Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

de Maizière will Ausweispflicht beim Fliegen

Hadmut
2.4.2015 19:10

Grundsätzlich keine schlechte Idee. Nur: Wie soll das eigentlich gehen?

Auf dem Flugticket steht nämlich nur Geschlecht (Mr/Mrs), Vorname , Nachname.

Bei Leuten wie mir ist das eindeutig.

Heißt aber einer Thomas Schmidt oder Michaela Meier oder sowas, dann heißt ein Ausweis nur, dass man ein Element derselben Äquivalenzklasse, nämlich aller Leute mit gleichem Vor- und Nachnamen hat. Ich hatte im Abi zwei Leute gleichen Namens, sogar gleichen Geburtsdatums, und beide sogar im selben Krankenhaus geboren. Und auch beim Identitätsmanagement begegnen mir schon bei mittelgroßen Unternehmen immer wieder Leute mit Namensgleichheit.

Und in manchen Ländern sind Namen wie Li, Gonzales, Mohammed usw. Standardnamen.

Aber nett, es mal zu fordern.


26 Kommentare (RSS-Feed)

Janik
2.4.2015 19:13
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Am besten auch gleich Ausweispflicht beim Zug oder Bus fahren. Was ein Irrenhaus in dem wir leben,


horsti
2.4.2015 19:39
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@Janik

Sowas gibt es, je nach Ticket, bereits.


_Josh
2.4.2015 19:40
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@Janik: Mal ab davon, dass es einem — darum geht’s ja immer bei diesem Politclown — Achmed Mohammed Jihadi eher Wurscht sein dürfte, ob man seinen Namen bereits beim Einchecken kannte.

Wie immer hohler Aktionismus bei den Schwarzpestinnenkaspern.


Emil
2.4.2015 20:30
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Also bisher wurde mir beim Einchecken, manchmal vor der Personenkontrolle und oft auch vorm Boarding der Ausweis kontrolliert (und mit der Bordkarte verglichen), sogar auf innerdeutschen Flügen. Ich sehe nicht, dass eine Ausweiskontrolle da eine große Zusatzbelastung darstellt.

Was die mögliche Namensgleichheit betrifft: wie wahrscheinlich ist es, dass ein Terrorist einen Nichtterroristen mit gleichem Namen kennt, der so bekloppt ist, das Ticket für den Terroristen mit seinem Ausweis zu ordern/abzuholen?


Hadmut
2.4.2015 20:40
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@Emil:

> wie wahrscheinlich ist es, dass ein Terrorist einen Nichtterroristen mit gleichem Namen kennt, der so bekloppt ist, das Ticket für den Terroristen mit seinem Ausweis zu ordern/abzuholen?

Du hast das Problem nicht verstanden.

Ein Ticket wird auf „Wang Li” ausgestellt, und ganz ohne Strohmann, der Terrorist bestellt auf eigenen Namen. Dann zeigt jemand den Ausweis, aha, es war wirklich ein Wang Li. Hinter, wenn die Maschine abgestürzt ist, weiß man, dass da ein Wang Li saß. Davon gibt’s aber vielleicht eine Million.


Frank
2.4.2015 20:35
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Nee noch besser sind implantiere Chips -dann haben wir daß Stadium totaler Sicherheit erreicht.


Jakob
2.4.2015 20:42
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Dazu kommt, dass Schreibfehler beim Namen üblicherweise toleriert werden und viele Namen in mehreren Schreibweisen existieren (z.B. Jakob/Jacob oder Stefan/Stephan).


Dirk Moebius
2.4.2015 21:11
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Also… ich habe auch innerhalb Europas schon mehrfach noch am Flugzeug Kontrollen erlebt – Ausweis/Pass und Bordkarte gegeneinander und Passbild gegen Gesicht – sowohl in der BRD als auch in Spanien, Frankreich und Rumaenien. Nur war das ein rein optischer Abgleich, ohne nochmalige Speicherung der Daten.

Vor allem aber liefern die Fluggesellschaften ja mit den Passenger Name Records (PNR) schon viel mehr Information, als auf einem einzelnen Ausweis erfassbar ist.


janndh
2.4.2015 21:27
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ich hab da das gefühl das hier einige was verwechseln, zum checkin, nzw boarding braucht man tatsächlich keinen ausweis, viele halten denzwar mit dem Tiket in der hand parat, aber da isse echt unnötig,

beim sicherheitscheck vorher da wird gern mal nach dem ausweiß/ Pass gefragt.

