Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wie die Ideologie-Idioten das Land verheizen

Hadmut
14.10.2014 17:24

Jetzt wird’s aber schon verdammt knapp.

War ja nicht so, als ob man nicht gewarnt hätte. Schon im November 2013, bevor die schwarz-rote Koalition überhaupt zustandekam, hatten Wirtschaftsfachleute vor dem gewarnt (oder auch hier), was da an „Sozialgeschenken” geplant war: Mütterrente, vorgezogene Rente, Mindestlohn.

Trotzdem kam’s so.

Wobei man sich da schon fragt, warum eigentlich immer von einer „Regierung Merkel” die Rede ist (wohl in Anlehnung an den amerikanischen Sprachgebrauch von der „Bush Administration”). Denn Merkel reagiert ja gar nicht. Außer Konkurrenten abzusägen macht sie ja eigentlich gar nichts. Steht da und lässt sich von der SPD reiten, die viel weniger Stimmen bekommen hat. Nach dem Motto „Demokratie ist, wenn die Leute die SPD wegwählen und die dann trotzdem machen, was sie wollen”.

Jetzt haben wir nämlich den Salat.

Seit Tagen geht es durch die Presse, dass Deutschland gerade wirtschaftlich abstürzt, sogar von Spanien überholt wird, das kürzlich noch vor der Pleite stand, aber seine Hausaufgaben gemacht hat. Die Konjunktur in Deutschland bricht drastisch ein (und der Euro-Kurs sowieso). Unsere Wachstumsprognose ist im Keller.

Inzwischen werfen Ökonomen der Regierung vor, mit genau diesen Sozialwohltaten die wirtschaftliche Situation ruiniert zu haben und die Substanz zu verfeuern.

Nun halte ich Ökonomen ja für üble Schwindler derselben Kategorie wie Soziologen. Aber das muss man ihnen lassen: Sie haben es vorher prognostiziert, und genau so ist es eingetreten.

Wieder die Frage, ob Merkel da im Blindflug regiert – oder ob sie überhaupt regiert. Denn sehenden Auges gegen die Wand zu fahren ist jetzt auch nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal (He, hat da gerade irgendwer „Frau am Steuer” gerufen?).

Unübersehbar ist, dass hinter dem, was uns da jetzt Probleme bereitet, neben der untätigen und willenlosen Merkel vor allem zwei Frauen stehen: Die Schwesig und die Nahles.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich beide Damen für unerträglich dumm, hirnlos und rein ideologisch gesteuert halte. Da hat die Gender-Ideologie fette Beute gemacht. Beide sind mir persönlich nicht nur extrem unsympathisch, ich muss beiden auch nur zuhören um den starken Eindruck zu entwickeln, dass beide wirklich gossen-dumm, geradezu gemeingefährlich blöd sind. So blöd, dass sie schon selbst nicht mehr merken, wie blöd und lächerlich sie sind.

In was für einem Land leben wir eigentlich, in dem nicht die Besten, sondern die dämlichsten Minister werden?

FOCUS schimpft gerade darüber: Die Nahles und die Schwesig hätten nicht nur nichts daraus gelernt, sondern würden es auch noch weiter treiben. Anti-Stress-Gesetze und eine gesetzlich erzwungende gleiche Lohnauszahlung an Männer und Frauen (damit die dann gar nichts mehr machen müssen und bei den Männern automatisch mitverdienen) stünden auf dem Programm. Die viel Arbeitenden würden immer stärker ausgenommen, die wenig Arbeitenden mit Wohltaten gepampert. Stimmenkauf, indem man einzelnen Bevölkerungsschichten auf Kosten der Allgemeinheit Zucker in den Arsch bläst. Keine Politik, ordinäre Korruption zum Stimmen- und damit Machtkauf.

Erstaunlicherweise aber sind es nicht nur diese beiden SPD-Idiotinnen, die da verantwortlich sind, auch die Männer ziehen laut FOCUS nach:

Der Wortführer der christlich-demokratischen Sozialträumer heißt Karl-Josef Laumann und ist Vorsitzender der CDU-Sozialausschüsse. Dank dieser Machtposition kann er großen ökonomischen Schaden anrichten. Und gibt jeden Tag sein bestes: “Es war noch nie so einfach wie im Moment, erfolgreicher Sozialpolitiker zu sein.” Für ihn sind die Kassen des Staates immer voll, die Zahl der Wohltaten stets ausbaufähig.

Kein Wunder, dass Arbeitsministerin Andrea Nahles derartige Vorlagen nur allzu gern aufgreift. Ihr jüngstes Lieblingsprojekt ist die “Anti-Stress-Verordnung” im Job.

Im Klartext: Wer richtig viel arbeitet, muss vom Staat geschützt werden – vor sich selbst und seinem Chef. Das wäre ein Hammer. Denn erstens wollen immer noch erstaunlich viele Deutsche gern etwas leisten und ordentlich verdienen, auch wenn ihnen Nahles und Konsorten einen unverschämt hohen Anteil davon wieder wegnehmen.

Und zweitens profitiert das ganze Land vom Fleiß jener Bürger, die auch mal über ihre Wohlfühlgrenze gehen. Könnte es also drittens sein, dass derlei überbordende Stress-Ängste ausgerechnet bei jenen Menschen entstehen, die eher unter zu wenig Stress leiden – vulgo: unter Langeweile?

Gleiches gilt offenbar auch für Andrea Nahles noch etwas überdrehtere Kollegin Manuela Schwesig. Sie will 2015 allen Ernstes ein “Entgeltgleichheitsgesetz” durchsetzen. Also den staatlichen Zwang, dass Mann und Frau stets identisch viel verdienen müssen. Weil erwerbstätige Frauen – angeblich – bis zu 23 Prozent weniger Geld bekommen als Männer.

(Kann mir eigentlich mal jemand verraten, warum so auffällig viele Politiker, vor allem die, die anderen wegnehmen, selbst so auffällig fett sind? Warum wird eigentlich auf deren Profilseiten immer alles, nur nicht das Kampf- oder Lebendgewicht angegeben?)

Der Hintergrund ist ja ein anderer. Bei solchen Anti-Stress-Gesetzen geht es ja nicht darum, Leute vor ihren Chefs zu retten. Ich war ja neulich bei der Tagung der SPD-Stiftung und habe festgestellt, dass die gemerkt haben, dass Frauen mit Männern oft nicht konkurrenzfähig sind, und deshalb die Männer ausbremsen wollen. Wie Chancengleichheit beim Wettrennen durch Einführung einer Höchstgeschwindigkeit, um dann behaupten zu können, dass alle gleich schnell wären.

Mittlerweile scheinen aber doch einige bei der CDU aufgewacht zu sein, denn sie melden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Bedenken an der Frauenquote an. Ob man solche Abenteuer nicht auf die Zeiten verschieben könnte, in denen es uns wirtschaftlich gut geht (auf deutsch: Wenn wir uns den Scheiß finanziell wieder leisten können.)

Genau da rein passt auch eine Aussage des Blondchens Schwesig aus verlinktem Artikel, sie merkt’s nur selbst nicht:

Widerspruch von der SPD kam prompt: Eine Frauenquote sei keine Belastung der Wirtschaft, so Bundesjustizminister Heiko Maas. Er ist gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (ebenfalls SPD) für die Umsetzung der geplanten Frauenquote zuständig. “Es ist eine Unverschämtheit, wenn Frauen in Führungspositionen als Belastung für die Wirtschaft dargestellt werden”, sagte Schwesig SPIEGEL ONLINE. “Studien zeigen: Gemischte Teams sind effektiver und die Unternehmen, die Wert auf Diversity legen, erfolgreicher.” Schwesig sagte: “Ganz klar: Von mehr Frauen in Führungspositionen profitiert auch die Wirtschaft.”

Hatte ich schon erwähnt, dass ich die Schwesig für strunzdoof halte? Hier ist der Beweis.

  • Es gibt diese Studien so nicht. Ich habe schon so viele Studien, auf die sich Feministinnen berufen, überprüfen wollen, und noch nie hat sich das bewahrheitet. McKinsey hat mal irgendsowas dazu geschrieben, weil die wussten, dass ihnen das aus den Händen gerissen wird und sie sich damit dumm und dämlich verdienen. Weil Leute wie Schwesig und Co. dafür Millionen raushauen, dass sie zu hören bekommen, was sie hören wollen. Weder belastbar noch verallgemeinerbar.
  • Schon mal aufgefallen, dass sie immer vermeiden, die Effizienz von reinen Männer- mit reinen Frauen-Teams zu vergleichen? Wird nie erwähnt. Weil’s miserabel aussieht. Sie vergleichen immer Männer-Teams mit gemischten Teams. Was sagt uns das?

    Eine Kommunikationstrainerin sagt mal irgendwo, dass wenn Männer zu ihren Seminaren kommen, sie innerhalb der ersten 3 Sekunden die Rangordnung sehen kann und Meinungsunterschiede da nach Rang und festen Abläufen ausgetragen werden oder gar nicht erst entstehen. Kommen Frauen, weiß sie oft auch am Ende des Seminars noch nicht, wer da Chef und wer über wem ist, aber Meinungsverschiedenheiten arten leicht in Katastrophen aus.

    Solche Unterschiede werden nicht erwähnt. Es wird pauschal behauptet „Gemischte Teams sind besser” und das war’s. Ob’s da um Straßenbau oder Musikkompositionen ging, erfährt man nicht mal.

  • Schon mal aufgefallen, dass sie immer behaupten, gemischte Teams wären besser, aber nicht erwähnen, dass darin häufig die Männer für die Frauen mitarbeiten müssen? Es wird nämlich immer nur betrachtet, wieviel das Team insgesamt leistet. Ob einzelne Personen in homogenen oder heterogenen Teams mehr leisten, wird nicht erwähnt. Das kann gut gehen, häufig geht es aber auch schief.
  • Hatte ich schon mal erwähnt, dass eine Korrelation noch lange keine Kausalität ist? Kann man nämlich auch genau andersherum sehen: Nur sehr erfolgreiche Teams können sich eine Quote leisten.

    So ging’s nämlich auch bei Vorständen. Es hieß mal, dass Firmen mit Frauen im Vorstand mehr Umsatz und Gewinn machen. War aber umgekehrt: Nur solche mit viel Gewinn konnten es sich überhaupt leisten, zusätzliche Quotenplätze im Vorstand zu schaffen.

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass die allesamt nichts brauchbares studiert haben? Nichts, was sie zu ihren Aussagen oder dem Erkennen der Fehler darin befähigen würde?

75 Kommentare (RSS-Feed)

Geisterkarle
14.10.2014 18:49
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Ökonomen SIND genauso Schwindler!
Dieses ganze Geblubber, dass es Deutschlands Wirtschaft so schlecht geht ist quatsch! Steht doch überall: Die Wirtschaft in Deutschland wächst! Halt nicht so viel wie “gewünscht! “Schlecht” ist möglicherweise mal was < 0, aber da sind wir weit entfernt.

Das ist halt das übliche, was ich auch vollkommen behämmert sehe, wenn mal wieder irgendwelche Zahlen von Aktiengesellschaften kommen:
Da macht eine Firma im letzten Quartal 10% mehr Umsatz und 15% mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum (wie es so schön heißt). Das ist eine gute Leistung und dafür geht der Aktienkurs … runter! Denn irgendwelche "Analysten" haben ein halbes Jahr vorher in ihre Glaskugeln geschaut und 13% mehr Umsatz und 16% mehr Gewinn gesehen und dies wurde nicht erreicht. Absoluter Blödsinn!

Davon abgesehen, wenn die Deutsche Wirtschaft mehr investieren soll … dann soll sie doch machen! Der Deutsche Staat != Deutsche Wirtschaft! Die Firmen dürfen gerne ihre Milliardengewinne nehmen und in weiteren Ausbau oder sonstwas investieren. Wieso sollte der Staat das für die machen? Ist doch das gleiche, was du sagst:

"indem man einzelnen Bevölkerungsschichten auf Kosten der Allgemeinheit Zucker in den Arsch bläst"

Ersetze "Bevölkerungsschichten" mit "Firmen". Ist das gleiche!

Ich halte vom Schäuble absolut gar nichts, aber wenn er tatsächlich eine schwarze Null hinbekommt oder es gar schafft, mal Schulden und damit unsere ganze Zinsbelastung abzubauen bin ich der erste, der ihm gratuliert … mal völlig unabhängig, inwieweit er dafür überhaupt verantwortlich ist!
DAS bringt uns mehr, als nicht-vorhandenes Geld an "Geschenken" rauszugeben!


Rechnungsprüfer
14.10.2014 20:07
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@Hadmut kennst du den schon?
Norwegen führt Wehrpflicht für Frauen ein
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3888780/Norwegen-fuhrt-Wehrpflicht-fur-Frauen-ein-


Hadmut
14.10.2014 20:25
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@Rechnungsprüfer: Is ja’n Ding. 🙂 Nee, kannte ich noch nicht.


nullplan
14.10.2014 20:32
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Diese Wirtschaftsnachrichten kamen doch gerade in der Tagesschau. Und da wurden als Gründe für die fallende Wirtschaft die Auftragslage und die politischen Krisen weltweit angeführt. Also nicht etwa der Mindestlohn.

Ich weiß natürlich nicht, was es wirklich ist, aber sagen wir es mal so: Wenn der Mindestlohn unsere Wirtschaft zum Zusammenbruch bringt, sagt das nicht viel Gutes über unsere Wirtschaft aus. Weil das bedeuten würde, dass wir davon abhängig sind, bestimmten Leuten einen Hungerlohn zahlen zu können, und zwar so sehr, dass wir daran eingehen, es nicht mehr zu dürfen.


Hadmut
14.10.2014 20:53
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> Und da wurden als Gründe für die fallende Wirtschaft die Auftragslage und die politischen Krisen weltweit angeführt.

Es hat sicherlich viele Ursachen. Aber wären nur das die Ursachen, würde es wohl nicht so selektiv Deutschland treffen. Wir sind zwar aufgrund unserer Industriestruktur anfälliger als manche andere Länder, aber nicht so.

> dass wir davon abhängig sind, bestimmten Leuten einen Hungerlohn zahlen zu können,

Nein, das sagt es nicht.

Es sagt zunächst mal, dass wir glauben, ausgerechnet bei denen, die nicht mal den Mindestlohn erwirtschaften können oder wollen, ganz auf deren Arbeit verzichten zu können. Wir schicken einen ganzen Bevölkerungsanteil einfach nach Hause mit „Ihr braucht nie mehr zu arbeiten, Ihr bekommt für den Rest des Lebens Hartz IV frei!”

