Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Bundesregierung und ihr sicheres Behördennetz

Hadmut
26.10.2014 12:04

Heise Online schreibt über die IT-Sicherheitskatastrophe und das Versagen und die Geldverschwendung der Bundesregierung beim Aufbau eines sicheren Behördennetzes. Drei Fragen drängen sich mir da auf:

Die erste: Liegt es wirklich nur an Unfähigkeit, oder wollen/dürfen die vielleicht gar nicht sicher sein?

Die zweite: Nun hat die Bundesregierung doch extra eine eigene Internet-Expertin, die tolle blonde Gesche Joost. Warum kümmert die sich als die führende Fachfrau der Bundesregierung in Internet-Fragen nicht darum? So mit Fell und Glitzerfolie…

Die dritte Frage: Ist es nicht sowieso viel drängender, das Behördennetz frauenkompatibel als sicher zu machen? Da wird sich doch sicherlich mal wieder die SPD durch- und Prioritäten gesetzt haben. Sicherheit ist ja eh maskulin und damit frauenausgrenzend. Viel wichtiger ist es, die Kabel gegen rosa Kabel auszutauschen (es gibt ja inzwischen sogar Anbieter, die sich auf Internet in Magenta spezialisiert haben).


13 Kommentare (RSS-Feed)

aga80
26.10.2014 15:41
Kommentarlink

Was erwartest du von Leuten, für die Internet nur aus Twitter, Facebook und pösen pösen Internetkinderpornoringen besteht, für die ein DNS Server schon Teufelswerk darstellt.


C
26.10.2014 16:07
Kommentarlink

>Viel wichtiger ist es, die Kabel gegen rosa Kabel auszutauschen

Na also die könnte man doch auch gut mit Glitzerfolie umhüllen.

“Lan-Kabel 4.0”


Anon
26.10.2014 17:03
Kommentarlink

Hadmut
26.10.2014 17:04
Kommentarlink

Oh, danke, hab ich vergessen reinzupappen. Du deuchtest richtig.


brak
26.10.2014 18:40
Kommentarlink

Deine erste frage trifft den wunden Punkt – die die dürfen nicht, was meinst Du warum die Profs immer blöder werden, die können halt nicht mehr.


brak
26.10.2014 18:41
Kommentarlink

Hadmut, hast Du eigentlich von Arduino Ahnung?


Hadmut
26.10.2014 18:58
Kommentarlink

> Hadmut, hast Du eigentlich von Arduino Ahnung?

Kaum.

Ich hab einen und mal mit rumgespielt, LED blinken und so, bin aber zu dem Ergebnis gekommen, dass ich für meine Zwecke Geräte wie Raspberry Pi, Odroid usw., also mit ARM-CPU, richtigem Linux und ebenfalls IO-Ports, besser benutzen kann, mehr für’s Geld bekomme und weniger Lernaufwand habe. Es gibt tolle Anwendungsbereiche für Arduino, aber für mich gab’s bisher keinen.


Spruance
26.10.2014 20:38
Kommentarlink

Und wahrscheinlich wissen sie noch nicht, welche FARBE das Netz haben soll. Da wird ihnen dann auch noch die Gendergerechtigkeit alle Beratungskapazitäten geklaut haben.
Im Ernst – Schon nach der “Einführung” des digitalen Polizeifunks habe ich mich gefragt, ob es noch irgendein nicht total triviales technisches Projekt gibt, das eine Behörde managen kann.
Seht selbst.


Dirk S.
27.10.2014 10:35
Kommentarlink

@ Spruance

> ob es noch irgendein nicht total triviales technisches Projekt gibt, das eine Behörde managen kann.

