Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wo im Gehirn die Sexualität steckt

Hadmut
8.6.2014 12:36

und warum sie nicht wesentlich kulturell bedingt sein kann.

Hirnforschung am Menschen ist schwierig, weil man – jedenfalls nicht, solange man sich an Grundrechte, Ethik und Menschenwürde hält, Hannibal Lecter sah das freilich im zweiten Teil anders – keine willkürlichen Versuche durchführen und Teile des Gehirns experimentell und in Versuchsreihen außer Funktion setzen kann. Deshalb ist an der Hirnforschung vieles spekulativ und auf die Beobachtung und Auswertung von Ereignissen angewiesen, die zufällig oder eben aus anderen Gründen passiert. Man ist sehr darauf angewiesen, die Fälle zu beobachten, die es eben gibt, und daraus Schlüsse zu ziehen.

Gender/Queer Studies behaupten, sexuelle Identität und Sexualität wären durchweg kulturell antrainiert. Kann das stimmen?

Ich hatte im Buch „Frauenquote” schon darüber geschrieben, dass ausgerechnet in einem Buch von Money und Ehrhardt (Money war jener „Arzt”, der das Experiment mit den Reimer-Zwillingen verbrochen und behauptet hat, dass Sexualität und sexuelle Identität nur kulturell anerzogen und umprogrammierbar wären) beschrieben wird, dass man Personen, die transsexuell waren und unter Epilepsie litten, zur Behandlung der Epilepsie Teile des Gehirns entfernte. Dabei sei es zu dem Effekt gekommen, dass das transsexuelle Verhalten danach verschwunden sei, das kulturelle Verhalten aber komplett erhalten geblieben ist. Das sagt so zwar nichts darüber aus, ob sexuelles Verhalten angeboren oder angelernt ist, weil sich beides ja in irgendwelchen Bereichen des Gehirns manifestiert und damit verloren geht, wenn man es wegschneidet. Aber es sagt zumindest, dass das sexuelle Verhalten und die sexuelle Identität (Gender-Schwurbel hat uns eingeredet, dass dies zwei verschiedene Dinge wären, die Frage wäre aber durchaus, ob die sich überhaupt unterscheiden oder ob das nicht letztlich dasselbe ist), jedenfalls nicht Teil des Kulturprogramms ist, weil es nachweislich nicht im selben Bereich des Gehirns gespeichert sein kann.

Nun lese ich da gerade von einem anderen, ähnlichen Fall, der in diese Kategorie fällt: Die Süddeutsche beschreibt einen Fall, in dem ein normaler heterosexueller (auch hier redet uns Gender-Schwurbel wieder ein, dass dies zwei unterschiedliche Dinge wären, was ich aber nicht glaube – mir konnte noch niemand plausibel erklären, welcher „Normalität” Homosexualität entspräche, weil jegliche diesbezügliche Argumentation immer auf die Abwesenheit von Normen – Stichwort „Heteronormativität” – hinausläuft, aber jedenfalls mir noch keiner eine Norm dargelegt hat, die die Anwendung des Begriffs „normal” auf Heterosexualität tragen würde, denn ohne „Norm” kein „normal”) Mann einen Purzelbaum schlägt, dabei einen Schlaganfall erleidet und dadurch schlagartig schwul wurde.

Nun war ich ja schon immer der Meinung, dass man vom Schlagen von Purzelbäumen grundsätzlich und aus allgemeinen Erwägungen heraus absehen sollte. Aber das wäre ein anderes Thema.

Dieser spezielle Fall ist nun überaus interessant. Denn offenbar hatte dieser Mann Homosexualität nicht kulturell erlernt, sondern eine Veränderung im Gehirn hat diese bewirkt. Freilich könnte man daraus jetzt sogar die Vermutung äußern, dass Heterosexualität anerzogen wäre, und dass das, was übrig bleibt, wenn man sie kaputtschlägt (in Gender-Sprech quasi so eine „Dekonstruktion” auf die Schnelle durch Schädigung der entsprechenden Hirnregion), Homosexualität wäre. Man könnte es auch genauso umgekehrt sehen, nämlich dass Heterosexualität eine Hirnfunktion ist und Homosexualität aus deren Störung entsteht. (Was vom Denkfehler eng mit Korrelation/Kausalität verwandt ist.) Denn auch hier sagt der Vorfall nur etwas darüber, an welcher Stelle im Gehirn das Verhalten sitzt, es sagt noch nichts darüber aus, ob diese Stelle im Gehirn angeboren oder erlernt war.

Etwas anderes fällt mir dabei aber noch auf: Vergleicht mal die beiden Bilder (vorher/nachher) in dem Artikel. Der Mann hat sein gesamtes Leben, sein Gewicht, sein Erscheinungsbild, sogar den Beruf gewechselt. Von Bankkaufmann zu Friseur. Seine früheren Themen Autos und Alkohol langweilen ihn plötzlich. Und dann diese Aussage: „Und ihn stört nun schon die raumgreifende Haltung, mit der sein jüngerer Bruder oder sein Stiefvater ein Zimmer betreten.”

Dazu die Aussage

Seine Ärzte in Cardiff, ein Neurologe und ein Psychiater, haben ihm das so erklärt: Durch den Sauerstoffmangel sterben bestimmte Hirnregionen ab, andere wiederum werden aktiviert, weil das Gehirn neue Wege findet, um kaputte zu ersetzen. Und mit der Neuvernetzung einhergehende Veränderungen können auch die sexuelle Präferenz betreffen, als deren Steuerungszentrum die Amygdala gilt, die auch wesentlich an der Entstehung von Angst und Emotionen beteiligt ist.

Es sei durchaus möglich, dass ein Schlaganfall Abläufe im Gehirn verändert, welche die sexuellen Vorlieben kontrollieren, sagt auch Qazi Rahman vom Institut für Psychiatrie am renommierten King’s College in London. “Aus wissenschaftlicher Sicht ist das nicht einmal besonders kontrovers, schließlich folgt eine Verhaltensänderung stets einer Veränderung im Gehirn.” Auch sei es nachweisbar, dass ein Hirntrauma vor allem bei Männern die Libido beeinträchtigen könne. Rahman forscht seit Jahren zur sexuellen Orientierung, er hat Chris Birch für eine Dokumentation im Auftrag der BBC untersucht. Und er sagt, dass er ihn für glaubwürdig hält.

Würde man ernstlich Gender Studies betreiben wollen, müsste man sich geradezu auf solche Fälle stürzen und diese untersuchen. Denn genau solche Vorgänge zeigen, welche Verhaltensweisen in welchen Hirnregionen beisammen liegen. Und sie zeigen, dass Verhaltensweisen, die man vorher kulturell nicht erlernt hat, aber die man aus so einem Vorfall heraus plötzlich zeigen kann, durchaus im Hirn einprogrammiert, aber nicht aktiviert sind. Das wiederum könnte zu diesem Ansatz der Epigenetik passen, dass wir genetisch gesehen alle mit vollständigen Verhaltensbibliotheken herumlaufen (jedenfalls die Männer, denn das X-Chromosom der Frauen haben wir ja auch, nur ein zusätzliches Y-Chromosom), in denen – etwa durch Hormone oder andere Mechanismen – gewisse Verhaltensweisen aktiviert oder deaktiviert werden. Denn woher sonst sollte gerade bei einem Typen wie dem im Artikel beschriebenen solch ein Verhalten kommen können, dass seiner bisherigen kulturellen Lebensweise komplett widerspricht?