> dass wir daran eingehen, es nicht mehr zu dürfen.

Nein. Dass wir daran eingehen, nicht mehr konkurrenzfähig produzieren zu können und einen ganzen Bevölkerungsanteil mitschleppen zu müssen.

Dann das Geld bekommen sie in Form von Hartz IV ja weiterhin. Wir sparen ja nichts. Aber wir verzichten einfach auf die Arbeitsleistung.

Oder anders gesagt: Ganze Bevölkerungsschichten werden von vornherein vom Arbeitsmarkt abgeschnitten und auf Dauerversorgung umgestellt. Und damit steigen die Lohnnebenkosten der arbeitenden Bevölkerung, die auch nicht mehr konkurrenzfähig ist. Was nämlich nicht betrachtet wird ist, dass wir immer weniger arbeitenden Leuten immer höhere Lasten aufhängen.

Übrigens verdienen die Leute nicht mehr. Der Friseur kostet jetzt soviel, wie ich früher mit Trinkgeld gegeben habe, ich lass aber das Trinkgeld jetzt weg. Davon bekommt die Friseurin dann effektiv weniger, zumal die Leute seltener zum Friseur gehen. Es funktioniert nicht.


Bär
14.10.2014 20:49
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Die Frage die ich mir langsam stelle ist: bringts etwas den Karren zu bremsen der auf den Abgrund zusteuert? Reinfallen wird er so oder so, nur solange noch Leute bremsen dauerts nur länger.

Aussteigen, den Femis zuwinken wie die Pinguine aus Madagaskar und alleine losfahren lassen. Eventuell noch anschieben… wobei. Nee. Lass die mal alleine fahren.

Und am Ende sind a. eh wir schuld und müssens b. auch auslöffeln.

(Daß das nicht geht ist mir auch klar. Mir gefällt nur der Gedanke ^^)


Elli
14.10.2014 21:33
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Es ist schon ausgesprochen lustig, wie plötzlich die Auswirkungen der Russlandsanktionen mit lauter innenpolitischen bla bla übertüncht werden versucht wird!

Dabei sagen sogar schon die USA das Europa (logischerweise primär Deutschland) den Preis dafür zahlen muss, dass Russland bestraft wird.

Nur hier im ich-zentrierten kleindenkenden Deutschland, schaut man hierbei locker nach innen. Als obs ein Außen(politik) gar nicht gäbe! lol

Auffälig war, dass dieses Phänomen die Nachrichten über die Schadenszahlen in Euro was WIR zu zahlen haben in Deutschland für unseren Luxus uns Russlandsanktionen zu gönnen, nahtlos abgelöst hatte. Praktisch oder? Zufall?

Der deutsche Michel und sein Sadismus. Sobald man ihm ne Peitsche anbietet, ergreift er sie willfähig sofort und schindet sich zu Grunde. Um 1900 hätte es sowas in unserem Land nicht gegeben.


tom174
14.10.2014 22:29
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@nullplan: “Ich weiß natürlich nicht, was es wirklich ist, aber sagen wir es mal so: Wenn der Mindestlohn unsere Wirtschaft zum Zusammenbruch bringt, sagt das nicht viel Gutes über unsere Wirtschaft aus. Weil das bedeuten würde, dass wir davon abhängig sind, bestimmten Leuten einen Hungerlohn zahlen zu können, und zwar so sehr, dass wir daran eingehen, es nicht mehr zu dürfen.”
Ich gehe einmal davon aus, dass du ein Handy besitzt. Wo wird das produziert? Zu welchem Lohn? Warum gibt es hier keine Handyhersteller mehr?
Ich habe ein Fairphone. Selbst das wurde in China produziert, weil es hier schlicht nicht bezahlbar wäre. Der Hungerlohn hier beinhaltet eine Krankenversorgung, wie es sie auf den Philippinen nicht für beliebig viel Geld zu haben ist. Was du als hungerlohn bezeichnest ist für 90% der Weltbevölkerung blanker Luxus. Hartz 4 Standard geradezu obszöner Wohlstand.
Der Mindestloh wird, im hausnahen bereich, schlicht zu einem anstieg der schattenwirtschaft führen.


janndh
14.10.2014 22:34
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Warum muss Wirtschaft immer wachsen?

Dieses Dogma hab ich bis heut noch nicht verstanden.

Zum Mindestlohn:

Ich geb Dir völlig recht das wir massenweise Leute bezahlen die nichts erwirtschaften.
Aber sollen jetzt nur noch Leute Geld bekommen bei deren Arbeit etwas produziert wird?

Es gibt mehr als genug arbeiten die nur Geld kosten, aber trotzdem notwendig sind.

Andererseits, es gibt genügend kleine Firmen die ihre Mitarbeiter unter Wert bezahlen, die 400€ Jobber, die trotzdem fast Vollzeit arbeiten.

Wenn in einer Stadt mehr Friseurläden als alles andere sind, dann läuft da was falsch.

Es kann zwar theoretisch jeder ein Unternehmer werden mit 10 Angestellten, aber nicht alle gleichzeitig.
Das funktioniert einfach nicht.

Ich find es nicht verwerflich das einige viel mehr besitzen oder an Einkommen haben wie andere.

Wir können ja anfangen Strassenkehrer einzustellen, damit wirds wieder sauberer. Aber woher nimmt man das Geld?
Hat da wer eine schlaue idee?

Früher gabs mal ein großes Staatsunternehmen, was jetzt eine AG ist.
Die Deutsche Bahn.

Quasi jeder Bahnübergang, jeder Bahnhof, fast jede wichtige Weiche war bewohnt:-)
Weichen mal im Winter freischaufeln? Kein Problem.

Natürlich waren viele davon auch zu nichts anderem Fähig.
Aber ganz ehrlich? Die bahn war früher wirklich pünktlicher und auch sauberer.

Das wir Leute mit Hartz4 ruhigstellen, ist auch nicht die Lösung.
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2903/umfrage/jahresdurchschnittswerte-des-bestands-an-offenen-arbeitsstellen/

Das sind jetzt zwar nur die Stellen die offizell bekannt sind, aber selbst wenn wir da den vierfachen Wert annehmen reicht es immer noch nicht um allen Arbeitslosen, Umschülern, Lehrgangsteilnehmern, H4 Beziehern usw einen Job geben zu können.

Die oftgeschriebene Behauptung das die alle sofort einen Job haben der sie aus H4 rausholt ist leider unwahr.

Was vielleicht, ich sage bewusst vielleicht helfen könnte sind Arbeitszeitreduzierungen.
Aber das auch nur in Betrieben die jetzt schon im 4 Schichtsystem, also 7/24 arbeiten.
Mit einer reduzierung der Schichtlänge von 8 auf 6 Stunden erhöht man den Bedarf an Personal beträchtlich.

Bleibt nur die Frage wie vermittelt man das den Beschäftigten und den Chefs?
Ich denke das ich mit meiner Meinung mir reicht auch der Lohn von 30 Stunden ziemlich allein dastehe.

Gut man könnte argumentieren das geringere Arbeitszeit wahrscheinlich eine Steigerung der Leistung der Arbeiter einher geht.

Was aber auch eine Rolle spielt: teilbereiche des Täglichen lebens sind einfach teuer.
Mobilität, Energie. Das sind Positioneh die sind für viele ein echtes problem.

Was in den letzten Jahren meiner Meinung nach definitiv falsch war: die Praxis gut laufende Kommunale/regionale Unternehmen in private Hände quasi zu verschenken.
Beispiele dafür gibts genug. Die Firma Veolia ist da sehr beliebt, kauft gern den lokalen Entsorger von der Stadt/ dem Landkreis nutz dann alle Anlagen exxesiv, fährt auf Verschleiss. Und nach 10 Jahren wird zu einem viel höheren Preis die dann kaum noch nutzbare Firma an die Kommune zurückverkauft.


Ari
14.10.2014 22:38
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Ich glaube sofort, dass gemischte Teams eine bessere Gesamtleistung bringen als reine Männerteams. Wenn (die richtigen,) wenige Frauen mit im Team sind, gleicht der erhöhte Motivationsfaktor bei den Männern eine möglicherweise reduzierte Leistung der Frauen mehr als aus. Die Gesamtleistung ist höher. Wenn es zu viele Frauen sind, können die wenigen Männer nicht mehr so viel mehr leisten und die Gesamtleistung ist geringer.

Das wäre doch mal ein Thema für eine Studie.


Hadmut
14.10.2014 23:05
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> Ich glaube sofort, dass gemischte Teams eine bessere Gesamtleistung bringen als reine Männerteams.

Nur weil es ein paar solcher Fälle gegeben hat, lässt sich das noch lange nicht verallgemeinern. Und die Studien von McKinsey sind da viel zu dünn und zu labrig.

Ich muss da immer an meine Reisen denken. Früher bin ich gerne und häufig mit Reisegruppen gereist.

Manchmal waren da echt supertolle Frauen dabei, mit denen das richtig Spaß gemacht hat und mir auch nach 15 Jahren noch in Super-Erinnerung ist.

Es waren aber auch Reisen dabei, bei denen Frauen dabei waren, die schlicht unerträglich waren. Mit denen überhaupt nichts anzufangen waren, die sich an Gruppenarbeiten nicht beteiligt haben, immer erwarteten, dass andere ihre Arbeit machen und sich um ihr Gepäck kümmern, und von morgens bis abends nichts anderes getan haben, als zu intrigieren, Streit zu säen, Leute anzufeinden, über alles zu mäkeln, alles madig zu machen, ständig nur zu meckern. Und sich vorzudrängeln, während andere ihre Arbeiten machten.

Natürlich gab es auch bei den Männern Spinner und Idioten. Aber die waren nie ein echtes Problem. Entweder ist man sich gegenseitig völlig aus dem Weg gegangen, oder man hat denen mal Bescheid gesagt, wo Norden ist und was sie zu tun und zu lassen haben. Dann ging das eigentlich immer. Mir ist kein einziger Mann in Erinnerung, der Reisen ernstlich versaut hätte, aber jede Menge Frauen. Und das waren meistens so Prinzesschen, von den Eltern verwöhnt und verzogen, die fest davon überzeugt waren, die Welt sei nur dazu da, sie zu bedienen und zu unterhalten.

Ich habe es auch noch nie erlebt, dass ein Mann abends am Lagerfeuer oder im Bus den anderen Vorschriften gemacht hätte, wer wo mit wem sitzen und reden darf. Und ich habe es noch nie erlebt, dass ein Mann dabei gewesen wäre, der davon überzeugt gewesen wäre, dass es Aufgabe der anderen Reisenden gewesen wäre, sein Gepäck zu tragen oder auf den LKW zu heben.

Das kann positiv laufen, das kann aber auch völlig danebengehen. Deshalb bin ich da immer skeptisch bei solchen „Studien”.


Oppi
14.10.2014 23:12
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Hadmut, bleib beim Feminismus und bei der Informatik, da scheinst du dich auszukennen. Aber immer wenn du auf Wirtschaftspolitik kommst, sitze ich hier, und raufe mir die Haare. Ich greife jetzt einfach nur mal einen Satz von dir raus.

“Es sagt zunächst mal, dass wir glauben, ausgerechnet bei denen, die nicht mal den Mindestlohn erwirtschaften können oder wollen, ganz auf deren Arbeit verzichten zu können.”

Warum können sie den denn nicht erwirtschaften ? Weil sie ihn in den Jobs, die sie bekommen, nicht bezahlt kriegen. Warum nicht ? Weil ‘draussen vor der Tür 100 andere stehen die den Job gerne nehmen’. Warum ist das so ? Weil Vater Staat ihnen eben nicht ihr Leben lang ohne Gegenleistung einen Hartz IV Satz garantiert, von dem sie locker leben können (gerade dann könnten sie es sich nämlich leisten sich auf ihren Arsch zu setzen und zu warten bis ihnen einer mehr Geld bietet), sondern sie mit allerlei Maßnahmen und Sanktionen dazu zwingt, jede noch so mies bezahlte Arbeit anzunehmen. ‘Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis’ gilt eben auch auf dem Arbeitsmarkt. Ist das Angebot höher als die Nachfrage, geht der Lohn für Arbeit nach unten.
Da wir in Zeiten leben, in denen ein relativ kleiner Teil der Menschen grundsätzlich genug Güter für alle produzieren kann, und eine große Zahl von Leuten in Jobs arbeitet, die eigentlich gar nicht notwendig wären, in denen sie den ganzen Tag irgendwelches Papier produzieren, das nie wieder einer liest (siehe dazu : http://strikemag.org/bullshit-jobs/ ) , ist es quasi ein Naturgesetz, dass das Angebot an Arbeit größer als die Nachfrage ist (natürlich umso mehr, je geringer die Qualifikationen werden) und viele Menschen zu verdammt miesen Konditionen arbeiten müssen, wenn sie überhaupt arbeiten wollen. Auffangen kann das nur ein funktionierender Sozialstaat (was unserer zur Zeit nicht ist). Es ist nicht genug Arbeit da, damit jeder einen Job haben kann, der ihn und seine Familie ernährt, also kann man die Arbeitslosen auch nicht zu Alleinverantwortlichen für ihre Misere erklären.


Hadmut
14.10.2014 23:35
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@Oppi:

> Warum können sie den denn nicht erwirtschaften ? Weil sie ihn in den Jobs, die sie bekommen, nicht bezahlt kriegen. Warum nicht ? Weil ‘draussen vor der Tür 100 andere stehen die den Job gerne nehmen’.

Grundlegend falsch. Romantische Weltsicht, aber falsch.

Eine ganze Menge Leute sind schlichtweg nicht in der Lage, in einer Stunde etwas zu erarbeiten, was den Mindestlohn wert wäre. Nicht, weil es draußen andere gäbe, die den Job machen, sondern weil deren Leistung in einem Missverhältnis zur Leistung anderer Leute und deren Einkommen steht. Es gibt keine Käufer.

Mindestlohn bedeutet, dass auch der, der nichts gelernt hat oder sich kaum rührt, in seinem Stundenlohn an den heranrückt, der eine Ausbildung durchgemacht hat oder ernsthaft arbeitet. Nur bekommt letzterer nicht soviel mehr Geld, dass es ihm das wert wäre, den anderen dafür zu bezahlen. Oder anders gesagt: Es ist für einen, der vorher Abitur gemacht und studiert hat, damit also über 10 Jahre weniger Erwerbszeit im Leben hat, aber der nicht adäquat mehr verdient, unsinnig, einen ungelernten (womöglich faulen) für schlechte Arbeit zu bezahlen und ihm trotzdem den Mindestlohn zu geben.