Und ja es ist nutzlos. dann müßte man das bei Zügen und Bussen auch machen, oder der straßenbahn, usw.

Das argument damit könne man schneller opfer identifiezieren halte ich für abstrus und vorgeschoben.
in einem % flugzeug dürften weniger Fluggäaste sein als reisende in einem IC, ICE, oder gut besetzttem RE, ( vierteiliger Doppelstock zug, da passt richtig was rein!)
Es macht auch keinen sinn aufgrund der absoluten Zahlen, im Verhältnis Gäste, Kilometer/ Unfälle gewinnt das Flugzeug, da passiert eben recht wenig. wenn was passiert ja da sinds dann immer gleich 200 das stimmt. Die regelung das immer zwei Leute im Cockpit sein müssen ist auch okay, aber da fehlt was, auch die ersatz person muss dann zumindest rudimentäre Kenntnisse des Cockpits haben (es heißt wohl im Fliegerjargon, das Muster kennen?)
Eine Passpflicht würde nur bedeuten das man Beileidsbekundungen an Hinterbliebene eher überbringen kann. Ein Unglück, ob durch technischen defekt, oder mutwillig, kann so eine Passpflicht nicht verhindern.


Joe
2.4.2015 21:50
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Habe ich das jetzt richtig verstanden? Die machen einen riesigen Sicherheitszirkus mitsamt elektronischen Passenger Name Records inkl. Essenswunsch und allem, aber Ausweise werden nicht kontrolliert?


Manfred P.
2.4.2015 22:01
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Ha, das hatten wir ja schon in einem anderen Kommentar nachgewiesen, dass die Partitionierung nach Namen tatsächlich eine Äquivalenzrelation definiert. 🙂

Darüberhinaus verstehe ich nicht, was die Problemstellung ist und warum die Ausweispflicht eine Lösung für die Problemstellung sein soll.

Offenbar kann man Tickets unter falschem Namen buchen, was nicht aufgedeckt werden kann, wenn man am Flughafen nicht den Ausweis kontrolliert.

Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich beim Einchecken nicht nach dem Ausweis gefragt wurde, auch nicht bei innerdeutschen Flügen.

Und wie kommt man ohne Ausweis durch die Passkontrolle bei Auslandsflügen?

Und dann haben wir noch das Äquivalenzklassenproblem.

Aber ich hätte doch von DöMäziähr gerne mal eine präzise Definition der Problemstellung, die angegangen werden soll.


Andy
2.4.2015 22:31
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> was die Problemstellung

Sich ins Rampenlicht einer Tragödie zu drängeln um einen weiteren feuchten Traum der Sicherheitsfetischisten umzusetzen während die Öffentlichkeit kognitiv gelähmt ist und keinen Widerstand leistet.

Ich wette dieser ganze Blödsinn liegt schon in Form von Wunschlisten oder fertig ausgearbeiteten Gesetzestexten in den Schubladen, und die warten alle nur auf eine Gelegenheit die passt…


Marcus Junge
2.4.2015 22:54
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Es muß außerdem dringend das Bargeld verboten werden, wegen dem Terrorismus (Hust-Hust).


Die Forderung ist Schwachsinn, aber bei solchen fälen ganz gut. Ansonsten kassier ich ab, weil ich angebe, meine Frau war auch darunter, dabei liegt sie unter den Brennesseln im garten. Es gibt leider zuviel pro und contra.


magiccap
2.4.2015 23:22
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>Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich beim Einchecken nicht nach
>dem Ausweis gefragt wurde, auch nicht bei innerdeutschen Flügen.

Ticket online kaufen und web checkin?

>Und wie kommt man ohne Ausweis durch die Passkontrolle bei
>Auslandsflügen?

Passkontrolle innerhalb Schengen? Ich hab erst neulich wieder Muenchen-Barcelona und zuruek gemacht und an keiner Stelle einen Ausweis gebraucht.


Andy
3.4.2015 0:12
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> Ticket online kaufen und web checkin?

In Hamburg muss man bevor man sich zum Sicherheitscheck anstellt Bordkarte und Perso / Reisepass zeigen. Die gucken auch etwas intensiver.

