere Maschinenbauer wird sich dann mit Drachmen statt Euro zufrieden geben müssen. Griechenland ist dabei nur ein kleiner Fisch. Ein Ausfall Spaniens oder Italiens wird auch in Deutschland eine Blutspur hinterlassen.


Francis Schmit
19.4.2015 13:11
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Ein Franzose kann den Deutschenhass der Linksgrünen und der Linksfaschisten nicht verstehen, bei uns wäre es widernatürlich und pervers, ins eigene Nest zu scheißen. Ein weit hergeholtes,aber treffendes Beispiel ist die Kolonialhetze : In 34 Jahren hat das 2. Kaiserreich 9 überseeische Staaten und Nationen gegründet und wirtschaftlich und technisch an den Rest der Welt angepasst, und dafür werden die Pioniere von allen Seiten verleumdet und beschimpft : Humboldt-Universität, Bundeszentrale für politische Bildung, Planet Wissen, Bonner Haus der Geschichteund meist empörte Professorinnen und Doktorantinnen, Pöbel wie die Berliner Narrenzunft “Berlin-Postkolonial e.V.” …Der Einsatz staatlicher Sicherheits- und Ordnungskräfte wird als Völkermord dargestellt, Terrorismus, solange er deutsche Bürger traf, bejubelt : bei uns gibt es dafür bis 5 Jahre Knast.
hren Jahrenn


Juergen Sprenger
19.4.2015 13:13
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Das Dumme ist nur, daß Rechte und die extremistische Mitte einfachste wirtschaftliche Zusammenhänge nicht zu Ende denken können.

Exorbitante Handelsbilanzüberschüsse kann man nur einfahren, wenn sich im gleichen Maß jemand dafür verschuldet. Wenn sich niemand verschulden würde müßte die Handelsbilanz ausgeglichen sein und es würde folglich keine Überschüsse geben.

Das ist vereinfacht ausgedrückt wie im Endspiel bei Monopoly. Dann kann der, der die meisten Hotels hat entweder den anderen Mitspielern Kredit geben oder das Spiel ist vorbei.

Wenn man also die einseitige Exportfixierung und die damit verbundenen Ungleichgewichte aufrecht erhalten will muß man zwangsläufig in Kauf nehmen, daß sich die Kunden immer mehr verschulden – oder denen die Ware schenken. Will man das nicht muß man sich von den Exportüberschüssen verabschieden, denn wovon sollen die exportierten Waren sonst bezahlt werden?

Das hat nun wirklich nichts mit ‘Wirtschaftssabotage’ zu tun. Eine erste Maßnahme wäre zum Beispiel die Löhne in Deutschland drastisch zu erhöhen und damit den Binnenmarkt zu stärken statt mit der Lohndrückerei der vergangenen zwanzig Jahre fortzufahren.


Stefan Kunze
19.4.2015 13:23
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Wir leben im Zeitalter des “post-Patriotismus”, zumindest wir Deutschen. meine Gewährsfrau, die Russin, hat sich darüber ohne Ende aufgeregt, daß wir uns permanent hinterfragen, unsere Erfolge kleinreden und unsere geschichtliche Schuld wie eine Fahne vor uns hertragen.

Linkes Denken ist stets “antinationalistisch”, denn der Nationalstaat hat Traditionen, die sich häufig auf gewonnene Kriege beziehen. Alles dies ist den Linken ein Dorn im Auge.

Abschaffung der Nationalstaaten ist seit Anbeginn linke Agenda. Siegen soll die “sozialistische Internationale”. (früher: “Komintern”, von Rußland bezahlt).

Der neue Sozialismus gedeiht bekanntlich ungehemmt in Brüssel, denn dort existiert kaum demokratische Kontrolle. Die Linken sind dort quer durch ALLE Lager (außer AfD, front national und Nigel Farage) sich einig, daß alle Kompetenzen nach Brüssel gehören.

Ein nach oben abweichender Leistungsinex eines Staates KANN dem Sozialisten niemals passen, das MUSS bekämpft werden. Schließlich heißt das Synonym für Sozialismus “Gleichmacherei”, alles alles auf dasselbe Mini-Niveau herabdrücken. So war es in der DDR, und so ist es wieder in der EUdSSR.

Auch hier sehe ich das Mittel der Wahl wieder in passivem Widerstand. Die EU reicht Subventionen aus?? Fein, wir machen 100 Projekte, die hauptsächlich dem Abgreifen dieser Subventionen dienen….so holen wir uns unsere Milliarden wieder. (Die anderen Staaten tun das eh die ganze Zeit!)


Schänder-Mainstreaming
19.4.2015 13:42
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Man darf aber nicht vergessen das die AFD auch pro! Wirtschaftssanktionen gegen Russland gestimmt hat. Und das von einer Partei die etwas von Wirtschaft verstehen will.

Das kann man vielleicht mit Kuba und dem Irak machen. Selbst beim Iran hat es schon nicht richtig funktioniert. Vielleicht sollten sich die AFD Bonzen mal nen Globus kaufen und schauen wie gross und rohstoffreich Russland ist. Diese Sanktionen schaden vor Allem Deutschland.

Von wegen Alternative.

Auch nur eine Systempartei, nicht schlauer als die Grünen.


Nobby
19.4.2015 14:06
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http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/streit-ueber-g36-bundeswehr-muss-ein-neues-gewehr-anschaffen-13546673.html

Und das passt den Grünen genau ins Konzept.

“Auch der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner forderte Konsequenzen. „Das Ministerium muss das G36 entweder zügig nachbessern oder als Ersatz ein neues Gewehr beschaffen“, sagte Lindner der „Bild am Sonntag“.”


Insider
19.4.2015 14:09
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Ich bin ein entschiedener Gegner des Grünen Heuchlerpacks, doch in diesem Fall kann ich dem besagten Politiker zustimmen. Was er dazu sagt, hat ökonomisch Hand und Fuß. Besser wäre es allerdings, die Anpassungen auf der Ebene der Währung durchzuführen. Im Gründe sind die Positionen von Giegold und Lucke nicht soweit voneinander entfernt.