Oder anders gesagt: Wenn man ohne jede Mühe, Schulausbildung, Berufsausbildung, ohne sich im Job Mühe zu geben oder irgendwas zu lernen, den Mindestlohn bekommt, wird es für viele Leute unsinnig und wirtschaftlich kontraproduktiv, 10 oder 15 Jahre des Lebens und auch danach noch jede Menge Freizeit in Ausbildung, Wissen usw. zu investieren.

Schönes Beispiel sind gerade die Zeitungsausträger. Die hat man vom Mindestlohn ausgenommen. Es ist aber nicht so, dass deren Lohn so niedrig ist, weil draußen 100 andere stehen. Sondern im Gegenteil, sie finden keine mehr. Mindestlohn zu zahlen würde aber Zeitungen verteuern. Was unsinnig ist, weil die Leserzahlen ja eh schon runtergehen.

Dasselbe mit Taxifahrten. Da gibt es feste Preise und nicht „100 andere” die den Job auch machen. Die werden gerade erhöht, um den Mindestlohn zu erreichen. Was dazu führt, dass deutlich weniger Taxi gefahren werden wird.

Anderes Beispiel: Mach mal einen Vorschlag, wieviel ich einem Friseur dafür bezahlen soll (gemessen nicht in Euro, sondern in meiner eigenen Arbeitszeit, um den Betrag netto zu erwirtschaften), um mir mit der Maschine einen anspruchslosen Maschinenhaarschnitt in 10 Minuten zu schneiden. Oder einem Maler, der mir die Wohnung streicht. Bitte unter der Berücksichtigung, dass ich erst mit knapp 30 angefangen habe, überhaupt etwas zu verdienen und in die Akademiker-Progression falle, während Maler und Friseure mit Hauptschulabschluss und 3 Jahre Berufsschule o.ä. auskommen, und deren Ausbildung erheblich leichter ist.

Wieviel meiner Lebenszeit sollte ich Deiner Meinung nach dafür bezahlen müssen, damit mir jemand 10 Minuten die Haare schneidet oder einen Tag lang die Wohnung streicht?

Das Ergebnis ist übel.

> sondern sie mit allerlei Maßnahmen und Sanktionen dazu zwingt, jede noch so mies bezahlte Arbeit anzunehmen

Blödsinn. Guck Dich mal in Berlin um, wieviel Berufs-Hartzer hier unterwegs sind, die gar nichts arbeiten. Es gibt hier Kinder, deren Berufsziel es ist, von Hartz IV zu leben und nie zu arbeiten. Und normale, arbeitende Leute müssen das alles finanzieren.

Mich zwingt der Staat auch, jeden Morgen früh aufzustehen. Wäre die Abgabenlast nicht so extrem hoch, würde mir eine 1/2 oder 2/3-Stelle völlig reichen.

> in denen ein relativ kleiner Teil der Menschen grundsätzlich genug Güter für alle produzieren kann,

und ein erschreckend großer Teil der Menschen überhaupt nicht in der Lage ist, irgendetwas zu produzieren und von der Versorgung durch andere lebt.

Bloß weil ein kleiner Teil der Menschen (was ich bestreite) ausreicht, um „genug Güter” zu produzieren, heißt das noch lange nicht, dass die anderen sich schlafen legen oder feiern gehen können. Die sollen trotzdem was arbeiten, es verkaufen, exportieren, und zum Gesamtergebnis beitragen. Schulden abtragen und so weiter.

Es stimmt außerdem nicht. Unsere Infrastruktur ist marode, Brücken und Straßen sind kaputt, die Polizei unterbesetzt usw.

Wir produzieren nicht „genug Güter”. Wir produzieren viel zu wenig, und leisten uns gleichzeitig Millionen von Leuten, die nichts arbeiten.

Warum etwa sind in Berlin viele Straßen und U-Bahnhöfe schrecklich vermüllt, während gleichzeitig hunderttausende rumlungern und gar nichts tun? Warum haben die keinen Besen in der Hand und fegen die Straße oder machen sich anders nützlich?


Juergen Sprenger
14.10.2014 23:14
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@Hadmut 20:53

> Es sagt zunächst mal, dass wir glauben, ausgerechnet bei denen,
> die nicht mal den Mindestlohn erwirtschaften können oder wollen,
> ganz auf deren Arbeit verzichten zu können.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand freiwillig weniger als den Mindestlohn verlangen wird. Es geht auch nicht darum, auf deren Arbeit zu verzichten, sondern darum, dass man von seiner Arbeit leben können sollte.

> Nein. Dass wir daran eingehen, nicht mehr konkurrenzfähig
> produzieren zu können und einen ganzen Bevölkerungsanteil
> mitschleppen zu müssen.

Bei den bisherigen Exportüberschüssen kann man wohl kaum davon reden, dass nicht mehr konkurrenzfähig produziert werden kann. Woher sollten denn diese Überschüsse sonst kommen? Das Problem liegt eher in der sinkenden Lohnquote. In der Lohndrückerrepublik Deutschland ist die Kaufkraft der Löhne in den letzten zwanzig Jahren kaum gestiegen.

Beim ‘Mitschleppen’ kannst Du Dir nur aussuchen, ob Du die Arbeitnehmer schleppst oder den Arbeitgeber, der mit seinem maroden Geschäftsmodell nicht mal auskömmliche Löhne erwirtschaften kann oder die einfach nicht zahlen will.

Im Endeffekt kommt das auf Dasselbe heraus, nur dass die vermeintlich günstige Dienstleistung über Steuern und Abgaben für die Aufstockung der Hungerlöhne quer finanziert wird.

Übrigens wird im sozialistischen Musterland Schweiz auch von deutschen Firmen mit Mindestlöhnen geworben:

http://www.20min.ch/finance/news/story/11272975

Ich sehe die gefährlichen Ideologie-Idioten vor allem auf der Seite der Neoliberalen und der Sozialdarwinisten.


Hadmut
14.10.2014 23:39
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> sondern darum, dass man von seiner Arbeit leben können sollte.

Auch dann, wenn man weniger erarbeitet als man zum Leben verbraucht?

Warum eigentlich sollen andere dann für die mitarbeiten?


Hase
14.10.2014 23:58
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Meine Schätung für den Einbruch fürs Jahr 2015, die ich 2001 machte, war demzufolge ein glatter Treffer. Leider habe ich mich selbst im Nirgendwo verirrt und konnte somit daraus keinen wirklichen nutzen ziehen. Die Banalitäten des Alltags. Es gibt im Leben einfach zu viele Eckpunkte die in ein Labyrinth bilden.
🙁

Eines war damals anders. Rechte und Linke waren im Wahn vereint.


chmt
15.10.2014 1:44
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@Juergen Sprenger

> Übrigens wird im sozialistischen Musterland Schweiz auch von
> deutschen Firmen mit Mindestlöhnen geworben:
>
> http://www.20min.ch/finance/news/story/11272975

Du scheinst ja ein sehr verklärtes Bild von der Schweiz zu haben. Die Schweiz ist _deutlich_ wirtschaftsliberaler als Deutschland. Nur mal ein paar Beispiele:
Der gesetzliche Mindestlohn wurde vom Schweizer Volk klar abgelehnt, es herrscht weitestgehend die 42.5h Stundenwoche, Urlaubsanspruch 20 Tage (meistens wird ein wenig mehr gewährt), und — etwas mehr zum Thema passend — 14 Wochen nach der Geburt hat man als Frau wieder am Arbeitsplatz zu erscheinen und nach diesen 14 Wochen endet auch der Kündigungsschutz. Da ist nix mit 2 Jahre Elternzeit und anderer sozialistischer Erungenschaften. Maximal lässt sich der Arbeitgeber auf kurzerzeit Teilzeit ein, ansonstne kann man häufig auch einfach gehen…Letztens gab es Forderungen dass Frauen (&Männer), die nach akademischer Ausbildung nicht arbeiten, sondern sich für ein Hausfrau/Hausmann leben entscheiden ihre Ausbildungskosten zurückzahlen sollen.

Zum Thema HIV: Sozialhilfe in der Schweiz (~ Hartz IV) kann (und wird!) von einigen Kantonen zurückgefordert, wenn sich die wirtschaftliche Situation des Betroffenen wieder gebessert hat. Die RAV (~ Arbeitsamt) ist genau so erbahmungslos wie das deutsche Äquivalent und Leistungskürzung auch hier kein Fremdwort.

Man sollte sich nicht von ein paar Medienträchtigen Initiativen wie dem Mindestlohn und dem bedingungslosen Grundeinkommen ein falsches Bild vermitteln lassen.

Grüsse aus der Schweiz! 🙂


janndh
15.10.2014 2:30
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Es wird zeit für eine gesamte gesellschaftliche inventur.

Was haben wir, wer kan was, was brauchen wir.

Arbeiten ohne mdas was bei rauskommt gibts, die sind aber meist in irgendwelchen verwaltungen.

Zum thema Friseur. Da muss ich einmal im monat im winter alle 6 wochen hin.

Derzeit kostet einmal haare machen inklusive Waschen und Maschinenschnitt hier um die 12€ und das bei dem Friseur wo dransteht er zahlt mindestlohn.

Ich muss also von meinen 160 stunden im monat 1,5 stunden arbeiten um meinen friseur zu bezahlen. Und die 1,5h gelten ja nur wenn ich auch Mindestlohn bekomme. Wenn ich mehr kann und mehr kriege muss ich weniger arbeiten für einmal haare schneiden.

Wir haben hier ein anderes Problem, wir haben dank toller Technik, Dank IT, dank automatisierung weniger Bedarf an körperlicher Arbeit als es Leute gibt die körperlich arbeiten können.

Stell dir eine Fabrik vor die industriell Brötchen herstellt. Da fallen pro stunde ca 20k brötchen vom Band. Pro schicht reichen da 6 Leute.

Gleichzeitig werden zig lokale Bäcker überflüssig.
An tankstellen haben früher pro schicht drei Leute gearbeitet, heute ist da meist nur noch einer da.
Im Gastgewerbe wurde dank der Funkterminals auch eingespart. In der küche erst recht, ein Self cooking center von Rational ersetzt locker 2 Mitarbeiter.
Im Straßenbau wirds auch weniger, es gibt maschinen die können pflaster legen. Das war mal richtig handarbeit.

Es wird ja im Bau auch nicht mehr gemauert, es wird gegossen. Geht s hneller und braucht weniger leute.

Schauen wir mal beispielsweise uns Aldi an.
Ein Unternehmen was für seine Kunden als auch die Inhaber so schlecht nicht ist.

Die aldikunden sind meist zufrieden mit dem gekauftem. Stiftung warentest ist ja auch oft der selben Meinung.

Die Inhaber sind ja nun beide tot, wer jetzt die Führu g hat weiss ich leider nicht genau.

Aber was man machen könnte ohne jemand was aktiv wegzunehmen.

Ich will auch dem Aldi milliadär nichts wegnehmen.
Das ist eine blöde idee.
Andere Regelungen das dieses Vermögen langsamer wächst, die fände ich okay.
Ich will nicht Reichtum verbieten, ich will armut verhindern.
Nebenbei ich hab auch mal für den leiharbeiter lohn gearbeitet, ganz ehrlich? Ich hab da dann aber auch wirklich nur für 7,86 geleistet 🙂 Bruttoversteht sich 🙂

Jetzt bin ichbinnder lebensmittelindustrie, hab als standard jetzt schon ein wenig mehr als das was als mindestlohn kommen soll.
Schichtzulagen nichtbeinherechnet.

Wir brauchen starke gewerkschaften.
Wie gesagt ich werd keinem was wegnehmen wollen, ich bin nur dafür das es bei einigen nicht mehrbganz so schnell mehr wird.


Mirco
15.10.2014 2:43
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Wenn in den Zeitungen nicht nur völliger Mist stehen würde, wie der Unsinn über Feminismus und Frauenquoten, oder den gleichen Unsinn über Wirtschaft den Hartmut an dieser Stelle verbreitet, ja dann würde ich noch ein Abonnement haben. Aber so können sich die Verlage es nicht einmal mehr leisten den Mindestlohn an ihre Zeitungsausträger zu zahlen.


Juergen Sprenger
15.10.2014 3:22
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@Hadmut 23:39

> Auch dann, wenn man weniger erarbeitet als man zum Leben verbraucht?

Falsche Annahme. Wenn jemand weniger Lohn bekommt als er zum Leben braucht heißt das nicht automatisch, daß er weniger erarbeitet. In vielen Fällen bekommt er halt nur einen geringeren Teil der Wertschöpfung ausbezahlt.

Das Lohnniveau in Deutschland ist eben allgemein zu niedrig. Deshalb lahmt seit zwanzig Jahren der Binnenmarkt.

Für die Bezieher leistungsloser Einkommen aus Kapital ist das natürlich sehr praktisch. Über die regst Du Dich allerdings nicht so auf, obwohl deren Einkünfte in Waren und Dienstleistungen eingepreist sind und einen deutlich höheren Anteil am Preis haben als die Kosten für den Mindestlohn.

Dabei sei noch angemerkt, daß die deutschen Export- und Handelsbilanzüberschüsse im Grunde Kredite sind, von denen sich seit 2002 etwa 800 Milliarden Euro in Luft aufgelöst haben.

– Zitat Querschüsse:
Bis Juni 2014 kumulierte sich ein Leistungsbilanzüberschuss von +1769,351 Mrd. Euro! Dieser Überschuss ging einher mit einem kumulierten Nettokapitalexport (Kapitalabfluss) von -2162,253 Mrd. Euro! Dem fulminanten Nettokapitalexport, als Stromgröße in das Nettoauslandsvermögen, stand zuletzt in Q1 2014 “nur” ein deutsches Nettoauslandsvermögen aller Sektoren der Volkswirtschaft von 1323,575 Mrd. Euro entgegen.

Weiter spricht dieser Chart Bände, er manifestiert eine starke Anomalie, ein enormes Ungleichgewicht mit der Welt! Wann diese Anomalie begann und sich in einem Exzess manifestierte sieht man auch schön!

Die Stromgröße Nettokapitalexport fließt ins Nettoauslandsvermögen (Bestandsgröße), deren Höhe wird aber auch aus der Entwicklung der Anlagen im Bestand bestimmt. Die Frage nach der Werthaltigkeit der aufgebauten Forderungen und erworbenen Assets (Vermögenswerte) im Ausland stellt sich bei diesen absurden Dimensionen fast zwingend, denn die Volkswirtschaften mit chronischen Leistungsbilanzdefiziten respektive Nettokapitalimporten, was ja Ausdruck mangelnder wirtschaftlicher Leistungskraft ist, können in diesen Höhen gar keine werthaltigen Assets zur Verfügung stellen. Am Ende des Tages, gibt es nur einen natürlichen Abbau der Ungleichgewichte, durch ein Streben nach außenwirtschaftlichen Gleichgewicht aller Beteiligten oder eben Bewertungsverluste im Bestand des deutschen Nettoauslandsvermögens. Alles andere sind Märchen!
– Ende Zitat

Wenn man das verloren Geld aus diesen Posten in die Löhne im Binnenmarkt gesteckt hätte ….