Bei zweimaliger Ankunft in Wien im letzten Jahr hab ich einmal einen Ausweis zeigen müssen, das andere Mal nicht. Keine Ahnung, möglicherweise war das eine Mal eine absolute Ausnahme weil die jemanden auf der Liste hatten. Oder die machen das je nach aktueller Personalstärke…


Michael
3.4.2015 14:36
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Ich habe gerade noch was entdeckt: http://www.mesh-web.de/schengen-raum%3A-der-unsinn-mit-der-ausweispflicht-17496

“Da Ausweispapiere dazu neigen, bei Flugzeugabstürzen zu verbrennen, werden im Innenministerium bereits Überlegungenangestellt, die aus Bundeswehr-Zeiten bekannten Erkennungsmarken, volkstümlich “Hundemarken” genannt, für Flugzeugpassagiere einzuführen.”

Der Artikel ist von heute, also wohl kein Aprilscherz mehr.


Wolf-Dieter
3.4.2015 15:32
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Grundsätzlich hundsmiserabel schlechte Idee. Alle Folge-Überlegungen (Homonyme, kosmische Zwillinge etc.) sind dann überflüssig.


Gästle
3.4.2015 16:30
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Ist das eine getarnte Vorbereitung für eine innereuropäische Fluggastdatenhalde?

http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Innenminister-draengen-auf-Austausch-von-Fluggastdaten-2533353.html


dentix07
3.4.2015 16:32
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@ Andy
Bei unseren Urlaubsflügen nach Griechenland (ab Berlin Schönefeld) und Teneriffa (ab Hannover)und zurück, wurden keine Ausweise kontrolliert!

Wenn ich es richtig verstanden habe, sagte de Maiziere, daß sie nach dem Absturz untersucht hätten ob es sich um einen Terrorakt gehandelt habe. Dabei wäre aufgefallen, daß garnicht klar war ob tatsächlich die Passagiere unter deren Namen der Flug gebucht wurde an Bord waren. Weil das Ticket zwar auf einen bestimmten Namen lautet, aber, ohne das das überprüft würde, an jemand anderen abgegeben werden kann. Es könnte sich also ein bekannter “Gefährder” mit dem Ticket eines anderen an Bord begeben (haben)! De Maiziere will also überprüfen ob Ticketname und tatsächlicher Passagier übereinstimmen, um (wahrscheinlich) a. Terroranschläge durch “Gefährder” zu verhindern, und b. um (nach einem Unglück) schneller feststellen zu können wer tatsächlich an Bord war.

Wer soll das kontrollieren?
– Die Fluggesellschaften? Dazu müssten die aktuellen Zugang zur (BKA? Gibt es nur 1? oder Landesdatenbanken?) “Gefährder”-Datenbank haben! Also Freigabe geheimer Behördendaten an Privatunternehmen!? Tut sich ein Riesenloch auf! Braucht nur ein Mitarbeiter fähig und willens zu sein die zu kopieren und zu veröffentlichen (oder an interessierte Kreise weiter zu geben)!
– Die Bundespolizei?
Hieße wahrscheinlich Aufstockung des Personals! (Naja, das fordern sie ja eh schon! Wäre eine schöne Gelegenheit um es umzusetzen!)

Und was geschieht wenn ein “Gefährder” entdeckt wird? Wird er/sie nicht an Bord gelassen? Wie verträgt sich das mit der grundgesetzlich garantierten und auch EU-weit gültigen Freizügigkeit? Gibt es ein Gesetz das für “Gefährder” dieses Recht außer Kraft setzt?
Oder wird er/sie nur genauer kontrolliert?
In beiden Fällen weiß derjenige dann aber auf jeden Fall, daß die Behörden ihn beobachten und wird sein weiteres Verhalten darauf abstellen, womit er als Quelle für weitere Informationen versiegt!
Sind alle die als “Gefährder” in polizeilichen Datenbanken/der Datenbank erfaßt sind tatsächlich welche? Welche Möglichkeiten dagegen vorzugehen hat jemand der dadurch entdeckt, daß er fälschlicherweise in der Datenbank steht? (s. z.B. Udo Vetters “Lawblog” [https://www.lawblog.de/index.php/archives/2014/07/03/die-doppelt-vergessene-dna-loeschung/]
(Und was ist – auch wenn das wenige betreffen wird – mit demjenigen der ganz spontan zum Flughafen fährt und beschließt z.B. nach München zu fliegen? (In D muß man ab (14/16?) zwar einen Personalausweis besitzen, ihn aber NICHT mit sich führen!) Darf er dann nicht fliegen oder reicht dann z.B. der Führerschein/die “Gesundheitskarte” (womit Privatversicherte ausgeschlossen wären!) als Ausweis?)
Konsequenterweise müsste man die Ausweiskontrolle auch mindestens auf die Bahn (eigentlich auch auf U- und S-Bahnen) ausdehnen, denn da wären die Folgen eines Attentats durch einen “Gefährder” (z.B. Selbstmordattentäter oder Bombe im “vergessenen” Koffer) evtl. noch schlimmer als beim Fliegen! Erinnere an Eschede: 101 Tote (auch wenn’s ein Unfall, bzw. technischer Fehler war)!
Will de Maiziere letztlich darauf hinaus? Kontrolle aller Passagiere aller Massenbeförderungsmittel und damit de facto die Aufhebung der Freizügigkeit (gegen gültigen obersten Richterspruch, s. BVerfG zum Mikrozensus)?
Und von der anderen Seite, via PKW-Maut, die Kontrolle des individuellen PKW-Personenverkehrs?
Damit der Bürger möglichst nicht mitkriegt, daß er total überwacht werden soll?
Macht – aus meiner Sicht – Sinn!