Juergen Sprenger
19.4.2015 14:59
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@Stefan Kunze

Da möchte ich von Ihnen doch mal eine Methode genannt bekommen mit der ein permanenter Leistungsbilanzüberschuß ohne die Anhäufung uneinbringlicher Forderungen möglich sein soll. Ohne Gleichmacherei und so.

Und bitte nicht mit so in sich schlüssige Argumentationen wie ‘die Ausländer hängen faul rum und nehmen uns die Arbeitsplätze weg’.


derdiebuchstabenzaehlt
19.4.2015 15:21
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An die Antiexportüberschußleute hier mal eine Frage. Was genau bringt eine (willkürliche) Begrenzung dieses ExÜber.? Wird durch eine Begrenzung über mehr als 0% Überschuß das Problem nicht nur nach hinten verschoben?

Wie will der Staat denn die Löhne erhöhen, zB die des hiesigen Blogbetreibers? Durch Zwang? Und wenn es mal nicht mehr so läuft, durch Zwang wieder senken?

Soll diese Begrenzerei, die angeblich sinnvoll ist, etwa bedeuten, Leistung soll sich nicht lohnen und sogar bestraft werden?

Der Staat zwingt Unternehmen und Menschen zu leisten und zu arbeiten. Er will ja Steuern und Abgaben haben oder verlangt von Männern unbedingt Unterhaltszahlungen. Aussetzen und Pausieren ist nicht. Wie also soll das denn wohl so gehen?


Michaela
19.4.2015 15:25
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Luckes Kritik an Giegold erwuchs wohl aus einer Sitzung des Ausschusses für Währung und Wirtschaft des EU-Parlaments (ECON). Nachstehend ein Auszug aus der Pressemitteilung über die Sitzung am 14. April 2015:

“… Sven Giegold (Greens, DE) suggested taking up the Greek government’s suggestion that an independent fiscal authority be asked to assess its compliance with the SGP, as the Commission “is not taking full account of member states’ fiscal efforts”. Mr Giegold argued that the Commission is too tough on deficit criteria and too soft when it comes to judging macro-economic imbalances, for example in high surplus countries like Germany. “Will you push Germany to increase domestic investments?”, he asked the Commissioners.

The EFDD’s Marco Zanni (IT) said that the success of German exports is mostly a result of “unfair exchange rates” and that Germany should be told “to make a big step forward” on the domestic demand side. “No one will blame Germany for doing too well. But I have been in Berlin to discuss a €15 billion investment package”, Mr Moscovici replied …”


Bill
19.4.2015 15:30
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man Stabilitätsgesetz:
“Ziele der staatlichen Wirtschaftspolitik nach dem Stabilitätsgesetz sind: Stabilität des Preisniveaus, hoher Beschäftigungsgrad (Vollbeschäftigung), außenwirtschaftliches Gleichgewicht sowie stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum.”
(http://www.bpb.de/wissen/JHOF6X)
Und das ist auch richtig. Denn die Leistungsbilanzüberschüsse sind verschenktes Geld/Waren.
Die aktuellen irealen Überschüsse der deutschen Leistungsbilanz sind einer andauernden “Lohnzurückhaltung” geschuldet. Deren Kehrseite ist aber eine nachlassende Investition in bessere, effizientere Ausstattung, langjährig kränkelnder Konsum und starke Abhängigkeit von (wenigen) Handelsoartnern. Das ist langfristig von Nachteil, denn billig kann BRICS besser, aber besser kann nicht jeder.
Zumal die kumulierten Überschüsse in einer Höhe von ~800 Milliarden schon bis jetzt in uneintreibbar verlorene “Wertpapiere” investiert wurden. Anstelle in deutsche Löhne oder Investitionen die es auch in 50 – 100 Jahren ermöglichen würden, über erhöhte Effizienz menschenwürdige Renten zu zahlen ohne die Einzahler über Gebühr zu belasten.
Wobei bei dem Gemecker aus der EU unausgesprochen auch die Verzweiflung dahinter stehen dürfte, dass dieses vermaledeite Deutschland sich immer wieder an die Spitze arbeitet. Egal ob verlorene Kriege oder vergurkte Wiedervereinigungen.


EinInformatiker
19.4.2015 16:23
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Also ich interpretier das nicht so, dass die Grünen Deutschland abschaffen wollen. Dann würden sie sich ja selbst bewußt abschaffen. Nein wenn die von “Nie wieder Deutschland” reden, dann soll es das in der Tradition von Deutschland stehende Deutschland nicht mehr geben, sondern ein grünes Land (Buntland) (allerdings eben kein Deutschland, aber ein Land von dem die Grünen glauben noch Diäten zu erhalten). In der Tagespolitik wiederum geht es wie bei den Linken darum Deutschland (wobei man das eigentlich schon nicht mehr sagen darf) für alles grundsätzlich den schwarzen Peter zuzuschustern und dem Ausland (außer den bösen USA und Rußland) grundsätzlich recht zu geben. Denn das Ausland will ja etwas von Deutschland und deutsche Interessen darf man nicht vertreten.
Erlaubt sind zumindest für Deutschland keine konkreten und schon gar keinen eigenen Interessen, sondern lediglich allgemein “humanitäre Interessen” die mit einem abstrakten Humanismus vereinbar sind. Und wenn das Ausland irgendwo schwächer ist als Deutschland (das wird ja nicht mehr lange so sein) dann ist das inhuman. D. h. die Grünen betreiben Politik grundsätzlich nicht inhaltlich, sondern orientiert an abstrakt humanen Zielen (das müßte man etwas besser ausdrücken weil die Grünen ja jeden positiven Gehalt von “human” konterkarieren, schaff ich jetzt nicht).
Wenn also, um ein weiteres Beispiel zu nennen, die Griechen Reparationen fordern sind die Grünen natürlich dafür. Denn das 3. Reich war böse und deshalb ist jetzt jede Forderung deswegen gut. So funktioniert grüne Politik. Unendlich ideologisch und primitiv.