> Warum eigentlich sollen andere dann für die mitarbeiten?

Frag Dich doch mal, für wen Du eigentlich mitarbeitest. Zumal es gar nicht ausgemacht ist, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kostet.


Hadmut
15.10.2014 11:24
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@Juergen Sprenger:

> Falsche Annahme. Wenn jemand weniger Lohn bekommt als er zum Leben braucht heißt das nicht automatisch, daß er weniger erarbeitet.

Denkfehler Deinerseits. Hat ja keiner gesagt, dass es „automatisch” (das richtige Wort wäre „zwangsläufig”) so wäre.

Aber es gibt Leute, sogar viele, die weniger erarbeiten als sie verbrauchen. Und es ist einfach verlogen, deren Existenz zu leugnen.


HF
15.10.2014 7:56
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Die Reallöhne sinken seit Jahren, ist es da so verwunderlich, dass jetzt das Lohnabstandagebot unter Druck kommt? Die Einsparungen durch die Agenda 2010 finden nicht unten statt, sondern bei Dir, Hadmut: Das ganze Lohngefüge ist nach unten verschoben, dort stecken die großen Summen, die die Reformen lohnend machen. Es gibt eine positive Rückkopplung, je mehr die Sozialleistungen gekürzt werden, desto drückender wird ihre Last bei denen empfunden, die sie erwirtschaften müssen. Bei den Steuersenkungen ist es auch so: Der Staat hat fixe und variable Kosten; wenn die Steuern gesenkt werden, bleiben die Beamtenpensionen und Zinskosten gleich, Investitionen in Strassen und Schulen werden gekürzt: Im Ergebnis führt eine Steuersenkung un 1% dazu, dass die Gegenleistungen um 2% sinken. Je mehr die Steuern gesenkt werden, desto ungerechter und drückender wird die Steuerlast.


markus
15.10.2014 8:02
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Bei der Lohnfindung spielt es nicht nur eine Rolle, was man tatsächlich erwirtschaftet, sondern es gilt auch Angebot und Nachfrage.

Herr Danisch, wenn für ihre Arbeitsstelle oder freiberufliche Tätigkeit 150 auf der Matte stehen würden, von denen die Hälfte jünger, agiler und aktueller ausgebildet scheinen, könnte es da evtl. auch knapp werden.
Gruß, Markus


Gast$FF
15.10.2014 8:21
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> Mir ist kein einziger Mann in Erinnerung, der Reisen ernstlich versaut hätte, aber jede Menge Frauen.

Volltreffer. Diese Beobachtung deckt sich zu 1000% mit meinen (leidvollen) Erfahrungen in dieser Hinsicht. Dies als Warnung an alle (Jung-)Leser hier, die in Erwägung ziehen, gemeinsam mit einem oder mehreren befreundeten Pärchen den Urlaub zu verbringen. Betonung liegt dabei auf “Pärchen”. Unverpaarte weibliche Mitreisende waren da eher unproblematisch.


patzer
15.10.2014 8:30
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Geisterkarle
15.10.2014 8:50
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Eine Arbeit sollte IMMER so bezahlt werden, dass eine Person, die diesen Job ausübt, auch davon leben kann! Punkt!

Wenn niemand bereit ist dieser Person ein entsprechendes Gehalt/Mindestlohn zu zahlen, dann ist das wohl ein – schon erwähnter – Bullshitjob! Denn entweder MUSS irgendeine Arbeit gemacht werden oder nicht! Was dazwischen ist mMn nicht möglich bzw. sollte nicht möglich sein!

Ja, das könnte möglicherweise so einiges in der Wirtschaft umkrempeln. Womit wir aber wieder bei der Frage sind, wie wir damit umgehen, dass dank Technik/Automatisierung immer weniger Menschen gebraucht werden, die uns sozusagen “versorgen”, die Menschheit aber immer mehr werden!?


Hadmut
15.10.2014 11:21
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@Geisterkarle:

> Eine Arbeit sollte IMMER so bezahlt werden, dass eine Person, die diesen Job ausübt, auch davon leben kann! Punkt!

Und wenn einer nicht arbeiten will? Was manche Leute abliefern, ist eben keine „Arbeit”. Und Leute, die keine 3 Tage hintereinander am Arbeitsplatz erscheinen, gibt’s genug.

Letztlich machst Du nichts anderes als die Frage nach der Bezahlung irgendwo in die Definition von „Arbeit” zu verschieben, auf Die Du nicht eingehst.

Außerdem sagst Du nicht, was „leben” heißt. Welchen Lebensstandard definierst Du da? Heißt das, dass man da wohnt, wo es günstig ist, oder dass man sich frei raussuchen kann, wo man wohnt? Die meisten Arbeitenden können sich eine Wohnung in München nicht mehr leisten. Sollte das aber für jemanden gelten, der nicht arbeitet?


tom174
15.10.2014 9:00
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“Beim ‘Mitschleppen’ kannst Du Dir nur aussuchen, ob Du die Arbeitnehmer schleppst oder den Arbeitgeber, der mit seinem maroden Geschäftsmodell nicht mal auskömmliche Löhne erwirtschaften kann oder die einfach nicht zahlen will”
Hadmut brachte ja schon das Beispiel des Friseurs. Gleiches gilt für den Putzmann. Ich hasse Putzen. 8,50/h + Lohnnebenkosten: 10,20. Damit ist dann nur sein Gehalt bezahlt. Nun kommen die Mit einem Auto, dass bezahlt werden will, auch dort hat es eine Lohnbuchhaltung, die Mehrwertsteuer… die 18EU die ich nun bezahle werden die nicht halten können.
Die 18Euro bezahle ich aus dem Netto. Gut, Steuern bekommt man ein wenig was zurück, aber.. Meine Zeit ist dann soviel wert wie die einer Putzkraft, wenn ich 3000 Euro NETTO verdiene. Gerade im Haushalt wird der Mindestlohn schlicht zu noch mehr Schattenwirtschaft führen, ganz ohne die ach so bösen Unternehmen.


Flitzpiepe
15.10.2014 9:16
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Oppi betet Mainstream nach.
> ‘Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis’ gilt eben auch auf dem Arbeitsmarkt.

Dieser Satz enthält gleich 2 Lügen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Gewinn. Ist der zu niedrig, findet Wirtschaft einfach nicht statt. Ist der Lohn zu niedrig, muß man dennoch hin. “Markt” halte ich schon bei Konsumentenwaren für eine Täuschung, “Arbeitsmarkt” gibt es gleich gar nicht, weil er ein Resultat willkürlicher Politik ist und weil mit Einstellungen und Entlassungen eben auch Politik gemacht wird.

> ist es quasi ein Naturgesetz, dass das Angebot an Arbeit größer als die Nachfrage ist

40 und mehr Wochenstunden ist kein Naturgesetz, sondern gesteuert. Deshalb ist

> Es ist nicht genug Arbeit da, damit jeder einen Job haben kann, der ihn und seine Familie ernährt

ein Fehlschluß. Natürlich müssen auch die Arbeitslosen und der ganze Rattenschwanz an Folgekosten bezahlt werden. Da könnte man sie doch besser arbeiten lassen und mit den Wochenstunden und -löhnen runter gehen. Das ist aber nicht gewollt, weil man dann nicht zwei Gruppen gegeneinander ausspielen könnte.

Hadmuts Denken hingegen scheint mir eher dem Feudalismus zu entspringen.
> Auch dann, wenn man weniger erarbeitet als man zum Leben verbraucht?
“Weniger” definiert natürlich ausschließlich der unwillige Arbeitgeber.

> Warum eigentlich sollen andere dann für die mitarbeiten?
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, nicht war. Das man sie gar nicht erst läßt, wenn sie minimale oder sogar angemessene Forderungen stellen, wird natürlich ignoriert. Und die paar, die tatsächlich keine Lust haben, die könnten wir locker mit durchziehen. Stattdessen werden Firmen und Banken durchgefüttert, eben auch mit Niedriglöhnen, 1€-Jobs und Praktikanten. Ich sehe es andersrum: Wer ordentliche Arbeit erwartet, dafür aber nicht ebenso ordentlich zahlen will, darf ruhig geschlossen werden.

> Bloß weil ein kleiner Teil der Menschen (was ich bestreite) ausreicht, um „genug Güter” zu produzieren, heißt das noch lange nicht, dass die anderen sich schlafen legen oder feiern gehen können.

Warum denn eigentlich nicht? Weil der Lehnsherr das so bestimmt. Wenn man nicht gewillt ist, die Arbeit auf alle aufzuteilen, muß man halt einen Teil mit durchziehen.

> Warum etwa sind in Berlin viele Straßen und U-Bahnhöfe schrecklich vermüllt, während gleichzeitig hunderttausende rumlungern und gar nichts tun?

Wie wärs zur Abwechslung mal mit nach-oben-treten? Diese millionen- und milliardenschweren Sozialschmarotzer, die die Geschicke dieses Landes bestimmen, es hinterrücks ausnehmen und dabei auf die anderen, auf die da unten, zeigen. Und auf das Politikerpack, das seine Hauptaufgabe darin sieht, den eben genannten zuzuarbeiten.


Peter
15.10.2014 9:30
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> Wieviel meiner Lebenszeit sollte ich Deiner Meinung nach dafür bezahlen müssen, damit mir jemand 10 Minuten die Haare schneidet oder einen Tag lang die Wohnung streicht?

Wie wärs mit ungefähr dem, was Du in der Zeit verdienst, die Du dafür brauchen würdest, um ungefähr das gleiche Ergebnis zu erreichen?

Ohne Dir zu nahe tretten zu wollen, es mag ja sein, dass es bei Deinen Haaren reicht 5 min mit einem 10mm Langhaarschneider über den Kopf zu fahren, bis nichts mehr abgeschnitten wird. Aber wenn man etwas komplizierteres will, wirds schon schwieriger. Obwohl ich keine zwei linken Hände habe, habe ich mir letztens einen abgebrochen meinem 2 jährigen eine ansehnliche Friseur zu verpassen. Dabei sieht es beim Friseur so einfach aus…


Peter
15.10.2014 9:37
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PS: Ich blende in diesem Zusammenhang die (Aus-)Bildung komplett aus, denn was zählt ist das Ergebnis und nicht wie lange jemand lernen muss, um dieses zu liefern.


Berger
15.10.2014 9:47
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“…Schon im November 2013, bevor die schwarz-rote Koalition überhaupt zustandekam, hatten Wirtschaftsfachleute vor dem gewarnt …”

Hm, Naja, die warnen immer vor irgendwas.

Manche warnen vor zu hohen staatlichen Ausgaben, andere warnen vor zu niedrigen.

Volkswirtschaft hat eben, im Gegensatz zur Betriebswirtschaft, auch viel mit Ideologie zu tun.

Den größten Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben aber sicher nicht ein derartig läppischer Mindestlohn(der gilt ja übrigens noch gar nicht!!) und sicher auch nicht die zusätzliche Mütterrente. Dazu sind die zusätzlichen Ausgaben einfach zu gering, wenn man sich mal die Relationen ansieht.

Den größten Einfluss auf die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung dürften die Sanktionen gegen Russland haben.

Und natürlich immer noch die Situation des Euro. Und natürlich die Reaktion auf die Situation des Euro, die Versuche, ihn wieder in den Griff zu bekommen, ohne dabei die Eurozone kaputt zu machen.

Diese wichtigsten Punkte scheinen aber Tabu zu sein. Darüber reden höchstens mal die Vertreter neuer Parteien oder spezielle Sites.


Peter
15.10.2014 9:53
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PSS: Der oben verlinkte Artikel trifft zu dem Thema auch den Nagel auf den Kopf: http://strikemag.org/bullshit-jobs/


splitcells
15.10.2014 9:56
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@Hadmut
“Schönes Beispiel sind gerade die Zeitungsausträger.
Die hat man vom Mindestlohn ausgenommen. Es ist aber nicht so,
dass deren Lohn so niedrig ist, weil draußen 100 andere stehen.
Sondern im Gegenteil, sie finden keine mehr. Mindestlohn zu zahlen würde
aber Zeitungen verteuern. Was unsinnig ist, weil die Leserzahlen ja
eh schon runtergehen.”

Oder der Job Zeitungsträger sollte (in dieser Form) aussterben,
da dieser zu ineffizient ist. Man wird wohl kaum mit Abitur
etc. ein signifikant besserer Zeitungsträger. Wenn man die Effizienz
(bzw. Effektivität) der Leute erhöhen will, muss man sie dazu
anregen Arbeit zu finden, die besser ist (dein Vorschlag
an sich ist aus meiner Sicht also nicht grundsätzlich
falsch).

“Bitte unter der Berücksichtigung, dass ich erst mit knapp 30 angefangen
habe, überhaupt etwas zu verdienen und in die Akademiker-Progression falle,
während Maler und Friseure mit Hauptschulabschluss und 3 Jahre Berufsschule
o.ä. auskommen, und deren Ausbildung erheblich leichter ist.”

Man kann den Lohnunterschied zwischen Gelernten und Ungelernten
auch dann vergrößern, wenn ein (höherer) Mindestlohn gezahlt
wird (wie ist rechnerisch klar). Jetzt kommt natürlich das Argument, dass
man dann mehr auszahlt als die beiden Berufgruppen tatsächlich
produzieren.
Wobei eine solche Aussage erstmal nichts Wert ist, wenn
man dies auch nicht zeigen kann.

Schauen wir mal nach. Ein Indikator dafür, ob Arbeitgeber
einen höheren Lohn zahlen können, ist das Unternehmens
– Vermögeneinkommen:

Google=>deutschland unternehmensgewinne=>
https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/VGR/EinkommensentwicklungVGR.pdf?__blob=publicationFile

[VOLKSWIRTSCHAFTLICHE GESAMTRECHNUNGEN
Statistisches Bundesamt Wirtschaft und Statistik 3/2008 ]

Seite 199 bzw. in der Pdf Seite 3, das Diagram. Von 2003 bis
2008 sind die Einkommen der Unternehmen pi mal Daumen doppelt
so hoch gewachsen, wie die Einkommen der Arbeitnehmer.
Sieht für mich so aus, als da nach oben Platz ist.
Das heisst nicht, das Ungelernte und Gelernte jetzt den
gleichen Lohn bekommen sollte, sondern, dass man ihn
erhöhen könnte (für Gelernte beispielsweise doppelte
so stark Wachsen lassen, wie für Ungelernte
[das war jetzt einfach irgendeine Zahl]).