Emil
3.4.2015 17:32
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@dentix07
> Weil das Ticket zwar auf einen bestimmten Namen lautet, aber, ohne das das überprüft
> würde, an jemand anderen abgegeben werden kann.

Also die (Economy-)Tickets, mit denen ich privat und beruflich fliege, sind immer an einen bestimmten Flug und einen bestimmten Namen gebunden. Wenn ein Kollege krank wird, auf den ein Flug gebucht ist, und ein anderer Kollege stattdessen fliegt, muss immer das Ticket umgebucht bzw. storniert und neu gebucht werden. Sonst riskiert man bei einer Ausweiskontrolle, nicht an Bord zu dürfen.

Ich kann mir deshalb kaum vorstellen, dass jemand auf das Ticket von jemand anderem fliegt. Sobald nur einmal der Ausweis kontrolliert wird, ist der Ärger vorprogrammiert.


Andy
3.4.2015 18:29
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> “Da Ausweispapiere dazu neigen, bei Flugzeugabstürzen zu verbrennen, werden im Innenministerium bereits Überlegungenangestellt, die aus Bundeswehr-Zeiten bekannten Erkennungsmarken, volkstümlich “Hundemarken” genannt, für Flugzeugpassagiere einzuführen.”

Und da der menschliche Körper ab einer gewissen Aufschlagsenergie dazu neigt die Konsistenz von Gulasch anzunehmen brauchen wir eigentlich auch dringend DNS-Proben von jedem.

Natürlich für die Sicherheit.


niemand
3.4.2015 18:31
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In den USA haben die Fluggesellschaften für die Ausweispflicht gekämpft. Vorher konnte man nämlich ein nicht benötigtes Ticket weiterverkaufen.


Andy
4.4.2015 0:31
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Haben die Airlines in den USA damit einen Erfolg erzielt? Die USA kennen ja eigtl. nicht mal den Ausweis so wie wir. Eine Minderheit beantragt in ihrem Leben mal einen Reisepass, ansonsten gilt halt der in den meisten Bundestaaten nicht sehr falschungssichere Führerschein als leidlicher Ersatz.


Manfred P.
4.4.2015 2:12
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Keine Ahnung, fliege meistens von Köln oder Düsseldorf, und da habe ich es eigentlich noch nicht erlebt, dass keine Ausweise kontrolliert werden, Schengen oder nicht.

Und per Web-Check-In kann man keine Koffer abgeben.


niemand
4.4.2015 18:17
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@Andy,

Für die Airlines ist das alles gut, die Regeln sind sogar noch verschärft worden. Da das alles auf Kosten der Steuerzahler geschieht stört das die Airlines überhaupt nicht.
Eigentlich hat jeder einen Führerschein, und wer den nicht hat, kann eine Non Driver ID beantragen. Die Sicherheit dieser Dokumente wird regelmäßig erhöhrt. Inzwischen gibt es auch Enhanced Licenses http://www.dhs.gov/enhanced-drivers-licenses-what-are-they

Wenn es um die sicherheit ginge, dann hätten sie diese Lücke schneller geschlossen, das Problem war für zehn Jahre bekannt und ignoriert:
http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1001675

Aber bekanntlich geht es ja nicht um Sicherheit. Die “Sicherheits”behörden wollen nur mehr Geld, und für die Airlines ist es ein Gewinn, wenn Tickets nicht weiterverkauft werden können.

Wenn (geratene) 1% aller Tickets nicht wahrgenommen werden und auch nicht weiterverkauft werden können, dann ist das direkter Gewinn für die Airline.