Marcus Junge
19.4.2015 17:42
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“Eines Tages aber, werden dergleichen Politiker an einer Wand stehen.”

“Wände wird es bis dahin nicht mehr geben.”

Ich würde ehr vermuten, daß es dann keine Deutschen sein werden, die solche Politiker islamisch korrekt aburteilen, weil der Bevölkerungsaustausch dann erfolgreich abgeschlossen ist und die nützlichen Idioten nicht mehr erwünscht sind, wie nach der islamischen Revolution im Iran, als zuerst die kommunistischen Revolutionshelfer gerichtet wurden. Die Deutschen werden, bis sie verschwunden sind, mit Distanzierungen und Mahnungen zum friedlichen Widerstand beschäftigt sein, zumindest der kleine Teil der jenseits von GZSZ und Tagesschau noch etwas mitbekommt.


Juergen Sprenger
19.4.2015 18:15
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@derdiebuchstabenzaehlt

Man benötigt keine willkürliche Begrenzung des Exportüberschusses, man muß auch nicht die Exporte begrenzen, denn eine ausgeglichene Handelsbilanz läßt sich auch über eine Erhöhung der Importe erreichen. Das setzt allerdings eine höhere Kaufkraft im Binnenmarkt voraus.

Da würde schon die Umwandlung prekärer Beschäftigungsverhältnisse in unbefristete Vollzeitstellen, Ausbau des Kündigungsschutzes, Stärkung der Arbeitnehmerrechte und ein Mindestlohn, der den Namen auch verdient etwas bringen.

ALDI und LIDL werben zum Beispiel in der Schweiz mit einem Mindestlohn von 4000 CHF/Monat.

Den Schluß, warum sich durch höhere Löhne Leistung angeblich nicht mehr lohnt sollten Sie bitte mal erklären.


splitcells
19.4.2015 19:05
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Ich würde es auch nicht als wirtschaftliche Sabotage
bezeichnen, sondern vertrette die Meinung, dass
das ein richtiger Schritt ist.(IMHO)

Beide Arten von Ungleichgewichten müssen semetrisch
betrachtet werden, weil sie letztlich beide _immer_ gleichzeitig
auftreten. Auf lange Zeit gesehen sollte es möglichst geringe
Ungleichgewichte geben.

Deutschland exportiert mit seinen Überschuss seine Problem nach
aussen und andere neheme sie mit den Importen auf.
Außerdem leben wir damit im Prinzip unter unseren Verhältnissen,
da wir das was wir produzieren letzlich nicht nutzen.

Zudem bedeutet es nicht zwingend, dass Deutschland weniger exportieren
muss. Es könnte auch mehr importieren werden
(was wahrscheinlich nicht passieren wird und damit auch ein Teil
des Problems aufzeigt).

Wenn sich nichts an der Handelsbilanz ändern würde, würde auf langer Sicht auf jeden Fall, dass Wachstum des Exports irgendwann 0 sein (aufgrund der Verschuldung des Auslandes). Damit
würde dann eine Rezession in Deutschland eintretten, da
der Binnenmarkt sich nicht erholt haben wird.

In der Praxis wird natürlich sowas wie Griechenland passieren.
Bloss halt immer wieder.

Letztendes müssen Länder das produzieren, was andere nachfragen,
und zwar mit dem Ziel etwas anderes im gegenzug dafür zu kaufen.


Raik Berger
19.4.2015 20:50
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>Unser Währungssystem basiert auf Schulden (alle Schulden und Guthaben weltweit aufgerechnet ergeben immer Null).

Stimmt nicht ganz. Unser Währungssystem basiert auf der Zahlung von Zinsen. Die Schulden sind höher als die Guthaben, da noch die Zinsforderungen dazu kommen.


JochenH
19.4.2015 21:41
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Es stimmt, dass die primäre QUelle fehlt, aber ich habe den Giegold gegoogelt und auch auf Twitter verfolgt und da finden sich etliche Vorstöße in ähnlicher Richtung.Das Argument geht dahin, dass der Überschuss des Einen das Defizit des Anderen ist und eben durch Strafen ausgeglichen gehört.

Folgerung wäre erstmal, dass wir gigantische Abgaben zahlen müssten und danach quasi unsere Industrie herunterfahren bzw. ins Ausland verlagern.

Was auch immer passieren würde, es wäre wohl der massivste Eigriff in unsere Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg.

Für mich ist das Erschreckende, dass der Vorschlag direkt von einem deutschen Abgeordneten kommt. Zusammen mit dem Thema, dass wir stillschweigend keine illegalen Einwohner mehr abschieben sieht das wie ein weiterer Nadelstich gegen die deutsche Bevölkerung aus. Es macht irgendwie alles keinen Spaß mehr.


tuka
19.4.2015 22:22
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Bezüglich Aussenhandelsüberschuss: Im Prinzip ist es ganz simpel. Ein Land exportiert langfristig mehr, als es importiert. Weil das Land aber eigene Währung haben will, steigt im Gegenzug der Wechselkurs. Die eigene Währung wird “härter”.

Die Auswirkungen einer harten Währung sind: Andere Währungen werden billiger. Urlaub im Ausland wird billiger, Import von Waren wird billiger. Gleichzeitig wird der Export immer schwerer, da andere Währungsräume immer größere Geldbeträge aufwenden müssen. Ausländische Kunden beginnen sich nach regionalen Alternativen umzusehen. Auch exportstarke Firmen beginnen sich nach Alternativen um Export umziehen, dem Binnenmarkt. Variable Wechselkurse verhindern extreme Defizite und verteilen Wohlstandsentwicklungen global.