Warum sollte man es aus wirtschaftlichen Aspekten machen?
Mann muss für Nachfrage sorgen, damit die Wirtschaft wächst,
und die schwache Nachfrage liegt momentan eher an Geldmangel
(Seitens der Nachfrage).

Das Problem nämlich ist, das Unternehmen nicht investieren
werden, wenn die Aussichten für die Nachfrage schwach ist
und das wiederum führt dazu, dass die Wirtschaft nicht
entsprechend wachsen kann.
Oder anders gesagt, es wichtig die Kapazität auszulasten,
wenn man steigende Kapazoitäten haben will.
Niemand wird die Kapazität erhöhen, wenn
sie nicht ausgelastet wird.

Zudem sind die Quellen unpassend (ich schreib noch
einen Kommentar dazu, warum ich dass glaube).


jochen
15.10.2014 9:58
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[blockquote]> sondern darum, dass man von seiner Arbeit leben können sollte.

Auch dann, wenn man weniger erarbeitet als man zum Leben verbraucht?

Warum eigentlich sollen andere dann für die mitarbeiten?[/blockquote]

Also eine Gesellschaft, in der diejenigen, die “Pech” haben in der Gosse liegen oder gleich sozialverträglich verhungern=


Hadmut
15.10.2014 11:13
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@jochen:

> Also eine Gesellschaft, in der diejenigen, die “Pech” haben in der Gosse liegen oder gleich sozialverträglich verhungern=

Dummes Geschwätz.

Ein großer Teil der Leute, die in Berlin rumlungern, hatte nicht „Pech”, sondern ist stinkend faul aus Prinzip.

Warum wird eigentlich immer geleugnet, dass es Leute gibt, deren Lebensmodell ist, sich von anderen durchfüttern zu lassen? Als ob das alles nur Leute wären, die „Pech” im Leben gehabt hätten?

Und wie sollte „Pech gehabt” Leute davon abhalten, immer noch was gescheites zu lernen?

Wir haben Fachkräftemangel. Von immer mehr Betrieben hört man aber, dass es immer schwerer wird, Azubis zu finden. Und wenn, dann haben sie keine Lust auf morgens aufstehen, jeden Tag zur Arbeit gehen, lernen, arbeiten. Das ist nicht Pech, das ist Faulheit.


Kurt Kurz-Furz
15.10.2014 10:41
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@janndh > Warum muss Wirtschaft immer wachsen?

Um den Betrug mit Falschgeld (Buchgeld der Banken) möglichst lange zu vertuschen:

In unserem Schuldgeldsystem (Geld ohne inneren Wert, virtuell von Banken erschaffen) darf der Schuldner das Geld für Zinsen nicht selbst erzeugen (dürfen nur Banken). Für diese Zinsschulden muss daher immer ein Nachschuldner gefunden werden, der diese Schulden übernimmt und weitere anhäuft (Exponentielles Wachstum).

Sobald kein Nachschuldner mehr gefunden werden kann, bricht das System zusammen. Dies dauert 2-3 Generationen und am Schluss weiss keiner mehr, wie es angefangen hat. Auch viele Banken gehen pleite. Die überlebenden Banken krallen sich die Realwerte, die ihnen als Sicherheit (für erfundenes Geld) verpfändet wurde.

Soweit – verkürzt – mein Verständnis.


Hadmut
15.10.2014 11:07
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@Kurt Kurz-Furz:

> darf der Schuldner das Geld für Zinsen nicht selbst erzeugen (dürfen nur Banken).

Auch Banken dürfen Geld nicht „selbst erzeugen”.


Horsti
15.10.2014 10:48
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Interessant auch, daß McKinsey selbst keinerlei Reaktionen auf ihre Erkenntnisse gezeigt hat. Deren Führungspersonal ist immer noch durchweg männlich.

Zum Mindestlohn: Wer ihn nicht haben will, sollte eben Zeitarbeit wieder abschaffen. (Nebenbei: Die ist sogar in Rußland verboten) Darüberhinaus weitere Schlupflöcher wie Schein-Selbständigkeit, Werk- und Honorarverträge rigoros stopfen. Und in letzter Konsequenz auch die Zuwanderung begrenzen, damit die hiesigen Arbeitnehmer weniger erpreßbar sind. Deutschland braucht im Prinzip keinen Mindestlohn, aber Dumpinglöhne ebensowenig. Deutschland hat prima ohne Mindestlohn funktioniert, aber da gab es eben auch keine Abzocke der Arbeitnehmer.


Dirk S.
15.10.2014 10:57
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@ Hadmut

> Denn Merkel reagiert ja gar nicht.

Merkel ist verschlissen und das schon seit Jahren. Ihr Bestreben dürfte nur noch sein, länger als ihr Ziehvater Kohl im Amt zu sein. Sie hätte schon vor einiger Zeit abtreten sollen, vor allem, wenn sie, wie sie betont, Deutschland dienen wollte. Sie hat den richtigen Zeitpunkt für den Absprung verpasst, als es in DE so richtig rund lief, hätte sie abtreten sollen und wäre als sehr erfolgreiche Kanzlerin in die Geschichte eingegangen. Also solange niemand nachsehen würde, was für Erfolge sie hatte. Aber egal, Kohl ist ja auch der Kanzler der Einheit.

> In was für einem Land leben wir eigentlich, in dem nicht die Besten, sondern die dämlichsten Minister werden?

In Deutschland. Wenn man sich unsere Geschichte ansieht, dann erkennt man, dass Deutsche es mit fähigen Ministern und Regierungsführern nicht so haben. Deshalb hauen ja auch immer wieder so viele gute Leute ab. Es gibt Länder, da sind die Regierenden nicht ganz so unfähig. Ok, von einem Land mit fähiger Regierung habe ich noch nie gehört. Gibt es so eins? 😉

> Anti-Stress-Gesetze

Ein Anti-Stress-Gesetz wäre genau genommen sogar unmenschlich, da der Mensch durchaus einen gewissen Stresslevel braucht, um gesund zu sein. Gerade der Feminismus basiert ja darauf, dass gelangweilte Frauen Beschäftigung brauchen, um einen gesunden Stress zu haben. Womit wir den Weg zum ungesunden Stress gefunden haben (den z.B. Feministinnen bei anderen verursachen): Zuviel Stress ist natürlich wiederum ungesund, also wäre allenfalls ein Stressbegrenzungsgesetz gesundheitlich sinnvoll. Aber es geht ja gar nicht um die Gesundheit, wie du schon festgestellt hast.

> Die viel Arbeitenden würden immer stärker ausgenommen, die wenig Arbeitenden mit Wohltaten gepampert.

Vollste Zustimmung! Und das Ergebnis ist, dass sich Sozialhilfedynastien entwickelt haben und das erste deutsche Wort, das viele “Zuwanderer” lernen, “Sozialamt” ist. Die Steigerung dieses Blödsinns ist das BGE. Wer das Geld dafür verdienen soll, wissen die Forderer und Anhänger auch nicht, allenfalls die öminösen “Reichen”. Wer jetzt reicht ist wissen die auch nicht so richtig, aber auf jeden Fall die Leute, die mehr als sie haben. Also jeder, der arbeitet. Schon aufgefallen, dass immer bei “den Millionären” Geld geholt werden soll, aber sich nienand darauf festlegen will, ob es sich um Einkommensmillionäre (von denen immer einer als Beispiel herhalten muss) oder aber auch um Vermögensmillionäre handeln soll. Bei ersteren wäre die zusätzlich Verwaltung vermutlich teurer als der Ertrag und im zweiten Fall trifft das viele, die ein Häuschen in nun bevorzugter Lage in einer Großstadt geerbt haben und macht die dann Arm. Das wäre doch mal eine echt schlaue Politik. 🙁
Sinnvoller wäre es, die Sozialausgaben zurückzufahren, Sozialleistungen zu streichen und die Aufnahme von Arbeit attaktiver zu machen. Wer Hilfe braucht soll auch Hilfe erhalten, um sich selbst zu helfen. Wer nur zu faul ist, sich selbst zu versorgen, soll sehen, wovon er, sie, es lebt. Sponsor, Eltern, was auch immer. Aber nicht von der Gemeinschaft der Leistenden. Etwas mehr Eigeninitative ist gefragt. Ach ja, und langfristigt wäre es auch sinnvoll, Mittelstandsfamilien zu fördern (also deren Abgabenlast zu verringern) und die sich gut vermehrenden Sozialleistungsfamilien finanziell trocken zu legen. Mittelstandseltern fördern üblicherweise ihre Kinder, damit was aus denen wird. Bei den anderen dienen die Kinder als Quelle für Sozialleistungen und was aus denen wird ist auch klar: Ein weiterer Sozialfall. Und die versiffen dann die Städte.

> “Entgeltgleichheitsgesetz”

Klassischer Staatsblödsinn. Das kann nur funktionieren, wenn man nicht auf wirtschaftlichkeit achten muss, da man seine “Kunden” nach belieben ausquetschen kann. Das können nur 2 Gruppen: Der Staat und Drogenhändler. Der eine hat nicht nur wenig Konkurrenz, sondern auch Macht- und Gewaltmittel, um seine “Kunden” auzunehmen, die Kundschaft des anderen ist von seiner Wahre abhängig und kann deshalb nach Belieben ausgenommen werden. Ist das nicht ein schöner Vergleich?
Aber zurück zur Wirtschaft: Wenn so ein Gesetz kommen sollte und es ist blödsinnig genug, um zu kommen, dann wird die Wirtschaft bei Neueinstellungen ganz genau auf die Leistung(sfähigkeit) der Bewerber schauen. Und das kann leicht dazu führen, dass weniger Frauen als Männer eingestellt werden. So etwas nennt man dann Rohrkrepierer. Oder Gleichstellungspolitik. Ist eigentlich das selbe.

> was da an „Sozialgeschenken” geplant war: Mütterrente, vorgezogene Rente, Mindestlohn.

Ist doch schön, wenn man Geschenke machen kann und andere sie bezahlen müssen. Da ist man doch gerne großzügig.

Mütterrente:
Es werden Rentenbeiträge veruntreut, um das von der Politik durch die Veruntreuung von Rentenbeiträgen und dem Betrug an den gesetzlich Rentenversicherten geschaffenen Problem der niedrigen Witwenrenten zu lindern. Ein Problem, dass ohne die Politik wohl gar nicht (oder nicht so stark) bestehen würde. Aber die Rentenkasse hat Überschüsse und anstelle die Beträge zu senken (gut) oder aber Rücklagen zu bilden (viel besser), wird das Geld für Wahlgeschenke rausgeschmissen und damit veruntreut. Zumal auch pensionierte Beamtinnen Anspruch auf Mütterrente haben. Und für jeden Euro, den meine Frau später Mütterrente bekommt, werden mir mindesten 1,50 Euro abgezogen. Zusammen haben wir dann weniger. Ganz großes Kino.

vorgezogene Rente:
Die dient in erster Line der Verdeckung der Tatsache, dass der Anteil der noch voll erwebstätigen Über60jährigen in ihrer Altersgruppe relativ gering ist (z.B. im Vergleich der 50-60jährigen). Viele von denen sind durch, verschlissen und können einfach nicht mehr. Wirklich sinnvoll wäre eine flexible Rentenlösung, die auch die Arbeitswirklichkeit berücksichtigt und sich an den geleisteten Betragszeiten orientiert. 40 Jahre Bau sind nun mal was anderes als 45 Jahre Büro. Das wird aber nicht berücksichtigt. Aber was soll man schon von Politikern erwarten, Realität ist nicht so deren Ding. Und überhaupt bevorzugen die einfache Lösungen, wie alle gleiches Renteneintrittsalter, Dinge verbieten usw. Diffenzieren ist nicht deren Sache, haben die schon in der Schule in Mathe nicht verstanden.

Mindestlohn:
Ich bin bekennender Gegner des Mindeslohns in DE. Denn zum Einen ist das Aushandeln von Lohnuntergrenzen Aufgabe der Gewerkschaften (hat bei den Friseuren ja auch geklappt), zum andern haben gesetzliche Mindeslöhne die Angewohnheit, eine Angleichung von oben nach unten hervorzurufen, soll heißen, dass höhere Löhne sich immer mehr dem gesetzlichen Mindeslohn annähern. Was zur Folge hat, dass die Politik Einfluss auf die (Brutto-)Löhne gewinnt und diese völlig unklaren Interssenlagen unterworfen werden. Hinzu kommt natürlich ein Verlußt an Arbeitsplätzen und zwar im Dienstleistungsgewerbe und damit vor allem bei Frauen. Viele Dientleistungen verkaufen sich nur über den Preis und wenn die zu teuer sind, fragt die keiner mehr nach und die Dienstleister sind pleite bzw. arbeitslos. Nagelpflege für 20.-€ ist noch ok, 50.-€ wird kaum jemand zahlen. Bude reinigen durch Reingungsdienst? Da mag 30.-€ bis 100.-€ akzeptiert werden, ansonsten macht man das eben selber (oder auch nicht). 8,50€ Stundenlohn ist da kaum drin. Aber das war vorher auch nicht und es waren vor allem Frauen, die sich mit solchen Dienstleistungen ein Zubrot verdient haben. Versorgt waren die schon. Entweder durch einen Mann oder den Staat.

@ janndh

> Die bahn war früher wirklich pünktlicher und auch sauberer.

Wann war das? Zu Kaisers Zeiten? Ich pendle schon seit meinem Studium mit der Bahn und in den 25 Jahren (hab’ also noch den Staatsbetrieb erlebt) hat sich bei der Pünktlichkeit auf “meiner” Strecke nichts geändert. Außer dass mehr Verkehr auf den Gleisen ist. Sollte es auf “deiner” Strecke besser gewesen sein: Glückwunsch! Mein Neid ist dir sicher. 🙂

@ Ari

> Ich glaube sofort, dass gemischte Teams eine bessere Gesamtleistung bringen als reine Männerteams.