Und gerade dann, wenn mit so einem Vorfall so weitreichende Änderungen einhergehen wie das Berufsbild, die Selbstdarstellung, oder auch die Wahrnehmung des Auftretens anderer, wenn deren typisch männliches Gehabe plötzlich als störend wahrgenommen wird (was ja sogar mit feministischen Positionen übereinstimmen würde, Stichwort Mädchenschule, Frauenstudiengänge), deutet das ja ganz massiv darauf hin, dass es eben nicht um erlerntes Verhalten geht, sondern um angeborenes, aktiviertes Verhalten. Denn für mich wirkt das so, als habe jener Mann nicht (nur) bisheriges Verhalten verloren (was ja auch durch Schädigung eines „kulturellen Gedächtnisses” erklärbar wäre), sondern ein bisher nicht gezeigtes und nicht erlerntes Verhalten an den Tag gelegt, was zumindest auf mich klassisch weiblich oder schwul wirkt. Vielleicht ist an dem Klischee von der Friseuse und dem Klischee vom schwulen Friseur doch mehr dran, als man so glaubt. Eine Korrelation ist keine Kausalität – aber oft weisen Korrelationen auf Kausalitäten hin, man muss sie nur untersuchen.

Wollte man Gender Studies ernstlich und ernsthaft betreiben (was ja eine hochinteressante und nützliche Sache wäre), müsste man solche Vorfälle untersuchen und daraus Schlüsse ziehen, so wie man es in der Wissenschaft eben tut.

Dummerweise machen Gender Studies genau das Gegenteil. Sie ignorieren Fakten, lehnen wissenschaftliche Untersuchungen und Wissenschaft als solches ab und verkünden nur politisch-ideologische Parolen. Wären sie Wissenschaftler, müssten sie auch die Möglichkeit berücksichtigen, dass sie komplett falsch liegen und in Wirklichkeit alles genau andersherum liegt.

45 Kommentare (RSS-Feed)

O.
8.6.2014 12:42
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Keine Antidiskriminierungskampagnen für Ossis, nur für Frauen, sagt eine Ossi-Frau….

http://www.welt.de/wirtschaft/article128827211/Warum-nur-vier-Dax-Vorstaende-aus-dem-Osten-sind.html


Steffen
8.6.2014 12:52
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Das traurige ist ja, dass es wahrscheinlich genug Stoff für einen naturwissenschaftlichen Studiengang, oder zumindest einen entsprechenden Fachbereich gäbe, welcher sich ernsthaft mit Fragen der “Gender Studies” beschäftigt.


Hadmut
8.6.2014 12:58
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Ja. Aber die Professuren sind nur mit Ideologie-Spinnern und Anti-Wissenschaftlern besetzt.


Autohaus
8.6.2014 13:28
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“Gender/Queer Studies behaupten, sexuelle Identität und Sexualität wären durchweg kulturell antrainiert.”

Das behaupten sie nicht.


Hadmut
8.6.2014 13:30
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> Das behaupten sie nicht.

Seit wann denn das nicht mehr?

Mein Bücherregal ist voll von dem Käse. Hab ich da eine Neuerung verpasst?


O.
8.6.2014 13:34
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Schon ulkig, was die Gemeinsamkeiten angeht von Gender-Ideologie bzgl. Erziehung und sexueller Orientierung und einigen christlichen Fundamentalisten (Katholiken, Evangelikae und andere) zu, selben Thema.

Die einen wollen alle Heterosexuellen umerziehen, die anderen alle Homosexuellen.
Zumindest bei den christlichen Fundamentalisten sind die Methoden sehr menschenverachtend. Wer weiß, wie drastisch die Genderideologen da wären.
Islamiker hingegen kommen gleich mit der Todesstrafe, die haben die übelste aller Ideologien.


Alex
8.6.2014 13:39
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Übrigens war in dem SZ Artikel noch der umgekehrte Fall erwähnt, nämlich dass ein anderer “Probant” nach einem Schlaganfall von homo auf hetero “gestört” wurde.

Sprich physische Veränderungen im Hirn bestimmen psychisches Handeln.
Also tatsächlich etwas äusserst interessantes.

Letztlich tun mir beide “Probanten” leid – ich hätte nur ungern mein komplettes Selbst(verhalten) umgekrempelt..


Hadmut
8.6.2014 13:57
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> ich hätte nur ungern mein komplettes Selbst(verhalten) umgekrempelt..

Das passiert aber häufig, dass Leute nach Hirnoperationen, Schlaganfällen usw. irgendwas an ihrem Verhalten ändern und sich in einer vorher völlig atypischen Weise verhalten.


O.
8.6.2014 13:48
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… alle Gentechnik-Freaks haben hier ein Problem.
Der Zukunftsmarkt ist dann garnicht Änderung der Gene, sondern gezieltes Ekngreifen ins Gehirn.
Vielleicht kann man auch im Sportbereich “gezieltes fallen auf den Kopf” trainieren.
Hichbegabt durch gefährlichen Sport.

Hadmut, und ein Purzelbaum würde dein leben vielleicht vereinfachen,
Du hättest dann vielleicht keine Nervereien mehr mit den Genderleuten.
Vielleicht wärst du dann irgendwann Genderpapst, viel gefeiert, gerne gesehen in Talkshows und auf Podien.


derdieBuchstaben zählt
8.6.2014 14:10
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Ich denke es brauchte erstmal Gender-Studies-Studies um aufzuarbeiten warum Gender zu so einer Antiwissenschaft werden konnte. Das wäre zB eine Aufgabe der Soziologen. Vorher wird das nix.


Hadmut
8.6.2014 14:17
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> Das wäre zB eine Aufgabe der Soziologen. Vorher wird das nix.

Die Soziologen haben den Mist produziert. Die wären so ziemlich die letzten, die dazu befähigt wären, das aufzuklären.

Da fragt man eher die Metzgerinnung oder den Kleingartenverein.


Klaus
8.6.2014 15:59
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@Autohaus:
Vielleicht sollte man periodisch immer wieder auf den norwegischen Film von Harald Eia verweisen, der weltweit die besten Fachleute zu dem Thema interviewt hat, UND außerdem die Gendertröten nach ihren “Forschungsergebnisse” gefragt hat, und zwar ZUERST. Und dann anschließend nochmal, nachdem er sie mit den klaren wissenschaftlichen Antworten konfrontiert hat. Das Fazit war & ist ebenso verhehrend für die Gender-“Wissenschaft” wie hier Hadmuts Berichte und Nachweise. Gibt’s bei Gugel.