Unter (1) kann man sich die Entwicklung des Überschusses angucken (als Hinweis, es ist nur die blaue Linie relevant). Dabei fallen ein paar Punkte auf, lokale Extreme. Etwa um 1980 herum (Einführung fester Bandbreiten für Wechselkurse), 1989 (Wende und starken Binnennachfrage durch den Osten), um 1999 (Euro wird als Buchwährung eingeführt. Wechselkurse werden abgeschafft).

Die erste Folge der festen Wechselkurse ist wie im VWL-Lehrbuch beschrieben, es gibt massive Außenhandelsüberschüsse auf der einen Seite und Defizite auf der anderen Seite.

Sowohl das eine als auch das andere ist von der Politik so geschaffen worden. Korrekt wäre es jetzt, starke und schwache Länder wechselkurstechnisch zu trennen und so Rahmenbedingungen zu schaffen, in der sich Volkswirtschaften wechselseitig ergänzen.

Dummerweise ist der EURO keine ökonomische Idee, sondern eine politische. Und deshalb reagieren Politiker wie halt Politiker reagieren: Mit “Wirtschaftsförderung”, also Verschuldung. Und wenn das nicht mehr geht, mit Strafen (=Sanktionen). Dummerweise hilft weder das eine noch das andere. Etwa bei Strafen: Es sind ja nicht Staaten die Produkte exportieren, sondern Unternehmen. Selbst wenn etwa Deutschland Sanktionen in Form von Steuern auf Unternehmen umwälzt, wie werden wohl die Unternehmen reagieren? Logisch: Noch mehr exportieren.

Was hier für Volkswirtschaften gilt, gilt übrigens im Rahmen der staatgläubigen (=extrem linken und extrem rechten) Ideologie auch für Individuen. Etwa die Gleichmacherei in der Schule wird dazu führen, dass es zukünftig eine Vielzahl von geistig Armen geben wird, und einige wenige Magier, die sich irgendwoanders Wissen erworben haben. (Erste Stufe) Und statt von diesen Magiern zu lernen, versucht man diesen Leistungsstarken Knüppel zwischen die Beine zu werfen (zweite Stufe, die Stufe der Sanktionen). Als Ergebnis wird es allen Beteiligten schlechter gehen, als vorher.


Manfred P.
19.4.2015 22:43
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Volkswirtschaftlich gesehen ist alles ein Nullsummenspiel.

Die Überschüsse des einen sind die Defizite des anderen, das kann ja nicht anders sein.

Mein Einkommen sind Kosten meines Arbeitgebers. Je mehr ich verdiene, desto höhere Kosten hat mein Arbeitgeber. Das mag für ihn schlecht sein, für mich aber gut.

Schließlich muss ich wohnen, essen, zur Arbeit kommen: Meine Ausgaben sind die Einkünfte der anderen.

Drückt man mir meine Löhne, muss ich meine Ausgaben senken. Passiert das auf Massenebene, sinkt der Massenkonsum, und damit die Masseneinkünfte anderer Arbeitgeber.

Wenn ich sparsam bin, und alle anderen nicht, habe ich einen Vorteil.

Wenn alle sparsam sind, weil sie müssen, wirkt das auf alle anderen zurück, denn der Massenkonsum sinkt ab.

Eigentlich ist das ganz einfach zu verstehen.

Man kann sich wie ein Gorilla auf die Brust trommeln und den eigenen wirtschaftlichen Erfolg feiern.

Wenn aber die anderen, die die Defizite haben, tatsächlich ernst machen und sparen, werden die nicht mehr in Deutschland kaufen, sondern in China oder ganz auf Konsum verzichten.

Wenn nur einer die Löhne drückt, (wie in Deutschland geschehen), hat er erstmal einen Vorteil (wie in Deutschland geschehen). Wenn die anderen mit der Sparsamkeit nachziehen, dann fängt der Spaß richtig an. Dann wird eben der Daewoo oder Toyota geordert, statt dem VW. Passiert das auf Massenebene, wird VW das spüren.

VW wird zuerst Preise senken müssen, und dann fängt die Deflation an, vor der sich alle fürchten. Die Autobranche ist nur ein Beispiel: Es wird alle Sektoren betreffen, die für den Massenkonsum produzieren.

Eigentlich ist das ganz einfach zu verstehen.


splitcells
19.4.2015 23:07
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>> Folgerung wäre erstmal, dass wir gigantische Abgaben zahlen müssten
>> und danach quasi unsere Industrie herunterfahren bzw. ins Ausland
>> verlagern.

Das wichtigste dabei ist es generell einen Anreiz dafür zu schaffen
die Handelsbilianz auf langer Sicht auf 0 zu bringen.

Ein Handel macht nicht Sinn, wenn der eine Partner
sich zuhnemend bei einem anderem Partner verschuldet und
es mehr und mehr zu der Situation kommt, dass der Partner
zahlungsunfähig wird.
In einer solchen Sitaution wird es immer zu Abschreibungen kommen.
Man wird immer Vermögen verlieren, da der andere Handelspartner
per Definition nicht das produziert was man will.

Oder um es plakativ zu sagen:
Was bringt es Geld an Griechenland zu leihen, wenn
man weiss, dass man es nicht bekommt?
Was bringt es schweres Gerät an Griechenland zu verkaufen,
wenn man weiss, dass die es nicht bezahlen werden?

Natürlich ist das obere übertieben und vereinfacht (man kann mit Griechen
Geschäft machen, sonst wäre deren Import/Export genau 0).
Aber ein _dauerhafter_ Exportüberschuss bzw. Verschuldung
erzeugen eine Situation die in diese Richtung geht.

Griechenland ist ein Problem für die EU, weil es unsere Schulden
sind. Ansonsten könnte uns Griechenland writschaftlich egal sein,
wenn man von dem Markt absieht der verloren ginge.