Ein Kollege von mir, der im Bereich Teambildung / Teamrollen etc. forscht, meinte mal, am effizientesten wären reine Männerteams. Gemischte Teams sind ineffizienter (als Männerteams), über reine Frauenteams hat er allerdings nichts gesagt. Es war keine Kollegin anwesend. 😉

Meiner Ansicht nach hängt es auch von der Anzahl der Frauen in einem Team ab. Hast du eine Frau, so kann die wirklich eine Bereicherung sein und die Teamleistung verbessern. Schließlich gibt es auch fähige und kompetente Frauen, was auch niemand bestreitet. Aber über die Masse der Teams wirst du wieder zu obiger Aussage zurückkommen. Wenn mehr als ein Frau in einem Team ist, werden die sich mit großer Wahrscheinlichkeit vor allem mit herumgezicke und gegenseitigem torpedieren beschäftigen, so dass das restlich Team eine entsprechende Anzahl von Totalausfällen kompensieren darf. Auch da wird es Ausnahmen geben, sicherlich, nur über die Masse eben nicht.

Massive Grüße,

Euer Dirk


Dirk S.
15.10.2014 11:29
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@ Juergen Sprenger

> Das Lohnniveau in Deutschland ist eben allgemein zu niedrig. Deshalb lahmt seit zwanzig Jahren der Binnenmarkt.

Der Quark wird schon seit Jahrzehnten erzählt und wird damit doch nicht wahrer. Erstens ist der deutsche Binnenkonsum recht gut, nur der Markt ist hart umkämpft. Womit wir zu zweitens kommen: Der deutsche Markt ist in weiten Teilen ein Ersatzmarkt, außer Nahrungsmittel sind die meisten Marktsigmente bereits hinreichend gefüllt und es wird vor allem Ersatz für alte und defekte Geräte gekauft. Daher die ewigen Sonderangebote, Sonderaktionen etc. Es soll zusätzlicher Bedarf erzeugt werden. Was eigentlich nur noch ab und zu bei Erwachsenenspielzeug klappt, Tablet-PCs sind so ein Beispiel. Ansonsten sind die Märkte recht dicht. Das wird immer wieder vernachlässigt oder verschwiegen. Nur so kommt man nicht zu einer realistischen Betrachtung. Die ist aber wohl auch nicht erwünscht, schließlich will man ja Vorwürfe machen und keine Lösungen erarbeiten. Denn mit Lösungen hat man ja nichts mehr, womit man Vorwürfe machen kann. Verweiblichung der Gesellschaft könnte man das nennen, wenn man wollte.

> Für die Bezieher leistungsloser Einkommen aus Kapital ist das natürlich sehr praktisch. Über die regst Du Dich allerdings nicht so auf, obwohl deren Einkünfte in Waren und Dienstleistungen eingepreist sind und einen deutlich höheren Anteil am Preis haben als die Kosten für den Mindestlohn.

Ohne das Kapital keine Waren und Dienstleistungen (oder glaubst du, die entstehen aus Luft und Arbeit?), ohne diese keine Arbeitsplätze, ohne diese keine Einkommen, ohne diese würdes du eventuell nicht geboren worden sein, weil deine Großeltern verhungert sind. Kapital ist wichtig, ohne geht es nicht. Oder wir gehen zurück in die Steinzeit und leben im Schnitt nicht mal 20 Jahre. Was für eine tolle Vorstellung. Sorry, aber das neiderfüllte Kapitalgebashe ist doch so etwas von selbstgefällig und realitätsfern.

> Dabei sei noch angemerkt, daß die deutschen Export- und Handelsbilanzüberschüsse im Grunde Kredite sind, von denen sich seit 2002 etwa 800 Milliarden Euro in Luft aufgelöst haben.

Ich weiß gar nicht, was du hast, das ist doch das Problem der bösen Kapitalgeber. Das müsste dir doch gefallen, was stört dich daran?

> Wenn man das verloren Geld aus diesen Posten in die Löhne im Binnenmarkt gesteckt hätte

… würden davon vor allem die bösen Kapitalisten profitieren. Merke: Wenn jemand in DE mehr verdient, wird ihm um so mehr vom Staat als Strafe weggenommen. Denn der Staat will lieb sein und das Geld derer, die etwas leisten, denen geben, die nichts leisten. Die geben ihr Geld dann für Produkte aus, an denen vor allem der böse Kapitalist verdient, denn die werden eher selten in DE hergestellt. Bringt also nichts und Kapitalbabfluss ist vor allem ein Problem der Kapitalgeber.

> Frag Dich doch mal, für wen Du eigentlich mitarbeitest.

Für viele, einige kenne ich sogar persönlich. Und? Dafür trage ich ein erheblich geringeres wirtschaftliches Risiko und das ist mir die Sache wert. Und einige, von denen, die von meinen Zwangsabgaben profitieren (für die arbeite ich schließlich auch mit), kenne ich auch. Im Prinzip kann ich die Frage beantworten. Nur was bringt mir das? Arbeite ich deswegen weniger gerne?

> Zumal es gar nicht ausgemacht ist, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze kostet.

Siehe meinen vorherigen Beitrag. Der Mindestlohn wird Arbeitsplätze kosten, das ist sicher. Und es ist auch klar, welche.

Nimms nicht perönlich, aber du wiederholst Argumentationsmuster, die eigentlich schon lange überholt sein sollten. Recycling ist zwar was gutes, aber bei widerlegten Argumenten Unsinn.

Recycelte Grüße,

Euer Dirk


Trollversteher
15.10.2014 11:44
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Ich finde es ehrlich gesagt deprimierend, dass ausgerechnet du an die Mär vom Fachkräftemangel glaubst und dein Gemaule (und nichts anderes ist es, denn eine Alternative für diese Leute beschreibst du ja nicht) über Arbeitsfaule ziehen den Blog in meinen Augen nach unten.


Hadmut
15.10.2014 11:54
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@Trollversteher: Schwätzer!

> dass ausgerechnet du an die Mär vom Fachkräftemangel glaubst

Ich sag’s mal so: Die Firma, bei der ich arbeite, zahlt Vermittlungsprämien, wenn man es schafft, neue IT-Fachkräfte ranzuholen. Und ich habe es bisher noch nicht geschafft, mir eine solche Vermittlungsprämie zu verdienen, weil ich auch keinen gefunden habe.

Wie würdest Du das sonst nennen?

Außerdem habe ich in meinem Freundeskreis einige Leute, die selbst Stellen ausschreiben, besetzen und in den Bewerbungsgesprächen sitzen. Ich weiß, was die mir erzählen.

Also komm mir nicht auf die Tour.

Ich sehe das mit dem Fachkräftemangel auch kritisch und sehe (und schreibe im Blog) ja selbst, dass das ein politischer Fake ist, um den Markt mit Leuten zu überschwemmen. Es gibt zwar zu viele Leute auf dem Markt, aber zu wenig Fachkräfte.


Dirk S.
15.10.2014 13:00
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@ Hadmut

> Es gibt zwar zu viele Leute auf dem Markt, aber zu wenig Fachkräfte.

Ist halt eine Definitionsfrage. Die Arbeitgeber verstehen unter Fachkraft jemanden, welcher genau das kann was sie benötigen. Eben vom (speziellen) Fach ist. Wer einen Informatiker sucht, sucht einen Informatiker und keinen Biologen. Aber beide sind Fachkräfte. Und da wären wir beim nächsen Punkt: Wenn speziell Politiker vom Fachkräftemangel reden, dann meinen die alle Fachkräfte, genau genommen Leute mit entsprechender formaler Ausbildung (genauer: Abschlüssen). Das man einen Informatiker nicht durch einen Biologen ersetzen kann, leuchtet sogar denen ein, nur fällt genau dieser Punkt bei der Diskussion unter den Tisch. Wir haben viele Fachkräfte im geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich, aber wenige im Technischen. Somit haben beide Seiten irgendwie recht, es fehlen Fachkräfte, die die Wirtschaft sucht (vor allem technische) und wir haben viele ausgebildete (formale) Fachkräfte, die kein Arbeitgeber sucht. Will aber keiner so genau wissen.

Für meinen Teil sehen ich den bedrohlichsten Fachkräftemangel im Bereich der Regierung, da fehlt Deutschland eindeutig das Fachpersonal. Aber ich fürchte, dass ich eine signifikante Besserung der Situation wohl nicht mehr miterleben werde…

Fachkräftliche Grüße,

Euer Dirk


Fritz
15.10.2014 13:30
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Der Mindestlohn kann für das gegenwärtige “Einbrechen” der Wirtschaft nicht verantwortlich sein, da er noch gar nicht gilt und auch ab 1.1.2015 Übergangsfristen gelten. Ausserdem ist vor allem die Auslandsnachfrage rückgängig und der Exportsektor Deutschlands ist nur sehr wenig vom Mindestlohn betroffen, da hier allgemein mehr als 8,50 brutto gezahlt wird. Der Mindestlohn bewirkt eher Änderungen v.a. im Dienstleistungbereich und hier zb. in der Gastronomie, Pflege etc. Wenns da demnächst schwächelt, dann liegts vielleicht am Mindestlohn.

Auch die Mütterrente kann bei der kurezn Dauer ihres Bestehens kaum so dermaßen Einfluß gehabt haben und wird ausserdem aus der Rentenkasse bezahlt, deren Beiträge seit der Mütterrente nicht erhöht worden sind. Mit dem Export hat die Mütterrente wohl kaum etwas zu tun.

Der jetzige Rückgang hat sicherlich was mit Russlandsanktionen zu tun und mit den ausbleibenden Aufträgen aus Russland und der südlichen EU, wobei Russland wohl den Löwenanteil ausmachen dürfte.
Ich stelle mir aber auch vor, daß nach mehreren Jahren Spar(versuchs)politik vielen Unternehmen einfach die Abnehmer für ihre Produkte fehlen, da dem Durchschnittskonsumenten der Geldbeutel knapp ist und “Autos kaufen keine Autos”.


Fritz
15.10.2014 13:50
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PS: Fachkräftemangel herrscht für die Bundesagentur für Arbeit dann, wenn auf eine gemeldete Stelle weniger als 3 Bewerber kommen.

“Es gibt zwar zu viele Leute auf dem Markt, aber zu wenig Fachkräfte.”
Das klingt sehr stark auf Ihren Beruf bezogen. In der Krankenpflege gibt es zum Beispiel nicht zu viele Ungelernte gegen zu wenige Gelernte, sondern einfach zu wenige insgesamt. In der Altenpflege ist es noch düsterer, weil da auch prognostisch viel zu wenige hin wollen, sowohl gelernt wie ungelernt. Das gilt auch für eher arbeitsintensive und dabei mäßig entlohnte Handwerkerberufe. Die Jugend ist dafür nicht mehr so einfach zu begeistern bzw. von dem, was sie da erwartet, nicht sehr angetan.

Und es war glaube ich der Soros, der gemeint hat: wenn mir ein Unternehmer etwas vom Mangel an Fachkräften erzählt, dann frage ich ihn, wieviel er solchen Fachkräften zu zahlen bereit wäre und dann weiß ich, woher der Fachkräftemangel kommt. Für den deutschen Durchschnittslohn hat man keinen Grund, sich übermäßig anzustrengen, das wäre Perlen vor die Säue.
Wenn Sie für Ihren gegenwärtigen Arbeitgeber keine neuen Fachkräfte finden, dann würde ich meinen, ist das Angebot für echte Fachkräfte nicht attraktiv genug, sondern nur für die Vielzuvielen. Was wiederum sehr nach Deutschland klingen würde.


Stuff
15.10.2014 14:24
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El_Mocho
15.10.2014 15:37
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Der Mindestlohn spielt schon eine Rolle bei der Entscheidung, ob jemand arbeiten geht oder klauen. Wenn man von Arbeit nicht leben kann, dann geht man halt klauen und nimmt das Risiko der Bestrafung in kauf. Immer noch besser als hungern.

In Südamerika z.B. ist die Kriminalität wesentlich höher als hier, ob das evtl. etwas mit der extrem ungleichen Einkommensverteilung zu tun hat?

Ich fühle mich jedenfalls von Menschen, die ein Vielfaches von meinem gehalt einnehmen, ohne einen Finger zu rühren, nur weil ihre Eltern oder Urgroßeltern schon reich waren, oder weil sie einen guten Riecher für Bankgeschäfte haben, weit mehr betrogen als von den Hartz IV-Beziehern.


Hadmut
15.10.2014 16:02
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> In Südamerika z.B. ist die Kriminalität wesentlich höher als hier, ob das evtl. etwas mit der extrem ungleichen Einkommensverteilung zu tun hat?

Selbstverständlich. Korrelationen sind Kausalitäten. Das war schon immer so.


w
15.10.2014 16:00
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@Hadmut
Banken können selber Geld schöpfen. Ganz einfach so:

Eine Bank gibt jemand einen Kredit über 10000 Euro. Dann schreibt sie diesen Betrag dem Girokonto des Kreditnehmer bei sich selber gut.

Fazit: Die Bank hat +10000 Giro und -10000 Kredit immer noch die gleiche Bilanzsumme aber es gibt 10000 Euro mehr im Umlauf.


Hadmut
15.10.2014 16:02
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@w: Milchmädchenrechung.

Außerdem kannst Du selbst auch Leuten Kredit geben. Warum machst Du es dann nicht?


Dirk S.
15.10.2014 16:36
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@ El_Mocho

> In Südamerika z.B. ist die Kriminalität wesentlich höher als hier, ob das evtl. etwas mit der extrem ungleichen Einkommensverteilung zu tun hat?

Südamerika hat auch mehr sozialistische Regierungen. Vielleicht hat das damit zu tun? Oder einfach damit, dass die Menschen dort wenig Respekt vor anderen und deren Eigentum haben? Wie war eigentlich die Kriminatltätsentwicklung nach dem Zusammenbruch des Ostblocks? Soweit ich mich erinnere war die sprunghaft angestiegen.

Fragende Grüße,

Euer Dirk


Manfred P.
15.10.2014 16:59
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@tom174

Warum gibt es hier keine Handyhersteller mehr?

Meine Meinung: Weil sie Schrott waren. Mein erstes Handy war ein Nokia 6150, würde immer noch funktionieren, wenn man einen neuen Akku dafür besorgte.

Danach habe ich mir aus falschem Patriotismus 4 Siemens-Handys nacheinander gekauft. Die waren allesamt Schrott, Abfall. Billigst verarbeitet. Alle sind vor Ablauf der Garantiezeit kaputt gegangen: Tastatur, Bildschirm, oder ließen sich nicht mehr aufladen, totaler Mist. Über die schwachsinnige Benutzerführung will ich mich gar nicht extra auslassen.

Dann 2007 ein einfaches Nokia. Funktioniert heute noch, Akku hält 2 Wochen im Standby.

Seit einigen Jahren habe ich ein Smartphone, aber behalte das alte Nokia immer noch als Backup.

Ich hätte weiterhin die höheren Siemens-Preise bezahlt, aber die Handys waren schlichtweg totaler Schrott. Sie sind mit vollem Recht aus dem Markt ausgeschieden.