Klaus
8.6.2014 16:00
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Nicht Gugel, sondern: youtube.
Und Wiki


_Josh
8.6.2014 17:11
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Verstehe nicht, was es da zu debattieren gibt, wirklich nicht. Ohne gesunde Homoheteros hätte es keine Menschheit, Punkt.

Ohne gesunde Homoheteros gäbe es überhaupt nix, was berichtenswert und -möglich wäre, Punkt.

Ohne gesunde Homoheteros gäbe es gerade mal nüscht, nix, nada, niente, Punkt. Wir alle sind Nachfahren von gesunden Homoheteros, manche auch von mental “auffälligen” Homoheteros, Punkt.

Wir alle sind Nachfahren von Homoheteros, völlig egal, in welcher Hirnregion Ständer und feuchte Muschi generiert werden/ wurden, Punkt.

Ich habe den Eindruck, “Debatten” dieser Art drehen sich um die Frage, ob ein Baum in der sibirischen Wallachei mit Krach umgefallen sei, auch wenn da keiner anwesend war, der diesen Krach gehört hat…

Spielt letztendlich keine Rolle — der fallende Baum verursachte Schallwellen, ob da nun ein Wodka-Liebhaber anwesen war oder nicht.

Kenne durchaus den “Korrelation ./. Kausalität”-Kanon, doch IMHO ist alles hinsichtlich sexueller “Selbst”-Definition nix anderes als für’n Arsch.


Hadmut
8.6.2014 17:12
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> doch IMHO ist alles hinsichtlich sexueller “Selbst”-Definition nix anderes als für’n Arsch.

Oh, Vorsicht, solche Metaphern können in diesem Kontext falsch verstanden werden…


kokko
8.6.2014 17:36
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@Klaus

ja das sind genderfanatiker die auf der graden

alles gender—————alles biologie

eben ganz in der linken ecke stehen. allein von diesen hardcore-kulturisten auf alle genderwissenschaftler zu schließen wäre genauso wie wenn man sich jemanden aus der biologie heraussucht der behauptet alles wäre allein biologischer natur und dann meint dies wäre konsens in der biologie… und ja in der biologie wird es vielleicht weniger solche leute geben wie umgedreht in den genderwissenschaften & der biloge hat aktuell weniger pol einfluss als die neuen tollen gendersachen – ist nen argument aber kein wirklich gutes.

ebenso meint Hr Eia ja selbst dass er in seinem soziologiestudium selber auch gelernt habe alles sei nur kulturell. aber allein die definition der soziologie durch klassiker wie zb Durkheim als lehre des sozialen/sozialer tatsachen außerhalb der person in abgrenzung zur psychologie mit der lehre über die einzelne person anerkennt, dass es nicht allein nur das soziale gibt. also ist soziologie höchstens die konzentration des (wissenschaftlichen) blicks auf (bis dahin nicht beachtete) gesellschaftliche faktoren. wie man da in einem soziologiestudium in norwegen dazu kommt sowas gänzlich aus dem lehrplan zu streichen ist mir mehr als schleierhaft. die einzige antwort die mir einfällt ist eine rein idiologisch/politische verseuchung der wissenschaft als ganzes (denn in den filmen hatten ja auch naturwissenschaftler aus norwegen zugegeben, dass sie nur bestimmte dinge äußern dürfen). das hat nix mit soziologie oder genderwissenschaften zu tun sondern mit politikmacherrei. wissenschaft wird ein reines mittel zum zweck wie früher über biologie andere menschen zu untermenschen definiert wurden um deren ausbeutung zu rechtfertigen wird heute über das problem der diskriminierung und mit hilfe von einigen gendertheorien versucht kohle zu machen.

eins ist klar: sicherlich gibt es brennende fanatiker die sagen
alles geht vom individuum aus VS alles geht von der struktur aus
alles ist biologie VS alles ist kultur
etc pp

den meisten wird aber klar sein, dass die realität eher ein wechselspiel/vermischung zwischen den extremen ist*. die große frage ist welcher teil trägt wieviel zum ganzen bzw bei bestimmten besonderen fällen bei und man erforscht dann auf der einen seite nach biologischen grundlagen und auf der anderen seite konzentriert man sich auf den einfluss sozialer komponenten. als einzelner wissenschaftler wird es nämlich etwas schwer allumfassend alles in einer universalwissenschaft zu erforschen und zu verknüpfen… stattdessen gibt es arbeitsteilung + interdisziplinäre forschung

___
*bloß mit sowas ungenauem lässt sich keiner politisch beeindrucken

mach mal nnen verein auf der geld für opfer häuslicher gewalt sammelt und komme mit dem slogan “menschen schlagen sich – frauen und männer geben sich da nicht viel”

niemand wird spenden
kommst du aber mit der dramatischen geschichte dass frauen und kinder von einem körperlich überlegenen mann terrorisiert werden, da kann keiner hilfe ablehnen und du wirst millionen-milliarden pro jahr an spenden kriegen

das eine ist wissenschaft, das andere ist pure policy
problematisch wird es wenn wissenschaft von policy (welcher auch immer) verseucht wird – wie ganz offensichtlich in norwegen geschehen.


Autohaus
8.6.2014 18:01
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“Mein Bücherregal ist voll von dem Käse. Hab ich da eine Neuerung verpasst?”

Das ist nicht neu. Die geanze Queergemeinde würde sich schön bedanken, wenn die Genderapologethen behaupten würden, ihre Queerness wäre nur ansozialisiert. Das wäre nämlich nur einen fußbreit entfernt von Schwulenheilung.


Hadmut
8.6.2014 18:11
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@Autohaus: Das ist ja eines der Gegenargumente, die ich häufig bringe: Dass sie sich immer das raussuchen, was sie gerade brauchen und sich ständig wiedersprechen. Einerseits soll alles (außer Lesbischer Homosexualität als einziger natürlicher Form) antrainert und aufgezwungen sein, aber wenn die katholische Kirche um die Ecke kommt und „heilen” will, dann ist es plötzlich angeboren. Überhaupt ist schon die Behauptung, dass nur weibliche Homosexualität die einzig natürliche Sexualform sei, in sich widersprüchlich, weil sie ja behaupten, dass nur Männer freie, natürliche Menschen und Frauen das „als unterdrückt konstruierte Geschlecht” sei. Wenn aber alles weibliche künstlich erzeugt wäre, wie könnte dann weibliche Homosexualität die einzig natürliche Sexualität sein?

Allerdings stellen sie ja auch Widerspruchsfreiheit bzw. die Forderung danach als männliches Machtgehabe und Patriarchatsausübung dar („Truth Regime”). In einer Matriarchalischem Gesellschaft gäbe es Freiheit und keinen Zwang mehr, sich selbst nicht zu widersprechen.

> Die geanze Queergemeinde würde sich schön bedanken, wenn die Genderapologethen behaupten würden, ihre Queerness wäre nur ansozialisiert.