Johnny
19.4.2015 23:26
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Überraschend, wieviele Leute den ganzen Kram (“man darf keine unausgeglichene Leistungsbilanz haben”) wirklich glauben. Leute, wenn’s schwer fällt, das in Staatsdimensionen zu begutachten, dann einfach runterbrechen, das klappt super. Also: eine ausgeglichene Leistungsbilanz heißt, ihr nehmt im Monat genau so viel ein wie ihr ausgebt. Erstrebenswert? Oder wollt ihr mehr Geld einnehmen als ihr ausgebt? Was ist nachhaltiger? Klar: weniger einnehmen als man ausgibt macht mehr Spaß, weil weniger anstrengend. Aber deshalb anstreben, dass jeder maximal so viel verdient, wie er auch ausgibt?

Eben. Und das ändert sich auch nicht, wenn man hochskaliert, das ändert sich nicht bei einer Gruppe von 10 Personen, 100 oder 80 Mio.


Gerald
19.4.2015 23:42
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@ Helmut

Ich geben Ihnen noch 1-2 Jahre. Dann schreiben sie nicht mehr von “Grünen” sondern von Terroristen.

Wie bei den Islamisten, wird auch hier ein Prozess stattfinden hin zur Erkenntis.

Warum behaupte ich das? Weil Sie bisher die Schlussfolgerung noch nicht gezogen haben. Die Konsiquenz aus von Ihnen kritisierten Handeln, ist nämlich das selbe Ziel, das Terrorismus zu erreichen versucht. 😉


EinInformatiker
20.4.2015 0:17
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@ splitcells

Ich kenne diese Argumentation. Und sie weist in der Tat auf die Probleme hin die Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz hervorrufen. Wenn die anderen Länder nicht zahlen können verschenkt Deutschland einen Teil seiner Produktion. Das passiert ja momentan mit den Südländern. Außerdem exportieren die Südländer ja nicht deshalb so wenig, weil sie vernünftig sind und über hohe Löhne und Sozialleistungen ihre Produkt im eigenen Land verbrauchen, sondern weil sie wegen zu hoher Löhne und Sozialleistungen (und auch weniger Know How) nicht wettbewerbsfähig sind. Man könnte also umgekehrt fordern, dass die anderen Euro-Länder ihre Löhne und Sozialleistungen runterfahren. Aber das zeigt nun wiederum warum die Währungsunion tödlich ist. Hätte jeder seine eigene Währung könnte jeder das so handhaben wie es in seinem Land Tradition ist. All das kann man aber mit Grünen nicht besprechen und auch mit den Rest der deutschen Politik nicht, die ja ebenfalls den Euro zur Ideologie erhoben hat und das Scheitern nicht eingestehen kann. Ansonsten wird sich das Problem irgendwie anders lösen. Bleibt der Euro bestehen wird Deutschland ja ohnehin Strafzahlungen leisten müssen. Es leistet sie jetzt bereits aus seinen Überschüssen.-Also in einer Währungsunion geht das mit den Ungleichgewichten grundsätzlich nicht. Es sei denn der der Überschüsse produziert verteilt sie wieder an die anderen Mitglieder, hat also nichts davon. Die deutsche Wirtschaft wird jetzt schon bestraft. Ansonsten löst sich das so, dass die Währungsunion zusammenbricht. Und außerhalb eines Währungsverbundes dadurch, dass irgendwann der Export selbst regulierend zurückgeht wenn der Importeur nicht mehr zahlen kann. Einzige Lösung ist die Auflösung des Euro. Ansosnten löst sich das Problem natürlich.


tuka
20.4.2015 0:25
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@Jonny: Hier geht es um Volkswirtschaften. Eine langfristig und beständig unausgeglichene Bilanz bedeutet, dass am Ende einer einen Berg von Schulden hat und ein anderer einen Berg von Forderungen. Diese Forderungen sind nicht einbringbar, weil der Schuldner schlicht nichts mehr hat.

Der Schuldner hat aber die Leistungen genutzt. Im Falle von Deutschland: Deutsche in Deutschland erbringen Leistungen, die andere nicht bezahlen (können).

Und nein, hier geht es nicht um den Haushalt eines Landes, sondern um die abhängigen Beziehungen von vielen Ländern.


hxfufhgj
20.4.2015 0:31
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Die Äußerung Giegolds findet man auf Luckes Youtubekanal.


splitcells
20.4.2015 0:42
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@Johnny

>> Aber deshalb anstreben, dass jeder maximal so viel verdient, wie
>> er auch ausgibt?

Unter der Annahme, dass man Handel treiben muss,
dass man Ansprüche immer durchsetzen kann
und Personen ewig leben:

Behauptung: wenn wir eine Gruppe von zwei Personen haben, sollte
die Handelsbilianz beider Personen auf _langer_ Sicht
0 sein.
Also beide Personen müssen genausoviel ausgeben wie sie einnehemen
(dass heisst auf keinen Fall, dass das bei jeder
Zeitspanne so sein muss).

Was passiert, wenn dies nicht gilt, also wenn jetzt eine Person auf
unendlich langer Zeit größe Einnahmen hat als Ausgaben?
Dann ist die andere Person irgendwann pleite.

Es enstehen also Persioden, in der die eine Person nichts
machene muss um Geld zu verdienen, weil er es nicht
kann, da die andere Person pleite ist. Die andere Person
muss dann die ganze Arbeit verricht. In der Realität
wird das aber zusätzliche Nebeneffekte haben
(aka “du machst
was ich will ansonsten verhungerst du”).

>> Aber deshalb anstreben, dass jeder maximal so
>> viel verdient, wie er auch ausgibt?

Wie gesagt muss es kurzfristig nicht so sein.
Im Gegenteil: Schulden aufzunehmen, um zu investieren ist
erwünscht. Das Problem ist aber wenn es auf langer Sicht
nicht gilt und die Schulden so stark steigen,
dass man Zahlungsunfähig wird. Dass kann dadurch
passieren, dass sich die Investitionen nicht rentieren
(wenn die Schulden nur, zum Beispiel,
entsprechend der Inflation zunehmen ist es auch kein Problem an sich).