Die Antwort ist ganz klar: Nein. Das hängt damit zusammen, dass die Leute, die entscheiden, keine Ahnung haben (Politiker und politische Beamte, Qualifikation: Parteibuch) und die, die Ahnung haben nichts entscheiden dürfen. Dann wird sich vielleicht noch “externer Sachverstand” geholt, wobei die Beraterfirmen ganz genau wissen, wie man Behörden und Politikern etwas verkauft (und dafür ordentlich kassiert), die Korrektheit des Projektes (bzw. der Planung) können die Auftraggeber nicht beurteilen und ihre eigenen Fachleute fragen die einfach nicht. Gewünscht sind auch Termine, die sich an Wahlen orientieren und nicht an realen Gegebenheiten. Hinzu kommt, dass sie ja das Geld anderer ausgeben und nicht ihr eigenes oder für Fehler gerade stehen müssen. Selbst Rücktritte bei offensichtlichem Versagen sind aus der Mode gekommen.
Ein weiterer Punkt ist auch, dass der Staat ein lausiger Zahler ist und die beauftragten Firmen lange auf ihr Geld warten müssen, was so macher kleinen Fachfirma das finanzielle Genick brechen würde. Somit sind die Auftragnehmer immer wieder die üblichen großen Verdächtigen, die so eine Durststrecke überstehen können, aber eigentlich nicht erste Wahl wären.
Und so klatscht ein Projekt nach dem anderen an die Wand. Aber was solls, wir haben es ja (anscheinend nötig).

Projektübergreifende Grüße,

Euer Dirk


magiccap
27.10.2014 21:07
Kommentarlink

Bei der Sicherheit der NDB hat sicherlich massiv das BSI die Finger im Spiel. Die Kollegen dort sind bekannt dafuer, dass sie ihre Anforderungen so ins Extrem schrauben, dass die Industrie nichtmehr liefern kann, weil es keine entsprechenden Produkte gibt. Wenn dann trotzdem noch Firmen anbieten, kann man sich ja leicht vorstellen, dass die alle ihre spezielle Strategie haben, aus der Situation das Beste zu machen …


Gast$FF
27.10.2014 22:05
Kommentarlink

> Ist es nicht sowieso viel drängender, das Behördennetz frauenkompatibel als sicher zu machen?

Nein, beides natürlich. Das Internet wurde durch Smartphones, Tablets, handtaschentauglichen i-Style-Teilies, Facebook, Twitter, Zalando & Co mittlerweile ja auch “frauenkompatibel” gemacht. Und jetzt, wo sie merken, dass da so langweilige Dinge wie Datensicherheit nicht ganz unwichtig sind, beschweren sie sich, dass die bösen Männer, die sich das alles ersonnen haben, das nicht gleich so gestaltet haben, dass sie es unbeschwert nutzen können. *schmoll* Das war doch bestimmt Absicht! *fußstampf* Merke: Technik muss immer so gestaltet werden, dass Frauen sie nutzen können, ohne dabei nachdenken zu müssen. Ansonsten ist das frauenfeindlich. Soll Abhängigkeit herstellen und unterdrücken. *aufschrei*


yasar
28.10.2014 6:58
Kommentarlink

Die hätten vielleicht Müller-Quade fragen sollen. da wurde letztens auf der Erstsemesterbegrüßung auf dem Informatikerstand mit Stolz drauf hingewiesen, daß die das Baden-Württembergische Netz absichern. 🙂


Dirk S.
28.10.2014 15:34
Kommentarlink

@ Gast$FF

> Technik muss immer so gestaltet werden, dass Frauen sie nutzen können, ohne dabei nachdenken zu müssen.

Also wie ein E-Herd. Das Benutzerinterface ist eigentlich genial, es ist vollkommen klar, was passiert, wenn man (oder genauer: die Frau 😉 ) am Knopf dreht. Und die Mädels sind bereits darauf dressiert. Schlussfolgerung: Benutzeroberflächen für Frauen müssen sich am E-Herd-Design anlehnen, dann sind sie frauenfreundlich. Oder ist das jetzt schon wieder frauenfeindlich? Von wegen Frauen an die Herdbedienoberfläche? Verwirrend… Ist das Absicht?

Verwirrte Grüße,

Euer Dirk