Bisher hat die „Queergemeinde” dazu ziemlich das Maul gehalten und ist bei den Genders schön trittbrettgefahren, zumal die Gender Studies ja alle auch das „Queer” für sich beanspruchen (so wie sie sich als Beschützer überhaupt von allem und jedem, was nicht weißer Heteromann ist, aufspielen). Selbst schuld, wer sich von solchen Leuten vertreten lässt.


_Josh
8.6.2014 18:26
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@Hadmut @17:12: No pun intended, mea culpa.
=;-)


anonKlaus
8.6.2014 18:29
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“Aus wissenschaftlicher Sicht ist das nicht einmal besonders kontrovers, schließlich folgt eine Verhaltensänderung stets einer Veränderung im Gehirn.”

Ich würde den Satz erweitern:
Gehirnupdates ändern Verhaltensweisen und Verhaltensweisen führen zu Gehirnupdates.
Das kann jeder feststellen der neue Aktivitäten aufnimmt. Dem Gehirn werden Updates aufgezwungen, und es verarbeitet diese bestimmte Aktivität immer effektiver (Autofahren/Klavierspielen/Tanzen). Diese Updates führen selbstverständlich zu physischen Änderungen am Gehirn. Wie sollen Informationen sonst gespeichert werden? Diverse Studien mit Hirntomographen gab es dazu bestimmt auch.

Interessant ist dabei: jahrelange Übung einer Fähigkeit könnte man durch gezielte Schlaganfälle lernen – ala Matrix Software Updates. 🙂


Autohaus
8.6.2014 20:18
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“Das ist ja eines der Gegenargumente, die ich häufig bringe: Dass sie sich immer das raussuchen, was sie gerade brauchen und sich ständig wiedersprechen.”

Die Gendertheoretiker haben das ganz einfach gelöst, indem sie die Existenz von 38 (oder warens mehr?) Geschlechtern ausriefen, bzw. wie Voss das Geschlecht als gar nicht feststellbar “definierten”.


Hadmut
8.6.2014 20:19
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> bzw. wie Voss das Geschlecht als gar nicht feststellbar “definierten”.

Was uns zwanglos zu einem meiner weiteren ständigen Gegenargumente bringt: Wie sie dann eigentlich in Bewerbungsgesprächen bestimmen wollen, ob jemand auf Frauenquote zählt oder nicht.


Manfred P.
8.6.2014 21:42
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Wenn sexuelle Orientierung tatsächlich nur anerzogen ist, dann geben die Gender-Spackos ja den Leuten Recht, die früher Homosexuelle in den Knast gesperrt haben.

Damals argumentierte man schließlich, Homosexuelle seien pervers und wenn sie sich zusammennehmen würden, wären sie auch Heteros.

Auch zu erwähnen die “Re-Orientierungsprogramme” radikaler Christen.

Ich bezweifle allerdings, dass Gender-Spackos überhaupt so weit denken können.

Ich persönlich finde, dass es eine menschliche Tragödie war, jemanden wie Alan Turing, der so große Verdienste geleistet hat, gerade auch im Krieg gegen die Nazis, wegen Homosexualität zu belangen und zu verknacken. Man hat ihn dann mit Östrogen vollgepumpt. Letztlich ist es doch ein Verbrechen, was man mit Turing veranstaltet hat.

Und das alles aus der Annahme heraus, Sexualität sei beliebig veränderbar, also was Gender-Spackos behaupten.

Gender-Spackos liefern also die (pseudo)-wissenschaftliche Rechtfertigung an dem Verbrechen, das an Alan Turing begangen wurde.

Ich meine, Homosexualität ist biologisch bedingt und diese Leute können wahrscheinlich nichts dafür. Also soll man sie doch in Ruhe lassen mit ihrer Sexualität, wenn sie nichts dafür können, solange sie keine Übergriffe auf andere veranstalten (wie z.B. Pädophile, vor deren Zugriff Kinder unbedingt und unter allen Umständen geschützt werden müssen).


Hanz Moser
8.6.2014 22:29
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@ Hadmut

Frueher oder spaeter wird sich schon jemand hinstellen und proklamieren “wer Frau ist, bestimme ich!”.


kokko
9.6.2014 0:34
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Ich persönlich finde, dass es eine menschliche Tragödie war, jemanden wie Alan Turing, der so große Verdienste geleistet hat, gerade auch im Krieg gegen die Nazis, wegen Homosexualität zu belangen und zu verknacken. Man hat ihn dann mit Östrogen vollgepumpt. Letztlich ist es doch ein Verbrechen, was man mit Turing veranstaltet hat.

Und das alles aus der Annahme heraus, Sexualität sei beliebig veränderbar, also was Gender-Spackos behaupten.

merkst aber selber dass es widersprüchlich ist wenn du biologische eingriffe zur behandlung von homosexualität den genderwissenschaftlern andichtest (und selbst im folgesatz sagst, dass diese meinen mit bloßer umerziehung die sexualität verändern zu können). damals war homosexualität angesehen als unnatürlich (mit betonung auf natur) und damit begründet dann als krankheit definiert.

therapieformen die zum weltbild von leuten, die meinen sexualität wäre nur anerzogen passen würden, wären eher klassische lerntheoretische ansätze mit belohnung/bestrafung wie bsp elektroschockterapie

grade feminismus/genderwissenschaften betonen doch aber dass biologisches geschlecht nicht mit den dafür typischen sozialen verhaltensweisen inkl sexualität zusammenfallen muss (männlich -> mann -> steht auf frauen) und man eben nicht immer bzw zu 100% -wie es vorher gemacht wurde- rein biologisch vom ‘was bin ich’ auch auf das ‘wer bin ich’/’wie verhalte ich mich’ schließen kann. dass es dann auf der entgegengesetzten richtung leute gibt die meinen alles wäre nur anerzogen… sind eben nur das spiegelbild von denen die behaupten alles wäre biologie. vor paar jahrzehnten waren die biologischen ansätze in heute sinds die kulturellen. ist ja in einer individualisierten und emanzipierten welt auch viel schöner:

man ist durch nichts vordefiniert (alle sind gleich) sondern kann aus sich machen was man will (jeder kann ganz groß rauskommen, jeder bestimmt selbst was er ist) wenn man die einschränkungen durch dritte sprengen kann (und wenn mans nicht schafft sind die unterdrücker schuld). ist immer nur eine frage wer die macht hat definitionen aufzustellen – ganz zufällig fallen diesem lt der definition dann auch einige vorteile zu.


kokko
9.6.2014 0:36
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@Hanz Moser

gabs/gibts doch schon
bspw “eine richtige frau muss kochen können”


Gast
9.6.2014 3:57
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“Gender/Queer Studies behaupten, sexuelle Identität und Sexualität wären durchweg kulturell antrainiert.”