Eine Bank ist an Schuldner nur so lange interrisiert, wie
die Schuldner auch entsprechend zahlen können. Eine Bank wird
versuchen es zu vermeiden Schuldnern Geld zu geben,
die es nicht leisten können.

Beim Export gilt das gleiche. Man versucht Waren an Kunden
zu verkaufen, die diese es sich auch leisten können.
Verschlechtert sich die Situation des Schuldners wird
dieser irgendwann versuchen weniger zu kaufen
um Geld zu sparen. Außerdem kommt der Verkäufer je nach
Situation auch noch auf die Idee, dem Schuldner als
nicht geeignet Käufer einzustufen, um Verluste zu vermeiden.
Die letzte Stufe wäre es, dass der Käufer den Verkäufer
nicht bezahlen kann.


tuka
20.4.2015 0:47
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@Manfred P: Bei Volkswirtschaften geht es nicht um Nullsummenspiele, sondern um Kreisläufe. Die Schulden des einen kommen irgendwann zu mir zurück. Deutschland liefert an Griechenland, Griechenland “zahlt” mit Schulden. Diese Schulden muss Deutschland abschreiben –> Es gibt Streit und Deutschland hat umsonst gearbeitet. Und zwar wörtlich. Das Ding mit den Bilanzen ist betriebswirtschaftliches Denken, also ein Denken in Gewinnen.

Ein dauerhaftes Abweichen von 0, egal ob nach unten oder oben, bedeutet langfristig das der Warenkreislauf gestört wird. Genau das, was jetzt innerhalb der EU passiert. Ein paar Ländern geht es noch gut, und zwar primär Ländern die Handelsbeziehungen außerhalb der EU haben und anderen Ländern geht es ganz furchtbar schlecht.

Um in Deinem Beispiel mit den Löhnen zu bleiben: Wenn innerhalb einer fiktiven geschlossenen Gesellschaft _allen_ Angestellten die Löhne erhöht werden, ändern sich schlicht nichts. Innerhalb des Kreislaufes der Volkswirtschaft wird lediglich Geld vom Unternehmer zum Angestellten umgeleitet. Klingt erstmal gut (man kann ja mehr kaufen), heißt aber das der Unternehmer weniger Interesse an seinem Unternehmen hat. Und im Extremfall macht er seine Firma ganz zu. Dann haben auf dem Papier alle irgendwie ganz viel Lohnanspruch, aber weder Arbeitsplätze noch Dinge die sich sich kaufen können.

Volkswirtschaft sind das, was Ingenieure als Regelkreis bezeichnen. Und das was Politiker machen, ist schlicht in diesem Regelkreis willkürlich und ohne Verstand an verschiedenen Stellen “Stellschrauben” einzubauen.

Ein solches geschlossenes System war zum Beispiel die DDR. Dort wurden gelegentlich auch die Löhne erhöht. Brachte aber überhaupt nichts, weil es nicht genügend Waren gab. Im Regelkreis Volkswirtschaft bedeuten pauschale Lohnerhöhungen deswegen entweder steigende Güterpreise wegen steigender Nachfrage oder Gütermangel weil die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Bei Volkswirtschaften kann man nicht den Gewinn steigern, sondern nur die Wohlfahrt. Also den Wohlstand von allen. Und dafür gibt es nur einen einzigen Weg: Die Volkswirtschaft muss insgesamt wachsen. Und ja, da haben die Grünen tatsächlich was dagegen, weil sie die naive marxistische/materialistische Weltsicht haben, dass eine wachsende Wirtschaft zwingend mit wachsenden Resourceneinsatz verbunden ist. Das aber auch Kunst, Wissenschaft und Bildung Wachstum sind, verstehen sie nicht. Und sie verstehen auch nicht, dass eine Wirtschaft auch dann wachsen kann, wenn der Ressourceneinsatz verringert wird. Und erst recht verstehen sie nicht, dass knappe Ressourcen (also eine Verringerung der Ressourceneinsätze) Wirtschaftswachstum auslöst.


Manfred P.
20.4.2015 14:12
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@tuka

Das ist gut nachvollziehbar; das mit den Regelkreisen habe ich auch genau so gemeint, wie Du das nochmal darstellst.

Wenn man schlagartig alle Löhne erhöhte, dann wäre der Effekt nur Inflation: Die Preise würden durchgängig steigen, weil die Händler merken, dass die Leute mehr Geld in der Tasche haben, bzw. auch ihrer Verkäuferin mehr zahlen müssen und das auf die Preise umlegen.

Wenn man alle Bilanzen zusammen nimmt, ist das Saldo logischerweise immer Null. Das meinte ich damit.

Deswegen ist volkswirtschaftlich gesehen das “Sparen für das Alter” der reinste Blödsinn, wenn nicht in Zukunft junge Menschen da sind, die die Produkte und Dienstleistungen herstellen, die vom Ersparten verkonsumiert werden sollen, und sei es, dass es genügend Altenpflegerinnen gibt, die einem den Hintern abputzen.

Insofern wird man das demographische Problem nicht dadurch lösen können, indem man Investmentfonds bespart. Das klappt nur, wenn die realwirtschaftliche Basis vorhanden bleibt, die die Leistungen gegen Geld überhaupt erbringen kann.

Insofern ist das Beispiel mit den Lohnerhöhungen in der DDR ein gutes Beispiel. Was nützen einem 1000 DDR-Mark, wenn man kein Fleisch beim Metzger kriegt, weil die LPG-Leute pünktlich um 5 zuhause sind, statt die Schweine zu füttern?

Aber das trifft eben genau die Kreisläufe, die Du beschrieben hast.

Und diese Fixierung auf Exportüberschüsse ist ein Modell, das auf die Dauer nicht funktionieren kann. Es bedeutet, dass man Arbeitslosigkeit exportiert, und es bedeutet, dass man Forderungen auftürmt, die sowieso nicht beglichen werden können, also abgeschrieben werden müssen.

Die ganzen S-Benz-Karren werden am Ende verschenkt sein; und bezahlen darf die Gewinne von Daimler dann der Steuerzahler.