Trollversteher
15.10.2014 17:00
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“Außerdem habe ich in meinem Freundeskreis einige Leute, die selbst Stellen ausschreiben, besetzen und in den Bewerbungsgesprächen sitzen. Ich weiß, was die mir erzählen.”

Solche Anekdoten beweisen gar nichts.

Der Mittelstand ist es seit Jahrzehnten gewohnt, sich die perfekten Bewerber raussuchen zu können. Das ist jetzt in manchen Bereichen nicht mehr der Fall und deshalb schreit man gleich nach der Politik und fabuliert sich ein paar Zahlen zusammen um den Lohn drücken zu können. Einstiegsgehalt bei Ingenieuren lag mal bei 60k, heute ist es 32k. Aber das Problem liegt natürlich an den Bewerbern.


Manfred P.
15.10.2014 17:03
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@w

Ganz so einfach ist das leider nicht. Nur mal so gefragt: Warum mussten denn die Banken mit dem Geld des Steuerzahlers gerettet werden?

Die hätten doch einfach Geld schöpfen und sich selber retten können?


splitcells
15.10.2014 17:07
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@Hadmut Nachtrag

Mit “(dein Vorschlag an sich ist aus meiner Sicht
also nicht grundsätzlich falsch).”
meine ich, dass ich
“Oder anders gesagt: Ganze Bevölkerungsschichten werden von
vornherein vom Arbeitsmarkt abgeschnitten und auf
Dauerversorgung umgestellt.”
zustimme.

Allerdings würde diese Wirtschaftsmeldung troztdem kommen,
wenn diese Bevölkerungsschichten nach einiger Zeit sich nicht
bessere Jobs holen würden. Es reicht einfach nicht, jeden einen Job zu geben,
da dies einmal einen Schub gibt und danach eine ähnliche
Situation wie davor ensteht. Es geht ja schließlich um Wirtschafts-
wachstum dh. der Steigerung des Bruttoinlandsproduktes.

Zu deinen Quellen im Text:
Das ganze bezieht sich auf Prognossen.
Die Wachstumsprognosen werden die ganze Zeit
nach unten korrigiert, weil sie immer eine Steigung der Nachfrage
(in der fernen Zukunft) vorhersagen.
Diese trifft aber nie ein und deshalb korrigiert man sie nach unten.
Sie sagen eigentlich eben nicht voraus, dass es scheiße gehen wird.

Aus dem manager-magazin.de: “Bereits in der vergangenen Woche hatten die führenden Forschungsinstitute für 2014 und”.

Die brauchten also 10-9 Monate dieses Jahres (2014) um
vorherzusagen, dass die Konjunktur für
eben dieses Jahr (2014) sich abkühlt.

Das ist aus meiner Sicht das Gegenteil von vorhersagen.
Das ganze ist ja auch anscheinend vornehmlich deshalb
passiert, weil die Daten aus dem August gekommen sind.


Trollversteher
15.10.2014 17:12
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Da fällt mir noch ein: Du könntest wenn du Interesse hast mal die typischen Strategien für Personaler in Vorstellungsgesprächen untersuchen. Das sind heutzutage ja meist verbrämte ü40er Frauen die dann irgendwelche Psychotricks ausprobieren. Da dürfte eine Überschneidung mit dem Rotz den Gender Studies ausspucken vorhanden sein. Es ist heute extrem selten bei der Bewerbung um eine Ausbildung noch einen echten Ausbilder mit im Gespräch zu haben. Wundert es einen da, dass die Jugend keinen Bock hat?


Manfred P.
15.10.2014 17:21
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@Hadmut

Ganz falsch ist das nicht. Buchungstechnisch läuft ein Kredit tatsächlich so: 10.000 Euro zulasten der Bank an den Schuldner auf der Soll-Seite, und 10.000 Euro zugunsten der Bank als Forderung.

Ohne Kredit gäbe es tatsächlich kein Geld. Dann könnte man nur tauschen.


tom174
15.10.2014 17:30
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Da platzt mir ja fast der Kragen.
“Der Mindestlohn spielt schon eine Rolle bei der Entscheidung, ob jemand arbeiten geht oder klauen. Wenn man von Arbeit nicht leben kann, dann geht man halt klauen und nimmt das Risiko der Bestrafung in kauf. Immer noch besser als hungern.”
Sorry, aber hier in Deutschland muss niemand hungern. Selbst mit Hartz 4 nicht. Wenn du meinst, dass die Hartz4 Sätze nicht für das Essen reichen, sollten wir vielleicht über Essensgutscheine statt Bargeld nachdenken.


Manfred P.
15.10.2014 17:35
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@Kurt Kurz-Furz

Ein Friseur schuldet seinem Bäcker 10 Euro, der Bäcker seinem Metzger 10 Euro, und der schuldet seiner Haushälterin 10 Euro.

Macht 30 Euro Schulden. Jetzt schneidet der Friseur der Haushälterin die Haare für 10 Euro. Damit bezahlt er den Bäcker. Mit demselben Schein bezahlt der Bäcker seinen Metzger, dieser wiederum seine Haushälterin.

Ein einziger 10-Euro-Schein, und damit 30 Euro Schulden bezahlt. Hmm.


tuka
15.10.2014 19:18
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@w: “Fazit: Die Bank hat +10000 Giro und -10000 Kredit immer noch die gleiche Bilanzsumme aber es gibt 10000 Euro mehr im Umlauf.”

Nein. Sie sind nicht im Umlauf. Du verwechselst Geldforderung mit Geld. Der Geldbetrag (so der Kredit bar ausgezahlt wird) war und ist 10.000,- EUR. Aber es gibt zusätzlich eine Geldforderung über 10.000.

Beispiel: Ich habe 100,- EUR, die Bank hat nichts. Es gibt also 100,- EUR und null Euro Geldforderung. Ich zahle die 100,- EUR bei der Bank an. Dann gibt es 100,- EUR Forderungen von mir an die Bank und eine Bank die 100,- EUR Bargeld hat. Diese 100,- EUR Geldforderung wird nun als Geldschöpfung bezeichnet (ok, nicht ganz. Dazu müsste ich eine Bank sein, die eine anderen Bank Geld leiht, das Prinzip ist aber das gleiche). Es gibt außerdem 200,- EUR im System nämlich 100,- EUR Buchgeld und 100,- EUR Bargeld. Da es sich hierbei um Buchhaltung handelt, ändert sich an diesem System auch nichts wenn man Kurantgeld (also Gold, Muscheln oder Steine) einführt oder mit Schwundgeld arbeitet.

Wirtschaftssysteme die ohne Geldschöpfung auskommen gibt bzw. gab es. Nannte sich Tauschwirtschaft.


EinInformatiker
15.10.2014 22:19
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> Auch Banken dürfen Geld nicht „selbst erzeugen”.

> Außerdem kannst Du selbst auch Leuten Kredit geben. Warum machst Du es dann nicht?

Als Privatmann kann man nur Geld verleihen, dass man besitzt, dass also bereits “existiert”. Banken aber können bei der Vergabe eines Kredits Geld erschaffen. (FIAT-Money)
D. h. der Kredit wird nicht (wie ich früher immer glaubte) aus den Kundeneinlagen gewährt und wäre dadurch zu gedeckt. Die Banken hingegen müssen nur für einen Bruchteil des vergebenen Kredits (die holen sich den von der Zentralbank) bei der Zentralbank Sicherheiten hinterlegen

Dass die Einlagen bei den Banken nicht gedeckt sind würde man merken; wenn alle Sparer ihr Geld auf einen Schlag abheben würden (Bankrun). Dann würde man offiziell lediglich 5%, inoffiziell lediglich 2% seines Vermögens erhalten. Bzw. lediglich fünf oder zwei Prozent würden ihr Vermögen ausgezahlt bekommen, der Rest würde leer ausgehen. Das System funktioniert nur so lange, wie das vorhandene Bargeld in den Automaten für den täglichen Bedarf ausreicht.
Wegen des Schöpfens von Geld aus Nichts durch die Banken wird ja die sog. Geldmenge (die erhöht sich bei der Vergabe eines Kredits) beobachtet und danach richten sich in normalen Zeiten die aktuellen Zinsen (und damit die Vergabe von Krediten)um die Inflation zu kontrollieren. Ob die Geldmenge dem Wert der in einer Volkswirtschaft vorhandenen Waren und Werten entspricht (wie es meine Vorstellung wäre) weiß ich nicht. Dazu habe ich noch nie etwas gefunden. U.U. gelten ja die Kredite durch in Zukunft zu schaffende Werte und Waren gedeckt. Eine exakte Entsprechung zwischen Geldmenge und Werten kann man sicherlich ohnehin nicht erwarten. Aber man hat halt In der Praxis Anhaltspunkte dafür wann die Geldmenge zu stark wächst und dann erhöht man halt die Zinsen. Das dürfte freilich in der jetzigen Situation teilweise außer Kraft gesetzt sein, so dass die Geldmenge von den Zentralbanken kräftig aufgeblasen wird. Das Geld landet wohl zunächst im Aktienmarkt. Wenn es aber seinen Weg in die Realwirtschaft findet, wird es starke Inflation geben. Deshalb behaupten ja die Zentralbanken auch, dass sie dieses Geld wieder aus dem Markt nehmen werden.

(Ich hoffe dass das einigermaßen korrekt ist. Genauer kann ich das nicht beschreiben.)

Umstritten ist, ob diese Art der Geldschöpfung problematisch ist. Die Schuldenmacherei der Staaten beruht aber wohl auch (zumindest teilweise) auf Krediten durch “Geld aus Nichts”. Deshalb meinen manche ja auch, dann könne der Staat sich sein Geld auch selbst drucken (bzw. dass sich der Staat direkt durch die Zentralbank finanzieren lassen sollte) statt dafür Zinsen zu zahlen. Ich meine damit liegen sie (irgendwie) nicht ganz falsch. Dann wäre aber auch klar, dass (Kredite (Schulden) eben tatsächlich durch Geld aus Nichts erzeugt werden. Momentan wird das dadurch verdeckt, dass der Staat sich das Geld bei den Banken leiht. Die Zentralbank wiederum muß den Prozeß durch Zinsfestlegung kontrollieren. Deshalb wird ja immer so auf die Unabhängigkeit der Zentralbank gepocht.
Das Problem ist, dass der Staat in einem System, in dem die Mindestreserve (also das was die Bank im Gegenzug für einen Kredit bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen muß) nur bei 2% liegt zum Schulden machen verführt wird. Und irgendwann platzt das Ganze.

Sollten mir Fehler und Unklarheiten unterlaufen sein, bitte ich das zu entschuldigen. Hier gibt es einen kleine Artikel dazu, der es aber auch nicht so erklärt wie ich es mir wünschen würde:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/geldschoepfung-wie-kommt-geld-in-die-welt-11637825-p2.html


Frauen als Chefs: http://someimage.com/iXNH


Manfred P.
15.10.2014 23:09
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@tuka

Nee, leider ist es nicht so, wie Sie schreiben.

Um eine Bank aufzumachen, braucht man erstmal Geld, genannt Eigenkapital.

Um einen Kredit gewähren zu können, muss man in der Lage sein, diesen auch zu besichern, sprich, die Forderung auch auszahlen zu können.

Angenommen, die Bank startet mit 10.000 Euro. Dann kann sie erst einmal locker 10.000 Euro als Kredit vergeben, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

Jetzt kommt A und leiht sich 10.000 von der Bank. Dann stehen in der Bilanz die 10.000 Eigenkapital, 10.000 Soll an A und 10.000 Haben gegen A, also 20.000.

DAS ist die Geldschöpfung, eben die vielzitierte Giralgeldschöpfung.

Angenommen, A kauft jetzt für 10.000 was von B. Weiter angenommen, A zahlt per Überweisung, und B habe das Konto bei derselben Bank.

Dann passiert überhaupt nichts – außer, dass die Bank die Forderung von A zu B umbucht. Dann steht die Forderung gegen die Bank halt bei B statt bei A.

Die 10.000 Eigenkapital stehen weiter unberührt da. B lässt sein Geld auf dem Konto, weil er ja weiß, dass er jederzeit zum Automaten rennen und sich ein paar Scheine ziehen kann.

Solange B sein Geld auf der Bank lässt – und er lässt es auch dann auf der Bank, wenn er etwas an jemanden bei der selben Bank überweist – laufen alle Zahlungsoperationen mit dem frisch geschöpften Giralgeld. Man zahlt in Wahrheit gar nicht mit richtigem Geld. Die Bank notiert bei der ganzen Geschichte nur, wer am Ende wieviel Geld aus dem Automaten ziehen darf.

Und selbst wenn B was bei C kauft, der bei der anderen Bank ist: Dann kauft C wieder was bei D, der bei der Bank von A und B sein Konto hat, und ein Clearinghaus rechnet aus, wieviel Bank 1 an Bank 2 überweisen muss oder umgekehrt. Während die Umsätze Milliarden betragen können, kann es (theoretisch) am Ende sein, dass Bank 1 der Bank 2 am Ende des Tages nur 2,93 EUR überweisen muss.

Allerdings kapieren das sehr wenige Leute. Es gibt sogar Schwachsinnige im Internet, die behaupten, eine Bank würde Geld quasi aus dem Nichts einfach so erschaffen.

Das ist natürlich völliger Quatsch. Aber man glaubt es, weil die Leute nicht kapieren, dass sie gar nicht mit richtigem Geld bezahlen, wenn sie mit Karte oder Überweisung zahlen. In Wahrheit verrechnet dabei die Bank nur, wer wieviel am Ende abheben darf.


Kurt Kurz-Furz
16.10.2014 9:03
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Oops, hier ist ein nebenläufiger Thread im Nichts versandet:

@janndh 14.10.2014 22:34 fragte: Warum muss Wirtschaft immer wachsen?

Meine Antwort war: Um den Falschgeld-Betrug möglichst lange zu vertuschen (weil extrem langsam laufendes Schneeballsystem).

Nachdem @w 15.10.2014 16:00 einen Teil der Geldschöpfung erklärt hatte, verminderte sich das Diskussionsniveau auf Bankkaufmannslehre / BWL in und nach der Uni.

Nicht diskutiert wurde, was Geld ist und für was man es ursprünglich brauchte: Als Hilfsmittel zum Tausch von Gütern und Dienstleistungen.