“Gender” behauptet, Heterosexualität sei ein kulturelles Konstrukt (“‘Zwangs’heteronormativität”), wodurch sich für sie Interventionsbedarf ergibt, und will mit Queer und anderen die geschlechtliche Identität verwirrenden Techniken (siehe Dissens e.v.) dieses Schema unterlaufen.
Sobald jemand seine deviante Sexualität (bevorzugt Homosexualität) entdeckt, ist diese jedoch “naturgegeben” und muss deshalb gegen jede Einmischung verteidigt und gefördert werden.


h-index
9.6.2014 5:27
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Die Homo-Lobby macht alles dafür, um die für ihr ungelegenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu unterdrücken. Wenn ein Arzt und Neurobiologe wie Dick Swaab darlegt, dass Zusammenhänge bei Homosexualität und der Anatomie des Gehirns bestehen, erhält der Wissenschaftler Morddrohungen. Die Homo-Lobby versteht unter “Toleranz” etwas sehr ähnliches, wie Rechtsextreme unter ihrem Codewort “Freiheit”.


Hadmut
9.6.2014 11:22
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> Die Homo-Lobby versteht unter “Toleranz” etwas sehr ähnliches, wie Rechtsextreme unter ihrem Codewort “Freiheit”.

Der ist gut.


Manfred P.
9.6.2014 9:39
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merkst aber selber dass es widersprüchlich ist wenn du biologische eingriffe zur behandlung von homosexualität den genderwissenschaftlern andichtest (und selbst im folgesatz sagst, dass diese meinen mit bloßer umerziehung die sexualität verändern zu können).

Nö, kann keinen Widerspruch erkennen. Homosexualität wurde als psychiatrische Erkrankung gesehen und auf verschiedene Weisen behandelt: u.a. Psychotherapie, Aversionstherapie, Schocktherapie und sogar auch Lobotomie.

Auch heute behandelt man psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie oder Depressionen mit Psychopharmaka.

Gender-Terroristinnen gehen sogar schon so weit, bei Kindern das männlich sein als Krankheit zu definieren und Jungs mit Drogen vollzupumpen, damit sie im Unterricht stillsitzen.

damals war homosexualität angesehen als unnatürlich (mit betonung auf natur) und damit begründet dann als krankheit definiert.

Nö, das glaube ich nicht. Dann hätte man mit demselben Recht Diabetiker einsperren können, wegen widernatürlicher und perverser Verstoffwechselung von Glukose.


Manfred P.
9.6.2014 10:12
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man ist durch nichts vordefiniert (alle sind gleich) sondern kann aus sich machen was man will (jeder kann ganz groß rauskommen, jeder bestimmt selbst was er ist) wenn man die einschränkungen durch dritte sprengen kann (und wenn mans nicht schafft sind die unterdrücker schuld). ist immer nur eine frage wer die macht hat definitionen aufzustellen – ganz zufällig fallen diesem lt der definition dann auch einige vorteile zu.

Schöner Mythos. Früher glaubten die Menschen, sogar die Zufälle des Lebens, die ihnen widerfuhren, seien vorbestimmt gewesen. Diese Position ist das gegenteilige Extrem.

Man entscheidet sich nicht selber, mit welcher Haut-, Augen- oder Haarfarbe man auf die Welt kommt, mit welcher Statur man geboren wird, ob einem als 30-jähriger die Haare ausgehen oder nicht. Manche werden zum Sprinter geboren, andere als Langläufer. Vor kurzem haben britische Wissenschaftler herausgefunden, dass auch nicht jeder beliebig zum schnellen Marathonläufer werden kann, weil es genetisch bedingt ist, ob sich der Körper dem Ausdauertraining anpasst und wie gut.

Ich halte es für ziemlich abenteuerlich zu behaupten, ausgerechnet das Gehirn sei von all den physiologischen Prinzipien ausgeschlossen, und sei bloß ein leerer Flash-Speicher, den man beliebig auffüllen könne.

Im Rahmen seiner natürlichen Möglichkeiten kann man natürlich das Maximum rausholen oder aber auch nicht, aber es ist absurd zu denken, dass man jeden x-beliebigen Menschen dahernehmen und zu einem neuen Einstein machen kann.

Jeder, der mal Gruppen von Leuten in einer Fähigkeit unterrichtet hat, sieht, dass die Leute ganz verschiedene Voraussetzungen mitbringen und das Gebotene ganz unterschiedlich verarbeiten, handhaben und auch beherrschen.

Ich glaube schon, dass bei Ausnahmekönnern sowohl richtige Erziehung als auch richtige Anlagen zusammenkommen müssen. Ein begabter Mensch, der nie eine Schule sieht, wird wahrscheinlich kein Nobelpreisträger. Daraus zu schließen, die richtige Ausbildung sei der alleinige Faktor, ist logisch nicht so ganz haltbar. Dann hätten ja Einsteins Schulkameraden ja auch alle Nobelpreisträger werden müssen, weil sie ja die gleiche Ausbildung bekamen.


Kreuzweis
9.6.2014 11:54
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“Ich halte es für ziemlich abenteuerlich zu behaupten, ausgerechnet das Gehirn sei von all den physiologischen Prinzipien ausgeschlossen, und sei bloß ein leerer Flash-Speicher, den man beliebig auffüllen könne.”

Nein, diese Annahme ist sogar völlig irrsinnig! Aber auf diesem Irrsinn fußt die Herrschaft der Linken und Gutmenschen. Was dabei rauskommt, werden wir sicherlich noch erleben.

Es ist blanker Neid und Haß der zu kurz gekommenen, der linken Soziolen und Leerer, daß sie fanatisch dieser Irrlehre anhängen und daher gerade die begabte Jugend diskriminieren, unterdrücken und mit Psychopharmaka sedieren – besonders wenn diese Jungs und weiß sind …


O.
9.6.2014 12:58
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Der hier glaubt auch an anerzogene Homosexualität:

“Ja zur “Therapie” für Schwule”
http://www.tagesschau.de/ausland/republikanertexas-102.html


Hadmut
9.6.2014 13:20
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@O.:

Dann dürften die sich über kurz oder lang ziemlich mit den Genderisten fetzen. Könnte interessant werden.


kokko
9.6.2014 17:46
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@Manfred P

Nö, kann keinen Widerspruch erkennen. Homosexualität wurde als psychiatrische Erkrankung gesehen und auf verschiedene Weisen behandelt

ja genau psychiater und psychologen diagnostizierten und definierten was krank ist und behandelt werden muss.

und wie waren die psychiater damals geprägt? war doch in der zeit alles stark biologisch medizinisch – viele von denen waren auch ursprünglich aus den gebieten. und als natürlich wurde angesehen dass mann und frau sich paaren und kinder bekommen – man sieht es in der natur. so war das die norm und alle abweichenden waren abnormal – sie würden sich ja in der natur nicht vermehren können => sind also widernatürlich.