Die Idee, dass man außenwirtschaftliches Gleichgewicht durch Strafzahlungen herstellen will, ist übrigens nicht von den Grünen, sondern sehr viel älter, nämlich von Keynes.

Er schlug vor, eine internationale Verrechnungswährung namens “Bancor” einzuführen, deren Guthaben von der Weltbank verwaltet werden. Fährt ein Land dauerhaft zu hohe Überschüsse, so sollen die Forderungen durch Strafzinsen abgeschmolzen werden.

Damit wollte man anregen, dass importiert wird, statt die Forderungen verfallen zu lassen. Und dadurch würde man die Nachfrage in den Defizitländern stärken, die somit ihre Defizite durch wirtschaftliche Leistung abbauen können, statt durch Hilfszahlungen.

Das klingt für mich nach einem sehr viel sinnvolleren Weg, denn das bedeutet, dass wir für unser Geld auch tatsächlich Waren und Dienstleistungen bekämen, statt höhere Steuern, die wir zahlen müssen, weil irgendwelche Banken gestützt werden müssen, die sich mit Anleihen aus den Defizitländern verzockt haben.

Die Amerikaner aber blockierten den Vorschlag und führten den Dollar als Leitwährung ein, sodass sie in der überaus komfortablen Situation sind, sich in der eigenen Währung verschulden zu können, die sie jederzeit per Tastendruck erschaffen können.

Also bevor man einen Vorschlag diffamiert, nur weil ein Grüner ihn aufgegriffen hat, sollte man sich erstmal die Argumente anhören. Aber das ist mehr an die Kritiker gerichtet als an Dich.


michael
20.4.2015 15:52
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@Gerald

Helmut? Who the fuck is Helmut?


EinInformatiker
20.4.2015 20:16
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Also bevor man einen Vorschlag diffamiert, nur weil ein Grüner ihn aufgegriffen hat, sollte man sich erstmal die Argumente anhören.

Das ist zwar grundsätzlich richtig und ich halte mich grundsätzlich sogar bei Grünen daran. Aber bei Grünen ist das vergebene Liebesmüh Und dieser “Vorschlag” bringt im Euro-System überhaupt níchts und soll lediglich die grüne Ideologie gegen das des bösen Deutschland an der Seite der Schwachen zu stehen (welch ein Hohn bei dieser absurden Partei) bekräftigen.
Aber wenn er sinnvoll wäre, müßte man sich damit beschäftigen, auch wenn er von Perversen kommt. Die Diskussion im Blog hier zeigt ja, dass die Thematik an sich fair diskutiert wird. Aber eine faire Diskussion wie sie hier geführt wird, ist jedem Grünen Perversen bei diesem und jedem anderen Thema fremd. Grüne Vorschläge sind, auch wenn sie prinzipiell vernünftig sein könnten immer gegen die Vernunft und gegen Deutschland gerichtet. Alles andere wäre zufällig ein Zufall.


Manfred P.
21.4.2015 9:47
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@EinInformatiker

Ich bin jetzt nicht so wirklich ein Fan von Gammel-Grünen.

Jedenfalls handelt es sich um genau dieselbe Problematik, die Hans-Werner Sinn mit seiner “Target-Falle” angesprochen hat, und der ist auch kein Grüner.

Die Exporte werden zunächst über Notenbankkredite ans Nehmerland finanziert, und dann die Importe aus dem Nehmerland verrechnet. Da fließt kein echtes Geld, das kapieren 99,5% der Deutschen nicht, wenn sie sich auf ihr Exportweltmeistertum einen wichsen.

Was wir da haben, ist ein Deckel an der Theke, und wenn der Säufer keine Kohle hat, dann ist das ganze Bier verschenkt gewesen.

Eigentlich ganz einfach zu verstehen.


Manfred P.
21.4.2015 9:48
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>Und dieser “Vorschlag” bringt im Euro-System überhaupt níchts

Warum nicht?

Siehe Target-System.


EinInformatiker
22.4.2015 13:49
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@ Manfred P

>Und dieser “Vorschlag” bringt im Euro-System überhaupt níchts

Warum nicht?

—————————————

Hatte ich ja geschrieben: weil eine Strafe für Deutschland nichts am Know How und der Wettbewerbsfähgkeit der Länder ändert gegenüber denen sich Deutschland angeblich einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft haben soll. Sie könnten ja versuchen zu gleichen Bedingungen mit Deutschland zu konkurrieren. Das können sie vermutlich nicht. Sie müßten ihr System eben auf eigene Rechnung mit eigener Währung betreiben. Aber zum einen darf man das nicht sagen. Das ist in der grünen Ideologie Nationalismus. Den dürfen zwar alle Länder haben aber eben nicht Deutschland (selbst wenn es keiner ist). Deshalb ist der Euro das Problem und dessen “Probleme” lassen sich durch Strafzahlungen nicht beheben. Ich hatte auch gesagt, dass Deutschland ja eh schon für die Ungleichgewichte zahlt. Insofern macht der Euro auch für Deutschland keinen Sinn. Und Prof Sinn hat das ebenfalls angesprochen als er darauf hinwies, dass es keinen Sinn macht, dass Deutschland seine Exportwirtschaft künstlich kappt, denn dann fehlen die Überschüsse aus denen es die Krisenzahlungen für die übrigen Länder leistet. Der Euro macht einfach kleinen Sinn. Abgesehn davon, dass es leider viel schlimmer ist.


Marcel Kowalski
22.4.2015 23:41
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Ein so großer Außenahandelsüberschuß wäre egal, wenn D eine eigene Währung hätte, weil dieser direkt in eine Stärkung der Währung umgemünzt würde (Waren aus D würden teurer, da viel nachgefragt). Weil es die aber nicht hat (da €), ist so viel Überschuß sehr problematisch, da die eigentlich nötige Aufwertung der Währung (D-Mark) nicht stattfinden kann. Möglich ist dann nur die Senkung der Löhne (da der € weit unterhalb der Wirtschaftskraft von D liegt).