Wesentlich bei meiner Betrugsbehauptung ist die Qualität des Geldes:
– Zuerst hatte Geld einen inneren Wert: Münzen waren aus Gold, Silber, Nickel, Kupfer (musste man mit sich herumschleppen und konnte leicht geklaut werden).
– Dann gab es Verwahrscheine für hinterlegtes Edelmetall: Banknoten (Betrugsmöglichkeit: Mehr Noten ausgeben, als Metall vorhanden).
– Dann Geldscheine ohne inneren oder hinterlegten Wert: Unser aktuelles Bargeld seit 1971 (Betrugslimit: Druckerpresse).
– Und gleichzeitig gibt es Buchgeld, zuerst nur zur Verrechnung zwischen den Banken und nun für Hinz und Kunz.

Diese Buch- oder Giralgeld ist völlig virtuell, kann von Geschäftsbanken im Rahmen der Mindestreserve geschöpft werden, von Zentralbanken aber unbegrenzt (Fed, EZB, BoJ).
Auf die Enteignung durch Inflation und Preissteigerung möchte ich hier nicht eingehen.

@.Manfred P: Superschlaue Beiträge; leider nicht zielführend.

@EinInformatiker 15.10.2014 22:19 hat über FIAT-Money, Bankrun und Mindestreserve referiert; ich hoffe, dass die Essenz daraus erkennbar ist. Die Mindestreserve musste 2012 auf 1% abgesenkt werden, um Kreditklemme zu verhindern (Banken hatten keine Sicherheiten mehr).

Zum Geldbetrug:
Der Kreditnehmer (Schuldner) bezahlt Geld aus realen Werten für Zinsen von aus dem Nichts geschöpften Buchgeldes. Die Bank freut es besonders, wenn der Schuldner nur die Zinsen zahlt, denn dann muss kein neuer Kreditnehmer gefunden werden (Die Kuh wird gemolken).
Wenn der Schuldner dann irgendwann nicht mehr zahlen kann, dann werden die hinterlegten Sicherheiten enteignet (Die Kuh wird geschlachtet; Lappalien wie ungedeckte Kredite werden abgeschrieben).

Jahrzehntelang ging dieses System gut. Seit 2008 aber wird es für die Banken immer schwerer, Kunden zu finden, die Kredit nehmen wollen oder können. Verluste drohen.
Nun scheisst sich der Bankdirektor in die Hose. Damit hat er endlich wieder ein Asset: Er bietet die Unterhose der EZB als Sicherheit an. Und Mario Draghi sagt zu seinem Kumpel: Reichen 10 Millionen dafür?
Spannend ist, wie lange dieses Spiel noch aufrecht erhalten werden kann: Mathematisch war und ist irgendwann Schluss.

Nach Sklaven, Leibeigenen und Frondienst ist unser momentanes Geldsystem die subtilste Form der Sklaverei: Wer darin bleiben möchte, möge mich mit Nebensächlichkeiten kritisieren.
Wer sich davon befreien möchte, sei als Einstieg auf die Bücher von Matthias Weik und Marc Friedrich verwiesen.
Für ganz Ungeduldige: Wie Geld entsteht die ersten 3 Minuten.

Lieber Hadmut, von Dir habe ich viel über Feminismus und Gender gelernt: Herzlichen Dank dafür!

An alle: “Bitte entschuldigen Sie den langen Brief; für einen kurzen hatte ich keine Zeit” – Blaise Pascal


tuka
16.10.2014 12:52
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@Manfred P. Nein, aus dem Eigenkapital einer Bank wird kein Kredit vergeben. Kann man zB. in der Bilanz der DB nachlesen. Geht auch nicht, dass Eigenkapital steckt ja eher nicht als Bargeld im Unternehmen, sondern in Form von Rechten, Technik, Grundstücken. Jedenfalls im Normalfall. Bei Banken gibt es Sonderregeln, die müssen tatsächlich einen gewissen Prozentsatz an Geld vorhalten.

Weil aus dem Eigenkapital keine Kredite vergeben werden, ist das Eigenkapital für die Geldschöpfung neutral. Was tatsächlich passiert ist, dass eine Bank das gesamte von Kunden hinterlegte Geld bei der Zentralbank abliefert und sich für Kredite zwangsweise einen Zentralbankkredit besorgen muss. Auf diese Weise hat die Zentralbank vollständige Kontrolle über die Geldschöpfung und den Preis der Geldschöpfung. Die Mindestreserve ist dabei keine Reserve im klassischem Sinne, sondern eine kleine Begrenzung. Eine Bank kann nicht für 100,- EUR hinterlegtem Geld Kredite anfordern, sondern nur für z.B. 97%.

Der Bilanzverlängerung (=Buchgeldschöpfung) entsteht auch nicht durch die Kreditvergabe, sondern tatsächlich durch die Einzahlung von Geld. Die Vergabe eines Kredites ist somit ein Aktivtausch “neuer Kreditnehmer an Bargeldbestand”. Wohingegen die Bilanzverlängerung zum Zeitpunkt der Einlage passierte “Bargeldbestand an Verbindlichkeite Girokonto”.

Ansonsten: Das ganze ist x-mal in verschiedenen Foren durchgekaut wurden, ich habe dazu eigentlich keine Lust mehr. Früher und später tauchen Leute wie der User Kurt Kurz-Furz auf, die behaupten das Gold einen inneren Wert hat. Nein, hat es nicht. Weder Muscheln, noch Gold noch sonstwas hat einen inneren Wert. Der innere Wert einer Wirtschaft sind Menschen, deren Kreativität und Arbeitseinsatz. Ausgedrückt wird dieser innere Wert im BIP. Der äußere Wert einer Wirtchaft sind die produzierten Güter. Der Glaube das Gold einen inneren Wert hätte, ist reines Wunschdenken, reine Illusion. Weil Gold keinen inneren Wert hat, ist Gold ganz genauso FIAT wie Schwundgeld oder Zentralbankgeld.

Und geschöpftes Geld ist auch kein Geld, sondern eine Geldforderung, von der erwartet wird, dass diese Forderung erfüllt wird. Um solche Forderungen zu erfüllen, braucht es den inneren Wert der Wirtschaft.


Manfred P.
16.10.2014 13:38
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@Kurt Kurz-Furz

Ihre Behauptung war, dass das Problem sei, dass das Geld für die Zinsen nicht mitgeschöpft werde und deswegen die Rechnung nicht aufgehen könne.

Ich habe ein Beispiel konstruiert, in welchem die Schulden die vorhandene Geldmenge um das Dreifache übersteigen.

Also habe entweder ich einen Denkfehler gemacht oder Sie.

Demnach sind Sie entweder nicht willens, dazu Stellung zu nehmen, oder einfach unfähig, weil Sie das Paradoxon gar nicht begriffen haben.

Und nochmal: Wenn die Banken einfach selber Geld aus der Luft schaffen können, wozu dann die Bankenrettung 2008? Wieso nicht einfach ein paar Billionen per Mausklick einbuchen und die Rechnungen bezahlen?


Manfred P.
16.10.2014 14:19
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@tuka

Wir sind recht nahe beieinander. Natürlich entsteht auch aus Geldeinzahlungen ein Kapitalstock, aus dem Kredite vergeben werden können.

Ich habe ja auch nicht gesagt, dass Kredite aus dem Eigenkapital vergeben werden, sondern dass das durch Bilanzverlängerung geschieht.

Wenn aber Kredite platzen, dann müssen diese Verluste aus dem Eigenkapital glattgestellt werden – letztlich. Man kann natürlich auch Geld von Kunden nehmen, das erst später fällig ist, aber das muss man bis dahin ersetzt haben.

Und ja, die Ansicht, Gold habe einen intrinsischen Wert, teile ich auch nicht. Gold hat einen Wert, weil Leute es haben wollen. Ich denke auch, dass die Goldfetischisten in die Irre gehen.

Der fundamentale Irrtum ist ja zu meinen, dass der Wohlstand aus Geld entstehe. Wohlstand kommt von Leistung – ein Goldklumpen bebaut keinen Acker, und essen können wir ihn auch nicht wirklich.

Aber Sie haben Recht, das alles wurde x-mal in zig Foren durchgekaut.

Dennoch denke ich, dass Sie ziemliche Schwierigkeiten bekommen werden, Kunden zu gewinnen, wenn Sie sagen: “Ich habe absolut kein Geld, aber gib es mir, ich geb Dir Zinsen. Ich verleih die Kohle weiter und nehme noch mehr Zinsen.” Sie müssen dem Kunden schon glaubhaft versichern können, dass Sie ihm die Kohle wiedergeben können, auch wenn der Kredit platzt. Das wird natürlich umso einfacher, je mehr Kunden man bereits hat.

Am Anfang aber brauchen Sie ein paar Teilhaber, die Geld in den Topf schmeißen, um das Eigenkapital bereitzustellen, sofern Sie es nicht selber haben. Auch die EZB wurde nicht ohne Eigenkapital gestartet.

Die Bank muss dem Einzahler die Sicherheit gewähren, dass er seine Kohle wiederkriegt – genauso, wie ein Bankschuldner Sicherheiten einbringen muss. Sonst bringt doch keiner sein Geld auf die Bank!

Dass man so ein System auch wunderbar missbrauchen kann, ist gar keine Frage und steht auf einem anderen Blatt.


Kasus
16.10.2014 14:28
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Leute, Leute, lasst mal die Kirche zum Thema “Anti-Stress-Gesetz” im Dorf.

Der eigentliche Hintergrund ist, dass es in Japan massiv Todesfälle wegen Überarbeitung gab.

Daraufhin hat man mal nachgeschaut, wie das jetzt eigentlich in Deutschland ist und dabei gesehen, dass bei uns mittlerweile die Beschäftigten oft, viel zu oft, psychoaktive Medikamente verschrieben bekommen müssen und die Zahl der psychischen Erkrankungen auch bei den Berufstätigkeiten inzwischen schwindelerregende Ausmaße angenommen hat.

Da das in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat, meinte man, etwas tun zu müssen. Ob das gegenwärtig konkret geplante Gesetzeswerk da nun das perfekt passende ist, kann man natürlich immer in Frage stellen.

Nicht in Frage stellen sollten wir allerdings, DAS DA etwas gemacht werden muss, wenn wir nicht in wenigen Jahren lauter Pflegebedürftige mit Depressionen, Panikstörungen oder sogar schizophrenen Anfällen haben wollen.

Es geht also NICHT darum, jedwede Aufregung von Beschäftigten fernzuhalten. Es geht darum, die Leute nicht buchstäblich wahnsinnig zu machen.


Hadmut
16.10.2014 14:35
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@Kasus: Könnte ich Dir vielleicht glauben, wenn ich nicht gerade neulich erst bei der FES-Veranstaltung gewesen wäre, auf der man (auch Schwesig) durchweg das Ziel verfolgte, Männer komplett runterzubremsen, weil man eingesehen hat, dass Frauen nicht konkurrenzfähig seien.

Wenn man diesen Kontext der SPD kennt, dann wird sehr klar, dass sie den Wettbewerbsvorteil „Überstunden usw.” neutralisieren und nicht Stress abbauen wollen.


Bärle
16.10.2014 17:07
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Krankenschwestern haben öfters zu mir gesagt: Ein Mann im Team auf der Station und die Arbeit geht leichter und ruhiger von der Hand. Nur Schwestern auf der Station und die Arbeit wird stressig und es wird gemobt auf Teufel komm raus.
Ähnliches höre ich auch von Frauen aus anderen Arbeitsumgebungen. Die meisten Frauen fürchten reine Frauenteams.


EinInformatiker
16.10.2014 18:06
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> Und nochmal: Wenn die Banken einfach selber Geld aus der Luft schaffen können, wozu dann die Bankenrettung 2008? Wieso nicht einfach ein paar Billionen per Mausklick einbuchen und die Rechnungen bezahlen?

Das Eigenkapital können die Banken nicht aus dem Nichts erzeugen. Im übrigen muß es ja nicht darum gehen, dass das Prinzip der Geldschöpfung etwa Betrug zugunsten der Banken ist (auch wenn einige es unter diesem Aspekt diskutieren). Natürlich können die Banken höhere Einnahmen generieren, als wenn ihr Kreditvergabevolumen auf ihr Eigenkapital begrenzt wäre. Aber das System könnte ja auch für eine flexible Kreditvergabe nützlich und nötig sein. Der reine Goldstandard jedenfalls führte wegen seiner Inflexibilität zur Weltwirtschaftskrise ab 1929 und wurde daher aufgegeben. Bei der Darstellung der Geldschöpfung geht es für mich nicht darum, dass System als kriminell zu geißeln und zu glauben, es gäbe eine problemlose Alternative. Es geht lediglich darum, dass System zu verstehen und nüchtern über mögliche Probleme zu diskutieren.
Das aktuelle System hat wohl zu leichterem Schulden machen als unter einem Goldstandard oder des Bretton-Woods System geführt. Nixon kündigte Bretton-Woods ja auf, um flexibel Geld für den Vietnam-Krieg drucken zu können. Insofern hängt es immer von der Politik ab, wie das Instrument der Geldschöpfung genutzt wird. Die Subprime-Kredite in den USA und die Einführung des Euro waren eben zwei Fehler die zu einem Mißbrauch des Systems geführt haben.


Manfred P.
17.10.2014 1:20
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@tuka

PS. Natürlich kann die Geschäftsbank auch durch Kreditvergabe mit einhergehender Bilanzverlängerung Buchgeld erschaffen. Das wird “aktive Geldschöpfung” genannt.

Dasselbe passiert auch in Ihrem Szenario, wenn der Kunde einen Betrag, sagen wir 10.000 Euro einzahlt. Dann stehen dem Kunden 10.000 Euro Sichtguthaben zur Verfügung, das ist neu geschaffenes Buchgeld. Gleichzeitig hat die Bank 10.000 Euro Zentralbankgeld zusätzlich. Und das ist eben der Unterschied zur Kreditvergabe: Bei der Kreditvergabe entsteht nur Buchgeld, da die Bank kein ZB-Geld schaffen kann.


Michael
18.10.2014 19:01
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Ja klar, Spanien geht es prächtig, deswegen haben wir in der Schweiz auch keine hochausgebildeten spanischen Einwanderer mehr seit ca. fünf Jahren.

/s.


Christoph
18.10.2014 22:26
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Hallo Danisch, kennst du den Artikel dazu? http://wrapper.zeit.de/karriere/2012-09/managment-frauen-personal-diversity

Zitat: “Aber sind gemischte Teams auch wirklich erfolgreicher, wie es einige Studien behaupten? Sabine Boerner, eine Professorin für Management an der Universität Konstanz , hat die zahlreichen Studien über den Zusammenhang zwischen Gender Diversity und Organisationserfolg selbst zum Gegenstand einer Studie gemacht. Dabei stellt sie fest: Die Forschung lässt “derzeit keine Schlüsse auf eine generelle ökonomische Vorteilhaftigkeit von Gender Diversity zu”. “