die geschichtliche entwicklung des damals definierenden wissenschaftlichen feldes (psychologie) zu ignorieren und das mit heutigem wissen vermischt dann stattdessen jemand anderem nämlich den genderleuten in die schuhe schieben (die wahrlich auch ihren senf dazu abgaben aber erst später) und dann auch noch behaupten dass es angeblich passt, dass genderwissenschaftler für die umerziehung von homosexuellen auf herterosexuelle stehen und zwar nicht mit mitteln der umerziehung sondern über hormoneingriffe… stimmt doch alles vorn und hinten nicht. die definition von homosexualität im 19/anfang20jh durch die psychologie war stark biologisch/medizinisch beeinflusst (weil eben die psychologie stark biologistisch war) und massivst in den damaligen gesellschaftlichen normen gefärbt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t#Wandel_von_der_Straftat_zur_.E2.80.9Epsychischen_Krankheit.E2.80.9C
+
http://www.community-muenchen.de/drescher.htm

@thema
was interessant ist sind kultur-praktiken aus anderen kulturen wie bspw wakash?do (japan) bei denen es zu gleichgeschlechtlichen handlungen kam zb im militär http://en.wikipedia.org/wiki/Homosexuality_in_Japan#Military_same-sex_love

werden ja nicht nur 100%ig homosexuelle gemacht haben – zumindest nicht bei den jungen. heute kann man sich als hetero das vielleicht gar nicht vorstellen so eine beziehung zu haben ohne homosexuell zu sein – weil man auch nicht damit aufgewachsen ist. aber gibt auch leute die komplett nicht verstehen können wie damals die deutschen hitler gefolgt sind statt ihn zu stürzen, weil der doch so böse war…


Manfred P.
9.6.2014 19:51
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@kokko

Mich stört es nicht im geringsten, wenn eine oder einer homosexuell ist.

Ich halte das aber nicht für eine soziale Konstruktion, sondern für biologisch bedingt, ganz wie die Psychiater früher; aber: ich ziehe daraus andere Schlüsse.

Ich ziehe daraus den Schluss, dass man Homosexuelle und sonstige “Abweichler” in Ruhe lassen soll, weil die dafür halt nichts können. Die moralische Verurteilung kann und soll man sich schenken. Solange die Geschichte einvernehmlich ist und keine Minderjährigen hineingezogen werden, soll sich der Rest der Gesellschaft da raushalten und das akzeptieren.

Wenn aber Gender-Spackos erzählen, das sei alles beliebig und frei gewählt, dann öffnen sie gerade dadurch der Diskriminierung Tür und Tor.

Es ist übrigens nicht allzu abwegig, Sexualität, die nicht der Fortpflanzung dient, als “unnatürlich” zu definieren. Homo sapiens hätte wohl kaum die Darwinsche Selektion überstanden, wenn alle unsere Vorfahren homosexuell gewesen wären. Darüber muss man irgendwie nicht besonders lange nachdenken, finde ich.

Aber mit dem Label “unnatürlich” kann man nur hantieren, wenn man davon ausgeht, dass Sexualität beliebig frei wählbar ist. Wenn man akzeptiert, dass das biologische Hintergründe hat und ich genauso wenig für meine Heterosexualität kann wie der Homosexuelle für seine Homosexualität, dann braucht man auch keine Bewertungen. Dann ist halt Homosexualität eine Spielart der Natur – und das sollte man nicht sozial stigmatisieren, wie ich meine.

Ich fühle mich sogar von einem bestimmten Körperbau bei Frauen besonders angezogen, ohne dass ich erklären kann, warum. Kulturelle Einflüsse können es nicht sein, denn die halbverhungerten Skelette, die uns allerorten als Schönheitsideal präsentiert werden, finde ich zwar hübsch, aber nicht besonders attraktiv.

(Auch so ein Gender-Schwachsinn, der behauptet, Frauen würden unter Druck gesetzt, weil ein bestimmtes Schönheitsideal propagiert werde, dem sich Frauen unterzuordnen hätten. Wenn Frauen so dumm sind, dass sie nicht merken, dass verschiedene Männer auf verschiedene Frauentypen stehen, dann ist denen halt auch nicht zu helfen.)

Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass das biologisch fest verdrahtet ist, aus welchen Gründen auch immer. Als Pubertierender habe ich halt einfach festgestellt, dass gewisse Typen von Frauen mich anmachen und andere halt weniger, ohne dass ich da eine vordefinierte Vorstellung hatte, welche Frau man attraktiv zu finden hat.

Nun bin ich nicht das Maß aller Dinge, sondern nur ein Einzelfall, aber trotzdem gibt es in der richtigen Wissenschaft jede Menge Indizien, dass die biologische Grundlage eine gewichtige Rolle spielt.


kokko
9.6.2014 22:33
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Es ist übrigens nicht allzu abwegig, Sexualität, die nicht der Fortpflanzung dient, als “unnatürlich” zu definieren. Homo sapiens hätte wohl kaum die Darwinsche Selektion überstanden, wenn alle unsere Vorfahren homosexuell gewesen wären. Darüber muss man irgendwie nicht besonders lange nachdenken, finde ich.

dass beim menschen homosexualität eher eine sackgasse bzg fortpflanzung darstellt will ich nicht anzweifeln

eine solche argumentation ist aber nah am:
es ist bzw scheint so natürlich zu sein
daraus folgt es ist auch richtig so

denn die bezeichnung “etwas sei unnatürlich” ist (und war in der vergangenheit noch viel mehr) sehr normativ aufgeladen und mit erwartungen verknüpft – eben der erwartung etwas was natürlich sei sei eben auch richtig so

[eben solche normative verknüpfung und erwartungen liegen auch auf anderen begriffen mehr oder minder und wie bspw “weiblichkeit” “eine richtige frau sein” “sei ein mann/keine memme” – weswegen von genderleuten der einspruch kommt man könne das rein biologische geschlecht gar nicht komplett von solchen kulturellen erwartungen trennen. die erwartungen sind immer schon in der bezeichnung verankert. rein biologisch hat ein mann was zwischen den beinen baumeln aber der vater in der amiserie ist von “seinem sohn”(sic!) auch enttäuscht, wenn dieser ein bücherwurm ist/nicht im garten mit ihm ball spielt. biologie steht also nicht für sich allein sondern ist verwoben mit daraus folgenden erwartungen die nicht rein biologischer natur sind]

Ich fühle mich sogar von einem bestimmten Körperbau bei Frauen besonders angezogen, ohne dass ich erklären kann, warum.

das werden wohl nicht wenige andere ebenfalls kennen. einige sachen sind dann auch eher gegenteil des von der psychologie propagierten idealbildes des gebährfähigen prototypen frau (wenn man(n) zb kleinere busen / nicht ganz so runde formen bei frauen bevorzugt). sind halt abweichungen vom ideal die unter umständen auch von vorteil sein können