Wer das nicht verstanden hat, hat null Ahnung von Währungsmathematik und auch keine Kenntnis von VWL.

Die Grünen erzählen so viel Stuss wie alle anderen auch. Wenn sie dann aber mal was Richtiges sagen, wirkt es uninformiert, sie einfach nur aus Prinzip für Idioten zu halten. Wirkt populistisch, wie der ganze Blog hier in letzter Zeit.

Von einem Informatiker erwarte ich mehr.


Manfred P.
23.4.2015 12:36
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@EinInformatiker

Du wirfst da ein paar Sachen durcheinander.

Im Maschinen- und KfZ-Bau ist Deutschland sicherlich Marktführer. Das war es dann aber schon.

Fast sämtliche deutsche Hersteller von Massenartikeln sind am Markt krepiert: Siemens Handys, Siemens Nixdorf, Zeiss Kameras, Grundig Multimedia, Adler Bürotechnik, etc..

Woran lag es, dass die ach so edlen deutschen Produkte selbst im eigenen Land keine Freunde fanden?

Sie waren bei gleicher Qualität schlichtweg zu teuer. So einfach ist das.

Und darauf weist Marcel Kowalski hin: Dass die japanischen Kamerahersteller damals die deutsche Fotoindustrie komplett planieren konnten (Zeiss, Rollei, Voigtländer, nur Leica gibt es im Premiumsegment noch) und heute die chinesischen Handyhersteller den Markt fluten, liegt auch einfach daran, dass Yen und Yuan künstlich niedrig gehalten werden, weil Japaner und Chinesen Dollar-Anleihen kaufen wie bekloppt.

Der Euro ist für die deutsche Wirtschaft unterbewertet, und deswegen können wir die großen Exporterfolge außerhalb der Eurozone feiern.

>Und Prof Sinn hat das ebenfalls angesprochen als er darauf hinwies, >dass es keinen Sinn macht, dass Deutschland seine Exportwirtschaft >künstlich kappt, denn dann fehlen die Überschüsse aus denen es die >Krisenzahlungen für die übrigen Länder leistet.

Das ist ja wohl ein Witz. Bei wem landen denn die Überschüsse, und wer zahlt die Krisenhilfen?

Landen die Überschüsse etwa beim deutschen Steuerzahler, der seit Jahrzehnten Reallohnverluste verkraften muss, der aber am Ende die Zeche zahlt?

Natürlich bildet man sich in Deutschland gerne ein, aufgrund arischer endogener Überlegenheit so geile Produkte zu fertigen, dass alle anderen einfach deutsche Produkte kaufen MÜSSEN.

Deswegen ist Deutschland in der IT so unfassbar stark, weil die Informatiker einfach mega genial sind und nur die geilsten Sachen machen. Das ist der megamäßig überragenden Bildung der Informatiker hier zu verdanken, dass eigentlich alle IT-Innovationen von den USA ausgegangen sind. (Sarkasmus off).

Alles, was in Wahrheit passiert ist, ist, dass unter Schröder die Reallöhne im Schnitt um ca. 20% gedrückt wurden, und gleichzeitig die europäischen Mitbewerber der Eurozone nicht mehr gegen die D-Mark abwerten konnten, um entsprechend die deutschen Produkte zu verteuern.

Mehr war da nicht.

Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist, dass man mit einem Handelspartner, der pleite ist, kein Geld verdienen kann.

Würdest Du einem Penner auf der Straße einen S-Benz auf Kredit verkaufen? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, warum?


EinInformatiker
24.4.2015 10:00
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@Marcel Kowalsk

Das habe ich doch aber gesagt (wobei mir ja klar ist, dass ich Laie bin, der lediglich ideologiefrei zu verstehen versucht). Im Euro nutzt ein Leistunsgbilanzüberschusss nichts. Er muß an die “Unterschußländer” verschenkt werden, da man ja die eigene Währung nicht aufwerten kann.
Es ist völlig pervers zu glauben man könne einen so komplexen Prozeß wie Wirtschaft bei völlig unterschiedlichen ökonomischen Voraussetzungen auch noch kultur- und mentalitätsübergreifend steuern. Aber diesen Rassismus kann man ja mal versuchen einem Grünen Ideologen klar zu machen. Genau wie die Forderung Frankreich solle seine Defizitziele einhalten. Das ist kein so schlimmer Rassismus und Nationalismus weil Frankreich uns ja wesensverwandter ist wie die Griechen. Je schwächer, desto rassistischer die Feststellung der Schwäche. So primitiv funktioniert der Grüne. Dieses Prinzip gilt für die Grünen in allen Bereichen (Feminismus und Quoten sind ja nur ein anderes Beispiel dafür, die Forderung nach allgemeiner Anti-Diskriminierung eine andere).
Mir erzählt niemand, das in den Grünen auch nur ein Funken Anstand steckt. Freilich wenn die Forderung Sinn hätte, wäre mir diese “Anstandsbetrachtung” egal, auch wenn sie von Unanständigen käme.


EinInformatiker
24.4.2015 10:11
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@ Manfred P

Das ist mir doch alles klar. Natürlich ist Deutschland in Europa höchstens der Einäugige unter den Blinden (wenn überhaupt, wenn das nicht lediglich die Überreste des Nachkriegsbooms sind und eben der wenigen Spezialgebiete). Natürlich geht Deutschland den Bach runter, was wir alle Jahr für Jahr stärker merken werden. Aber die Anderen sind noch schlechter. Und die Eurozone ist zu heterogen. Griechenland ist doch allenfalls schwellenland. Das kann man doch nicht in einer Währungsunion zusammenpacken. Allerdings auch ohne Währungsunion hat Deutschland keine Chance mehr. Insofern ist es eigentlich egal was Grüne so fordern. Die Realität wird das alles ein- und überholen. Und die Realität wird handeln, nicht die Grünen.