Kulturelle Einflüsse können es nicht sein

hier bin ich mir jedoch nicht ganz sicher, denn kulturelle einflüsse bilden den grundstock für ein bestimmtes gesellschaftliches schönheitsideal (auch aufgeschlüsselt nach schicht), mit dem man aufwächst und welches man auch in den personen aus seinem eigenen umfeld sieht während man aufwächst und so in gewisser weise ge-“primed” wird. auf diese weise wird die gesellschaft in der man sich bewegt schon bestimmte schönheitsideale prägen man denke nur an besondere präferenz von
-etwas dickeren frauen früher bzw an orten wo immer mal nahrungsmangel herrscht
-in abgrenzung zu den unteren schichten die draußen arbeiten mussten dann die gut betuchten frauen die ungebräunt/weiße haut haben
-heutzutage hingegen das ideal der gesunden bräune

reicht aber selbst heutzutage schon in unseren breiten lange haare zu haben wenn man ein mann ist um von der kulturellen norm abzuweichen… da kanns vorkommen, dass man ältere verwandte hat die bei jedem treffen meinen man solle sich doch die haare mal ordenlich machen (aka kurz schneiden)

aber
zb (bestimmte) sexuelle fetische entstehen oft erst in der konfrontation damit in kindheit/pubertät. da ist dann wieder die frage dies auch bei der sexuellen ausrichtung möglich ist. also dass man bspw mit den anlagen homosexualität und heterosexualität geboren wird wobei heterosexualität im “normfall” eintritt und homosexualität nur unter ziemlich engen bestimmten gegebenheiten (welche unter bestimmten biologischen voraussetzungen dann auch “gelockert” sein können) und man so biologisch auf einer graden zwischen den präferenzen 100%homo und 100%hetero verortet wird (X) mit einer entsprechend möglichen varianz nach links oder rechts ausgelöst durch erfahrungen [kultur]

also normalfall

homo100%——-|–klar bi–|-[—-X—–]hetero100%

bei bestimmten biologischen voraussetzungen wie testosteronlevel vor geburt

homo100%-[—-X-]—|–klar bi–|——–hetero100%

so wie oben stelle ich es mir ungefähr vor (ähnlich scheint es bei der intelligenz zu sein)
biologisch gegeben ist die ausgangslage X und eine mögliche varianz über die erfahrungen (vor allem in kindheit) das ganze beeinflussen können

wenn jemand nah 100%hetero geboren wird wird es dann höchst unwarscheinlich dass erfahrungen ihn noch “umerziehen” können Bi oder gar homo zu werden oder dass er überhaupt so etwas ausprobieren möchte.
wenn jemand jedoch eher zwischen den extremen bei knapp 50/50 geboren wird ist es zb möglich dass er aufgrund kulturellen drucks/oder einfach weil er es nicht ausprobiert nur eine seite seiner sexualität “zulässt” und die andere ignoriert. dies wird dann natürlich sehr schwer bei leuten die nahe 100%homo geboren werden und dann gesellschaftlicher druck das ausleben dieser sexualität verbietet man aber selbst heterosexuelle beziehungen nicht mit sich vereinbaren kann


wups
10.6.2014 2:39
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Deswegen unterscheiden die Sexualforscher (die seriösen) auch zwischen Schwul und “Männern, die Sex mit Männern haben”

Mann ist offenbar recht flexibel.


CountZero
10.6.2014 11:02
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Würde man ernstlich Gender Studies betreiben wollen, müsste man sich geradezu auf solche Fälle stürzen und diese untersuchen. Denn genau solche Vorgänge zeigen, welche Verhaltensweisen in welchen Hirnregionen beisammen liegen.

Sowas gibt es sogar, nennt sich ‘Evolutionspsychologie’. In den Reportagen von Harald Eia kommen einige Vertreter zu Wort. Ich selbst habe nur Geary, David C.: “Male, Female. The evolution of human sex differences.” American Psychological Association 2009 gelesen und sehr viel dabei gelernt.

Die Hypothese, ‘typisch’ männliches/weibliches Verhalten sei ausschließlich ‘ansozialisiert’, wird dort auch kurz in einem Absatz diskutiert (‘purely injuntive norms’) und verworfen (‘… is almost certainly wrong (Angabe der wiss. Arbeit, kenne ich nicht mehr auswendig…)…’).

Geary schreibt auch, dass diese Hypothese (alles ansozialisiert) ansprechend sei, weil sie eine Illusion der Kontrolle erzeuge: wäre Rollenverhalten allein anerzogen, könne man durch Änderung dieser injunktiven Normen auch sämtliches Rollenverhalten ändern.

Tatsache ist allerdings, dass einige fundamentale, ‘typische’ Verhaltensweisen evolutionäre Vorteile für diejenigen Individuen bieten, die solches Verhalten zeigen. Adaptionen auf sexuelle bzw. natürliche Selektion gehören aber zur Biologie und nicht zur Sozialisation, womit die Hypothese widerlegt ist.


Alexander Kohl
10.6.2014 17:37
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Daß Selektion rein zur Biologie gehört und Sozialisation einen Gegensatz zur Selektion bildet, ist meiner Meinung nach so nicht ganz richtig. Denn auch beim (erlernten) Verhalten gilt die Regel: es überlebt, was effektiv für das Individuum ist. Wenn ein bestimmtes Verhalten für die Gruppe als Ganzes sinnvoll ist, dann entwickelt die Gruppe Maßnahmen, die bewirken, daß dieses Verhalten in der Gruppe mit hoher Wahrscheinlichkeit erlernt wird (Nennen wir es mal Kultur). Ein einfaches Gedankenexperiment: Stellen wir uns vor, die Rolle des Jägers würde in 50% der Kulturen von Männern, in den anderen 50 von Frauen ausgefüllt. Diese ursprüngliche Gleichgewicht wird sich zunehmen Richtung Männer verschieben, da Männer schlichtweg nicht schwangerschaftsbedingt ausfallen können auf der Jagd. Es entstehen also überall Kulturen, in denen Männer das Jagen übernehmen. Dafür müßten wir noch nicht mal annehmen, daß es geschlechtsspezifisches angeborenes Verhalten gibt, die Biologie setzt hier den Möglichkeiten, “unbegrenzt” Verhalten zu erwerben also durchaus Grenzen, trotzdem ist das Verhalten nicht angeboren.
Soweit ich mich an die Doku von Harald Eia richtig erinnere, wurde dort ausdrücklich gesagt, daß es im Erbgut von schwulen und normalen Männern keine Unterschiede gibt. Das heißt, es ist entweder ein nachträglich erlerntes Verhalten, oder die Ursachen liegen in der Schwangerschaft begründet. Beides hat durchaus Argumente, die für sich sprechen, evt. gibt es auch beides, das Phänomen “Homosexualität” ist ja gar nicht so leicht zu definieren.


kokko
10.6.2014 19:57
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@Alexander Kohl

Daß Selektion rein zur Biologie gehört und Sozialisation einen Gegensatz zur Selektion bildet, ist meiner Meinung nach so nicht ganz richtig. Denn auch beim (erlernten) Verhalten gilt die Regel: es überlebt, was effektiv für das Individuum ist.

die sprache selbst ist ja auch kulturgut und ein relativ großer vorteil für den menschen

Soweit ich mich an die Doku von Harald Eia richtig erinnere, wurde dort ausdrücklich gesagt, daß es im Erbgut von schwulen und normalen Männern keine Unterschiede gibt.

naja gibt ja aber auch bisher als genschrott/inaktive teile angesehene bereiche der DNA wo dann rauskam, dass sie doch größere bedeutung haben können als angenommen. & die ganze sache mit aktivierung/deaktivierung bestimmter abschnitte je nach lebensumgebung

aber dass nicht unbedingt die gene an sich von bedeutung sein müssen dürfte klar sein: nehme man die selbe frau im “normal”zustand / während ihrer tage / während er schwangerschaft
da kann das verhalten auch sehr unterschiedlich sein…

und wie hier im artikel kommt eben das hirn noch dazu
im gehirn werden reize verarbeitet und wenn sich diese verarbeitung ändert warum soll sich dann nicht auch die daraus ergebende subjektive wahrnehmung ändern. durch bestimmte erfahrungen ändert sich die verarbeitung im hirn und so auch die subj wahrnehmung der reize. wenn nun direkt die verarbeitung im gehirn verändert wird (zb wie hier durch einen unfall/krankheit) dann ändert sich logischerweise die subj wahrnehmung auch.

das besondere an dem fall hier ist nur dass gezielt große teile die die sexuelle identität betraf “umgekehrt” wurde


CountZero
12.6.2014 14:02
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Daß Selektion rein zur Biologie gehört und Sozialisation einen Gegensatz zur Selektion bildet, ist meiner Meinung nach so nicht ganz richtig.

Ja, war stark verkürzt. Ich habe leider nicht genug Geduld, das Argument vollständig auszuführen. (Stichwort: ‘open program’, http://www.jstor.org/discover/10.2307/27845170?uid=3737864&uid=2129&uid=2&uid=70&uid=4&sid=21104140320837)

Sozialisation sei ein Gegensatz zur Selektion allerdings wollte ich nie behaupten. Lediglich, dass ‘vollständig durch gesellschaftlich injunktive Normen erzeugtes Verhalten’ eine andere Qualität hat als ‘Verhalten, welches durch sexuelle oder natürliche Selektion favorisiert ist.’
Welche andere Qualität? Vollständig durch (prinzipiell änderbare) gesellschaftliche Normen bedingte Verhaltensweisen können (durch Änderung der Normen) sozial ‘re-engineered’ werden, Änderung der selektive favorisierten Verhaltensweisen gehen auf Kosten der Fitness (und werden sich damit auf Dauer eben nicht durchsetzen).

Soweit ich mich an die Doku von Harald Eia richtig erinnere, wurde dort ausdrücklich gesagt, daß es im Erbgut von schwulen und normalen Männern keine Unterschiede gibt. Das heißt, es ist entweder ein nachträglich erlerntes Verhalten, oder die Ursachen liegen in der Schwangerschaft begründet.

Bei Eia wird diese ältere Dame interviewt, der man in den 60ern ihre Homosexualität ‘abtrainieren’ wollte. Die sagt im Interview, dass sie das nicht für möglich hält. Das spräche gegen ein erlerntes Verhalten.

Bei Geary wird immer wieder auf wiss. Literatur verwiesen, wo Gruppen von Jungs, von Mädchen ohne und Mädchen mit CAH (Congenital adrenal hyperplasia) in verschiedenen Dimensionen (z.B. lieber mit Plüschtieren oder lieber mit Modellautos spielen) miteinander verglichen werden. Mädchen mit CAH finden sich dabei immer zwischen Jungs und Mädchen ohne diese Krankheit wieder, ein Beispiel dafür, wie typische Verhaltensweisen auf Einfluß von Hormonen zurückgeführt werden. (In Tierversuchen konnte man vorhergesagte Verhaltensänderungen durch Hormongabe erfolgreich herbeiführen.)

Außerdem wird oft beobachtet, dass selektiv favorisierte Verhaltensweisen (z.B. keinen Schmerz/keine Gefühle zeigen bei Jungs) durch soziale Normen verstärkt werden, z.B. hat es bei den Prairie-Indianern in Nordamerika ein typisches Jungs-Spiel gegeben, was heute jeder Kindergärtnerin das Blut in den Kopf treiben würde… Biologie allein erklärt also auch nicht alles.

Unter all’ diesen Aspekten finde ich die Geschichte mit dem ‘schwul-durch-Schlaganfall’ höchst interessant :).


joman
12.6.2014 16:17
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Es passt zwar nur ganz am Rand hierher, aber zu dem Genderwahn ist heute ein Spiegel Online Artikel erschienen, mal wieder zu der berliner Humboldt Universität, da wurde ein Mathematik Professor abgelehnt weil er nicht weiblich war^^


Hannes Beiner
14.6.2014 14:04
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Ich stimme darin überein, daß bestimmte Homosexuelleorganisationen bzgl. der Genders auch ziemlich viel sich haben aufbinden lassen und auch mit unterstützt haben. Ich kann mir aber kaum vorstellen, daß auch erbitterter Widerstand der Homosexuellenorganisationen auch nur ein klein wenig was am Durchmarsch der Genders geändert hätte, denn die politische Macht dieser Organisationen ist nicht eben überragend. Es hätten sich die Homos dann eben noch einen Feind mehr gemacht.
Aber jedenfalls haben nicht “alle” Homos mitgemacht.

Nur weil es Homos gibt, die die Genders unterstützen, heißt das jedenfalls nicht, daß alle Homos das tun. (Korrelation und Kausalität und so) Und nur weil Homosexuelle, die Kritik an den Genders geübt haben, das nicht in einen Blog im Web oder in großen Tageszeitung veröffentlicht haben, heißt das nicht, es hätte diese Kritik nicht gegeben. Die Homos hatten hier dieselben Bedingungen der bundesdeutschen Medienlandschaft wie die Heteros auch, nämlich den eines recht raschen, fast totalen Konsens darüber, wie gescheit und arm und bemitleidenswert zugleich die Gendertrolle sind und den Umstand, daß Kritik daran dem Kritiker als Geisteskrankheit zu erklären versucht wurde.

Für mich war es zumindest auch noch so, daß ich recht früh erfahren habe, zu was diese Lumpen auch bereit sind, wenns ans Bekämpfen von Kritik geht (Michael Bocks Autoreifen…). Wenn man dann mitten in diesen Genderquatsch hineinrutscht, während man nicht fast 50 und im Beruf, sondern ein Student an einer auch-gender-Universität ist und hier auf Gedeih und Verderb auch irgendwelchen gegenderten Professoren ausgeliefert ist, dann ist das mit der Kritik als Homo schon gar nicht mehr so einfach. Zumal ich die auch nicht als Homo, sondern als Mann geübt hätte und meist auch habe.


Michael
17.6.2014 14:31
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Aufpassen, wir haben auch ein Sprachenzentrum und trotzdem ist Chinesisch nicht normal. Noch nicht, jedenfalls.